#12 Warum fällt es uns so schwer über den Tod zu reden?

Shownotes

Warum fällt es uns so schwer, über den Tod zu sprechen – obwohl er das Sicherste in unserem Leben ist?

In dieser Folge geht es um genau diesen inneren Widerspruch: Der Tod ist unausweichlich und trotzdem geprägt von Unsicherheit, Angst und Unbehagen. Annette und Christine spekulieren darüber, welche Gründe es haben könnte, dass wir das Thema so oft verdrängen, welche Rolle Ungewissheit dabei spielt und warum es so selten im Alltag angesprochen wird.

Gleichzeitig werfen wir auch einen kurzen Blick darauf, ob im Bewusstsein der eigenen Endlichkeit vielleicht mehr steckt als nur Angst.

Eine ehrliche Folge über ein Thema, das uns alle betrifft – und über das dennoch viel zu selten gesprochen wird.

Und wie immer hoffen wir, dass es euch gefällt und lasst gerne einen Kommentar da, damit wir unsere Folgen weiter verbessern können.


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00:00:02: Vom Ende her gedacht, der Podcast rund ums Sterben und Leben.

00:00:08: Mit den BestatterInnen Markus und Christine und der Trauerbegleiterin Annette.

00:00:25: Ja herzlich willkommen da draußen.

00:00:28: und vor allen Dingen herzlich Willkommen!

00:00:31: Christine, ich hab mal gerade gedacht.

00:00:34: Die letzten zwei Folgen waren wir ja gar nicht zusammen.

00:00:37: Schön dass du dabei bist und den Markus ... Den müssen wir heute noch mal entschuldigen wie das so ist in eurem Job Da grätscht Das Leben beziehungsweise der Tod dazwischen Und somit kann er heute leider nicht dabei sein.

00:00:53: aber umso schöner dass Du hier wieder mit mir zusammen bist

00:00:56: sehr gerne.

00:00:58: Wir haben uns ein Ein bisschen sperriges Thema, ich glaube so darf ich das ausdrücken.

00:01:03: Ausgesucht aber sperrig weil es uns im Alltag oft vielleicht auch sperrig vorkommt bei dir in deinem Job, bei mir in meinem Job und zwar das Thema warum fällt es uns eigentlich so schwer über den Tod zu sprechen?

00:01:22: Und in dem Zusammenhang habe ich nochmal drüber nachgedacht dass es ja eigentlich vielleicht umgekehrt sein müsste, weil der Tod ist ja das Einzige im Leben, das wirklich Sicherheit gibt.

00:01:36: Weil wir hundertprozentig wissen, das wird uns alle ereilen und trotzdem wie so eine große Sicherheit zu diesem Thema dadurch bekommen fällt es uns so schwer darüber zu sprechen.

00:01:47: Warum isst es so?

00:01:49: Ja ich glaube halt genau das ist wahrscheinlich der Punkt, weil das so sinnlos klar ist, dass die Leute eben vielleicht dann lieber nicht drüber sprechen wollen, weil ja wahrscheinlich eher alt ist einen schneller oder man schiebt die Verantwortung so ein bisschen von sich.

00:02:10: Oder gibt ja auch Leute, die aktiv sich gar nicht damit auseinandersetzen und dann sagen Ja das regeln dann halt im Zweifelsfall die Angehörigen, die zurückbleiben also Verdrängmungstaktik.

00:02:24: Glaubst du, das ist das Verdrängung oder... Aber aus welcher Motivation verdränge ich das?

00:02:29: Das ist ja die Frage.

00:02:31: Was ist die Motivaton wenn wir sagen Wir verdrängen den Tod weil

00:02:36: Dann kommt er nicht so schnell?

00:02:38: Ich habe keine.

00:02:38: Ah ok

00:02:39: Ja Ist jetzt eine Idee von mir.

00:02:42: Also kann ich mir vorstellen Es ist halt unbequem.

00:02:46: Ich glaube aber viele Haben es dann eben auch So als Gesamtkomplex und ich glaub eher, dass viel mehr Leute Angst vor dem Sterbeprozess oder dem Prozess davor haben.

00:03:00: Dass sie leiden und die Pflege bedürftig sind.

00:03:02: Dass Sie noch Schmerzen haben

00:03:05: usw.,

00:03:05: usw.

00:03:06: Eher das Davor als der Tod an sich.

00:03:10: Der ist ja eh unumgänglich!

00:03:12: Und niemand weiß was dann kommt und passiert.

00:03:15: Das ist eben diese allgemeine Unsicherheit.

00:03:18: Was kommt denn da?

00:03:19: Aber das wäre ja letztendlich nochmal... zu differenzieren.

00:03:24: Ich sehe das ähnlich, ich kann mich ja damit auseinandersetzen zu sagen okay der Tod auf der einen Seite macht mir vielleicht wenn wir bei Angst bleiben gar nicht so viel Angst.

00:03:38: aber der Teil davor falls es eine Krankheit gibt die mich ereilt dass ist der Teil der mit Angst besetzt ist

00:03:50: Das glaube ich schon, also es gibt ja auch was weiß ich so Impulskarten.

00:03:54: da komme ich gleich gerne noch zu.

00:03:57: Da ist ja einmal zum Beispiel eine Impulskarte, da wird gefragt hast du Angst vor dem Sterben?

00:04:03: und eine weitere Hast Du Angst vor den Tod?

00:04:07: Und das sind ja zwei Paar Schuhe und Ich Glaube dass sehen aber alle Leute quasi zusammen gemischt

00:04:15: weil sich zu wenig Differenziert damit auseinandergesetzt wird.

00:04:20: Also das ist meine Wahrnehmung oft, dass alles in einen Topf geworfen wird und somit sich weder da mit auseinandersetzt wird.

00:04:31: wie könnte es denn vor dem Tod gegebenen Fall sein?

00:04:35: Und gleichzeitig naja was ist der Tod denn an sich eigentlich?

00:04:38: und alles drum herum lieber ausklammern?

00:04:43: ja genau wir hatten gerade vielleicht aus Angst Ich hab noch mal gedacht zu dem Thema und hatte ja auch in meinem Team nochmal nachgefragt, wie es denen denn eigentlich damit geht.

00:04:56: Und da kamen auch noch einmal so was wie ist aktuell gesellschaftlich gar nicht gewünscht?

00:05:02: Also passt nicht zum aktuellen Longevity, Gesundheit, Optimierung, Lifestyle... Wenn man sich eher in diese Richtung orientiert Und man haut dann zum Ende hin.

00:05:18: Na ja, aber es gibt auch noch den Tod!

00:05:21: Das passt nicht?

00:05:21: Das ist ein Stimmungskiller und das kommt bestimmt dazu dass eben heutzutage alle irgendwie möglichst lange jung und fit und schön und irgendwie optimiert sind.

00:05:33: Alle rennen ins Fitnessstudio und das ist ja auch sehr gesund.

00:05:35: Es steht außer Frage und wenn man gesund lebt, lebt man vielleicht auch länger muss er aber trotzdem nicht so sein kann genau anders sein.

00:05:45: Also es ist ja nun mal manchmal auch Pech, wenn man stirbt so ungefähr also dann kriegt man halt eine Krankheit und dann kann man so viel Sport gemacht haben wie man will.

00:05:56: Und genau das ist glaube ich der Hauptpunkt warum das so ein unbequemes Thema ist.

00:06:02: Man hat ja vieles eben nicht in der Hand.

00:06:10: Sowohl die Erkrankung vorher, die mögliche.

00:06:13: Pflegebedürftigkeit wie auch immer und natürlich auch dem Tod.

00:06:18: Du kannst das ja nicht selber jetzt in dem Sinne bestimmen.

00:06:22: Natürlich kann man ... Entschuldigung sich suizidieren aber Das ist ja noch mal was anderes Thema

00:06:31: Aber dann hat es ja etwas mit Kontrolle zu tun.

00:06:33: genau also

00:06:35: auch wenn der tot als sicher gilt was er ja tut, ist es aber unkontrollierbar.

00:06:43: Weil ich weder weiß wie's mich eilt wanns mich eilt und mit der Perspektive naja so wirklich weiss ich auch nicht was nach dem Tod passiert.

00:06:52: Genau!

00:06:53: Und das ist der Teil...ich kann es nur von mir sagen den finde ich ein bisschen unheimlich.

00:07:00: Ich bin durchaus jemand der gerne das Leben kontrolliert Aber überhaupt nicht zu wissen, naja was passiert dann danach?

00:07:12: Das fiel ein bisschen unheimlich.

00:07:14: Das ist wahrscheinlich der Hauptpunkt.

00:07:17: also ich habe ja auch diverse Leute gefragt und ja ich glaube alle sind sich einig dass eben das Ungewisse einem Angst macht oder Sorgen bereitet und man sieht es einfach nicht vorstellen kann.

00:07:33: wenn man denn tot Manche Leute, also manchmal wenn irgendwer stirbt und er war alt und krank dann sagen die Angehörigen ja er ist erlöst.

00:07:43: Dann ist der Tod was Gutes aber manchmal eben auch nicht weil das natürlich immer den Schlusspunkt setzt Und manchmal eben auch zu früh einen Schlusspunkt setzt.

00:07:54: Ja und gleichzeitig ist es ja spannend.

00:07:59: Also es gibt ja ein bisschen auch die Theorie dass man sagt, okay wenn man bereit ist den Tod auch zu jüngeren Jahren schon in sein Leben zu lassen.

00:08:11: Also ich sage jetzt mal gedanklich und man sich ein Stück damit auseinandersetzt Dass man das aktuelle Leben mehr wertschätzt.

00:08:18: Ich finde die Gedanken mega spannend.

00:08:21: Ich glaube auch das was da dran ist Wenn ich nämlich einen Teil wie die Sicherheit des Todes aus meinem aktuellen Leben ausklammer, dann glaube ich auch dass es eine gewisse weniger hohe Intensität im aktuellen leben gibt.

00:08:40: Weißt du wie ich das meine?

00:08:42: bin ich mir jetzt nicht sicher.

00:08:43: Also vielleicht geht das auch in die Richtung, manche Leute sind ja was weiß ich krank oder waren schon mal dem Tod nahe oder so etwas oder hatten Unfall und haben dann überlebt.

00:08:55: Klamotten, die dann eben sagen so ja seit ich das eben überlebte hab dass und das kann ich das Leben mehr genießen wenn man quasi im Anführungsstrichen den Tod von der Schippe gesprungen

00:09:07: ist.

00:09:07: Ja aber es geht ein bisschen in die ob du wolltest oder nicht, dich damit auseinanderzusetzen.

00:09:14: Und dann zu merken ... Ah okay!

00:09:17: Jetzt weiß ich auch was Leben bedeutet.

00:09:20: Weil ich den Tod ein bisschen gespürt habe?

00:09:24: Ja.

00:09:25: Genau das meine ich, wenn ich mich traue da hinzugucken mit all dem, was Tod und Sterben bedeuten könnte, dann viel mehr wahrzunehmen.

00:09:39: Aber was heißt im Umkehrschluss eigentlich auch Leben?

00:09:42: Und ich troller dann vielleicht nicht so durch mein Leben ohne gewisse Intensität.

00:09:48: Ja, aber ich denke dass das auf Nicht nur unserem Sektor sondern auch auf eurem ja ganz ganz viele Leute machen.

00:09:58: Die sind dann ja auch schon in der Öffentlichkeit.

00:10:00: oder eben Beispiel dieser Podcast hier Dass man eben das Thema mehr In die öffentlichkeit holt.

00:10:08: trotzdem stellt man ja fest, es wollen ganz viele Leute nicht wissen.

00:10:14: Also das Thema beschäftigt ich sage mal eine bestimmte Gruppe Mensch vielleicht wird die Gruppe auch gerade größer aber ob sich das nochmal grundlegend ändert dass das komplett jeder auf dem Schirm hat und alle da vorbehaltlos drüber sprechen können oder wollen das kann ich mir nicht vorstellen.

00:10:36: Nee, und ich glaube gesellschaftlich allgemein.

00:10:39: Ich weiß was du meinst es gibt einzelne Gruppen wo das so ein bisschen aufbrüselt und man das Gefühl hat okay dass Interesse oder die Auseinandersetzung wird größer.

00:10:49: und gleichzeitig vielleicht als Beispiel ich mache ja durchaus regelmäßig Seminare zum Thema Kindertrauer und zum Thema Tod Und ist immer so auch wenn sie sich freiwillig anmelden Und bewusst gewählt haben, ich will dahin gehen.

00:11:08: Es ist trotzdem in der ersten halben Stunde sperrig und sprachlos.

00:11:14: Ja!

00:11:14: Und es braucht für die meisten ... Ich will nicht für alle sprechen, aber für den meisten einen kleinen Türöffner um dann ein bisschen eine Leichtigkeit reinzubringen weil Es bringt oder vielleicht auch die Menschen erstmal eine gewisse Schwere mit.

00:11:30: Das siehst du in deren Körperhaltung, das siehst Du im Gesichtsausdruck und ich dir sicherlich auch aufgrund meines Jobs und meinem tagtäglichen Auseinandersetzung ja auch bewusst versuche dem ganzen Leichtigkeit zu geben.

00:11:46: Mich

00:11:46: zieht es denn für den ersten Moment erst immer so ein bisschen runter wo ich denke oh wow was für eine schwere die hier alle mitbringen.

00:11:54: Und dann braucht's wie gesagt ein bisschen Türöffner-Mani, um die so ein bisschen da aus dieser Stimmung rauszuholen.

00:12:02: Und später nach so zwei Tagen oder auch nach einem Tag ist es spannend, wie die Feedbacks und Rückmeldungen sind – ich habe mir das Thema ganz anders vorgestellt!

00:12:13: Ja?

00:12:13: Und deswegen spannend was passieren darf.

00:12:16: Das versuche ich ja auch zum Beispiel immer.

00:12:19: Also es gibt ja schon Leute, die ein Vorsorgegespräch haben wollen.

00:12:23: Da ist jetzt noch gar nicht zwingend jemand erkrankt oder irgendwie so sondern die möchten beraten werden was es für Möglichkeiten gibt wie teuer sowas dann ungefähr ist weil auch da viele eben nicht informiert sind oder sich das nicht vorstellen können was eine Beerdigung komplett zum Beispiel kostet und eben welche Gräber ist, Grabmöglichkeiten.

00:12:48: Es gibt zum Beispiel auf den Friedhöfen wo man wohnt oder oder oder.

00:12:53: Und da treffe ich dann schon auch auf Leute die da so sitzen als wäre es schon ein Trauergespräch Als wäre jemand gestorben.

00:13:01: Okay So von wegen wenn Frau Schmidt kommt ist das der Stimmungskiller Nummer eins.

00:13:10: Das habe ich, glaube ich auch schon mal gesagt.

00:13:12: Es ist eben ja auch logischerweise nicht so beliebt wenn wir ins Haus kommen und Ich denke auch manchmal ich war in irgendwelchen Straßen schon in jedem zweiten haus Und dann habe ich schon schlechtes gewissen weil ich durch diese Straße fahre Weil man da so Durch die Gegend zieht von Haus zu Hause ungefähr.

00:13:31: aber wir können ja nichts dafür wenn jemand stirbt.

00:13:34: aber Die Leute sind dann zwingend auf uns angewiesen und dann ist die Stimmung erst mal im Keller.

00:13:39: Und das versuche ich auch, aufzulockern ... Ja?

00:13:42: ... die Gespräche weil ich meinte es ist ja noch keiner gestorben oder krank.

00:13:48: Es geht ja nur darum dass sie sich damit auseinandersetzen und schon zu Lebzeiten schlauerweise regeln wollen was nach ihrem Tod passiert Damit die Angehörigen nicht alles regeln müssen, während sie auch noch traurig sind.

00:14:07: Ja

00:14:08: aber das wäre ja genau das zu sagen.

00:14:10: ich trau mich zu dem Thema mich ein bisschen hinzuwenden und über das Regeln von Dingen für den Tod ein bisschen mehr einen Zugang zu kriegen.

00:14:25: Das wäre ja eine Möglichkeit dass genau über das regeln der Teil der Sachen Zugang zu bekommen, aber gleichzeitig ja auch denen das Gefühl zu gehen okay und in dem Falle behaltet ihr aber auch noch eure Kontrolle.

00:14:38: Genau!

00:14:39: Das ist glaube ich zum Beispiel ein Hauptgrund warum so eine Vorsorge gemacht wird.

00:14:44: erstens um die Angehörigen zu entlasten was weiß ich weil man auch ein Geld irgendwo lagert für die der einstige Bestattung damit die das nicht alles auf einen Schlag bezahlen müssen.

00:14:57: also viele wollen es eben wegen Geld in trockenen Tüchern haben.

00:15:01: Aber ja, vielen Fels trotzdem schwer darüber zu sprechen.

00:15:10: Ja und vielleicht das eigentlich gedachte die Auseinandersetzung genau über dieses Planen wird leichter.

00:15:22: so eindeutig scheint es nicht zu sein?

00:15:24: Also ich hatte jetzt gerade vor ein paar Tagen Vorsorgegespräch.

00:15:27: da war dann irgendwann der Ofen aus die tatsächlich wirklich sehr schwer mich überhaupt eingeladen zu haben und dann war die Stimmung auch im Keller.

00:15:38: Die hat irgendwann auch abgebrochen, es ging um ihre Bestattung.

00:15:42: da waren noch eine jüngere Angehörige dabei.

00:15:46: letzten Endes habe ich dann das Gespräch mit der zu Ende geführt weil die das nicht komplett geschafft hat obwohl ich da ja nicht ich sag mal Tod traurig, dass so runter leiert.

00:16:01: Sondern versuche die Schwere da ein bisschen rauszunehmen.

00:16:04: ich habe auch noch gefragt was was Was noch so ihr Bedarf sein könnte oder wie ich sie da jetzt rausholen.

00:16:11: aber Die hat glaube ich einfach die krise gekriegt.

00:16:15: mit ja So wird das dann ja mal ablaufen.

00:16:18: Es kam mir zu nah.

00:16:20: Ja genau

00:16:21: Das war zu präsent zu nah

00:16:24: Wirklich

00:16:25: ausgesprochen.

00:16:27: und da sind wir wieder bei der Angst, was wir ganz zu Anfang haben.

00:16:29: Es scheint irgendwas mit Angst zu tun zu

00:16:31: haben.

00:16:32: Da ploppten glaube ich noch andere Sachen auf weil da ein paar Familienkonstellationen schwierig sind und ich glaub dann klöttert das so bei denen so weg die Stimmung von wegen ja mit denen brauche ich gar nicht rechnen.

00:16:45: also kann das so und so gemacht werden.

00:16:48: auch eine gewisse Enttäuschung, dass man eben vielleicht ja das jetzt gefälligst selber regelt weil irgendwelche Angehörigen es eben nicht geregelt kriegen oder das Geld haben und ja Geld ist auch ein Thema usw.

00:17:03: Aber ich würde gerne nochmal zurück zu dieser Leichtigkeit.

00:17:08: Ich habe gerade gedacht wie du ja eben beschrieben hast, dass du manchmal wahrnimmst alleine eure Anwesenheit weil gewusst wird, ihr seid von einem Bestattungsunternehmen bringt eine gewisse Schwere mit.

00:17:21: Glaubst du wenn ne andere Person die jetzt nicht aus nem Bestattungsunternehmen kommt diese Gespräche fühlen würde was du grad beschrieben hast?

00:17:29: Wäre das leichter?

00:17:31: also bringt ihr mit eurer Professur die schwere mit?

00:17:36: Kann ich mir vorstellen weil wir ja nun mal wirklich immer kommen wenn niemand tot ist

00:17:43: und

00:17:44: dieses Ding.

00:17:45: Also ich will jetzt nicht sagen, wir sind verflucht.

00:17:47: Aber das tragen wir ja ganz offensichtlich irgendwie auf den Stirn geschrieben dabei und wenn man den Beruf macht ist man dann auch nur noch das.

00:18:01: Ja genau.

00:18:02: Also selbst wenn man so einkaufen geht und irgendwer trifft mich der weiß was ich mache... Da ist die Frau mit

00:18:08: dem Tod!

00:18:09: Genau, die Bestatterin und nicht irgendwie Christine richtig einkaufen geht.

00:18:13: Ja genau.

00:18:13: Und das

00:18:13: finde ich echt ein bisschen schräg da hatte ich auch nicht mit gerechnet.

00:18:17: aber verrückt dass du das auch wirklich so wahrnimmst!

00:18:20: Ich kann es total fühlen... Vielleicht

00:18:21: täuscht mich mein Gefühl aber also bei den Leuten die mich dann kennen dann weiß ich nicht irgendwie ist Anders als wenn ich ... Ich war ja gärtner.

00:18:31: Ja, aber ich kann das absolut so fühlen.

00:18:34: Bei mir ist es auch eher bei gewissen Berufen, wo man zwar weiß, dass ist Person, ne?

00:18:40: Christine!

00:18:41: Aber das ist die Bestatterin und es gibt einfach bei anderen Berufsgruppen da ist es nicht oder kommt der Peter, das ist der Architekt.

00:18:50: Genau.

00:18:51: Das verbindet man nicht.

00:18:52: Und da sind wir wieder bei der Besonderheit warum hat denn dieser Tod genau diese diese Geschichten drum herum.

00:19:00: Bei keinem anderen Thema oder wenn wir auch bei dieser Beruflichkeit sind, das ist doch kein anderer Beruf der diese Dinge mit sich schlürt?

00:19:11: Ich weiß es nicht aber es ist ja auch... Wir können dann den Leuten in dem Sinne nicht mehr helfen weil sie sind ja tot!

00:19:17: Dann ist es ja also was anderes als Arzt.

00:19:23: Die sind ja auch alle mit dem Tod konfrontiert, aber die schaffen es sehr bestenfalls dass jemand nicht stirbt.

00:19:30: Wenn wir kommen ist

00:19:32: Schluss

00:19:34: und vorher ruft uns ja auch keiner außer jetzt ein paar Vorsorge-Sprächen.

00:19:38: Also das kommt ab und an zum Beispiel vor, dass jemand anruft und sagt was weiß ich meine Mutter verstirbt in den nächsten Tagen Irgendwo nur, dass sie es schon mal gehört haben und dann rufen die natürlich auch ein paar Tage später nochmal an.

00:19:55: Aber eigentlich rufen ja normalerweise alle erst an wenn jemand tot ist.

00:20:01: Ja aber ich habe gerade noch einmal gedacht wo du sagst zum Vergleich Bestattung Tod Arzt, aber da geht's mir oder erlebe ich das vielleicht auch?

00:20:12: Dann läuft Fritz da vorbei... Ah ja Fritz ist der Arzt!

00:20:16: Weißt Du was ich

00:20:17: meine?!

00:20:18: Ich glaube um darum, weil es vielleicht was mit gesund werden und mit eine Krankheit gleich gesund oder wie auch immer dem eralt.

00:20:29: Vielleicht auch noch mal ein bisschen was drum herum.

00:20:31: der

00:20:31: hat ja aber eventuell mehrere Möglichkeiten und wir halt eben nicht.

00:20:36: Ja, genau.

00:20:37: Und da sind wir bei der Endgültigkeit?

00:20:38: Ja und das ist glaube ich das Hauptproblem warum dann nicht gern drüber gesprochen wird weil sich diese Entgüiltigkeit niemand vorstellen kann.

00:20:45: Das ist ja quasi für immer.

00:20:48: Dann weiß man ja nicht was kommt nach dem Tod Kommt irgendwas wie auch immer Wobei ich damals gelesen habe dass zum Beispiel Menschen die einen festen Glauben haben irgendwie auch besser gehen oder eben weniger Angst vorhaben eine Jenseitsvorstellung haben.

00:21:07: Das ziehen die auch durch, das ist ja auch okay und ich glaube weil man eben die Kontrolle darüber nicht hat und weil man nicht weiß was kommt es ist es unbequem und kommt ja auch noch früh genug.

00:21:23: deswegen muss man sich dann vielleicht zu Lebzeiten nicht damit beschäftigen oder es kann ja auch ein ungerechter Tod sein wir sprachen ja gerade drüber kommen eben Zweifel und Fragen auf.

00:21:37: Warum?

00:21:38: Und was kommt danach?

00:21:40: Das ist ja maximale Abgabe von

00:21:43: Kontrolle.".

00:21:44: Ja genau, Angstkontrolle das sind die Begriffe, die wir hier immer wieder auftauchen.

00:21:49: Was noch ein Aspekt ist den ich total spannend finde, was eine Kollegin von mir noch sagte es also auch das Thema Angst ganz klar aber Angst etwas zu verlieren.

00:22:00: Und das habe ich erst nicht verstanden, hab gesagt was meinst du mit verlieren?

00:22:04: und dann meinte sie so naja ich verliere Personen auf der einen Seite auch wenn ich es ja gar nicht mehr selber mitkriege wenn ich tot bin.

00:22:15: aber zur Lebzeit noch der Gedanke dann werde Ich meinen Umfeld nie wiedersehen dass das sowas auslöst.

00:22:24: aber auch materielle Dinge Es gibt doch diesen spruch weiß ich nicht, wenn es um ... Ja genau.

00:22:30: Material aber auch um Geld geht ne?

00:22:33: Das letzte Herbst hat keine Tasche.

00:22:35: So

00:22:35: und wir sind auf die Welt gekommen mit nichts!

00:22:37: Und wir werden noch aus der Welt gehen mit nichts.

00:22:40: Aber das kann ich mir vorstellen.

00:22:42: diese Angst materielle finanzielle Dinge loslassen zu müssen.

00:22:48: Und natürlich auch Personen finde ich total spannend.

00:22:51: Und dass ist ja aber umgekehrt auch so.

00:22:54: also man selber was weiß ich kann sich nicht vorstellen, das Enkelkind aufwachsen zu sehen oder die Kinder weiter auf ihrem Weg zu begleiten.

00:23:05: Auch wenn sie schon groß sind und eben ja in Anführungsstrichen was zu verpassen.

00:23:11: Andersrum ist es natürlich so dass eben die Leute, die dann zurückbleiben auch eben Angst davor haben weil sie jemanden verlieren der ihn lieb und teuer ist.

00:23:23: Und das funktioniert ja in beide Richtungen, dass man einmal Angst hat oder nicht sterben möchte weil man dann geliebte Menschen zurücklässt oder umgekehrt jemanden gehen lassen muss der bitte noch hätte bleiben sollen vielleicht auch Sachen die noch hätten geklärt werden müssen oder solche Sachen dass man eben ungern dann das los lässt.

00:23:50: Und das ist ja in beide Richtungen.

00:23:55: Das haben mehrere gesagt,

00:23:57: wie ich gefragt habe... Ja, es ist bestimmt auch absolut so.

00:23:59: ... die sagen keine Ahnung was dann kommt.

00:24:02: Ich muss Leute gehen lassen!

00:24:06: Aber weißt du was?

00:24:07: Ich hab dazu noch mal gedacht.

00:24:09: da sind wir aber auch und das macht's zu schräg.

00:24:13: um vielleicht nochmal kurz auf den Eingangs Gedanken zurückzukommen.

00:24:17: Wir haben doch die Sicherheit, wenn ich von Anfang an weiß.

00:24:21: Das ist begrenzt hier das was ich in diesem Leben hier an Zeit zur Verfügung habe.

00:24:27: Wenn es doch möglich wäre, was ja anscheinend für viele schwierig ist, dass immer integriert zu denken Dann ist vielleicht auch wenn wir mal bei Personen bleiben Vielleicht wäre mein Umgang mit Personen auch ein anderer, wenn ich wüsste naja wir beide oder wir fünf oder wie auch immer.

00:24:48: Wir haben nur eine begrenzte Zeit miteinander das wissen wir schon so ewig lange und genauso mit finanziellen Dingen und mit Geld und mit materiellen Dingen ne?

00:24:59: Wenn ich immer weiß Das sind alles Dinge die ich nie mitnehmen kann das hat auch nur eine Begrenztezeit eine Bedeutung für mich.

00:25:07: Vielleicht hätte ich eine andere Haltung und einen anderen Blick darauf.

00:25:11: Das kann ich mir vorstellen, aber ja da ist halt die Frage wie käme man dahin.

00:25:16: Ich glaube wir sind da ja schon mehr dran weil wir eben damit zu tun haben jeden Tag in verschiedenen Kontexten und vielleicht ist dann ein bisschen das bewusster sozusagen.

00:25:32: Aber ich kann ja jetzt nicht sagen, nur weil ich zum Beispiel da auch mehr drüber spreche dass mein Umfeld dann auch automatisch lockerer ist oder auch sagt Ja.

00:25:43: Ich habe das jetzt auch schon alles geregelt oder so also dass man egal wie viel Werbung in Anfungsstrichen man macht oder darüber spricht, dann ist halt auch irgendwann Schluss.

00:25:55: Also weiter geht das da nicht und ein paar Leute wollen es eben überhaupt nicht an sich ran lassen.

00:26:00: Ja,

00:26:00: das verstehe ich!

00:26:01: Und das ist das Problem also... Wir können ja immer alle nur probieren, dass ein bisschen mehr in die Öffentlichkeit zu holen oder niedrig-schwellig Angebote zu machen aber es werden immer nur begrenzt Leute.

00:26:17: Ja, aber weißt du was ich gerade noch mal gedacht habe?

00:26:20: Das ist ja das eine zu sagen wir haben da tagtäglich mitzutun und uns fällt es nicht schwer darüber zu sprechen oder auch diese Fragen zu formulieren.

00:26:28: Aber es gibt die andere Seite.

00:26:30: bin ich denn gut im Umgang damit auf der emotionalen Ebene.

00:26:34: Also sprechen ist das eine.

00:26:36: Aber für mich kann auch ganz gut sagen Ich kann zwar über den Tod sprechen, aber es fühlt sich für mich gibt's da auch eine Ebene die mir Angst macht.

00:26:51: Also nur drüber zu sprechen heißt nicht ich bin safe damit und ich bin rein auf allen Ebenen damit.

00:26:59: Und das ist mir gerade nochmal deutlich geworden als du das so gesagt hast.

00:27:04: Sprechen alleine ist es nicht!

00:27:06: Ich glaube die emotionale Ebene, die dazukommt, löst ja Angst und All das aus.

00:27:14: Und den Teil vielleicht auch noch mal für sich selber ja auch tiefer nochmal anzugucken oder vor allen Dingen nachzufühlen habe ich gerade gedacht

00:27:26: Es haben auch noch Leute geantwortet, mit kommt drauf an über welchen Tod man spricht.

00:27:31: Den eigenen oder den von geliebten Menschen?

00:27:35: Oder von irgendwem?

00:27:36: wenn ich jetzt irgendwie über Tod allgemein spreche ist das ja was anderes als wenn nicht über meinen Tod spreche oder über den Tod eines geliebten Menschen.

00:27:48: Ja absolut und das geht vielleicht in die Richtung was sich gerade meine.

00:27:51: wir haben mit Klienten anderen Menschen zu tun, die erst mal mit unserem unmittelbaren persönlichen Leben gar nichts zu tun

00:28:00: haben.

00:28:01: Und das ist dann auch ja eine Art von Professionalität, die wir sicherlich in dem Bereich können.

00:28:07: Sagt ihr aber nicht zwangsläufig was darüber aus?

00:28:10: Wie geht es denn mit mir und der Vorstellung von meinem Tod und der Auseinandersetzung mit meiner Endgültigkeit?

00:28:17: So und ich würde jetzt mal behaupten, seitdem ich intensiver beruflich mit dem Thema zu tun habe traue ich mich mehr dahin zu gucken.

00:28:28: Das kann ich schon eindeutig sagen weiß aber gerade auch nicht ob es mir weniger Angst macht.

00:28:33: ja würde bei mir so ähnlich aussehen.

00:28:40: Bei mir ist vor allem eher die Frage, ich hab ja auch keine Kinder.

00:28:43: Mein Mann ist älter, meine Schwester wohnt woanders, wer kümmert sich dann um den ganzen Kram?

00:28:49: Und ich habe eigentlich eine bestimmte Vorstellung wie ich mal beerdigt werden möchte.

00:28:54: aber eigentlich geht das so im Prinzip gar nicht und Gut letzten Endes wird kann es mir dann sowie allen anderen die Tod sind auch fast egal sein.

00:29:06: Aber dass ist natürlich eben nicht Ja.

00:29:08: also

00:29:09: Ja.

00:29:11: Okay, aber kümmern ist ja auch noch mal ein spannender Aspekt.

00:29:14: was für eine Rolle dann hier auf einmal?

00:29:17: also das macht ja nochmal deutlich naja ganz so isoliert wollen wir gar nicht sterben von wegen der Tod ist meine Sache und es geht euch alles alle überhaupt nichts an sondern irgendwie scheint es dann ja doch noch eine Rolle zu spielen.

00:29:30: okay wer könnte sich kümmern?

00:29:34: wer spielt überhaupt zu dem Thema noch ne Rolle?

00:29:38: Das sind ja nochmal zwei verschiedene Verschuhe.

00:29:40: Aber da hätte man eben noch ein bisschen Kontrolle drüber, wenn man das im Vorfeld eben regelt und danach dann halt nicht mehr.

00:29:50: Ja

00:29:51: gut aber ich denke gerade so... Ich kann es auf der einen Seite mit mir alleine klar machen vielleicht aus Motivationen von ich will niemand damit belasten ne?

00:30:00: Ich möchte gar nicht dass jemand anders womöglich in die Situation kommt fürchterlich traurig zu werden überfordert zu werden all diese Aspekte und gleichzeitig gibt es ja aber auch die Sorge womöglich.

00:30:13: Ich weiß überhaupt gar nicht, ob die anderen das wollen würden!

00:30:17: Ich bin aber auch gar nicht bereit mal nachzufragen.

00:30:21: Das ist der Punkt, da bin ich wieder bei diesen Vorsorgedingern die dann sagen ja was weiß ich entweder?

00:30:28: Die anderen kriegen es nicht geregelt Geld gibt's auch nicht.

00:30:32: Dann möchte ich einfach verbrannt werden in ab in die See anonym und fertig.

00:30:37: Und alle die sagen ich will einfach nur weg und und Damit auch keiner irgendwie pangelei mit meinem Grab hat und so weiter dann sag ich immer Bitte bedenken Sie auch oder sprechen Sie mit den Angehörigen, ob die einen Platz brauchen.

00:30:52: Wo sie

00:30:54: sind um sie zu besuchen und wenn das nur zwei Leute sind oder nur eine Person.

00:30:59: aber

00:31:00: wenn sie automatisch festlegen ich will dann einfach weg sein möglichst billig so ungefähr es gibt keinen Ort Dann fällt das ja manchen die eben zurück bleiben mir auch vor die Füße und deswegen werden manche vorsorgen Eigentlich werden die gern in zehn Minuten durch, ich möchte einfach nur weg.

00:31:21: Werden die Gespräche dann ja doch länger?

00:31:23: Weil es hängt ja eben doch noch was dran!

00:31:26: Nämlich die, die weiterleben und das... Erst mal erklären sie das zu so einer egoistischen oder eigenmächtigen Geschichte.

00:31:36: aber man sollte ja schon auch immer mit bedenken, was ist mit den Leuten, die da noch

00:31:42: leben?!

00:31:42: Ja, aber dann sind wir wieder am Anfang.

00:31:46: Ich muss mich trauen, das anzusprechen und es nicht nur mit mir im Gämmerlein ausmachen sondern es könnte doch irgendwie anscheinend schon Sinn machen das mal in die Gesellschaft zu tragen und mal zu hören okay was sind denn die Gedanken von anderen dazu?

00:32:03: Und da die Auseinandersetzung mit den liebsten aus der eigenen Familie und dem eigenen Umfeld zu suchen

00:32:13: Ja.

00:32:14: Also es gibt ja auch die Unternehmung, was weiß ich, Descafé, dass man sich trifft mit unbekannten Leuten Kaffee trinkt und dann eben über dieses Thema spricht

00:32:26: usw.,

00:32:27: ganz viele bei Facebook und Instagram, Podcasts verschiedener Art, Radiosendungen.

00:32:32: Es gibt ja ganze Themenbrochen teilweise im Fernsehen darüber.

00:32:36: aber das... wird weiter so sein, dass manche das ausklammern.

00:32:42: Ja und da sind dann extra insinierte Plattformen und du kannst dich entscheiden habe ich da Bock drauf und klinge mich da ein?

00:32:49: aber dieses Alltagsgespräch?

00:32:51: also ich sag mal ich sitze mit meinem Freundeskreis zusammen bei einer Feier oder einfach auch nur beim geselligen Treffen wir quatschen über jeden Kram und über sämtliche Sachen.

00:33:06: Aber trau dich mal in so einer Runde zu sagen, das habt ihr euch eigentlich mal Gedanken darüber gemacht wie ihr beerdigt werdet?

00:33:12: Das ist der absolute

00:33:14: Stimmungskiller

00:33:16: schlechthin!

00:33:16: Nein wirklich!

00:33:18: Und das ist

00:33:19: für mich die Frage... Wir haben ja gerade gesagt dieser Teil fällt uns vielleicht leichter das anzusprechen und auszusprechen.

00:33:29: aber Das in so eine Runde mit rein zu tragen, da kriegst du Blicke.

00:33:34: Die sind interessant und gleichzeitig ja auch hin und wieder... Darüber wollen wir doch jetzt nicht reden!

00:33:41: So wie

00:33:42: es geht.

00:33:42: Ja, bei dir abspinst du?

00:33:44: Da

00:33:45: möchte ich gerne nochmal erzählen weil ich hatte das ja gerade schon gesagt mit diesen Impulskarten.

00:33:50: Das ist ein Kartenspiel von Death Positive.

00:33:54: Das sind zwei Frauen die einen Kulturprojekt gestartet haben.

00:33:59: Das is die Sarg-Bar.

00:34:01: Das iss ein Sarg der umgebautes zu einer Bar und dann kann man die buchen Ja, ich sag mal als Kulturprojekt und die fahren auch überall hin.

00:34:10: Die waren auch beim Hospizstag in Bramschulmann mit dabei wo wir ja auch waren.

00:34:15: Und jetzt waren hier auch Vermesseleben und Tod usw.

00:34:20: Und weil diese so sind wie sie sind, die haben auch andere Sachen noch gelernt sprechen die wirklich auch teilweise auf offener Straße An ihrer Sache war, ja Leute explizit auf das Thema an.

00:34:34: Und die wollten mir auch noch ihre Meinung dazu geben aber es hat jetzt zeitlich nicht mehr gepasst.

00:34:41: vielleicht muss man das nochmal anbringen irgendwann.

00:34:44: und dieses Kartenspiel das ist super dass habe ich auf Hochdeutsch und auch auf Plattdeutsche und ich hatte ja auch schon mal so eine Veranstaltung wo locker über den Tod gesprochen werden sollte ... so Vortrags reinmäßig, was man gefälligst alles beachten muss und was man noch ausfüllen muss usw.

00:35:05: Finden viele auch schwierig?

00:35:07: So dann habe ich quasi die Runde eröffnet mit diesem Kartenspiel also mit beiden weil viele konnten da platt...

00:35:16: Ja ja!

00:35:17: Und dann ging es daran diese Fragen zu beantworten.

00:35:20: sind alles unbequeme

00:35:21: Fragen.

00:35:22: Genau super aber damit hast du ein Türöffner ... was wir vorhin hatten, ne?

00:35:26: Gebracht.

00:35:27: Ne geplante Situation... Ich hab jetzt gerade mein Freundeskreis vor Augen samstags abends und ich hau diese Karten auf den Tisch!

00:35:37: So ein Spiel

00:35:38: mit Karten!

00:35:41: Und das meine ich in so einer eigentlichen lässigen Situation.

00:35:46: Wir treffen uns in der Klicke und du haust entweder den Satz raus oder die Karten.

00:35:53: Das bleibt sperrig

00:35:55: Annette,

00:35:55: mach das doch mal.

00:35:56: Ja genau vielleicht ist es mal was was ich ausprobieren könnte.

00:35:58: aber ich glaube auch bei den Karten würden die sagen die packen wir schnell wieder ein.

00:36:02: Trinkt mal lieber einen Schnaps mit uns.

00:36:03: so und da denke ich Plattform ja gewählte Räumlichkeiten mit Thema ja aber einfach mal eben ansprechen nein ist nicht gewollt ne genau.

00:36:23: Aber Ich habe auch gerade das Gefühl, bevor wir uns zu viel hier im Kreis drehen.

00:36:30: Wir werden es nicht geklärt kriegen.

00:36:32: aber mir ist noch etwas im Kopf was noch eine Kollegin sagte was ich spannend finde weil gesellschaftlich war das vor vielen Jahren ja mal anders.

00:36:43: Wir haben es ja gesellschaftliche gut hinbekommen Tod und das Sterben aus unserem Leben, aus unseren Häusern im wahrsten Sinne des Wortes rauszutragen.

00:36:54: Das heißt früher wurde aufgebahnt zu Hause.

00:36:57: der Tod gehörte mit in die Familie

00:37:01: sichtbar.

00:37:02: Das gibt es ja heute gar nicht mehr.

00:37:05: ist es vielleicht so ein bisschen was dass es mal leichter war darüber zu sprechen?

00:37:11: Und wir haben's gesellschaftlich schwerer gemacht

00:37:15: Das kann ich mir vorstellen.

00:37:16: Der Tod war ja früher dann eben präsenter in der Familie, haben das alle mitgekriegt.

00:37:21: Deswegen war es auch gar nicht so schlecht.

00:37:23: bei uns auf dem Land ist das schon teilweise noch.

00:37:26: wenn das so Großfamilien sind in großen Häusern Dann wird halt da eine Oma oder ein Opa bis zum Schluss Ich sag mal mit gepflegt weil irgendwer sowieso immer zu Hause Und dann sterben die im Kreis der Familie, dann bleiben sie da auch noch eine Zeit.

00:37:42: Ist

00:37:42: ja auch erlaubt

00:37:43: und für die ist das gar nicht so ein Thema.

00:37:47: Da tingeln dann die

00:37:48: Enkelkinder

00:37:49: rum... Warum

00:37:50: haben wir es denn aus den Häusern raustransportiert?

00:37:53: Warum?

00:37:54: Weil mehr Leute eben so pflegebedürftig sind dass sie das zu Hause nicht gewährleisten können.

00:38:01: alle gehen arbeiten.

00:38:02: Das passt natürlich auch nicht.

00:38:03: Aber das ist die Pflege!

00:38:08: Ja, deswegen.

00:38:09: Es wird ja auch aushäusig gestorben.

00:38:12: Aber es gibt die Menschen, die ohne lange Pflege versterben.

00:38:16: Auch die sind ganz schnell zu Hause verstorben und drei Stunden später sind sie ausgelagert?

00:38:24: Wenn man das möchte, kommt der Bestatter sofort.

00:38:27: Das

00:38:28: meine ich.

00:38:28: Wir sagen immer, wenn jemand zuhause stirbt ... Sie wissen schon, dass hier noch bleiben darf.

00:38:36: Aber wir tun's nicht!

00:38:38: auch einige machen das.

00:38:39: Ja, aber ja sehr selten.

00:38:41: Die meisten sterben einfach eben nicht mehr zu Hause.

00:38:46: Aber das heißt wir haben dem ganzen Jahr vielleicht alleine durch die Handhabung es nicht mehr Zuhause auszuprobieren oder länger zu Hause zu lagen.

00:38:57: Haben wir dem dann mit Absicht eine Sprachlosigkeit gegeben?

00:39:01: Könnte man so sagen.

00:39:02: Schade!

00:39:03: Sind wir vielleicht auch ein bisschen selber... gesellschaftlich daran schuld?

00:39:08: und dann habe ich gerade gesagt vielleicht ist es.

00:39:10: Dann wieder was mit Lifestyle?

00:39:13: und jeder geht sein seinen Weg, jeder will sich optimieren, jeder geht seinem Job nach, jeder... ...ist vielleicht auch ein Stück weit, hat das ein großes Wort?

00:39:24: Ich sag's trotzdem egoistischer geworden?

00:39:26: keine Ahnung.

00:39:29: Lassen wir einfach mal im Raum stehen, will ich auf gar keinen Fall bewerten.

00:39:33: aber das ist eine Feststellung.

00:39:35: Ja, sehe ich auch so.

00:39:38: Spannend!

00:39:39: Nicht zu klären.

00:39:40: aber was ich auf jeden Fall mitgenommen habe ist Angst spielt eine Rolle Kontrolle spielt ne Rolle Personen und Gegenstände nicht gut loslassen können Das sind die Teile die es anscheinend schwer machen sich intensiver mit der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen.

00:40:03: Richtig

00:40:05: Ja, vielen Dank.

00:40:06: Für deine Gedanken für den Austausch!

00:40:09: Mir hat es auf jeden Fall Anstöße gegeben auch mit meiner eigenen Entgültigkeit mich mit Sicherheit nochmal wieder intensiver auseinanderzusetzen.

00:40:20: Genau, werden wir weiterhin zwischen uns auf jeden fall zum Thema machen?

00:40:27: Ja ich weiß gar nicht ob wir uns beim nächsten Gespräch... Ich weiß auf jedenfall dass wir demnächst zwei Folgen zum Thema Suizid haben werden.

00:40:38: Ohne, dass ich genau weiß in welchem Monat sie kommen aber das sind auf jeden Fall die Themen, die wir haben.

00:40:45: Intensives Thema sehr besonderes Thema wie ich finde und deswegen freue mich, dass wir da genauer hingucken Und in diesem Sinne dazu sehen wir uns wieder.

00:41:00: Mach's gut und bis bald.

00:41:02: Ja, machs gut!

00:41:03: Und bis bald!

00:41:04: Tschüss!

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