#13 Wenn Hilfe wichtig wird - Suizid, Trauer und Resilienz
Shownotes
Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um Suizid, Trauer und psychische Belastungen. Bitte achte beim Hören auf dich selbst. Entsprechende Hilfestellen findest du hier:
Notruf Telefon: 112
Medizinischer Notdienst Telefon: 116117
TelefonSeelsorge Telefon: 0800 - 1110111 E-Mail (TelefonSeelsorge) Webseite (TelefonSeelsorge)
Agus Angehörige um Suizid e.V. Webseite (Agus)
DGS Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention Webseite (DGS)
In dieser Folge sprechen wir mit Natalie Katia Greve. Sie ist unter anderem spezialisiert auf Suizidprävention, Trauer nach Suizid, bietet Gruppen für Suizidhinterbliebene sowie Trauerbegleitung und Resilienzarbeit an. Als selbst Hinterbliebene eines Suizids kennt sie nicht nur die fachliche Perspektive, sondern auch die Realität von Verlust und Trauer danach.
Gemeinsam sprechen wir darüber, wie Angehörige mit einem solchen Verlust umgehen können, warum mehr über Suizid gesprochen werden muss, wie Hilfe aussehen kann und welche Gründe es gibt, warum Menschen sich suizidieren. Außerdem geht es um Resilienz, Hilfsangebote und darum, wie ein Leben nach einem Suizid für die Hinterbliebenen aussehen kann.
Daraus entstanden ist eine intensive, ehrliche und zugleich in gewisser Weise auch hoffnungsvolle Folge über Trauer, Hilfe und den Umgang mit einem Thema, das oft tabuisiert wird.
Und wie immer hoffen wir, dass es euch gefällt und lasst gerne einen Kommentar da, damit wir unsere Folgen weiter verbessern können.
Mehr zu Natalie Katia Greve: Instagram (nataliekatiagreve_coaching) Webseite (Natalie Katia Greve) Instagram (vergissmeinnichttrauer) Webseite (Vergiss mein nicht)
Buch "Gelbe Blumen für Papa" von Chris Paul und Suse Schweizer: https://www.amazon.de/Gelbe-Blumen-f%C3%BCr-Papa-sprechen/dp/3867392234
Instagram (Vom Ende her gedacht)
Email: vomendehergedacht@gmail.com
Transkript anzeigen
00:00:00: In dieser Folge sprechen wir über das Thema Suizid und uns ist bewusst, dass das Thema sensibel ist und bei manchen Menschen belastende oder triggende Gefühle auslösen kann.
00:00:11: Bitte hört diese Episode nur wenn ihr euch dazu in der Lage fühlt und gut auf euch achten könnt!
00:00:18: Falls euch die Inhalte berühren oder ihr selber betroffen seid dann gibt es Menschen- und Anlaufstellen, die zuhören und die euch unterstützen.
00:00:28: Entsprechende Hilfsangebote haben wir in den Show-Noten zusammengestellt.
00:00:58: Ja, hallo und herzlich willkommen zu unserer heutigen Folge.
00:01:02: Wir sind heute schon ganz früh unterwegs was für uns eigentlich ein bisschen ungewöhnlich ist.
00:01:07: wir nehmen eher Nachmittags oder gegen Abend auf aber das hat heute einen Grund weil mein Traumfängerteam und ich wir dürfen heute an einer Fortbildung an einem Seminar teilnehmen und zwar geht es um das Thema Suizid.
00:01:24: Und auch um dieses Thema geht es in unserer heutigen Podcast-Folge und dazu freue ich mich total.
00:01:31: Ich habe einen Gast aus Hamburg, das ist die Natalie und Natalie vielleicht magst du dich einfach ein bisschen vorstellen?
00:01:39: Wer bist Du was machst Du
00:01:41: usw.?
00:01:42: Das mache ich sehr gerne lieber nette und vielen Dank für die Einladung!
00:01:45: Ich freue mich heute so früh hier zu sein.
00:01:48: Genau, mein Name ist Natya Katagriwe.
00:01:50: Ich bin von Hamburg zugereist gestern und ich bin tatsächlich hinterblieben nach Suizid selber und kümmere mich um das Thema Suizitprävention, Suizittrauer nach Suizi, Suizzit Hinterbliebene.
00:02:04: Ich führe Gruppen geleitet geführt für Suizzithinterbliebende.
00:02:09: Ich gehe in die Unternehmen und klär auf über das Thema psychische Gesundheit, Suizeitprrävention, Resilienz alles was dazugehört.
00:02:18: Ich freue mich.
00:02:19: Ich durfte ja schon einmal bei einer Fortbildung dabei sein, ich war bei dir in Hamburg.
00:02:25: das hat mich auch nachhaltig sehr beschäftigt und ich habe bei der Vorbereitung zu unserer heutigen Folge auch im Vergleich zu unseren anderen Podcasts gemerkt.
00:02:39: zu diesem Thema Die von mir immer sehr gewünschte Leichtigkeit zum Thema Tod und Abschied, was wir in unseren Gruppen leben.
00:02:47: Was ich in meinen Seminaren versuche zu leben.
00:02:51: Das fällt mir auch beim Thema Suizid nicht ganz so leicht.
00:02:55: Und ich frage mich immer so ein bisschen, was ist es eigentlich tatsächlich?
00:03:00: Was speziell beim Thema suizid diese Leichtigheit noch mal mehr etwas drückt oder nimmt?
00:03:07: und vielleicht noch ganz kurz, wenn wir die Erstgespräche hier im Traumfänger haben und Familien sich melden.
00:03:15: In der Regel mache ich die Erst- gespräche immer dann, wenn ich aus einem Erstgesprech in mein Team gehe und erzähle welche Familie da war, welches Kind zu uns neu in die Gruppen kommt.
00:03:29: Immer wenn es um das Thema Suizid geht, dann spüre Anspannung, die Blicke verändern sich.
00:03:36: Die Haltung verändert sich, die Körperhaltung und ja da ist so dieses... Warum ist das?
00:03:45: Hast du eine Idee?
00:03:46: Du hast so viel Erfahrung, du hast da so viel schon gemacht.
00:03:50: Du hast absolut recht, das ist auch etwas was mir begegnet.
00:03:53: Sobald ich das Wort Suizid, Suizidalität in den Mund nehme geht aus dem ganzen Raum die Leichtigkeit raus.
00:04:00: Das heißt Suizide hat eine ganz hohe Betroffenheit oder löst eine ganz Hohe Betroffenheit aus.
00:04:05: Ich glaube zum einen weil es was mit psychischen Gesundheit, mit psychischer Gesundheit zu tun hat und Weil dass Menschen immer noch schwierig finden darüber zu sprechen über das Thema Depressionen usw.
00:04:19: Zum anderen ist es nach wie vor ein Tabuthema.
00:04:22: Da hat sich vermeintlich jemand selbst das Leben genommen und ich sage deswegen, weil es eine Freiwilligkeit haben
00:04:29: könnte.".
00:04:31: Und wenn wir mal draufgucken, dann ist Suizid tatsächlich etwas was über zehntausend dreihundert Mal in Deutschland jährlich passiert und wovon bis zu hundert Personen betroffen sind.
00:04:41: Das heißt, wir haben ja eine hohe Betroffenheit von Personen in Deutschland selber und gleichzeitig redet überhaupt gar keiner drüber so wie wir nicht gern über Depressionen reden.
00:04:52: Wenn wir uns das jetzt angucken, dann sind vierzig bis sechzig Prozent der Suizidenten Menschen die zum Beispiel Depression hatten und da passt es dann wieder zusammen.
00:05:00: Wir reden nicht gerne über das Thema der psychischen Gesundheit oder eben auch der psychische Erkrankung also reden wir auch nicht gern über das thema des Suizides.
00:05:08: Ja
00:05:09: ja Du hast es gerade schon mit anklingen lassen.
00:05:15: Für mich gehört auch da rein wenn wir Überhaltungen sprechen Korrekte Begrifflichkeit.
00:05:24: Und ich merke, dass es gesellschaftlich oft noch so ist das wir über selbst Mord reden hören sprechen also selbst im Fernsehen.
00:05:33: wenn du womöglich irgendwelche Filme siehst gibt dieses diesen Begriff.
00:05:39: Ich finde ihn nach wie vor immer schon sehr befremdlich und ja überhaupt nicht stimmig.
00:05:44: Magst du da noch mal uns ein bisschen aufklären?
00:05:47: Mit welchen Begriffen gehen wir bestmöglichst um?
00:05:49: Schön, dass Du das ansprichst weil ganz ehrlich das Worthing ist eines der wichtigsten Geschichten.
00:05:53: also es wird gern von selbst Mord gesprochen.
00:05:56: Mord ist ein Straftatbestand.
00:05:57: Das ist etwas was früher tatsächlich mal so war.
00:06:01: Also Suizid zu begehen oder sich selbst zu suizidieren war damals irgendwann mal vor ganz ganz langer Zeit ein Straftatbestand.
00:06:09: heute ist es das nicht mehr.
00:06:11: Heute ist Morden-Straftatbestand, aber nicht Suizid.
00:06:15: Das heißt sich selbst das Leben nehmen.
00:06:17: und wenn wir beim Worling ein bisschen weitergucken dann gibt's ja auch noch dieses romantische Wort des Freitodes.
00:06:22: so und ich hatte ja vorhin gesagt der größte Anteil der Menschen der sich das Leben nimmt ist auf jeden Fall in einer ganz ganz großen Krise und ganz großen Notlage Und die meisten davon haben auch eine psychische Erkrankung im Hintergrund also man sagt so ungefähr bis zu neunzig Prozent Und dort jetzt von Freitodzusprechen ist halt ganz schwierig, weil zum einen romantisiert es etwas was sehr leidvoll ist und zum anderen ist das ja keine freiwillige Entscheidung.
00:06:48: Denn ohne den Hintergrund von Schicksalsschlägen oder psychischen Erkrankungen würde es gar nicht zum Suizid kommen.
00:06:57: Aber passt denn dann in diesen Bereich auch rein?
00:07:03: Es gab ja, wenn ich jetzt noch mal ein Stück weit an die großen Kirchen denke.
00:07:08: Das hat ja auch lange eine riesengroße Rolle gespielt.
00:07:12: Hat sich da was verändert?
00:07:14: Ja, da hat sich glücklicherweise etwas verändert.
00:07:17: also früher war es ja wirklich so dass Menschen, die sich das Leben genommen haben Auch nicht auf demselben Friedhof beerdigt wurden zum Beispiel oder auch keine christliche Feier oder so bekamen.
00:07:27: Also in anderen Religionen gab's das auch, dass das nicht der Fall war.
00:07:31: in dem fall Jetzt ist es mittlerweile so, dass auch die Kirchen anerkennen.
00:07:36: Dass der größte Teil der Menschen, der sich das Leben nimmt halt einfach in einer sehr großen Notlage ist oder eben eine Depression, eine zwangste Angsterkrankung, ne bipolarie Geschichte oder wie er auch immer dahinter stehen hat genauso wie für Sicherungen das mittlerweile auch anerkennen und dementsprechend gibt es da keine Stigmatisierung mehr.
00:07:55: weitestgehend gut,
00:07:56: dass ich das auch verändern durfte
00:07:58: ja absolut
00:07:59: ... kann es ja vielleicht ein bisschen dazu beitragen, dass das ein bisschen mehr Raum in der Öffentlichkeit bekommen kann.
00:08:05: Und da sind wir vielleicht so ein bisschen... Ja auch dabei mir schwirren so Begriffe im Kopf,... Aber es ist auch ein bisschen wir.
00:08:14: also du kannst mir helfen all meine Fragen dazu sortieren.
00:08:18: Also es geht mir... So ein bisschen darum um beide Seiten zu beleuchten.
00:08:25: Es gibt ja einmal den Teil der... Personen, die sich entschieden haben, sich zu suicidieren.
00:08:35: Und gleichzeitig gibt es ja die Hinterbliebenen.
00:08:38: und ich habe gerade gedacht vielleicht ist das nochmal ganz gut dass wir vielleicht auch erst mal den Fokus auf die Betroffenen also diejenigen die sich entscheiden haben das zu machen liegen.
00:08:49: und du hast vorhin schon so ein bisschen gesagt Depression spielt eine große Rolle.
00:08:54: was sind in dem in dem großen Topf, was ich mir vorstellen könnte.
00:08:59: Möglichkeitengründe?
00:09:02: Also da gibt es diverse Sachen die dahinter stecken können.
00:09:05: das eine ist man sagt so ungefähr vierzig bis sechzig Prozent der Menschen haben ne depressive Episode.
00:09:12: dann gibt es Angst und Zwangserkrankungen Persönlichkeitsstörung, wenn wir jetzt mal im Diagnostischen gucken.
00:09:18: Aber auch zum Beispiel Traumererfahrung in der Vergangenheit also Gewalterfahrung oder andere traumatische Erlebnisse die dazu führen können.
00:09:26: und dann gibt es aber auch ein Prozentsatz Der tatsächlich aus finanziellen Krisen Aus persönlichen Schicksals schlägen aber zb auch aus Tauer heraus Also einen geliebten Menschen verloren zu haben sich das Leben nimmt.
00:09:40: Und da gibt es einen Anteil wo man schauen muss, da ist z.B.
00:09:44: körperliche Erkrankungen vielleicht auch hinter oder aber auch ältere Menschen die irgendwann sagen ich möchte nicht mehr also ich möchte nichts mehr ins Pflegeheimen und dann diesen Weg wählen.
00:09:56: Ja
00:09:57: du hast es gerade gesagt mir viel spontan ein wenn ich an unsere jugendlichen Gruppe denke also grade im Rahmen der Pubertät das das sehr in den Fokus rückt, wenn die zu uns in die Trauerbegleitergruppen kommen.
00:10:15: Und wenn es jetzt meinetwegen um den Vater und um die Mutter geht, dass einer das tatsächlich mal so beschrieben hat – es gibt so eine Sehnsucht?
00:10:24: Zu der Person, ne?
00:10:26: In dem Falle war's der Vater und diese Auseinandersetzung mit dem Suizid so eine unfassbar große Rolle gespielt hat!
00:10:36: Das ist wahrscheinlich was, was du kennst?
00:10:38: Ja das kennen wir leider.
00:10:39: Das kennen wir von Jugendlichen und aus fast allen Altersgruppen.
00:10:43: einfach jemandem zu vermissen.
00:10:44: also wenn wir jetzt von alten Menschen ausgehen zum Beispiel weil der Partner gestorben ist bei Jugendlichen weil ein Elternteigeschwisterteil z.B.
00:10:51: verstorben oder sich auch das Leben genommen hat Also diesen Fall gibt es eben auch, dass wir zum Beispiel mehrere Suizide in der Familie haben.
00:11:00: Jemand hat sich das Leben genommen und dann tut es jemand anders auch entweder über Generationen hinweg oder auch in derselben Generation.
00:11:08: tatsächlich hast du ja eben das Thema Jugendliche angesprochen.
00:11:12: Es ist etwas, wo man sagen muss, dass Suizid mittlerweile die höchste Todesart ist bei Jugendlichen.
00:11:18: Und das ist tatsächlich oder Jugendliche und Jungerwachsene.
00:11:21: Wenn wir jetzt mal so bis zu fünfundzwanzig gucken, ist es natürlich tatsächlich etwas was sehr besorgniserregend ist.
00:11:26: Ja also Austrauer heraus aber auch aus zum Beispiel im Background von Angststörungsgeschichten usw.
00:11:35: Okay Hat man oder hast du eine Erklärung dafür, warum das jetzt aktuell so eine große Rolle spielt?
00:11:44: Also ich erinnere, dass man es ja durchaus auch öfter mitkriegt.
00:11:49: Ich sag mal so eine Form von Einsamkeit zu spüren in der Corona-Krise hat, dass ihr alles nochmal eine deutlich größere Rolle gespielt.
00:11:57: Gibt's da Zusammenhänge?
00:11:58: wie erlebst du das?
00:11:59: Ja, also zum einen ist es gar nicht so dass das neu ist.
00:12:02: Dass das so ist aber meistens war's zweithöchste Todesursache.
00:12:07: Aber mittlerweile ist es halt auf jeden Fall schwanktes immer eine der höchsten Todesarten die Jugendliche wählen.
00:12:14: dann muss man sagen es Pubertät natürlich ne ganz schwierige Zeit und nicht nur der Hormonspiegel der durcheinandergerät aber die ersten Verliebtheitsphasen die ersten Trennungsphasen Und auch Krisen in einer Familie zum Beispiel.
00:12:29: Also wir können ja nicht immer dahinter gucken, was ist da so los?
00:12:31: Das heißt, wir wissen gar nicht haben Menschen traumatischen Hintergrund
00:12:35: z.B.,
00:12:36: es ist dort Gewalt in der Familie.
00:12:38: Da gibt es mehrere Punkte die zusammenspielen können und aus dieser Krise heraus kann es dann zu einer Erthoffnungslosigkeit kommen oder eben auch zu dem Gefühl, was du eben beschrieben hast nämlich von Einsamkeit.
00:12:50: Ich bin ganz alleine ich weiß nicht wer mir helfen kann und dann kann Suizid leider zur Anerlösung werden.
00:12:56: Ja
00:12:58: okay Bei den Kindern bei den Kleinen erlebe ich das tatsächlich etwas anders.
00:13:08: Und ich sag jetzt mal gerade diejenigen, die durchaus noch im Vorschulalter sind oder um die Einschulungen herum Und ich erinnere mich, dass wir hier ein Mädchen in der Gruppe haben.
00:13:20: Ich weiß jetzt nicht mehr genau ob sie fünf oder sechs war, dessen Vater sich suicidiert hat.
00:13:25: und wie gehen das hier?
00:13:26: Das habe ich ja auch schon als ich bei dir in Hamburg war erzählt.
00:13:29: Es wäre sehr offen mit dem Thema umgehen und im Rahmen der Einführungsrunde war das Thema, was die Kinder beschrieben haben und erzählt haben, wie ihre Angehörigen verstorben sind Und auch dieses Mädchen hat das erzählt, mit einer unfassbaren Offenheit und Klarheit.
00:13:48: Auch was sie glaubt warum es passiert ist.
00:13:53: Im ersten Moment waren die Münder der anderen Kinder durchaus etwas weiter offen als sonst aber gleichzeitig... kippte das schnell und die waren ganz interessiert.
00:14:05: Und haben ganz viel gefragt, weil das natürlich was ist, was die meisten noch nicht mitbekommen haben und nicht erlebt haben.
00:14:12: Dieses Mädel hat etwas ganz Spannendes gesagt indem sie gesagt hat naja mein Papa hatte eine Erkrankung ich weiß gar nicht mehr genau wie das hieß sagte sie noch und dann sagte jemand anders und deswegen wollte der nicht mehr leben ja das muss ne ganz anstrengende Krankheit gewesen sein aber ich kann es gut verstehen Und ich saß da und das hat, ist mir sehr nahe gegangen.
00:14:38: Auch alle anderen waren da sehr safe mit dieser Erklärung und so ging es dann auch in der Gruppe nachher mit einer großen Leichtigkeit weiter.
00:14:46: Das beeindruckt mich sehr!
00:14:48: Dieser Umgang der Kinder, den jungen Kindern...
00:14:50: Kinder sind so toll, Annette.
00:14:52: Weil wir machen uns so viel Gedanken darüber dürfen wir sagen dass sich jemand das Leben genommen hat.
00:14:57: in vielen Familien wird es total tabuisiert da wird überhaupt nicht drüber gesprochen und gleichzeitig hast du gerade ein Beispiel dafür gebracht wie Kinder damit umgehen.
00:15:06: Und das allerwichtigste auch zu verhindern ist die Kinder selber vielleicht irgendwann mein solizidale Krisenrutschen oder solizit als Lösung sehen ist einfach offen mit ihnen darüber zu sprechen Und je nach Alterstufe sind die halt auch neugierig und wollen ganz genau wissen, was ist da passiert.
00:15:24: Das heißt wenn Leute zu mir in die Beratung kommen und sagen darf ich mit meinem Kind darüber sprechen?
00:15:28: dann sage ich immer unbedingt ja und beantworten sie die Fragen weil sobald die Fragen beantwortet sind gehen die Kinder ganz natürlich damit um Bestandteil ihres Lebens, vielleicht darf ich einmal Werbung machen für das Buch von Chris Paul Gelbe Blumen Für Papa.
00:15:44: Was einfach ein wunderbares Buch ist.
00:15:46: was genau das erklärt nämlich dass eine Krankheit der Gefühle gibt.
00:15:49: ja
00:15:49: so und Ich finde es ganz ganz wichtig Kinder lernen, dass es psychische Erkrankungen und psychische Herausforderungen gibt.
00:15:57: Dass das eine einen Umgang damit zu finden und hoffentlich ein anderen Umgang als den des Suizides.
00:16:04: Und gleichzeitig, dass sie ganz offen sprechen dürfen.
00:16:07: Und dann hast du aber eben was beschrieben.
00:16:08: Anfangs war's so alle waren so ein bisschen hoch... Da redet jemand ganz offen drüber.
00:16:13: Das ist ja genau die Betroffenheit, die du eingangs genannt hast und ich glaube da liegt eine ganz große Chance drin.
00:16:18: wenn Menschen lernen offen darüber zu sprechen Kinder lernen offen darüber zu sprechen dann wird hoffentlich dieses Thema an sich in der Gesellschaft nicht mehr so tabuisiert und deswegen lade ich immer dazu ein redet offen mit den Kindern.
00:16:32: die kommen damit viel besser klar als wir das glauben und reden viel offener darüber
00:16:37: Und das ist ja der Teil, den ich merke im Gegensatz dazu mit dem Erwachsenen.
00:16:43: Wenn ich die Erwachsendenangehörigen hier im Gespräch habe und auch da ganz oft kommt die Frage wann ist ein guter Zeitpunkt dass sich meinem Kind erzähle was wirklich passiert ist?
00:16:56: Und dann sage ich immer sofort jetzt aber ist doch Svier oder ist doch es spielt überhaupt keine Rolle.
00:17:04: Die Befremdlichkeit bei den Erwachsenen ist riesengroß.
00:17:07: Das können wir nicht tun, der Schaden wird riesengros werden wenn wir den Kindern das erzählen.
00:17:13: und wo ich immer sehr da zu plädiere und sage Der schaden wird eher riesengross Wenn wir stabilisieren wenn wir nicht drüber sprechen und denen womöglich noch eine Geschichte erzählen was anstatt dessen passiert ist Und dass was?
00:17:28: Ich weiß nicht wie es in der Stadt ist.
00:17:30: Bei uns auf dem Dorf Ist Es oft so Dass solche solche Dinge, Todesituationen schneller im Dorf rumgesprochen sind als man es selber vielleicht weiß.
00:17:45: und ich versuch den immer klar zu machen.
00:17:47: stellt euch vor euer Kind geht nächste Woche wieder in die Tourengruppe.
00:17:51: alle anderen haben das schon mitbekommen.
00:17:53: Es muss erfahren von anderen entweder Gleichaltrigen oder von den Eltern oder die Tuscheln irgendwie im Hintergrund.
00:18:02: Das ist eine Katastrophe.
00:18:03: Also übernehmen den Part lieber selber, mit deinen Worten, mit deiner Art und Weise, mit Deiner Nähe zu deinem Kind!
00:18:11: Das ist das Schlimmste, was passieren kann.
00:18:13: Wenn das Kind es von jemandem anderen erfährt, weil das hat ja auch etwas mit Vertrauen zu tun und vielleicht mit den Schlussfolgerungen die Kinder daraus machen.
00:18:21: Ich darf Mama oder Papa nicht damit belasten.
00:18:25: Es wird noch ein größeres Mysterium um das Thema Suizid in diesem Moment dann gesponnen.
00:18:31: Zunächst einmal ist es ganz wichtig dass die Bezugspersonen mit dem Kind sprechen oder aber jemandem Anderen finden?
00:18:38: Dass ich noch mit dazusetzt zum Beispiel.
00:18:40: Jetzt hab' ich manchmal in Beratungssituationen, dass wir das gemeinsam mit dem Kind machen und... Kinder spüren sowieso, dass etwas anders ist.
00:18:51: Und dieses Spüren das etwas anders isst können sie vielleicht im ersten Moment gar nicht einordnen.
00:18:56: aber Sie wissen irgendwas ist nicht so wie es gewesen wäre wenn jemand im Verkehrsunfall zum Beispiel gestorben wäre oder durch Krankheit oder so.
00:19:03: Das heißt dieses Gefühl aufzulösen ist ja auch ganz wichtig für die kindliche Entwicklung.
00:19:08: Ich glaube auch fürs Vertrauensverhältnis.
00:19:10: Absolut!
00:19:10: Für den Umgang mit psychischen Herausforderungen, also eigentlich für alles am Ende des Tages.
00:19:16: und Kinder können viel mehr verarbeiten als wir das glauben.
00:19:20: Die können einfach weniger damit um, wenn wir so ein Geheimnis darum machen.
00:19:24: Ja
00:19:25: ja und es sind ja.
00:19:26: gerade.
00:19:27: wenn sie älter werden, wenn lange eine Geschichte aufrecht erhalten bleibt und Sie werden älTER und irgendwann kommt das ans Licht dann hat unfassbar viel mit dem Vertrauen und der Beziehung zu denjenigen zu tun, die nicht die Wahrheit gesagt haben.
00:19:44: Und es verändert ja die Biografie also Die Auseinandersetzung wenn mir erzählt wurde mein Vater als Beispiel ist durch einen Verkehrsunfall verstorben Ist ja in der Weiterverarbeitung eine andere als wenn ich erfahre Mein Vater hat sich das Leben genommen und Da hat ja jeder das Recht dazu das zu erfahren, um dann dementsprechend auch damit weiter umzugehen.
00:20:09: Und es ist spannend, was du gerade sagst.
00:20:11: Ich hatte mal eine Familie da ist das lange verheimlicht worden und tatsächlich hat die Frau dann erst, ich glaube, dreißig Jahre später erfahren, dass ihr Vater sich das Leben genommen hat.
00:20:22: Die sagte in einem Gespräch zu mir, weißt du was natürlich?
00:20:24: Ich habe das immer geahnt und jetzt hab' ich die Erklärung dafür, was mit mir los ist.
00:20:28: Ja,
00:20:28: ja, ich glaub', das sofort.
00:20:29: Und davor, glaube ich war's ein ganz, ganz großes Leid.
00:20:32: Nein nicht nur glaube ich weiß ich durfte später dann erfahren, war's eine ganz leidvolle Geschichte weil sie überhaupt keine Erklärung gab, vielleicht für die eigenen Fragen, die sie sich gestellt hat.
00:20:43: Für die eigenen Empfindlichkeiten oder Befindungen in dem Moment.
00:20:48: Das heißt, für Sie war es fast eine Erleichterung als es dann erfahren hat und deswegen glaube ich ist das ganz wichtig genau das was du sagst, dass die Biografie so klar ist, dass ich daraus auch Dinge ableiten kann.
00:21:01: Ja
00:21:01: ja.
00:21:01: Das heisst wir versuchen manchmal die Kinder zu schützen Und gleichzeitig erreichen wir dann das Gegenteil,
00:21:07: indem wir nicht
00:21:08: davon sprechen.
00:21:09: Das andere Ding ist, dass ich einfach glaube ... Wenn Kinder das von Anfang an wissen, dass es sich um Suizid gehandelt hat, können sie ja vielleicht auch heutzutage vieles möglich bei der Trauerfeierdinge anders mitgestalten?
00:21:21: Dann kann vielleicht auch bei der Tauerfeier offen darüber gesprochen werden was passiert und Sie können teilnehmen.
00:21:27: D.h.,
00:21:27: alles da wird schon Teil ihrer Biografie des Umgangs mit Sterbentot und Trauer.
00:21:33: Aber das ist gerade nochmal ein gutes Stichwort.
00:21:37: Wie ist es oder wie erlebst du das mit den Trauerfeiern?
00:21:43: Mitgestalten, wenn Kinder von vornherein wissen worum es geht gute Sache.
00:21:50: auf jeden Fall aber erlebst Du eine Gestaltung einer Trauer feier im Rahmen von Suizid dass das anders ist als bei anderen Trauer Feiern und Bestattung?
00:22:04: Also ich glaube, es ist dann nicht viel anders wenn das Thema offen thematisiert wird.
00:22:09: Wenn es nicht offen themadisiert wird, dann steht ja so ein bisschen Elefant immer im Raum.
00:22:13: Menschen ahnen hier stimmt irgendwas nicht.
00:22:16: die Kinder werden vielleicht nicht mitgenommen zur Trauerfeier damit nicht irgendwer anders ihnen das erzählt.
00:22:23: Andersrum ist es so und deswegen ratig Betroffenen immer, bitte sprecht offen darüber.
00:22:29: Das ist auch bei der Trauerfeier offen angesprochen werden darf dass die Kinder dementsprechend mitkommen dürfen.
00:22:36: Und dann erlebe ich schon eine andere Form von Trauer Feier Gestaltung weil da ne größere Freiheit drin ist und sich keiner verstecken muss und die Kinder eben also wir alle sprechen dürfen in dem Moment genauso wie die Kinder sprechen dürfen.
00:22:49: Ja und da sind wir wieder bei der Offenheit und das is kein Tabu sein muss und ist ein bisschen was, was offen es da reinbringen darf.
00:23:00: Ich würde gerne jetzt noch mal die Brücke zurück zu denjenigen machen, die sich entschieden haben, sich das Leben zu nehmen.
00:23:10: Ich habe einen Satz gefunden und zwar heißt es oder ... Ist es gar kein Satz?
00:23:16: Vielleicht ist es eher eine Frage oder eine Feststellung... oder eher ein Wunsch, dass etwas aufhören soll.
00:23:29: Ja und das berührt mich selber nur, wenn du das so sagst weil es genau darum geht.
00:23:34: ich durfte mit ganz vielen Menschen sprechen die einen Suizidversuch gemacht haben der dann nicht glücklicherweise nicht geglückt ist und die haben alle gesagt es ging ihnen nicht um sterben Es ging ihnen darum dass sie in so einem Leit gefangen waren keinen Ausweg gesehen haben und dementsprechend ihre Ruhe wollten.
00:23:54: Und es ging ihnen darum, dass sie manchmal auch nicht mehr verbunden mit der Welt waren also auch nicht das Gefühl hatten, dass die einen Beitrag leisten für die Welt, dass Sie jemandem wichtig sind weil das ist ja manchmal was was in Krisen passiert, dass wir so abgekoppelt von uns selbst sind.
00:24:10: Das heißt, die meisten wollten gar nicht sterben.
00:24:12: Er hat mal einer gesagt, weißt du was?
00:24:14: Natürlich über den Tod habe ich nie nachgedacht.
00:24:17: Ich wollte einfach meine Ruhe.
00:24:19: Also geht es tatsächlich eher um dieses... Es soll irgendwas aufhören, das sehr belastend und sehr anstrengend ist.
00:24:26: Und ich glaube, dass zeigt uns ja auch Menschen, die so etwas sagen wie wer darüber spricht macht es nicht
00:24:32: usw.,
00:24:32: sind ja ein bisschen diese Bauernregeln, die sie immer gegeben hat, die ja gar nicht stimmen und vor denen ich eindringlich warne Weil das nicht stimmt, der größte Teil der Suizide ist direkt oder indirekt angekündigt.
00:24:44: Nur können wir es nicht immer verstehen was dort angekünnigt wurde und diese leidvolle Geschichte dahinter die von der sie ihre Ruhe haben möchten.
00:24:55: Wenn ich darf, gebe ich noch mal einen anderen Satz mit rein.
00:24:57: Nämlich suizid ist nicht das Ergebnis einer Beziehung sondern einer Biografie.
00:25:02: und wenn wir draufgucken auf das Thema Ergebnis an der Biographie dann heißt es dass wir von multifaktorialem Geschehen ausgehen müssen.
00:25:10: Das heißt vielleicht von einem psychischen Erkrankungshintergrund, von einer Krise, von der Selbstwertthematik.
00:25:15: Das sind alles nur Aufzählungen.
00:25:17: die können da sein.
00:25:18: aber wenn ich darauf gucke dann ist es einfach so leidvoll.
00:25:22: Und dann ist Suizid eine Lösung, aber nicht eine Lösung im Sinne von ich gehe ganz leicht sondern eine Lösung von.
00:25:31: Ich muss raus aus diesem ganzen Druck.
00:25:33: Ich muss heraus aus diesen ganzen leit ich ertrag das nicht mehr
00:25:38: Aber das Ding ist ja Du bestätigst das ja ein Stück weit auch den Satz den ich gerade gesagt habe.
00:25:43: Für mich Ist es so wenn sich das so bestätigt Dann plopp bei mir was auf wie.
00:25:50: Okay, da ist jemand.
00:25:52: Der ist in der Situation die irgendwie in welcher Form auch immer aufhören soll weil sie so belastend ist.
00:25:57: Dann klickt bei mir sofort was an.
00:26:00: dann hätte ich aber vielleicht etwas tun können.
00:26:03: warum habe ich es nicht richtig gedeutet und gesehen?
00:26:08: Weil wenn irgendwas aufhörn soll das Belastend isst dann gibt es doch vielleicht irgendwen irgendwas Was das zum Aufhören bringt.
00:26:19: Und ich glaube dafür müssen wir einmal mit so einem Mythos aufräumen, dass wir nämlich jemanden dem es schlecht geht immer eindeutig erkennen können.
00:26:29: Es ist einfach gar nicht richtig man sagt das wahrscheinlich wie auch im deutschen Management ganz viel depressive Menschen sitzen haben oder auch Menschen mit posttraumatischer Geschichte zum Beispiel.
00:26:39: Das heißt Menschen können hoch funktional sein auch diesen Begriff der hochfunktionalen Angststörung oder auch funktionale Depression.
00:26:48: Das heißt erstens kann ich es nicht jedem ansehen, das heißt Menschen arbeiten ganz normal leben ihr Leben aber im Inneren kommt es zu so einer Einsamkeit zu einem inneren Leid zu einem abgekoppelt sein Nicht mehr verbunden seien sind alles so Aufzählungen was es sein könnte zu einer Selbstwertthematik zum Beispiel.
00:27:07: also das heißt Dort findet das Leid dann im Innenstadt.
00:27:11: Das andere ist, dass manche Suizidankündigungen so indirekt sind, dass ich sie vielleicht nicht verstehen kann.
00:27:17: und das Andere ist, wenn man als Partner zum Beispiel als Mutter oder Vater sehr nah an den Menschen dran bin ... Meistens nicht derjenige bin, der das vielleicht erkennen kann oder auch die nötige Hilfe bieten kann.
00:27:31: Grundsätzlich wenn wir das mal umdrehen dann würde ich sagen überall dort wo ich sehe dass es jemandem irgendwie nicht gut geht oder etwas komisch ist.
00:27:40: Jemand hat sich verändert zum Beispiel zieht sich mehr zurück.
00:27:43: bitte sprecht es an damit Menschen Raum haben, darüber reden zu können über das was in ihrem Inneren los ist und wir gegebenenfalls einfach sagen können hey wir gehen mal zusammen zu einem Arzt.
00:27:54: Wir gucken mal drauf.
00:27:56: also das was du fragst es ja Es geht um Ruhe dass eine und das andere ist dass wenn es dann passiert ist ich diese Frage nach dem warum
00:28:04: habe.
00:28:06: Und diese Frage stellen sich eigentlich alle hinterblieben dann hinterher.
00:28:10: Warum, warum habe ich es nicht verhindern können?
00:28:12: Und gleichzeitig ist das ein Teil dieses seelischen Leidester hintart, dass Menschen einfach auch nicht mehr glauben, dass sie wichtig für die Welt sind oder für mich... Nur mein Partner zum Beispiel hat glaube ich nicht mehr geglaubt, dass er noch irgendwie, dass die Beziehung noch irgendwie wichtig war, obwohl ich heute sagen würde, Sie waren superwichtig und so.
00:28:31: Und ich es auch gesagt habe.
00:28:32: aber das meine ich mit Unverbundenheit als Beispiel.
00:28:35: Das heißt, ich kann am Ende des Tages nicht jeden retten.
00:28:39: Und dann ist es leider auch so, Suizid ist sehr leise.
00:28:42: Wir denken immer, das ist alles so laut.
00:28:45: Aber da spitzt sich zu und irgendwann wird es einfach zu einer zutiefst plausiblen Lösung, Katostensträter mal gesagt.
00:28:53: Ja.
00:28:53: So.
00:28:54: Und genau so ist es.
00:28:55: Und das ist nämlich auch das Warum?
00:28:57: Also warum?
00:28:58: Weil der Mensch vielleicht auch gar nichts mehr gesagt hat, weil er gar nicht mehr im Leben bleiben wollte in der Situation, in der er dann war.
00:29:08: Ich habe gerade gedacht das ist ja jetzt so ein bisschen... wenn wir über diese Wahnsignale, wenn man das Wort benutzen, dass es erst mal gar nicht so einfach ist wie man glaubt zu denken, okay es muss das passieren und das passieren.
00:29:26: Und wenn du das siehst so ist es anscheinend nicht.
00:29:30: Es scheint etwas leises.
00:29:33: vielleicht ist es so dass es auch bewusst so sein soll dass man gegenüber ist auch tatsächlich gar nicht mitbekommen soll.
00:29:43: Das würde mich ja im Umkehrschluss als Hinterbliebene ein wenig entlasten
00:29:50: Das stimmt.
00:29:51: Ich gehe noch mal den Punkt zurück, den du gerade gesagt hast ... Genau!
00:29:54: Weil wenn ich in einer Suizidankrise bin und ich habe Suizide für mich als einen Teil der Lösungsstrategie gefunden also eine Möglichkeit das Ganze zu beenden dann ergibt es ja wenig Sinn dass ich darüber spreche.
00:30:08: Und dann ist es auch so, dass die Situation es manchmal mit sich bringt Dass ich gar nicht dieses Gefühl habe darüber jetzt sprechen zu wollen weil ich ja auch nicht das Gefühl habe, dass es jemals besser werden könnte.
00:30:19: Das heißt, ich behalte das für mich um es immer noch als Lösung zu haben.
00:30:25: Ist das hinterher eine Entlastung für die Hinterbliebenen?
00:30:28: Ich würde mir das wünschen Annette.
00:30:30: und gleichzeitig ist es so unverständlich dass jemand stirbt der nicht körperlich etwas hat.
00:30:39: Ich versuche mal ein anderes Beispiel, wir gucken auf den Röntgenbild oder ich kenne mich nicht aus MRT oder was auch immer... Wir sehen Tumore oder so.
00:30:46: das können wir sehen es können wir greifen.
00:30:48: beim Suizid ist es so jemand nimmt sich das Leben aufgrund einer inneren psychischen Krise.
00:30:54: Das ist ja so leise.
00:30:56: das heißt es bleibt dieses Gefühl stehen von hätte er oder sie es nicht selber gemacht wäre er oder Sie heute noch da Und diesen Übergang, den kriegen Menschen ganz schwierig.
00:31:08: Diesen Übergangs auch was den Wert betrifft also diese Gedanke von aber es ist doch mein Kind.
00:31:15: ich habe immer alles für meinen Kind getan und mein Kind hat doch auch gewusst dass sich immer Alles für ihn tue oder für sie tue.
00:31:22: das heißt dieses Gefühl von war Ich Es nicht wert dass das kind da geblieben ist dass Mein partner da gebleiben ist und so weiter.
00:31:29: Das heißt, es stellen sich noch viel mehr Fragen beim Suizid hinterher.
00:31:33: Und ich glaube das Problem ist wirklich dieser Unterschied zwischen der körperlichen Erkrankung wo ich was sehen kann und der psychischen wo ich's einfach nicht sehen kann.
00:31:42: Aber ich hab grad gedacht...das hat ja dann aber auch ein bisschen was wenn ich jetzt von mir als Hinterbliebener ausgehen würde, aber auch ja ganz bisschen etwas egoistisches.
00:31:53: Ich weiß dass es gerade ein großes Wort ist will das mal trotzdem benennen hier.
00:31:59: Das heißt, ich bin hinterblieben... genau!
00:32:04: Mir kommen vielleicht Fragen warum hat der oder die das gemacht?
00:32:07: Du hast gerade selber gesagt bin ich es nicht wert und da geht's ja um meine eigenen Gefühle irgendwas nicht aushalten zu können und es hat ja auch ein bisschen was mit Akzeptanz und Kontrolle zu tun.
00:32:19: Da macht jemand etwas, was mich hätte in meinen Augen nicht hätte sein müssen Da kein Einfluss darauf gehabt.
00:32:30: Und das ist ja der schlimmste Gefühl, ne?
00:32:31: Als Soizid hinterblieben nahe diese Ohnmacht und Hilflosigkeit.
00:32:35: ich habe keinen Einfluß gehabt.
00:32:37: egal was ich getan habe es hat nichts gebracht.
00:32:40: Ich konnte die Personen nicht festhalten.
00:32:42: Ich musste gerade schmunzeln als du das mit dem egoistisch sagtest.
00:32:46: ich frage mal ganz provokativ zurück ist trauerlich immer ein bisschen egoistische?
00:32:51: weil die Frage ist ja letztendlich Wir trauern ja nicht nur um die verstorbene Person, wir traueren auch im Leben das wir hätten gemeinsam haben können.
00:33:01: Um die Rolle, um Wünsche und Träume, um Hoffnung usw.
00:33:05: Und letztendlich ist es so, dass wir hier in diesem Leben bleiben.
00:33:09: Ich hoffe sehr für die Menschen, die versterben, dass es ihnen gut geht dort wo sie sind!
00:33:14: Das heißt natürlich, glaube ich, hat es auch etwas egoistisches und gleichzeitig etwas was absolut in die solche Fassungslosigkeit führt.
00:33:24: In der Überforderung?
00:33:25: In die komplette überfreunde komplette Ohnmacht und in so viele Fragen... Weißt du, was mir mal jemand damals gesagt hat?
00:33:33: Mir hat jemand gesagt, du bist zum Kollateralschaden geworden!
00:33:36: Und das fand ich einen total spannenden Begriff.
00:33:39: eigentlich dafür weil ich hatte es nicht im Zugriff dass jemand sich das Leben nimmt Und andersrum, wenn wir von Egoismus sprechen, habe ich aber nicht darum gebeten.
00:33:47: Dass mein Leben jetzt beeinflusst ist dadurch dass jemand anderes sich das Leben genommen hat.
00:33:52: Das heißt wir haben hier einen Kollateralschaden quasi und eine Trauer die sich sehr um dieses Dreht.
00:33:59: wie von Wie kann ich das jetzt integrieren in meinen Leben?
00:34:02: In
00:34:02: meinem Leben!
00:34:03: Und ich denke gerade auch was du gesagt hast Ich hab nicht drum gebetet, dass ich mein Leben verändert.
00:34:08: Ich fühle mich vielleicht wohl in meinem Leben gefunden und jetzt entscheidet jemand aus meinem nahen Umfeld sich das Leben zu nehmen.
00:34:17: Und automatisch ist mein Leben auf dreihundertsechzig Grad auf den Kopf gedreht, und das ist der Teil was du eben gesagt hast mit es war keine Erkrankung Es hätte nicht passieren müssen!
00:34:32: Das ist genau ja und somit bin ich mit betroffen ohne dass es hätte vielleicht unausweichlich gewesen wäre in meiner Wahrnehmung
00:34:42: Genau, in meiner Wahrnehmung.
00:34:44: In der
00:34:44: anderen ist es anders?
00:34:46: Es war wahrscheinlich doch eine Erkrankung, die dahinter steckte aber
00:34:49: keine körperliche... Ich meine so ne körperliche, genau.
00:34:52: Je nachdem wie wir psychisch so betrachten.
00:34:54: Kann
00:34:55: sehr körperlich sein!
00:34:56: Aber keine.
00:34:56: wo wir jetzt sagen ja das hat war klar dass das unhausweichlich zum Tod führt und damit stieg ich jetzt da mit diesen Gedanken von vermeintlich Ist jemand gestorben und hätte gar nicht sterben müssen?
00:35:10: Was natürlich nicht der Realität entspricht, wenn wir auf die psychische Erkrankung gucken.
00:35:14: Und gleichzeitig aber so ist im Gefühl... ...und mein ganzes Leben ist auf rechts gedreht und ich muss jetzt irgendwie versuchen... Und natürlich aber auch die Frage, wenn ich da einmal überschwenken darf.
00:35:28: Auch die Frage von bin ich Schuld daran?
00:35:31: Also hätte ich etwas anders tun können.
00:35:34: habe ich irgendeinen Auslöser geboten der dazu geführt hat dass die Person sich das Leben genommen hat?
00:35:41: Und wenn ich dafür dich gerne mal was dazu sagen, weil mir Menschen immer wieder sagen Nati es hat daran gelegen an dieser einen Geschichte und deswegen habe ich vorhin zu dir gesagt Suizid ist das Ergebnis nicht das Ergebnis seiner Beziehung sind einer Biografie.
00:35:53: Das heißt es muss ein multifaktoriales Geschehen zusammenkommen damit sich jemand das Leben nimmt war sonst würden sich ja fast alle irgendwann das Leben in der Lebenskrise nehmen.
00:36:03: so Und hier ist natürlich einfach die Frage, wie finde ich in stückweit irgendwo eine Antwort in der Gesamtbiografie und wie lerne ich dann damit weiterzuleben?
00:36:16: Und wie nehme ich das weg von einem einzigen Auslöser.
00:36:20: Weil im Grunde genommen ist es bei Suizidalität so, da kommen viele Faktoren zusammen und das baut sich auf.
00:36:27: Ich darf dir mal ein Beispiel nennen, mir hat einen Mann gesagt in einem Interview der hatte zwei Suizidversuche gemacht und er hat gesagt weiß du magst dich so lächerlich anhören hat hier aber der letzte Suizide versuchte.
00:36:37: den habe ich gemacht weil ich hatte die Ordner alle so schön beschriftet um.
00:36:41: meine Frau hat die Reihenfolge geändert Und ich nehme das mal als Beispiel, weil wir jetzt denken könnten.
00:36:46: Das ist ja völlig banal aber im Grunde genommen ist dann der Auslöser nur der allerletzte Tropfen gewesen Als sich mit ihm über seine Biografie gesprochen habe.
00:36:55: da war darunter Trauerfälle Depressionen Selbstwertthematiken Glaubenssätze übers Leben nicht immer verbunden sein Mit dem leben auch mit den eigenen Werten sich einsam fühlen.
00:37:08: also Wir sehen schon da war ganz ganz viel hinter und der auslösert zum Schluss Der war total minimal.
00:37:16: Ja, das ist nochmal gut, dass du das so beschreibst und dadurch noch mal deutlich wirrt und es nicht dieser eine Moment ist wo man sich denkt Das kann doch nicht durch diese kleine Situation sein, dass jemand ja nochmal sehr gut deutlich geworden dadurch.
00:37:34: Ich würde gerne noch ganz kurz ich hänge noch ein bisschen bei den Hinterbliebenen im Sinne von Wie kann das eigene Leben weitergehen?
00:37:44: Und ich hatte einen Vater mal hier, dessen Tochter sich suicidiert hat.
00:37:48: Auch mit einer lang depressiven Erkrankung und der hat für mich sowas beeindruckendes gesagt.
00:37:57: Der sagte es steht mir als Vater meiner Tochter überhaupt nicht zu das zu bewerten mir Großgedanken noch oder darüber zu machen, oder in eigen Selbstmitleid zu zerfließen.
00:38:16: Ich habe meine Tochter jahrelang sich Quellen sehen die hat gelitten sie hatte auf und die hatten abs hatte ab's und ich hab jetzt sehr verstanden mit diesem Schritt den die gegangen ist dass das für sie eine Erlösung ist Und ich aus meiner Rolle als Vater möchte das nur als als sowas akzeptieren wie sie sich entschieden hat.
00:38:39: Und er hat sogar noch was gesagt, ich ziehe sogar ein ganz bisschen den Hut davor, dass die auch eine Form von Mut an der Stelle und selbst bestimmt soweit man in der Situation wo man dann ist, selbstbestimmt ist.
00:38:57: Das hat mich total berührt!
00:39:01: Das berührt mich auch sehr.
00:39:02: an der Resilienz, würden wir sagen dass der Mann eine sehr hohe Akzeptanz hat.
00:39:08: Und da steckt ja ganz viel drin an der Tende, was du gesagt hast also das Eine und das hast Du so schön deutlich gemacht ist Niemand nimmt sich das Leben weil er gerade irgendwie denkt ich mach das mal So sondern weil dann ein ganz, ganz großes Leid hinter ist.
00:39:23: Wenn es dort so eine Leidensgeschichte gegeben hat die sich aufgebaut hat wie bei seiner Tochter dann hatte er einen großen Vorteil zu vielen anderen nämlich dass er das gesehen hat das leid und damit auch ne Erklärung hatte.
00:39:36: Es hört sich jetzt komisch an zu sagen ein Vorteil aber ich merke dann jahre sowie wenn jemand körperlich seine Kräfte verliert.
00:39:43: bei einer körperlichen erkrankten merke ich okay jemand möchte nicht mehr oder für jemand vielleicht eine Erlösung oder wie auch immer.
00:39:52: Bei vielen Suiziden ist das ja so, dass die zum Teil wirklich aus dem Off kommen ohne Ankündigungen manchmal sogar ohne eine bewusst zu sehende Phase der Erkrankung, die immer weiter runtergegangen ist.
00:40:07: Zum anderen glaube ich und meinen höchsten Respekt für den Mann, ich glaube insgesamt ist es für Eltern sehr schwierig wenn das eigene Kind sich das Leben nimmt.
00:40:17: Weil wir haben ja so eine Rolle von Beschützen wollen aufpassen wollen auf das Kind Und das merke ich bei Eltern sehr häufig dass die mir sowas sagen wie ich hätte doch aber aufpassen müssen Ich hätte mein Kind beschützen müssen und ich verstehe den Gedanken total und gleichzeitig hoffe ich dass dieser Podcast dazu beitragen kann bis Menschen sehen Sie können es nicht.
00:40:38: Also, nicht weil sie unfähig sind sondern weil diese psychische Geschichte dahinter einfach ein zu großer Gegner ist in dem Moment.
00:40:49: Ich finde schön wenn es jemand schafft das irgendwann zu integrieren und für sich eine Erklärung zu finden Und ich glaube auch dass das der Weg ist für Suizid.
00:40:56: hinterbliebene.
00:40:57: Wir müssen Stück für Stück eine innere Antwort auf die Frage nachdem warum finden Weil nur dann können wir irgendwann Frieden machen und damit weitergehen.
00:41:07: So lange ich weiter damit hadere und es nicht schaffe, zumindest zu einem Teil es zu akzeptieren wird das sehr leidvoll werden.
00:41:15: Und das wünsche ich niemandem.
00:41:19: Dieser Vater ist bestimmt ein Stück weit eine Ausnahme, dass sehr schnell so den Blick darauf haben zu können.
00:41:30: Gibt's denn von deiner Seite ein Stückweit Empfehlung?
00:41:35: für Hinterbliebene vielleicht kurzfristig, aber auch längerfristig.
00:41:44: Vielleicht auch Anlaufstellen oder irgendwas wo du sagst das ist was was auf jeden Fall eine gute Stabilität bieten kann.
00:41:53: Ich empfehle Hinterbliebenen immer erstens, holt euch Informationen ein.
00:41:58: Einfach um ein bisschen zu verstehen.
00:42:00: Wir sagen immer Verstehenschaft verständnis.
00:42:03: Also um ein bissel zu verstehen was war da im Hintergrund?
00:42:06: und holt eure Hilfe ob die nun... In Selbstziffergruppen zum Beispiel ist, wo ich auf andere betroffene Treffe in geführten Trauergruppen ist.
00:42:16: Wo bestimmte Themen beantwortet werden oder aber auch bei Trauerbegleitern oder Psychologen oder wie auch immer einfach mal dieses Thema zu besprechen gerade wenn ich es vielleicht auch im Freundeskreis nicht besprechen kann weil das ja auch nicht immer unbedingt ein offenes Umfeld da, das mit mir darüber sprechen möchte.
00:42:35: Dann ist es noch mal wichtig, nochmal mit jemandem unabhängigen zu sprechen und zu gucken, wen brauche ich um mir meine Fragen zu beantworten?
00:42:42: Also es kann ja so weit gehen bis in die Todesakte reinzugucken wenn da einfach viele offene Fragen sind.
00:42:50: Mit den behandelnden Ärzten zum Beispiel mal zu sprechen.
00:42:54: All das kann mir helfen!
00:42:56: Ich nenne das immer mein Puzzle zu füllen.
00:42:59: Ja, weil nach dem Suizid stehe ich da und es sind ganz, ganz viele Puzzleteile dabei.
00:43:02: Ich kriege die vielleicht nicht zusammengebaut.
00:43:05: Der Vater hat das geschafft, sie zusammenzubauen und sich eine Erklärung ... Also er hat eine Erklarung... Die meisten haben das nicht!
00:43:12: Und deswegen sage ich immer holt euch die einzelnen Puzzle-Teile zusammen und versucht dieses Puzzlen stückweit zusammenzusetzen und versucht mit Menschen zu sprechen, die's auch erlebt haben Und, die es überlebt haben.
00:43:26: Weil in einer akuten Krise nach einem Suizid denke ich ja manchmal zu was im meinem Fall so.
00:43:31: das werde ich nie überleben und ich bin die einzige, die das jemals erlebt hat.
00:43:35: Ich nenne das immer als Alienphänomen.
00:43:37: Ja?
00:43:38: Das Phänomen alleine zu sein.
00:43:40: Deswegen sucht euch Verbindung, sucht Euch Verbundenheit.
00:43:43: Sucht euch Menschen, die euch Fragen beantworten können.
00:43:47: Guckt den Buch rein.
00:43:49: Alles das, was möglich ist natürlich Schritt für Schritt also im Schock ist das meistens nicht möglich, aber Schritt für Schritt zu gucken.
00:43:57: Wie kann ich das Puzzle zusammensetzen?
00:44:00: Das klingt ja erstmal sehr logisch, also sich Menschen zu suchen die vielleicht ähnliches erlebt haben wo man auf Verständnis trifft wenn man sich vielleicht auch an Fachpersonen wendet... Aber weißt du was ich hier mit unseren Familien durchaus erlebe?
00:44:16: es gibt einen Punkt der eine riesengroße Rolle spielt und dass ist Charme!
00:44:23: Und das war mir zu Anfang nie so klar.
00:44:28: Da sind wir wieder bei dem Unterschied andere Todesformen und Suizid, der Schritt bei anderen Todes Formen gelingt Menschen nochmal eher weil es vielleicht einfach was ist was gesellschaftlich eben akzeptierter ist.
00:44:44: aber da nicht
00:44:46: Da sprichst du was ganz Wichtiges an, weil wenn wir über Schuld sprechen müssen.
00:44:49: Wir in einer Kombination noch über Scham sprechen also Suizid und Suizide hinterblieben zu sein beschämt viele Menschen oder eben auch der Suizit an sich.
00:45:00: die Tatsache dass ich nicht helfen konnte das sie nicht retten konnte Dass mein Kind mein Partner sich das Leben genommen hat also gibt sehr viele Punkte hinter.
00:45:08: Und Scham hat ja so ein Gefühl Oder hat ja das Problem, es lässt uns aus der Augenhöhe fallen.
00:45:13: Wir gucken nur noch auf den Boden und wir sehen nur noch was in unserer beschämten Welt irgendwo da ist.
00:45:20: Und gerade Scham braucht ein Gegenüber und deswegen kann ich eigentlich nichts anderes tun als dazu einzuladen zu sagen Es gibt Menschen die mit ihnen über das Thema Scham sprechen Die ihnen helfen.
00:45:32: manchmal ist es dann besser wenn's jemand externes ist und gar nicht einfach Menschen aus dem eigenen Familienkreis.
00:45:39: Dafür gibt es Trauerbegleiter, gibt es Therapeuten, gibt's ganz viele Menschen oder auch zum Beispiel Seesorge an Kirchen.
00:45:45: Da gibt es viele gute Menschen die das machen, dass ich mich traue, das mal zu benennen, dass sich mal dahin gucke wie mein Gegenüber darauf reagiert weil Scham sagt ja so etwas wir Menschen werden mir sagen Ich bin schuld Und es braucht aber ein Gegenüber, was mir zeigt.
00:46:03: Ich rede mit dir darüber und du bist nicht
00:46:05: schuld.".
00:46:06: Ja?
00:46:07: Weil... Es braucht eine Weitung des Blickwinkels wieder!
00:46:10: Und ich gebe dir ganz rechternette dieser erste Schritt wenn ich in der Scham bin.
00:46:14: Dieser erste Schritt raus, der ist schwierig.
00:46:17: Deswegen sage auch einen Appellierer immer an alle Bestatterinnen und Bestattern redet offen darüber dass das ein Solizid ist ermutigt Menschen, zu sagen auch bei der Trauerfeier dass ein Suizid ist.
00:46:30: Ich bilde viele Bestatterinnen aus damit die einfach wissen was ist dahinter runter hinter?
00:46:35: Damit sie auch ganz selbstverständlich bei der trauer feier damit umgehen können.
00:46:38: das heißt die gesamten Erstkontakte die da sind von Seelsorgern Kriseninterventionsteam, BestatterInnen und so weiter all die können mir schon helfen aus der Scham rauszukommen.
00:46:52: Mir fällt dazu gerade noch einen Wenn eine Person der Hinterbliebenen den Teil vielleicht für sich ein Stück weit früher sehen kann und sich auf den Weg macht, Unterstützung zu nehmen.
00:47:05: Das System Familie ist ja komplex.
00:47:08: Und nur weil einer im System das für sich so sieht müssen alle anderen das ja noch lange nicht.
00:47:15: Das erlebe ich beim Thema Suizid insystem deutlich angespannter und sperriger als bei allen anderen.
00:47:26: Was ist deine Erfahrung?
00:47:28: Auch gerade im Umgang damit mit dieser Unterschiedlichkeit, das anzunehmen und wahrzunehmend was da gewesen ist.
00:47:37: Das ist ein gutes Thema aus der Ansprache.
00:47:39: Stellt ihr mal vor einem Familienverbund sagt ich kann es total gut nachvollziehen dass das so passiert ist und jemand anders kann das nicht.
00:47:46: Also in jemandem anderen sperrt sich alles, dafür eine Erklärung anzunehmen.
00:47:50: Dann habe ich schon die ersten Konflikte in der Familie.
00:47:53: Was andere von wie entspannt oder wie ruhig reden wir darüber auch bei der Trauerfeier?
00:47:59: Dass das passiert ist und so weiter.
00:48:01: Das heißt jeder in jeder Form von Trauer findet jeder seinen eigenen Weg.
00:48:05: Den Fehler den wir manchmal machen ist dass wir denken Wir müssen als Familienverbund denselben Weg finden.
00:48:12: Also ich wünsche jeder Familie, dass sie es schafft auf demselben Weg zu bleiben.
00:48:17: Aber das heißt nicht, dass Sie die selben Mittel und Wege wählen müssen.
00:48:21: Und deswegen würde ich sagen wenn's Unterschiedlichkeiten gibt in der Partnerschaft damit umzugehen von den Kindern damit umzugehen dann gilt ist das zum einen zu respektieren Und die Person, die sprechen möchte, die sucht sich jemanden im Außen der oder die mit ihr sprechen kann und jemand, der sagt ich möchte das nicht.
00:48:39: Ich möchte erst mal so weiterleben.
00:48:41: Ich kann da erstmal nicht ran.
00:48:42: Das gilt es zu respektieren.
00:48:44: also ich kann sagen guck mal da könntest du hingehen ja aber prinzipiell muss das erstmal respektiert weil das leid entsteht dadurch dass wir darum kämpfen dass sie dieselben mitteln und weh gewählen wollen um diesen Trauerweg zu gehen.
00:49:00: Der Weg, den wünsche ich mir dass sie denen zusammengehen aber die Mittel und Wege die Sie dafür finden können und dürfen unterschiedlich sein.
00:49:11: Denk grad nochmal, aber vielleicht magst du das aus deinen Gruppen die du in Hamburg hast.
00:49:16: Vielleicht noch mal ein bisschen exemplarisch beschreiben.
00:49:19: also wenn Wunsch dahinter steht dass ja vielleicht eine gemeinsame Richtung zu gehen einen gemeinsamen Blick zu entwickeln und ein gemeinsames Verständnis wäre es denn dann so dass es eher ratsam ist Ein Systemfamilie, sich gemeinsam auch auf dem Weg macht?
00:49:37: oder sagst du tatsächlich auch eher naja die Wahrnehmungen bezogen auf dessen und was das auslöst.
00:49:42: Die sind immer unterschiedlich.
00:49:45: Es ist eher gut dass jeder sein eigenen seine eigene Gruppe seinen eigenen Weg sein weiß ich nicht sucht.
00:49:52: Wie ist deine Erfahrung?
00:49:53: Da beschreib mal, wie du das auch in deinen Gruppen
00:49:55: erlebst.".
00:49:56: Also ich mach das unterschiedlich Annette.
00:49:58: Wenn eine Familie sagt hey wir würden gerne erst einmal gemeinsam mit dir reden.
00:50:01: Dann mache ich das!
00:50:03: Ich mach mal ein zwei Gespräche und guck mir mal an wie unterschiedlich gehen Menschen damit um.
00:50:07: kann da offen gesprochen werden.
00:50:09: Auch über Unterschiedlichkeiten die da sind in der Wahrnehmung oder aber merke ich jemand sagt etwas nicht mehr.
00:50:17: dann sage ich auch manchmal Mensch wollen sie vielleicht mal einen Moment Platz nehmen und ich spreche nochmal mit ihrer Frau, ihrem Mann kurz alleine.
00:50:24: Also um da einfach noch mal Raum aufzumachen.
00:50:26: Das heißt sie starten gemeinsam und dann gucken wir was für jeden einzelnen das Richtige ist.
00:50:32: in meinen Gruppen nehme ich keine also nicht mehr als ein Familienmitglied auf.
00:50:38: Das heisst ich habe manchmal über die Jahre zwar die Familie Im Jahresturnus dann dort.
00:50:44: Aber ich nehme nur eine Person auf, weil das Problem war Schuld und Scham zum Beispiel.
00:50:48: Das ist dass Menschen sich vielleicht nicht zu trauen zu sagen doch ich habe das gesehen Dass das hätte passieren können ja Ich hab gesehen dass wir Vielleicht uns nicht getraut haben was anzusprechen und so weiter Und es nützt der Personen nichts wenn ich ihr keinen Rahmen biete indem sie alles ansprechen darf.
00:51:07: Das heißt, ich möchte einen Rahmen haben in dem alles angesprochen werden darf und deswegen trenne ich das.
00:51:12: Ja.
00:51:13: Das ist bei mir so.
00:51:14: Es gibt zum Beispiel auch Vereine die bieten Trauergruppen an wo beide Elternteile in die Trauer Gruppe gehen können.
00:51:21: ja.
00:51:22: Das heißt es gibt unterschiedlichste Modelle Und ich kann beides total gut nachvollziehen.
00:51:27: Für mich ist der offene Raum wichtig, für mich ist es wichtig auch dass die Person mal wütend werden darf ohne dass der Partner mich vielleicht anguckt und denkt oh Gott was ist denn jetzt los?
00:51:39: Ja aber das kann ich total nachvollzieh'n macht für mich auch Sinn.
00:51:44: also erstmal mich auf das konzentriere was bei mir passiert als dass sich immer noch gucken muss wie gucken mich meine Familienangehörigen an wenn nicht das äußer?
00:51:53: und gleichzeitig frage ich mich Aber es wäre ja vielleicht doch zum Ziel hinterher, den Raum aufzumachen.
00:52:03: Dass es sich zusammenfügen kann also das was ich für mich alleine sortiert habe die Erkenntnis die ich bekommen habe die mich auch selber ein bisschen überrollen weil's mir gar nicht so klar war trotzdem den Raum mit den anderen Familienmitgliedern wieder zu schließen oder?
00:52:21: Doch das finde ich ganz, ganz wichtig.
00:52:23: Also ich sage ja auch immer am Ende jeder Gruppensitzung und schaut mal was ihr davon teilen mögt in einer Familie.
00:52:29: Auch Dinge die wir ihnen mitgeben oder Texte oder Übungen oder so.
00:52:33: Vielleicht wollt ihr das auch in der Familie besprechen?
00:52:36: Ich habe eine Familie in der Begleitung gehabt.
00:52:37: Die waren erst sehr getrennt und haben es alles unterschiedlich gesehen.
00:52:40: Und irgendwann haben sie mir ein Foto geschickt dass sie einen Trauertext gemeinsam am Grab verlesen haben.
00:52:45: Es hat mich so berührt.
00:52:48: Das heißt was ganz viele aber auch machen ist Während des Trauergruppenprozesses, sich dann währenddessen alleine mit dem Partner den Kindern oder so wie auch immer hinzusetzen?
00:52:58: Oder zu sagen würden gerne nochmal.
00:53:01: mit dir gemeinsam als Paar noch mal sprechen, zum Beispiel.
00:53:04: Oder als Familie noch einmal sprechen also so wie wir vielleicht auch gestartet sind und nochmal gucken wo stehen wir denn jetzt eigentlich alle?
00:53:12: Damit wir uns nicht auf dem Weg verlieren.
00:53:14: gibt es irgendein Thema was wir ausgeschlossen haben zb?
00:53:18: Was heißt das eigentlich für unsere Partnerschaft dass vielleicht unser Kind gestorben ist?
00:53:22: Also es geht ja gar nicht unbedingt immer nur um den Verlust an sich sondern um Wie gestalten wir jetzt den Weg gemeinsam weiter?
00:53:29: Wie leben
00:53:30: wir weiter?
00:53:32: Ja, gut.
00:53:32: Und das ist der Teil spätestens.
00:53:34: dann macht es Sinn da gemeinsam nochmal im Blick drauf zu werfen als dass jeder sein eigenes Weiterleben bearbeitet und sich überlegt und genau.
00:53:45: Es geht vielleicht ganz kurz dazu wie ist deine Erfahrung?
00:53:52: zerbrechen Familien in Beziehung durchaus an einem Suizid im Rahmen der nahen Angehörigen mehr als im Vergleich zu anderen Todesituationen.
00:54:09: Hast du da ein Gefühl für oder gibt es da sogar eine klare Antwort drauf?
00:54:12: Ich
00:54:13: kann dir dazu gar keine klare antwort geben.
00:54:15: Also ich weiß nicht, ob das statistisch gesehen irgendwie jemals erhoben wurde weil die Suizidzahlen sind ja sowieso sehr schwierig.
00:54:24: also wir müssen immer sehen dass wir keine klaren Suizids Zahlen haben.
00:54:29: was zum Beispiel sind Drogentote und so weiter.
00:54:32: Also zerbrechen mehr daran, ich glaube es zerbrechend viele Partnerschaften zum Beispiel am Tod eines Kindes.
00:54:38: Und wenn ich mir jetzt überlege dass der Umgang mit dem Tod eines kindes sowieso schon schwierig ist und sich das Kind dann auch noch das Leben genommen hat Dann könnte ich mir vorstellen dass das leider Gottes nochmal verstärkt.
00:54:51: Ich glaube aber auch, dass wenn Menschen sich Hilfe suchen und es schaffen, miteinander ins Gespräch zu kommen.
00:54:57: Weil das ist ja auch das Problem Suizid hinterblieben nach.
00:55:00: Du hast das Thema Scham angesprochen, Menschen werden sprachlos.
00:55:04: Es verschlägt ihnen die Sprache.
00:55:05: Sie haben das Gefühl sie können nicht drüber sprechen Und wenn sie eine Sprache finden dann haben sie auch eine Chance ihre Beziehung zu retten und die Familie zu retnen Anders als es vorher war, aber und das mag sich jetzt komisch anhören.
00:55:19: Aber es gibt trotzdem auch ein Weg wieder glücklich zu werden anders glücklich, aber wieder glücklich zu werden Und dafür müssen wir sprechen.
00:55:27: deswegen ich kann dir keine konkreten zahlen nennen, aber Dadurch dass suizid ein schwieriges thema ist Könnte Ich mir vorstellen ist dann der tendenz so gibt
00:55:36: ja ich bin da sehr bei dir Als du gerade gesagt hast anders weiter und das ist der teil den ich aber auch erlebe, egal welcher Todes-Situation es geht.
00:55:48: Ich erlebe so oft besonders bei Erwachsenen das der Wunsch ist wieder dahin zu kommen wo man mal war und die strampeln sich und bemühen sich und dieses Festhalten was war in die eigene Komfortzone zurückzukommen wo ich doch vor dieser Situation des Todes gewesen bin Und ich versuch das frühzeitig anzusprechen, nämlich zu sagen ein ... wie früher wird's nicht mehr geben.
00:56:20: Aber es wird was anderes geben und wir können gemeinsam gucken, wie dass anders aussehen und werden kann.
00:56:27: Ich glaube da unterscheiden sich tatsächlich dann die Todessituationen nicht.
00:56:31: Weil anders ist es immer wenn eine Person verstorben ist.
00:56:35: Du hast total recht!
00:56:37: Und ich glaube je früher in die Akzeptanz komme, dass es nicht mehr so werden kann wie es davor war.
00:56:47: desto mehr habe ich die Möglichkeit, den Trauerweg zu gestalten.
00:56:49: Und das mag sich jetzt für viele ganz komisch anhören aber wenn wir rückwirkend auf die Trauerwege vieler Menschen gucken dann merken wir wieviel die doch selbst getan haben.
00:56:59: zur Gestaltung des Trauerwegs so und dafür muss ich aber akzeptieren dass der Zustand der davor da war nicht wieder herstellbar ist so und dann kann ich anfangen zu gestalten Puzzlestück für Puzzestück so und Ich glaube Dann wird es leichter im schweren Ja, weil ich das andere akzeptiere.
00:57:20: Ich weiß zwar noch nicht wo es hingeht aber ich weiß zurück komme ich nicht mehr so.
00:57:25: Ich glaube auch dass ganz viel Leiter durch entsteht zu versuchen den alten Zustand wieder herzustellen und die Person ist ja leider gar nicht mehr da.
00:57:33: Naja und ich verstehe das schon.
00:57:34: Das löst ja Angst aus.
00:57:36: natürlich
00:57:36: also was zu merken?
00:57:39: Es wird nie wieder so sein wie's mal war Aber auch keine Idee, aktuell zu haben.
00:57:44: Wie ist es denn dann anders?
00:57:46: Das macht Angst!
00:57:48: Trauer ist ja wie so ein Land von dem wir keine Ahnung haben, wie die Regeln funktionieren und was da drin irgendwo da ist.
00:57:56: Es geht ja wirklich darum das eigene Leben wieder komplett aufzubauen und da werden ganz viele Dinge noch viel mehr als der reine Aufbau vielleicht von will ich dort... wohnen bleiben oder will ich woanders hinziehen.
00:58:09: Oder so wird es ja auch darum gehen die eigenen Werte zu hinterfragen, welchen Wert will ich leben?
00:58:14: Was gibt meinem Leben jetzt einen Sinn?
00:58:17: zum Beispiel also in der ganz ganz viele große Fragen drin die sich ja gar nicht mit einem mal beantworten, sondern die Stück für Stück auf dem Weg ganz langsam und liebevoll zusammenfinden werden.
00:58:29: Und das ist ja der Schwierige wenn ich akut von Trauer betroffen bin egal von welcher Todesart dass ich das nicht sehen kann, dass es dort irgendwann ein Weg geben wird.
00:58:38: Ja.
00:58:38: Und gleichzeitig... Wenn ich darf möchte ich das einfach immer wieder sagen doch es gibt einen Weg!
00:58:45: Absolut, das sehe ich genauso.
00:58:47: Und es hat was mit Mut zu tun?
00:58:49: Das hat ganz viel Kraft zu tun und man braucht Energie.
00:58:53: Ich erlebte es oft in meinen Begleitungen so.
00:58:55: Es sind auch mal drei Schritte nach vorne und eine Woche später sind wieder fünf zurück.
00:59:01: Auch das gehört dazu.
00:59:02: Ich beschreibe das gerne wie eine Achterbahnfahrt.
00:59:05: die ist rasant schnell und gleichzeitig sehr hoch und tief.
00:59:12: dass das dazugehört und... Das ist der Teil, den ich oft erlebe.
00:59:19: Dass das zu akzeptieren schon schwer ist, weil es ein Ausnahmezustand ist.
00:59:27: Mental?
00:59:29: Es ist körperlich ein Ausnahmezustand.
00:59:31: Trauer kann unfassbar wehtun, körperliche Wehtun.
00:59:35: Das zieht Energie!
00:59:37: Und da geht's ja schon los.
00:59:39: Da ist man eigentlich schon mitten drin wo viele noch sagen wann Ich muss erst mal endlich los und eigentlich sind sie mitten drin, weil das gehört dazu.
00:59:49: Ja, das ist da so.
00:59:50: was Schönes angesprochen... ich spreche auch mal von Achterbahnfahrten ne?
00:59:53: Manchmal ist es ganz schnell und dann gibt's auch wieder das ganze Langsame.
00:59:56: Mal geht es hoch, mal geht es runter.
00:59:59: Das hat so Es folgt irgendwie keinen wirklichen Regeln Und gleichzeitig baut sich alles dahinter irgendwie zusammen.
01:00:06: Und du hast doch gesagt dass es unheimlich schmerzvoll.
01:00:11: Manchmal hat es auch schöne Momente So, und zu denen lade ich immer wieder ein auch in unseren Gruppen.
01:00:16: Sich auch freudig zu erinnern an die Person.
01:00:20: Also sie ist ja mehr als im Fall des Suizides als der Suizid.
01:00:24: Was war alles davor?
01:00:26: Was gab es auch an lustigen Geschichten?
01:00:28: Auch die Einladung auszusprechen über die Person weiterhin zu sprechen Und das nicht irgendwie wegzupacken.
01:00:34: Es ist mit ganz viel Schmerz verbunden.
01:00:35: und weißt du wir sagen immer Das ist eine der höchsten Stressreaktionen Die wir haben können.
01:00:40: Das heißt Wir stehen unter Dauernspannung.
01:00:46: Ja, wir haben jetzt ganz viel angesprochen.
01:00:51: Merkst du gerade von deiner Seite was es zu dem Thema in dem Rahmen den wir hier heute in unserem kleinen Podcast haben noch wichtig anzusprechen?
01:01:00: Was ich gerade gar nicht im Blick habe!
01:01:03: Also das, was ich gerne wenn ich darf noch sagen möchte ist für Menschen die sich in solzitalen Krisen befinden bitte holt euch Hilfe.
01:01:12: Ich weiß dass dieses Gefühl gibt von es wird nie wieder besser werden und gleichzeitig wissen wir ja, dass auch jede dieser Krisen ein Ende finden kann und es wieder besser werden kann.
01:01:23: Das heißt bitte wendet euch an Ärzte, an Krankenhäuser
01:01:27: usw.,
01:01:27: auch wenn ihr es euch nicht vorstellen könnt wissen wir ja dass es eine Chance gibt und das ihr wichtig seid und das Ihr leben sollt.
01:01:35: Und für die Suizid hinterbliebenen.
01:01:37: Es wird ein Weg geben Der zeigt sich vielleicht noch nicht und es gilt auch den Schmerz anzunehmen, es gilt die Charme anzunemen, die Schulden usw.
01:01:46: Und gleichzeitig in kleinen Stücken wieder sich zu erlauben, zu lachen und ein bisschen Leichtigkeit ins Leben zu
01:01:53: lassen.".
01:01:54: Ja und ich habe gerade gedacht gesellschaftlich, vielleicht gibt's da von deiner Seite auch um mir es nochmal sehr deutlich geworden sprechen?
01:02:04: dass das erlaubt ist, auch über Suizid zu sprechen.
01:02:07: Dass es nicht hinterm kleinen Kämmerlein passieren muss.
01:02:13: Gibt's da von deiner Seite noch was wo du sagst?
01:02:15: Das ist dir wichtig nochmal zu sagen.
01:02:18: Ja bitte sprecht mit den Menschen!
01:02:20: Ich höre in den Gruppen immer noch, dass Menschen sagen andere meiden sie, andere wechseln die Straßenseite und mir ist durchaus bewusst, dass es schwierig zu sein scheint Menschen anzusprechen Aber in dem Zug ist es vielleicht wichtig.
01:02:35: Ich kann den Suizid, also nur weil ich jemanden anspreche wird der sich deswegen nicht das Leben nehmen?
01:02:40: Das ist die eine Seite und die andere ist die suizid.
01:02:43: hinterbliebenen brauchen Verbundenheit Die sollen im leben bleiben.
01:02:47: Es kann jedem von uns passieren jemandem durch Suizide zu verlieren.
01:02:51: Das heißt kein Wechsel der Straßenseite sondern Worte ich nenne dass immer die von Herzen kommen Und sie können sein... Es tut mir so leid und ich bin so sprachlos
01:03:01: Aber meine Fantasie ist zu diesem, das höre ich auch sehr häufig, Menschen wechseln die Straßenseite.
01:03:07: Ich werde nicht mehr angerufen und nicht mehr angesprochen.
01:03:10: Meine Theorie ist ja dass das Eigennutz ist weil ich selber Angst habe das was mein Gegenüber wenn ich die anspreche darauf mir zeigen oder sagen wird dass sich das selber nicht aushalten kann?
01:03:23: Absolut!
01:03:24: Also
01:03:25: spreche ich erst gar nicht an.
01:03:27: Das ist das eine, dass ich es nicht aushalten kann.
01:03:29: Das andere, ich will das nicht in mein Leben lassen, dass mir das eventuell auch passieren könnte.
01:03:34: so und das dritte Ich weiß einfach gar nicht was ich sagen soll.
01:03:38: Und zu allem dreien kann ich nur sagen Es gibt ja Beratungsstellen.
01:03:41: Wir machen das auch, wenn man eine halbe Stunde mit Menschen darüber sprechen.
01:03:45: Was könnt ihr sagen?
01:03:46: Was sollt ihr sagen ?
01:03:47: Was könnt Ihr anbieten?
01:03:48: Das heißt holt euch doch ne Sicherheit!
01:03:51: Holt euch ne Sicherheit mit jemandem der euch...der erfahren ist, der mit euch hinguckt ... und Befürchtungen dahinter.
01:04:00: Und was den Selbstschutz betrifft, lassen wir uns berühren – gleichzeitig ist es nicht unser Leid!
01:04:08: Ich weiß das hört sich sehr theoretisch an aber tatsächlich wenn ich mit Menschen spreche, ist es wichtig dass ich mir klar mache, ist nicht meine Geschichte auch wenn es mich... Es könnte mich irgendwann betreffen, jetzt in diesem Moment betriffte es mich nicht sondern es geht um die andere Person.
01:04:24: Also kann ich schon mal einen anderen Blickwinkel dort letztendlich hinschicken.
01:04:29: Und was möchte ich denn, wenn ich betroffen wäre?
01:04:32: Ich möchte auch nicht dass Menschen die Straßenseite wechseln und ich möchte auch das mich jemanden in den Arm nimmt oder sagt Kann ich dir irgendwie helfen?
01:04:38: oder wie kann ich dir helfen?
01:04:40: oder wollen wir beiden uns mal hinsetzen?
01:04:42: Wir können auch gemeinsam schweigen
01:04:44: Aber das ist spannend was du sagst Das höre ich oft Die Personen, die das selber erlebt haben Die sagen, seitdem gehe ich anders mit anderen um.
01:04:56: Weil es mir so aufgefallen ist wie man mich punktuell gemieden hat oder mir aus dem Weg gegangen ist – aus welchen Gründen auch immer!
01:05:04: Ich mache das jetzt anders und gehe offensiv auf die Leute zu und trau mich anzusprechen und mal zu gucken was begegnet mir da?
01:05:13: Das ist auch so und ich glaube, dass es ganz wichtig ist gerade die, die betroffen sind.
01:05:18: Dass wir alle lernen offen über die Situation zu sprechen weil nur dann können wir in der Gesellschaft was verändern.
01:05:24: Ich glaube das ist grundsätzlich etwas verändert wenn wir selber einen Trauerfall erlebt haben oder ein Suizid erlebt haben Oder wie auch immer.
01:05:31: Es verändert unser eigenes Denken unserer eigene Verbundenheit zu anderen Menschen Unser Gefühl dafür was hilfreich ist Und gleichzeitig Ich möchte noch mal sagen, ich hab auch Mitgefühl mit denen die vielleicht nicht wissen was sie sagen sollen oder Angst haben dass sie vielleicht Dann so betroffen sind das sie auch nicht damit weitergehen können Und dann wäre es gut sich Hilfe zu holen.
01:05:56: unterm Strich bleibe ich dabei.
01:05:57: Es ist so wichtig dass wir darüber reden.
01:06:00: Tragen wir's in die welt sprechen wir über trauer letztendlich wird Sie alle uns alle irgendwann betreffen So.
01:06:07: Und sprechen wir aber auch über Solidarität, Suizid, psychische Herausforderungen?
01:06:11: Weil nur dann können sie entstigmatisieren und das Tabu brechen!
01:06:17: Ja so ist das liebe Natalie ganz ganz lieben Dank.
01:06:21: ich danke dir Annette.
01:06:22: es war richtig schön mit dir.
01:06:24: absolut guter Austausch.
01:06:27: Ich glaube dass wir viele Punkte uns angeguckt haben, damit vielleicht ein bisschen genau dahin eine Offenheit hinbekommen können.
01:06:37: Dass drüber gesprochen wird, dass das Raum haben darf und schön, dass du heute hier bist!
01:06:45: Wir verbringen ja noch den Tag miteinander.
01:06:47: ich freue mich auf unsere Fortbildung die jetzt gleich kommt.
01:06:51: Mein Team meine Kollegen kommen gleich.
01:06:54: Ja, herzlichen Dank nochmal dass du bei dem Podcast dabei warst.
01:06:58: Vielen dank an dich und danke das du den Raum aufmachst für dieses wichtige Thema.
01:07:02: ich freue mich auf euch
01:07:03: sehr gerne
01:07:04: tschüss.
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