#14 Eine Tochter über den Suizid ihres Vaters

Shownotes

Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um Suizid, Trauer und psychische Belastungen. Bitte achte beim Hören auf dich selbst. Entsprechende Hilfestellen findest du hier:

Notruf Telefon: 112

Medizinischer Notdienst Telefon: 116117

TelefonSeelsorge Telefon: 0800 - 1110111 E-Mail (TelefonSeelsorge) Webseite (TelefonSeelsorge)

Agus Angehörige um Suizid e.V. Webseite (Agus)

DGS Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention Webseite (DGS)

Wie geht das Leben nach dem Suizid eines Elternteils weiter?

In dieser Folge spricht Daria mit Annette offen über den Suizid ihres Vaters. Sie erzählt von dem Tag, an dem sie die Nachricht erhielt; von den Gedanken und Gefühlen, die sie damals überwältigten, und davon, was es mit ihr gemacht hat.

Gemeinsam sprechen wir über die Zeit danach: den Umgang mit Trauer, die Reaktionen ihres Umfelds, die Beziehung zu ihrer Familie und die Herausforderungen, nach einem solchen Schicksalsschlag wieder nach vorne zu blicken.

Außerdem geht es darum, welche Gründe hinter seiner Entscheidung stehen könnten und wie sie heute darauf zurückblickt.

Eine ehrliche und bewegende Geschichte über Verlust, Zusammenhalt, Neunanfang und die Frage, wie man nach einem Suizid als Hinterbliebene weiterlebt.

Und wie immer hoffen wir, dass es euch gefällt und lasst gerne einen Kommentar da, damit wir unsere Folgen weiter verbessern können.

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Email: vomendehergedacht@gmail.com

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Instagram (Overberg Bestattungen)

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Transkript anzeigen

00:00:00: In dieser Folge sprechen wir über das Thema Suizid und uns ist bewusst, dass das Thema sensibel ist und bei manchen Menschen belastende oder triggende Gefühle auslösen kann.

00:00:11: Bitte hört diese Episode nur wenn ihr euch dazu in der Lage fühlt und gut auf euch achten könnt!

00:00:18: Falls euch die Inhalte berühren oder ihr selber betroffen seid dann gibt es Menschen- und Anlaufstellen, Entsprechende Hilfsangebote haben wir in den Show-Noten zusammengestellt.

00:01:00: Ja, herzlich

00:01:00: willkommen

00:01:01: zu unserer heutigen Folge und auch heute haben wir wieder einen Gast zu besuchen.

00:01:08: Ich freue mich sehr!

00:01:10: Es geht um das Thema Suizid wie auch schon in einer anderen Folge und unser Gast den wir heute haben – du kannst dich gleich am besten selber noch mal vorstellen Das ist ein Gast, die hat selber Erfahrung gemacht mit dem Thema Suizid weil sich ihr Vater das Leben genommen hat.

00:01:33: Aber Daria vielleicht magst du dich einfach erst mal kurz vorstellen?

00:01:37: Ja danke dass ich hier sein darf vorab einmal.

00:01:40: Genau ich bin Daria, ich bin zwanzig Jahre alt und im September verlor ich meinen Vater an Suizide.

00:01:49: Daria, magst du vielleicht nochmal kurz erzählen?

00:01:56: Gibt es spezielle Erinnerungen an diese Zeit.

00:02:00: Gibt das irgendwie drumherum eine Erfahrung oder was Konkretes wo du sagst?

00:02:09: An den Punkten weißt du im Nachhinein oder machst du im nachhineinen Stück weit fest dass es deinem Vater vielleicht nicht gut ging.

00:02:18: Ja, also zurückblickend.

00:02:19: Es hat halt eher alles angefangen zwei Jahre.

00:02:22: Also das war ca.

00:02:23: in den Jahr-Zwischen.

00:02:25: Da wo er seinen Schlaganfall bekommen hat.

00:02:27: Also danach ging es wirklich alles so einfach back runter.

00:02:32: Es fing halt langsam immer an zu schleichen weil er durch sein Schlaganfalt dann nicht mehr sprechen konnte und auch teilweise seine linke Seite, also Körperseite, war ja komplett.

00:02:41: dann auch gelehmene Zeit lang musste er alles wieder erlernen mit Ergotherapie etc... Ja, man hat gemerkt er wollte sich bessern aber nicht so dieses hundertprozentige.

00:02:54: also wir haben versucht ihn immer weiter zu pushen um das ein bisschen damit es schneller halt geht dann wird der schneller wieder auf die Beine kommt.

00:03:00: Aber wollte sich ungern helfen lassen und so war ja auch eigentlich immer immer eher so Einzelgänger und wollt immer alles selber machen und wirklich ambitioniert halt einfach.

00:03:10: Das heißt, ein bisschen war es durch den Schlaganfall, den er erlitten hat.

00:03:16: Dass man oder ihr als Familie oder du auch festgestellt habt... Es fällt ihm total schwer sich mit dieser Tatsache auseinanderzusetzen oder sich damit anzufreunden.

00:03:29: Und du hast gerade gesagt, auch so Hilfsmöglichkeiten die ihr ihm nahegelegt habt ist ihm schwer gefallen damit umzugehen.

00:03:35: Korrekt

00:03:36: richtig also ja man hat halt wirklich versucht das Beste zu geben als Familie weil wir halt auch die Ängsten sind.

00:03:42: Wir haben in einem Haus alle zusammen gewohnt ich meine drei Brüder meiner Mutter und dann zum Schluss auch tatsächlich meine Oma wirklich alles versucht, also auch selber mit ihm zu sprechen und ihn zum Arzt haben zu bringen oder ein bisschen aufzumuten.

00:03:57: Dann das es besser wird und helfen zb bei bestimmten ägo-therapeutischen Sachen die er halt bekommen hat, die er zu Hause zum Beispiel machen musste.

00:04:06: Und ja, das alles hat ihm aber einfach anfangs auch tatsächlich gut mitgemacht, dann wurde es auch tatsächlich besser.

00:04:13: Aber irgendwann hat er einfach die Lust komplett verloren daran.

00:04:16: und dann haben wir auch gemerkt langsam okay irgendwas stimmt da nicht.

00:04:19: also das wurde halt immer schlechter und schlechter.

00:04:22: Dann ist ja auch dann letztendlich so Therapie gegangen.

00:04:25: Und die Therapeutin ich weiß noch meine Mutter hat mir erzählt dass die bei der Psychotherapeutin und die hat dann auch gefragt, hast du eigentlich Suizidgedanken?

00:04:35: Und er hat schon öfter mal erwähnt dass er auch Suiziggedanken hat oder halt sich das Leben nehmen möchte.

00:04:41: Aber so richtig eingegriffen wurde nie wirklich was aus angeht.

00:04:47: Okay, d.h.

00:04:48: gegenüber der Therapeuten hat er durchaus Erwähnt, dass er sich mit dem Gedanken auseinandersetzt.

00:04:54: Hat der das euch gegenüber als Familie auch mal erwähnt?

00:04:58: Es kam immer darauf an wenn bestimmte Situationen noch gekommen sind zum Beispiel die Steiligkeiten oder sonstiges.

00:05:02: dann.

00:05:03: tatsächlich hat er schonmal erwähnte ja lieber wär es ja wenn ich einfach tot werde oder weg wäre und zu den Zeitpunkten war ich ja selber auch nur gerade mal ja sechzehn, siebzehn halt so und in Dreh war das Ja.

00:05:14: Und Ich habe auch immer Als ich das gehört habe das macht natürlich auf was mit einem und ich hab auch ständig immer gesagt Ich kann mich also damit nicht anfreunden mit dem was du sagst, weil Du hast eine Familie und wir geben doch unser Bestes.

00:05:27: Wir wollen auch noch das Beste für Dich.

00:05:28: Und Nicht nur er hat auch gelitten Auch wir natürlich sind dann Stück für Stück immer runtergegangen Das ist wirklich alles zu Dich.

00:05:35: mal eskalierte Dann

00:05:36: Ja Und Du hast das gerade selber ein Stück beschrieben.

00:05:40: Hattest du das Gefühl ne?

00:05:43: Du hast gesagt Nicht nur Er hat gelitten auch ihr als Familie.

00:05:47: Wie hat sich das verändert, euer Familienleben?

00:05:51: Oder hat es sich über... Genau.

00:05:53: Also du hast gesagt, was hat sich... Was war anders?

00:05:58: Wo sagst du okay da haben wir als Familie auch gemerkt wie kommen unsere Grenzen?

00:06:02: kann man das so sagen?

00:06:04: Ja, wie gesagt also vor dem Schlaganfall wirklich war alles tatsächlich in Ordnung wie eine ganz normale Familie.

00:06:10: Wir waren nicht wirklich das Thema der Stadthauser sonstiges also wie eine typische Familie.

00:06:15: halt Ja, wir sind auch mal in den Urlaub gereist oder allgemein irgendwo hingefahren draußen verbracht Pilze gesammelt oder sowas und das hat natürlich alles komplett nachgelassen.

00:06:26: Also er ist gar nicht mehr rausgegangen.

00:06:29: also so sehr man auch wollte mir auch gesagt ja hast du vielleicht durch spazieren zu gehen?

00:06:33: Oder wollen wir mal vielleicht dahin oder zum See fahren da wo er so gerne einmal gebadet hat?

00:06:37: zb hat alles komplett nacht gelassen Alles was ihm so nahe lag hat der komplett weggesteckt.

00:06:43: Und was hast du bei dir gemerkt?

00:06:45: Also dein Papa, der aktiv war und mit euch Dinge unternommen hat.

00:06:51: Der kann sie natürlich auf der einen Seite körperlich nicht mehr so aufgrund des Schlagkampfes.

00:06:57: Aber gleichzeitig hat er sich auch psychisch ein Stück verändert sowie du es beschrieben hast.

00:07:01: Was hat das mit dir gemacht?

00:07:03: Also ich muss sagen, ich hatte halt den Fokus sehr auf meinem Abschluss zu dem Zeitpunkt.

00:07:07: Deswegen habe ich das so ein bisschen... Ich war auch an der Pubertät zu diesem Zeitpunkt auch und hab so eher den Fokuss für mich selbst gelegt.

00:07:15: aber dadurch dass es dann nach dem Schlag am Fall so schlecht wurde, dann habe ich natürlich mehr Fokus bekommen wieder auch weil ich habe dann wirklich angefangen zu realisieren die Lage ist echt ernst und da hat man.

00:07:28: Ich habe mein Bestes gegeben, also öfter mit ihm auch gesprochen und der sagt auch selber immer von sich aus.

00:07:34: Dass er nur mit mir über bestimmte Sachen reden kann weil die anderen immer direkt böse werden oder halt einfach alles falsch aufnehmen und ich war halt noch empathisch was das angeht.

00:07:44: Das hat ja bis zum Schluss noch erwähnt.

00:07:47: Also scheint Ihnen sehr innige besondere Beziehungen gehabt zu haben?

00:07:51: Extrem!

00:07:53: Er war ein sehr guter Vater für mich.

00:07:54: Es war streng, aber wirklich sehr gut.

00:07:56: also ich war wie so seine kleine Prinzessin.

00:08:01: Du hast das ein bisschen beschrieben dass sich das so ein bisschen prozesshaft verändert hat.

00:08:08: Dass es schleichend ein Stück weit ist die Therapie ist irgendwann dazugekommen.

00:08:13: kann man sagen dass er eine Form von Depressionen entwickelt hat?

00:08:17: Ja auf jeden Fall.

00:08:18: Er hat auch zum Schluss noch die Diagnose bekommen dass er Depressionen hat.

00:08:22: Und wirklich sobald dann auch die Diagnose rauskommt und er das selber wusste, hat es dann komplett... Also da ging erst richtig back runter.

00:08:31: Das hat teilweise wirklich stundenlang nur vom Fernseher immer dasselbe geschaut.

00:08:38: Ich habe zu dem Zeitpunkt bin ich auch schon weggezogen.

00:08:41: Immer wenn ich ihn besucht habe, dann saß er immer noch von dem Fernseer aber das würde ja in die Lehre starten und immer im Gedanken sein Er hatte gar keine Lust mehr wirklich so über seine Probleme auch zu sprechen, zu dem Zeitpunkt.

00:08:52: Es hieß einfach nur noch ja ich habe dich doch so gern und solche Sachen.

00:08:57: also als er sich schon längst verabschiedet aber so Stück für Stück.

00:09:02: Und

00:09:03: hast du da tatsächlich in der Erinnerung einen Moment oder eine Zeitspanne wo du sagst das was vorher in Richtung Schwierige Stimmung, ihm ging es nicht gut bis hin zur Depression und dann zu dem... Zu der Situation dass er sich irgendwann das Leben genommen hat.

00:09:22: Hast du das für dich noch eine Erinnerung?

00:09:24: Dass da wirklich ja sowas zu benennen ist okay an der Stelle kann man's ein Stück festmachen Das ist richtig schwierig wurde oder eher sich eher schwierig gefühlt hat.

00:09:38: Also eigentlich überwiegend kam das seit dem Schlaganfall halt einfach, dass war so der Punkt.

00:09:43: Das ist

00:09:45: die ganze Vorlaufseite der Krankheit?

00:09:47: Genau

00:09:47: also zwei Jahre lang, das war wirklich helle was wir durchmachen mussten auch weil er dann aufgehört zu arbeiten.

00:09:52: da musste meine Mutter natürlich dann zur Zeit auch drei Jobs gehabt auf einmal und das erstmal hinzuschaffen.

00:09:59: ich war sauber ja noch Schülerin.

00:10:03: Das heißt, das ist so eigentlich diese ganzen zwei Jahre ab dem Moment der Krankheit.

00:10:08: Dass du das so erlebt hast.

00:10:10: Das ist ein Auf und Ab und mal besser, mal schlechter.

00:10:13: Und zum Ende hin dann tatsächlich bevor er sich das nebengenommen hat.

00:10:17: kannst du da wirklich auch sagen okay?

00:10:19: Das hat man gemerkt.

00:10:20: irgendwas ist jetzt anders als vorher.

00:10:23: Ist das Thema sein Leben genommen?

00:10:27: Nee

00:10:27: kurz vorher meine ich noch eher also dass Du wirklich sagst Ich habe da gespürt Jetzt passiert Irgendwas mit ihm, das ist eher so die Überlegung.

00:10:37: Also ob du wirklich da sagen kannst ich hab da was geahnt?

00:10:40: Ja also da meine Mutter ja auch wirklich schon richtig erschöpft war einfach von dem ganzen Auffall sie mein Vater geflickert in dieser ganzen Zeit auch nebenbei noch.

00:10:49: Also drei Jobs plus nach Pflege zu Hause das war wirklich echt hart für Sie.

00:10:53: Ist sie auch mit den Nervern am Ende gewesen und hat sich dann letztendlich dann auch von ihnen getrennt gehabt?

00:11:01: Ja, weil es einfach nicht mehr ging.

00:11:03: Ich bin auch gar nicht bösebezüglich dessen, weil sie hat viel um ihren Leben durchmachen müssen und alles was ich für beide wollte ist nur Frieden, dass die endlich mal beide Ruhe haben und die wissen auch beides selber.

00:11:16: das Beste gewesen ist, dass sich getrennt haben da schon lange so ein bisschen im Raum stand.

00:11:23: Dann letztendlich ist sie dann auch tatsächlich weggezogen, hat sich dann getrenned ganz plötzlich von ihm Ja, hat dann noch so einen letzten Brief hinterlassen.

00:11:33: Weil sie einfach gar nicht mehr konnte und ich wusste natürlich von allem aber... Ich konnte das halt... weil das eine Sache zwischen meinen Eltern war, wollte ich mich nie mit einmischen.

00:11:44: Ich habe einfach nur gesagt, Mama macht das was du für richtig hältst wenn es dir dadurch besser geht und wir alle sehen ja wie es euch geht, da mach' er's einfach.

00:11:53: Also schöner wärs natürlich gewesen, wenn da ein Gespräch gewesen wäre, aber letztendlich hatte sich auch einfach nur Angst gehabt und das kann ich absolut nachvollziehen Ja.

00:12:00: Und dann saß er halt da alleine und dann, ich weiß noch ganz genau zu dem Zeitpunkt hab' ich ihm auch Besuch gehabt als der Briech bei ihnen angekommen ist.

00:12:08: Er lag dann so auf dem Tisch und dann sagt er ja zu mir, hast du's gesehen?

00:12:11: Ich sag ja Papa, ich wusste davon!

00:12:14: Und dann meinte er noch so hat sie dann neu gefunden und zu diesem Zeitpunkt war ich mir selber gar nicht so sicher.

00:12:22: aber jetzt mittlerweile weißt ihr es dass die dann jemanden anderen hatte Ja, und das hat ihn natürlich dann noch mehr gekränkt.

00:12:33: Zudem dass er auch noch krank war nebenbei.

00:12:38: Das war so dann irgendwie mal das Ende da wo er halt wirklich komplett weg mit seinen Gedanken war

00:12:46: also dass deine dein Gefühl oder das was du glaubst dass das ihm so ein bisschen den die letzte Entscheidung mit abgenommen hat zu sagen jetzt sehe ich keine Perspektive mehr.

00:12:58: genau also

00:12:59: sagen

00:12:59: auf jeden Fall Ich meine, wir waren halt auch wie gesagt selber sind unsere eigene Wege gegangen.

00:13:06: Und natürlich haben wir ihn weiter unterstützt.

00:13:09: aber wir mussten halt auch tatsächlich in unserer Zukunft denken und er sagte dasselbe auch von sich aus immer noch zu dem Zeitpunkt.

00:13:13: deswegen war uns auch gar nicht böse und auch der meiner Mutter war überhaupt nicht bösen.

00:13:19: ja weil in der Ehe war das einfach so ein bisschen es ist gescheitert einfach und letztendlich dann Ja, mit der Psyche über eben dadurch.

00:13:27: Ja und ich habe gerade gedacht du bist sehr sehr jung zu dem Zeitpunkt.

00:13:30: Du bist immer noch jung aber zu dem zeitpunkt natürlich noch in einer anderen Lebensphase Und ich hab grad gedacht so wie du das auch erzählt Das ist ja auch sehr herausfordernd für dich und auch für deine Geschwister.

00:13:43: also zum merken Der Vater hat eine Erkrankung bekommen, diesen Schlaganfall.

00:13:50: Der verändert sich, der gibt sich vielleicht punktuell ein Stück weit auf dann die Beziehungen zwischen deinen Eltern zu sehen das da was passiert.

00:13:59: Ich kann mir vorstellen dass es unfassbar belastend war.

00:14:02: Ja natürlich vor allem weil man ja auch noch den schulischen Druck hatte und wieder diese familiären.

00:14:07: also ich bin wirklich selber auch in einen Loch gefallen muss man aus sagen.

00:14:11: Auch allein diese Kommentare, die er immer gegeben hat.

00:14:13: Er hört das aber nicht wegwähre und das macht natürlich was mit einer Jugendlichen.

00:14:18: Absolut!

00:14:18: Und ich habe das versucht auch immer öfter wegzustecken weil ich wurde halt wirklich so erzogen dass ich immer ganz stark sein sollte und immer über mir stehen sollte und solche Sachen nicht an mich ran lassen sollte beziehungsweise an mein Herz ranlassen sollte.

00:14:33: Aber wenn es schon eine nachstehende Person ist dann... Kann man das nicht einfach so wegstecken?

00:14:38: Auf

00:14:38: gar keinen Fall, auf gar keinen fall.

00:14:40: Und der eigene Vater wie soll es gehen da zu sagen so... Da will ich mich jetzt mal zusammenreisen und das lasse ich mal nicht an mich ran.

00:14:47: Das ist definitiv nicht möglich.

00:14:53: Kannst du dich an den Tag, an dem dein Vater sich das Leben genommen hat?

00:14:58: kannst du dich in den Tag erinnern oder ist das ein bisschen wie Black Box?

00:15:02: Ich kann mich nur ganz genau erinnern tatsächlich.

00:15:04: Also ich habe es in der Zeit lang, dass sich weggesteckt aber mittlerweile hab' ich das so alles reflektiert... ...dass ich das wirklich auch einsortieren kann.

00:15:12: Alles in meinem Kopf muss ich sagen weil es sind ja auch schon jetzt fast zwei Jahre jetzt sind um.

00:15:17: Genau zu dem Zeitpunkt war ich halt bei meiner Mutter im Ausland weil sie ausgewandert ist und ich habe mich noch erholt von einem anderen Schicksalsschlag und deswegen habe ich ein bisschen Schutz bei meiner Mutter in dem Moment halt gesucht.

00:15:31: Und das war zwei Tage bevor ich zurückfliegen sollte wieder nach Deutschland, hab ich nachts eine Nachricht bekommen gegen einen Uhr morgens von meinem Vater.

00:15:43: Sag deine Mutter Danke!

00:15:44: Das war der einzige Satz der mir geschickt wurde?

00:15:47: Von ihm okay... Dann bin ich morgens auch gestanden, hab's dann gesehen und da habe ich noch gestimmt.

00:15:51: Ist sowieso dein Danke weil ich hab das gar nicht realisiert.

00:15:54: aber ich weiß nur ganz genau zu dem Zeitpunkt als meine Mutter sich getrennt hat habe ich sie noch hab ich noch zu ihr gesagt was wenn er sich das Leben nehmen wird?

00:16:01: Und dann sagt der sie das würde er nicht das würde ich.

00:16:04: Aber ich habe doch schon irgendwie so ein bisschen okay

00:16:06: dass heißt bei dir im Kopf war es durchaus Das ist aufploppte und du dir Sorgen und Gedanken

00:16:11: gemacht hast ja seit dem zeitpunkt Überwiegend, also nur war das in meinem Kopf.

00:16:16: Und ich hab auch tatsächlich mit Freunden viel darüber gesprochen gehabt weil die dann ja auch mitbekommen haben dass sie ins Ausland gegangen ist.

00:16:23: Zu dem Setpunkt hat sich dann auch tatsächlich rumgesprochen und dann kam halt auch diese ganzen Fragen und ich war auch so... Ich habe einfach nur Angst um meinen Papa.

00:16:31: Es ist natürlich nicht, dass meine Mutter in dem Zeitpunkt an sich selbst gedacht hat.

00:16:36: Einfach nur um sich selber auch zu schützen, weil wenn sie länger geblieben werde, dann wäre sie wahrscheinlich auch nicht mehr da, weil sie selber auch mit der psychischen Bekämpfung hatte.

00:16:47: Ja dann weiß ich halt noch ganz genau das... Ich hab mich mit anderen darüber gesprochen habe und äh ja

00:16:58: Und dann kam die, kam die WhatsApp nachts?

00:17:01: Hast du nur noch gerade erzählt?

00:17:02: Genau

00:17:03: richtig, die WhatsApp-Nacht haben und dann im Laufe des Tages sind wir dann noch viel unterwegs gewesen.

00:17:10: Ich habe sogar noch meine Mutter davor gesagt, ich möchte eigentlich ein bisschen früher nach Hause weil ich Papa lange nicht mehr gesehen habe.

00:17:15: Okay!

00:17:16: Ich hab auch sehr lange noch die Chats behalten.

00:17:19: Genau im Laufe des Tages irgendwann gegen achtzehn Uhr habe ich dann einen Anruf bekommen von meinem Bruder und normalerweise ruft er selten an.

00:17:27: also wenn der Anrufe dann ist das einfach da weil was passiert ist oder er etwas bräuchte?

00:17:31: Und da ich am Ausland zu den Zeitpunkt war war meine Frage okay was könnte er brauchen?

00:17:36: Und als er schon angerufen hatte, hab ich schon gedacht, dass irgendwas passiert ist.

00:17:41: Dann bin ich rangegangen ans Telefon, hab einfach noch auf Laut gemacht und hab dann gefragt was ist los?

00:17:48: Und dann hat man auch so ein bisschen... Erst mal gar nichts gehört die ersten zwei Sekunden oder ab der dritten Sekunde, aber halt nur weinen und schreien im Hintergrund und wie so eine Horrorfilm wirklich!

00:17:58: Also da nichts, Papa ist tot, Papa is tot Weiß ich nicht, als wäre ich sowieso so eine Statue auf einmal geworden.

00:18:09: Das

00:18:10: war ein wichtiger Schock für mich einfach, weil ich habe das auch sehr lange nicht realisieren können dass er tut ist.

00:18:16: und dann hat er noch erwähnt am Telefon ja er hat sich erhängt okay das

00:18:21: hatte dir am telefon erzählt also da hast du in kürzester zeit alle

00:18:26: Alle Infos bekommen direkt.

00:18:28: und dann habe ich das Handy auf laut gemacht.

00:18:30: Dann bin ich rübergegangen zu meiner Mutter ins Zimmer, hab einfach nur die Tür geöffnet, das Handy auflaut gelassen und nichts gesagt.

00:18:36: Und sie stand auch schon auf und sieht was ist passiert, was passiert?

00:18:40: Man hört nur so im Hintergrund wie mein Bruder da am Schein ist und meine Oma also die Mutter von meinem Vater auch noch im Hintergründ sagt ja es ist zu spät und solche Sätze die brennen sich einfach auch einen Kopf.

00:18:52: Meine Mutter, die ist dann auch ... sie sofort durch den Krankenwagen und meine Uma, es ist zu spät.

00:18:56: Und dann hat er aufgelegt, meine Mutter zusammengebrochen.

00:18:59: Ich musste auch erst mal alles realisieren.

00:19:02: Ich konnte das einfach gar nicht, ne?

00:19:04: Also sie sofort in Trins zusammen gebrochen.

00:19:05: für mich war so der erste Gedanke okay erstmal für meine Mutter da sein und dann für mich selber.

00:19:12: Das war wirklich wie so ein Horrorabend einfach für mich.

00:19:15: also Wie gesagt wie im Film Ja So war

00:19:18: das Du erzählst es gerade.

00:19:23: Ich merke bei mir selber, das geht mir total nahe was du beschreibst.

00:19:28: und gleichzeitig habe ich gedacht, du kannst es sehr reflektiert erzählen und es schwingt aber noch so ein bisschen etwas mit.

00:19:40: so wo ich gedacht habe Ja, wo ist so die Kleine dabei geblieben?

00:19:47: Dieses junge Mädchen mit achtzehn Jahren.

00:19:49: Gibt es da irgendwie, wo du sagst, da hast du den Halt gekriegt?

00:19:54: Weil du noch erzählt hast gerade, dass du dich um deine Mutter gekümmert hast.

00:19:58: Das klingt alles so sehr reflektiert und organisiert.

00:20:04: Gibt's da noch eine Erinnerung dran, dass du auch noch weißt was es hat das mit dir gemacht?

00:20:11: oder ist das wirklich etwas wo du keine Erinnerungen mehr daran hast?

00:20:15: Aus meiner Messer jetzt als ich achtzehn war.

00:20:18: Ja an den als du die Nachricht bekommen hast von deinem Bruder.

00:20:22: Ach so, ob das so ein bisschen dann... Ob ich zurück katastrophiert oder wie soll ich das verstehen genau?

00:20:27: Ja.

00:20:28: Weil ich habe gerade so gedacht ne du hast beschrieben deine deine Mutter der hast Du versucht Unterstützung zu geben.

00:20:34: ne hattest dein Bruder und deine Oma am anderen Ende des Telefons hast grade gehört Dein Vater hat sich erhängt.

00:20:42: es sind ja auch Infos die müssen wir erst mal sortiert bekommen.

00:20:46: Und da war so'n bisschen meine Meine Idee.

00:20:49: oder wo ich gedacht habe Wo warst du da wirklich als Person oder ging wirklich so dieser Modus-Organisation?

00:20:57: und stark sein, was du auch vorhin beschrieben hast?

00:21:00: Warst Du da direkt in diesem Modus?

00:21:02: Also für mich kam das gar nicht eine Frage irgendwie an mich selbst in dem Moment zu denken.

00:21:06: Ich habe sofort an meine Mutter gedacht.

00:21:08: Du hast funktioniert!

00:21:09: Ja genau richtig.

00:21:10: also ich konnte wie gesagt auch lange Zeit gar nicht Wein oder halt irgendwelche Emotionen von mir aus selber rauslassen, nicht mal auf der Beerdigung einfach nur weil ich mich um meine Mitmenschen erstmal kümmern wollte statt für mich.

00:21:23: Aber so war ich halt schon mein Leben lang als Kind.

00:21:25: auch schön Ich habe mich ja um andere gesorgt wie meine Mutter also genauso wie sie

00:21:29: und hast du Antwort nur, wenn das für dich in Ordnung ist.

00:21:33: Aber ich habe gerade gedacht ... Das ist ja durchaus so ein bisschen eine Strategie zu funktionieren und sich um andere zu kümmern.

00:21:41: Hast du ein bisschen das Gefühl, es war auch so einen Schutz für dich gewesen?

00:21:45: Um nicht genau hinzufühlen oder spüren was das mit dir gemacht hat?

00:21:51: Hundertprozentig!

00:21:51: Also ich wollte einfach nur zeigen dass ich ... Ich wollte nicht noch eine Last sein, habe ich mir den Moment gedacht Weil alle anderen schon so durcheinander waren.

00:22:00: Und deswegen habe ich auch meine Gefühle einfach dann weggesteckt.

00:22:02: in dem Moment, auch für eine sehr lange Zeit.

00:22:05: Ja, war ein Schutzmechanismus den ich mir dann so selber aufgebaut habe

00:22:11: und ja auch ein Stück Verstehbar.

00:22:13: Du hast gerade gesagt du willst nicht auch noch eine Last sein?

00:22:17: Ich hab mich grad dran erinnert dass dein Vater ja auch diese Themen hatte, ne?

00:22:22: Dass er eher genau da Passiert gerade so ein bisschen Sonne, der hat das auch immer gesagt.

00:22:27: Jetzt will ich nicht noch sein?

00:22:30: Ist es so ein bissel

00:22:32: so?

00:22:33: Ich bin wie eine kleine Kubi von ihm, kann man sagen.

00:22:35: Das sagt auch immer mal bis heute nach und auch was das aussehen angeht.

00:22:40: Alles ist so ein bißchen... Ich erinnere sehr die Familie an meinem Vater.

00:22:44: Deswegen auch was Charakter angeht, so ambitioniert sein usw..

00:22:51: Du sprachst von Schutzmechanismus, sehr verstehbar in der Situation.

00:22:56: Erinnerst du dich wann es gekippt ist oder ist es überhaupt gekipp?

00:23:00: Dass du sagst da sind Emotionen und Gefühle doch hochgekommen Da haben sie dich eingeholt überschwemmt Ich weiß gar nicht.

00:23:09: gab's so einen Moment Oder ist das bis heute ne?

00:23:12: Du hast gesagt dass es zwei Jahre her.

00:23:14: Ist es heute eigentlich eher noch so dass du sagts funktionieren kann ich gut

00:23:21: Ja, also wie schon erwähnt ich habe sehr lange gebraucht um überhaupt Emotionen richtig rauslassen zu können.

00:23:26: Also ich hab auf jeden Fall überall bisher gebrauchen um überhaupt richtig wein zu können mit dem Thema.

00:23:31: Deswegen sind auch alle immer so verwundert gewesen warum mich so offen darüber geredet habe.

00:23:36: Aber das ist auch wieder so.

00:23:38: Ich selber... diesen Schutz halt einfach aufgebaut und hat mir gedacht, okay wenn so wie ich sagte.

00:23:46: Ich möchte kein Last für die anderen sein dann versuche irgendwie selber mit mir klarzukommen und selber Sachen zu finden, die mich davon so ablenken beziehungsweise wo ich auch selber reflektieren kann.

00:23:58: in dem Zeitpunkt also ich hatte jetzt auch zwei Jahre lang gehabt um alles sortieren zu können.

00:24:05: Aber du hast gerade was finde ich sehr wichtiges gesagt.

00:24:08: Du hast viel darüber geredet, dass du von deinem Umfeld auch gesagt bekommen hast, dass das so ist.

00:24:16: Ich habe grad gedacht, das ist ja aber auch eine sehr gute... Möglichkeit mit solchen Schicksalsschlägen umzugehen, sich anderen anzuvertrauen und dem Mut zu haben auch über einen Suizid des eigenen Vaters zu reden.

00:24:32: War das für dich so ein bisschen so dass dir ein bisschen Entlastung gegeben hat das Reden?

00:24:38: Hundertprozentig.

00:24:39: Ich hatte ja das gute Glück auch noch, dass ich dann so einen neuen Umkreis hatte der mich sehr gut aufgenommen hat weil ich ja letztendlich ja auch weggezogen bin.

00:24:47: genau zu dem Zeitpunkt als alles passiert ist bin ich ja frisch umgezogen.

00:24:50: Okay du bist umgezogen dann hast...

00:24:54: ich konnte so ein Neuanfang einfach machen.

00:24:57: also das heißt es ist auch ein Teil wo Du für Dich gut auf dich geachtet hast indem Du gesagt hast reden is was funktioniert, sich anvertrauen und gleichzeitig einen anderen Lebensort zu suchen.

00:25:14: Genau, neuen Umfeld halt auch.

00:25:15: Ein neues Umfeld zu suchen.

00:25:17: und sind alte Freunde geblieben?

00:25:20: Da würde ich gerne so ein bisschen mal hinkucken.

00:25:22: wie ist euer Umfeld... Rund um das Thema, rund um den Suizid deines Vaters gewesen.

00:25:29: Kannst du dich dann noch daran erinnern?

00:25:30: Wie waren die Reaktionen?

00:25:32: Was wurde gesagt?

00:25:33: Was wurden vielleicht auch gemacht?

00:25:34: Wo habt ihr Unterstützung bekommen von eurem damaligen Umfeld?

00:25:39: Ich kann mich doch ganz genauer erinneren.

00:25:41: Das war ab dem Zeitpunkt, da wo er seinen Schlaganfall hatte.

00:25:44: Er gab keine Lust mehr, sich mit irgendwelchen Bekannten und Freunden zu treffen oder beziehungsweise auch teilweise Familie.

00:25:50: Wir hatten auch viel seltener Besuch gehabt.

00:25:51: früher war es wirklich normal dass wir immer gefühlt jeden Tag Besucher hatten.

00:25:55: Aber es hat dann alles natürlich nachgelassen, weil er einfach selber keine Lust hatte und gesagt hat, ich möchte niemanden zu Hause haben.

00:26:01: Ich will meine Ruhe

00:26:02: haben.".

00:26:03: Und dadurch haben auch die anderen Leute gemerkt, okay irgendwas ist jetzt passiert ne?

00:26:09: Dann kam das heraus mit dem Schlaganfall.

00:26:11: erstmal und ein Stück für Stück haben die Leute selber auch gesagt, er redet so oft davon dass er sich umrücken möchte, dass er so oft gehen möchte.

00:26:19: also nicht nur bei uns sondern beim Umfeld hat er das auch oft erwähnt.

00:26:23: Genau und dadurch wussten die meisten auch schon, dass irgendwie da was kommen wird.

00:26:30: Aber keiner war sich so sicher wann.

00:26:32: Deswegen haben sie versucht immer weiter in Kontakt zu beibehalten, auch wenn mein Vater das gar nicht wollte.

00:26:37: Ach okay also ihr habt doch die Erfahrung gemacht als er das ausgesprochen hat... ... im Kontakt geblieben.

00:26:45: Also die haben es versucht?

00:26:46: Ja, ja okay!

00:26:47: Es hätte auch die Variante sein können.

00:26:49: das ist mir jetzt ein bisschen ungeheuerlich irgendwie ne... Das traue ich mich nicht zu, das macht mir Angst.

00:26:55: da nehme ich mal lieber Abstand von.

00:26:57: also da habt ihr eher das Gefühl gehabt.

00:27:00: ok die stehen zu ihm, die stehen so euch.

00:27:04: Ja das hat Anfangs tatsächlich ja aber das hat auch echt schnell nachgelassen.

00:27:08: Nach

00:27:08: dem Suizid hat es eher nachgelassen?

00:27:10: Nach dem Schlaganfall.

00:27:12: Gerade

00:27:12: zum Anfang waren noch jeder gefühlt da, aber dann war er auch selber wie gesagt nicht mehr wollte.

00:27:20: Hatte sich dann auch entfernt von den ganzen Leuten.

00:27:22: die haben trotzdem noch versucht sich so melden bei ihm jetzt alleine nur zu uns.

00:27:29: Wir wollten einfach selbst unsere Ruhe haben.

00:27:32: deswegen haben wir uns auch selber einfach entfernt.

00:27:36: Und wie war das nach dem Suizid?

00:27:38: Wie war das Umfeld, was hast du erlebt.

00:27:41: Also ich glaube das war eines der schlimmsten eigentlich Erfahrungen die ich machen musste.

00:27:47: Einfach auch nur weil jetzt so bis heute noch wird immer noch rumgesprochen okay woran kann es gelegen haben?

00:27:56: ist die familie schuld oder ist der und er schuld?

00:27:58: weil das ist ja immer einfacher die Schulter für jemand anderen zu schieben?

00:28:01: Ach, okay.

00:28:02: Es geht viel um das Warum und eine Schuldfrage?

00:28:04: Genau richtig!

00:28:05: Und es wird auch bis heute noch.

00:28:07: also werden solche Sachen in den Raum gestellt.

00:28:10: ja wo man sich wirklich denkt so Leute haben wirklich einfach kein Gefühl für sowas.

00:28:17: Obwohl halt dieses Thema ist halt wirklich sehr ernst und ich habe das auch anfangs gar nicht so irgendwie richtig ernst genommen.

00:28:27: Ich meine wie gesagt war er selber noch klein und jung Und ja, es wird halt einfach keine Einsicht gezeigt so richtig.

00:28:36: Ja

00:28:36: also dir hat da an der Stelle vielleicht na das klingt so ein bisschen mehr Einfühlungsvermögen vielleicht gefehlt

00:28:45: und ein

00:28:45: bisschen eher tatsächlich näher als nur Fragen worauf es Antworten geben soll.

00:28:53: Aber ich habe gerade gedacht, hat es denn mit dir... Also wenn man immer die Frage bekommt warum hat jemand das gemacht?

00:29:00: und einen Schuldigen zu suchen?

00:29:04: Das löst ja was aus.

00:29:06: Was hattest dann bei dir diese Fragen?

00:29:08: Sind sie dir auch durch den Kopf geschwiert?

00:29:11: oder ist das eigentlich eine Frage, die du dir nie gestellt hast?

00:29:14: Ich hab tatsächlich anfangs selber mir die Schulden mal gegeben

00:29:18: gehabt

00:29:19: weil die Person, mit der mein Vater am meisten in Kontakt stand.

00:29:27: Bis zum letzten auch noch.

00:29:30: und ja ich hatte das so Gefühl als hätte ich einfach jemanden im Stich gelassen und ich habe viel halt die Schuld in mir gesucht.

00:29:45: Durfte sich das verändern?

00:29:47: Hat sich im Laufe der Zeit diese Frage um eine Schuld?

00:29:53: Hat die sich verändert, konntest du die auch langsam ein Stück weit gehen lassen?

00:29:59: oder wie bist du da weiter mit umgegangen.

00:30:02: Ja also es hat natürlich seine Zeit gebracht.

00:30:04: ich habe auch muss auch sagen dass ich erst so anfängt das Jahr das so ein bisschen zuerst mal meine Klarheit bekommen habe ... um es auch akzeptiert habe.

00:30:12: Es ist einfach, der Mensch selbst hat sich dazu entschieden und ... ... keine andere konnte es irgendwie hervorsehen oder halt ... ... beziehungsweise wann es passiert?

00:30:25: Ich meine wir haben ja wirklich unser Bestes versucht ihn zu helfen.

00:30:30: Und er wollte das einfach nicht, er hatte es selber entschieden... ...und dementsprechend bin ich mir aber auch sicher dass es ihm jetzt so seiner Lastenwohnheit abgenommen.

00:30:41: So könnte ich mir halt vorstellen.

00:30:43: Er hat keine Schmerzen mehr, er hat keine Gedanken mehr die ihn quälen nachts und deswegen...

00:30:51: Ja!

00:30:52: Ich finde du hast gerade ganz wichtige Dinge gesagt.

00:30:57: Ihr habt euer Bestes gegeben?

00:31:01: Also da auch zu sagen okay das was ich tun konnte das habe ich gemacht und es war mir wichtig Und Du hast gesagt letztendlich war's seine Entscheidung Und das ist ja auch, finde ich eine absolute Größe und Stärke in solchen Situationen.

00:31:18: aber auch zu sagen okay.

00:31:19: Das ist ein selbstbestimmter eigenständiger Mensch und hat trotzdem was ihr für ihn gemacht habt, was das Umfeld für ihn machte, eine andere Entscheidung für sich getroffen.

00:31:33: Ist es so ein bisschen so dass?

00:31:36: Ja, ein Stück Liebe voll mit dir umzugehen zu sagen.

00:31:38: Hey ich habe alles gemacht was ich tun konnte aber auch ihn wertschätzend anzuerkennen zu sagen okay das war deine Entscheidung.

00:31:47: ja also Ich muss halt lange erst mal überhaupt das realisieren wie es nach meiner Realität geht.

00:31:56: ja Aber ich hab Wie gesagt?

00:32:01: Ich bin mir hundertprozentig sicher dass ich mein bestes gegeben hatte und Ich bin mir auch sicher, dass er selber da oben denkt.

00:32:10: Dass er weiß das wir uns mir gegeben haben und ich bin auch einfach nur froh mittlerweile, dass der halt nicht mehr so diese Last auf sich tragen muss weil man hat es ja gesehen ein Stück für Stück abgebaut Und ihn so zu sehen wie er halt Stück für Stik abbaut war halt auch wirklich schlimmer anzusehen.

00:32:29: einfach

00:32:30: Also mit dem Wissen okay, er hat jetzt auch eine Erleichterung erfahren dadurch.

00:32:35: Er hat sich gequält mit der Krankheit die er bekommen hat, mit dem Alltag den er nach dieser Krankheit hatte.

00:32:45: und jetzt zu sehen auch okay, den Teil muss er jetzt nicht mehr tragen.

00:32:50: Genau richtig

00:32:52: Ja klingt finde ich irgendwie sehr gut sehr logisch so daran zu gehen.

00:33:00: Und zu dem Warum?

00:33:02: Das hast du ja vorhin schon ein Stück weit beschrieben.

00:33:04: Also zumindest habe ich das so wahrgenommen, dass es aufgrund dieser Erkrankung und des Quellen mit diese Erkrankung, dass ihm das sozusagen das Gefühl gegeben hat, dass ist nicht das Leben was ich gerne hätte oder leben möchte.

00:33:17: Ja, das hat aber auch so oft gesagt.

00:33:21: Er wünschte sich immer wieder, dass er jünger wäre in seiner Heimat damals zum Beispiel.

00:33:25: Dass er dort wäre oder auch sein Papa... Also vor allem nach dem Schlaganfall hat er sehr oft über Opa gesprochen gehabt, also seinen Vater, dass sie ihn so sehr vermisst und das ihn so gerne widersähen möchte und sowas.

00:33:37: Und es gab halt so viele Anzeichen, weil das war mir auch bewusst.

00:33:41: Deswegen habe ich ja schon direkt von Anfang an gesagt, was?

00:33:46: Es werden erst beitut.

00:33:53: Du hast eben davon erzählt, dass es dir geholfen hat dein Umfeld zu verändern deinen Lebensort zu verendern.

00:34:05: Magst du noch ein bisschen beschreiben was dir daran?

00:34:09: ... geholfen hat oder warum es für dich vielleicht wichtig war, auch noch mal wegzuziehen und nochmal in Anführungsstrichen neu anzufangen.

00:34:20: Was war gut?

00:34:21: Was ist gut daran?

00:34:23: Also ich sag mal so... Ich kann nicht an dem Ort heilen da wo ich gebrochen wurde.

00:34:27: also das war ja wirklich... Ich verbinde halt diesen Ort mit nur schlechten Zeiten weil das sich so geprägt hatte meinem Leben.

00:34:36: Und auch jedes Mal, wenn ich wieder zurückfahre in diese Stadt dann ist wirklich so eine Hassliebe.

00:34:40: Ich bin zwar da aufgewachsen aber habe nur noch den letzten Abschnitt immer am Kopf.

00:34:44: das plägt sich einfach ein.

00:34:47: und gibt es noch Kontakte?

00:34:51: Das heißt, dass du auch wirklich einen Grund hast hin und wieder noch hinzufahren?

00:34:54: Tatsächlich schon.

00:34:55: Ich bin tatsächlich immer noch in Kontakt mit meiner Oma.

00:34:57: Ja

00:34:58: okay dann.

00:34:58: Oma wohnt da noch?

00:34:59: Genau ja sie ist mittlerweile jetzt auch ein Dörfchen weitergezogen.

00:35:03: aber sonst ich habe tatsächlich immernoch Kindheitsfreunde die dort wohnen mit denen ich den Kontakt verloren gehabt hatte eine Zeit lang.

00:35:13: Es ist halt auch wieder zurückgekommen seit dem Turmann.

00:35:16: Das war das tatsächlich, weil man ja zusammen aufgewachsen ist.

00:35:18: Also man hat ja so sozusagen die Familie geteilt und man war eine Familie.

00:35:22: So war das bei uns jedenfalls.

00:35:23: D.h.,

00:35:25: die Freundschaften aus Kindertagen haben dir durchaus nach dem Suizid Stabilität gegeben?

00:35:32: Nicht überwiegend also ich würde sagen es ist ein kleiner Teil davon aber ich auch wirklich sehr für dankbar bin.

00:35:38: Aber überwiegend mein neuer Kreis.

00:35:39: eigentlich habe mich aufgebaut.

00:35:43: Ich muss auch sagen, die haben viel mehr Einsicht gezeigt eigentlich als der alte Kreis.

00:35:48: Die haben ihr bestes versucht, sie haben auch ihr eigenes Leben.

00:35:50: das war nur so mein Ding halt.

00:35:51: ich habe immer gedacht okay Sie gehen ja den eigenen Weg.

00:35:55: Die waren mal da aber nicht mehr so wie früher und es ist völlig in Ordnung weil ihre liebste ein eigenes leben und man kann ja nicht immer... Also vor der Haustür stehen alle fünf Sekunden und danach fragen, okay wie geht's dir?

00:36:07: Und was brauchst du uns?

00:36:08: weiter und so fort.

00:36:08: Ich meine es reicht schon alleine ein kleines Wie gehts hier?

00:36:10: oder mein Beileid oder sonst.

00:36:13: was hat schon für mich gereicht.

00:36:14: Ich war nie wirklich eine Person die viel verlangt hat von meinem Kreis.

00:36:18: Das heißt Du behüllst Dich jetzt hier wohl mit Deinem jetzigen Umfeld Mit

00:36:24: dem

00:36:25: Freundeskreisen.

00:36:27: Wie ist der Kontakt zu Deiner Familie seit dem Tod deines Vaters.

00:36:32: Zu deinen Brüdern, zu deiner Mutter?

00:36:34: hat es was mit euch gemacht als Familie?

00:36:39: Ja so ich würde sagen der Kontakt zu meiner Mutter ist wirklich immer der beste geblieben.

00:36:45: also sie war... Ich war halt auch so ein dichiges Mama Kind auch.

00:36:50: Als Kind war ich eher Papa Kind und dann mit der Zeit wurde ich so so Mama Kind.

00:36:54: Und mit meiner Mutter bin ich wirklich Ich war ja auch erst vor kurzem wieder bei ihr im Ausland.

00:37:02: Aber zu meinem Bruder hatte ich nie so einen richtigen Bezug gehabt, also klar man hat eine Kindheit zusammen und das war wirklich schön.

00:37:08: aber die gehen nämlich deren eigenen Wege und ich gehe meinen eigenen Weg.

00:37:14: hier und da telefoniert man.

00:37:16: aber dass ist nicht so.

00:37:18: was ich sagen würde dass meine Brüder viel Acht auf mich gegeben haben.

00:37:24: Sie waren auch ja immer so alles Einzelgänger.

00:37:26: Okay, das heißt innerhalb deiner Familie bezogen auf deine Geschwister hast du nicht unbedingt das Gefühl dass ihr euch gegenseitig wirklich halt geben konntet?

00:37:37: Jeder ist da... ...auf seine eigene Art und Weise mit umgegangen.

00:37:42: Genau

00:37:42: also man hat auch gesehen jeder muss irgendwie selber ein bisschen klar kommen wie da wieder am Leben stehen wir auch davor.

00:37:48: So weiter leben.

00:37:49: also ich meine zu dem Zeitpunkt als es passiert ist ... war der Kontakt sogar ein bisschen besser.

00:37:55: Weil wir haben auch immer gesagt, okay, Papa würde nicht wollen... ... dass wir uns jetzt streiten.

00:37:59: und wie waren sowieso drei kleine Streithähne?

00:38:02: Wir haben uns immer so ein bisschen schickerniert hier unterhaben.

00:38:06: Das war nie wirklich so.

00:38:07: das ich jetzt sagen würde, das war eine schlechte Kindheit oder sonst war es ja so, da ist einfach nur... Ja, wir gehen alle unsere eigene Wege und das was einer am besten tut

00:38:16: dann

00:38:17: ist halt auch einfach so ne?

00:38:22: Anders wünschen oder ist es so, wie sich das innerhalb deiner Familie mit deinen Brüdern entwickelt hat?

00:38:27: Genau richtig.

00:38:28: Oder gibt's den Moment... ...oder ja die Überlegung durchaus zu sagen ach eigentlich wäre es auch schön wenn es anders wäre.

00:38:35: Viel dir was!

00:38:37: Ja hundertprozentig also dieses Geschwisterliebend.

00:38:42: Also ein Geschwistersliebe, die fehlt mir halt einfach.

00:38:46: Die ich mir mehr erhofft hätte.

00:38:48: Oder dass halt erst auch wieder So weiter gut bleibt, wie es auch zu dem Zeitpunkt war als es gerade passierte.

00:38:54: Weil das hat ja nachgelassen wieder und das hatte nicht passieren

00:38:58: dürfen.".

00:38:59: Und ist es eher die Nähe des unkomplizierte Zusammenkommen?

00:39:04: Was dir fehlt mit ein bisschen Leichtigkeit?

00:39:07: oder tatsächlich das Reden über das was euch als Kinder mit eurem Vater passiert ist?

00:39:16: Kannst du das genau sagen?

00:39:19: Kannst du mir die Frage noch mal stellen?

00:39:20: Ja

00:39:20: gerne.

00:39:21: Ist auch etwas kompliziert, ich habe es kompliziert im Kopf glaube Könnte ja sein, dass du eher denkst mir würde das total helfen wenn ich mich regelmäßig mit meinen Brüdern über das austauschen könnte was uns passiert ist.

00:39:37: Wie die das empfunden haben wie die das wahrgenommen haben.

00:39:41: oder ist es vielleicht auch eher die Überlegung?

00:39:44: Mir fehlt einfach nur der Kontakt.

00:39:46: wir sehen uns regelmäßig und reden vielleicht über Erinnerungen wie's früher als Kinder war Dass es so eine Leichtigkeit da reinbringt.

00:39:56: Ja, also ich hätte mir halt wirklich erhofft dass so ein bisschen mehr dieses tiefgründige einfach besprochen werden könnte bei uns in der Familie.

00:40:08: Also

00:40:08: das ist Thema sein darf.

00:40:10: Der Suizid?

00:40:11: Ja genau, bei meinen Brüdern weil es eher so... Und die haben wenig drüber geredet.

00:40:17: Wenn dann nur mit deren Partnerin zum Beispiel, aber so unter uns war das nie so wirklich... Das einzige was halt in den Raum gestellt wurde, war ja Papa würde nicht wollen dass wir uns streiten und das war es auch wieder.

00:40:30: Also wirklich richtig thematisiert.

00:40:34: Da habe ich das nie eigentlich mit meinen Geschwistern, wenn da nur mit meiner Mutter sehr ausführlich sogar oder öfter halt.

00:40:40: Das heißt, das klingt so ein bisschen raus.

00:40:42: Dass du es dir wünschen würdest,

00:40:44: ein bisschen mehr von deinen

00:40:45: Brüdern zu erfahren wie's denen damit geht und wie es auch vor allen Dingen nach einer gewissen Zeit jetzt ihnen damit geht okay?

00:40:54: Hast du es mal konkret angesprochen?

00:40:56: habe ich gerade gedacht oder ist es eher so wo du denkst nee irgendwie Fragen will ich auch nicht

00:41:03: Nee.

00:41:03: also weil ich auch immer weiß wie meine Geschwister sind hab ich das nie wirklich gemacht.

00:41:07: Also deswegen ich hab was auch Ja, schnell schneller wegstecken können was das Thema angeht.

00:41:14: Klar wünscht man sich so ein bisschen mehr diesen Kontakt und dieses Tiefgründige, dass man einfach wieder dies geschwisterlich hat.

00:41:21: aber da kann ich noch so viel wünschen.

00:41:24: Da wird nichts kommen, da bin ich mir noch ganz sicher.

00:41:31: Du hast den Kontakt zu deiner Mutter weiterhin?

00:41:35: Du hast erzählt, dass du sie besuchst.

00:41:37: Das heißt der Austausch mit deiner mutter Geht da gut?

00:41:42: Kannst du sagen, dass es die Person, die dir Halt

00:41:45: gibt?".

00:41:45: Underprozentig.

00:41:46: Also klar meine Mutter hat mich so ein bisschen anfangs könnte man sagen alleine gelassen aber setze ich trotzdem.

00:41:56: also sie muss halt auch wie gesagt an ihrer eigene psychische denken was ich auch absolut verstehen kann nachdem man So ein Leben hatte was sie hatte weil sie auch wirklich echt viel durchmachen müssen.

00:42:06: Deswegen habe ich das auch so ein bisschen wieder am Vordergrund gestellt.

00:42:08: Okay, sie muss jetzt an ihr eigenes Käppchen denken natürlich also... Ich will ja auch nur das Beste für meine Mutter aber sie hat trotzdem versucht immer wieder sich zu melden, anzurufen und alle paar Monate mal herzukommen und mittlerweile bin ich ja auch alt genug dass ich selber immer hinfliegen kann.

00:42:24: Genau!

00:42:26: Deswegen ist es immer so wirklich einen Fifty-Fifty geben und nehmen zur Zeit.

00:42:31: Also ich bin auch sehr zufrieden mit dem wie das gerade läuft.

00:42:35: Ja.

00:42:37: Ich habe das gerade schon gesagt, ich finde du wirkst und erzählst dieses Thema sehr aufgeräumt zum jetzigen Zeitpunkt mit all dem was Du auch erzählt hast wie die Anfangszeit gewesen ist.

00:42:55: Hast Du Dir irgendwann in diesen zwei Jahren auch professionelle Hilfe geholt?

00:43:01: Das war nie wirklich so ein Thema bei uns in der Familie auch schon damals.

00:43:06: Es hieß eher, über familiäre Dringe sollte man außerhalb nicht sprechen.

00:43:09: So wie es bei uns an der Familie.

00:43:12: Aber letztendlich habe ich dann... ...ein zwei Gespräche mal wohl gehabt mit Ärzten oder meinen Hausärzern zum Beispiel und... ...aber richtig mit professionellen Leuten.

00:43:28: da hab' ich nie wirklich

00:43:30: Ja.

00:43:31: Ausweggefunden, sage ich mir

00:43:33: so?

00:43:34: Also du hattest da gar nicht den Impuls zu sagen okay jetzt tauchen hier Fragen auf jetzt tauchten hier Themen rund um mich herum auf oder vielleicht auch irgendwelche körperlichen Symptome die dies dir vielleicht mit dem Thema im Nachgang schwer machen das du sagst ok da muss ich mich noch mal umhören Und nochmal in Richtung Therapie oder sowas.

00:44:01: Das war nicht das, wo du sagst.

00:44:03: im aktuellen Moment brauche ich so was!

00:44:06: Also meine Mutter meinte auch, dadurch dass sie nicht da war direkt vor Ort, hat sie auch gesagt, sucht ihr am besten noch mal Hilfe professionell.

00:44:14: Dann hat sie natürlich das im Raum gestellt, dass ich mir Hilfe suchen sollte.

00:44:18: aber dadurch dass sich so mein Kopf eingebrannt hat von meiner Kindheit aus, dass familiäre Sachen nicht außerhalb geraten dürfen ist es immer noch im Kopf geblieben.

00:44:27: Ja

00:44:28: verstehe Aber ist das was, wo du sagst okay falls es sich irgendwann nochmal anders anfühlen sollte?

00:44:34: Falls mich das weiß ich nicht.

00:44:36: Wann auch immer noch mal wieder einholen solltet dass du da eine Offenheit hast oder Du hast das gerade beschrieben ah das ist eher so etwas was in unserer Familie so ein Tabuthema ist.

00:44:49: wie stehst du dazu oder sagst du ok wenn zu sein sollte?

00:44:54: Also jetzt aktuell, jetzt wo ich auch selber so ein bisschen alles sortieren konnte und reflektieren konnte von der Zeit.

00:45:00: Hätte

00:45:01: ich mir auf jeden Fall eigentlich Hilfe suchen müssen professionelle einfach nur weil vielleicht der Prozess dann ein bisschen anders ablaufen würde oder vielleicht sogar schneller laufen würde oder halt ich mir noch andere Sachen als Hobbys oder sonst was noch suchen könnte?

00:45:13: weil ich meine es ist nie verkehrt professionell Hilfe zu suchen weil die spezialisierten ... spezialisieren sich auf solche Themen und da wegzuschauen.

00:45:24: Das ist dann wirklich das, sage ich mal, dass nicht so klügste was man machen kann.

00:45:30: Ich finde es nochmal gut, dass du das erwähnst... ...und das macht ja auch noch einmal deutlich,... ...das egal ob's jetzt um Suizid geht oder... allgemein um Krisen.

00:45:41: Es ist ja einfach grundsätzlich wichtig, dass jeder für sich selber guckt okay wo stehe ich?

00:45:46: und vor allem was tut mir gut?

00:45:48: und das nochmal zu benennen und zu sagen ok es gibt Fachleute die sind auf sowas spezialisiert und es macht immer Sinn wenn man keinen Ausweg findet oder wenn man mit irgendwas überfordert ist dahin zu gucken und sich Hilfe zu holen.

00:46:01: und gleichzeitig habe ich bei dir das Gefühl da an der Stelle wo du gerade stehst dass du zum jetzigen Zeitpunkt den Weg gewählt hast, okay ich habe mir noch mal ein anderes Umfeld gesucht.

00:46:15: Ich hab mir einen Freundeskreis gesucht die da offen zu mir und zu dem Thema stehen.

00:46:21: Und du bist ja jemand, der sich einfach traut auch darüber zu sprechen.

00:46:27: Das habe ich eben auch schon nochmal erwähnt das ich das sehr beeindruckend finde was eine große Hilfe sein kann.

00:46:36: Also da zu sagen, okay für mich ist kein Tabu.

00:46:40: Erlebst du das Thema Suizid als tabu in unserer Gesellschaft?

00:46:45: Ist es noch so oder wie würdest du das sagen?

00:46:49: Es wird halt nicht so offen kommuniziert würde ich sagen.

00:46:54: Man hat ja auch selten wenn überhaupt also aus meiner Familie jetzt gab es vielleicht damals Suizidfälle, aber das wurde auch immer so klein angeschnitten und das war es noch wieder.

00:47:06: also dass wirklich dieses.

00:47:09: Ja viele Leute reagieren auch ein bisschen natürlich geschockt darauf.

00:47:12: immer dann denke ich mir auch Zum bestimmten Zeitpunkt habe ich jetzt ein bisschen zu viel gesagt oder was Falsches gesagt.

00:47:17: Ah okay, wenn du also mit deiner Offenheit im Kontakt mit anderen Personen bist merkst Du schon eine Irritiertheit?

00:47:24: Also die Angst ist halt immer noch da so ein bisschen.

00:47:28: aber das ist auch wirklich einen selten Fall gewesen weil ich wirklich... Ich such mir mein Umkreis sehr weiß aus sag ich mal so und man muss halt wirklich aufpassen wie man was erzählt.

00:47:41: Da muss man selber halt auch einfach einen guten Vertrauen mit der gegenüberliegenden Person stellen.

00:47:46: Ich würde da noch kurz gerne bleiben, also die professionelle Hilfe das haben wir gerade nochmal besprochen.

00:47:55: dir hilft es sehr gut zu gucken welche Personen in deinem Umfeld die gut tun mit denen du gut ins Gespräch kommen kannst, da bist du offen und reflektiert.

00:48:08: Was gibt es denn sonst noch für Dinge wo du sagst?

00:48:12: Wenn ich die das und das mache wenn ich mich da und damit beschäftige Das hilft mir, wenn es dann doch vielleicht mal von den Gedanken und Gefühlen gerade ganz schwer wird.

00:48:23: Ich habe auch zum Beispiel als Kind das sehr gemacht zum Beispiel zu tanzen also mir Hobbies halt gesucht wieder die von damals so ein bisschen im Hintergrund geraten sind.

00:48:33: ja und ich hab wirklich die Liebe wieder zurückgefunden zu den Hobbys die ich als Kind immer gemacht habe die ich auch so gerne immer noch jetzt mache.

00:48:42: Vor allem seitdem das passiert ist, habe ich so ein bisschen mein Weg zurückgefunden.

00:48:46: Okay, d.h.

00:48:46: Bewegung scheint was zu sein, was die gut tut?

00:48:52: Ja also auch allgemein zahlsbewegungen oder irgendwas zeichnen oder ja dieses Kindlichheit einfach was ich mal gemacht haben.

00:49:03: So ein bisschen... kam halt einfach zurück und das hat mir so ein bisschen mein Frieden wieder gegeben.

00:49:08: Sie

00:49:08: ist zu beschäftigen, weil dein Kopf ist halt auch immer mit was anderem beschäftigt oder auch Arbeit zum Beispiel.

00:49:13: also ich hab Gott sei Dank das Glück dass ich eine super tolle Arbeitsstelle habe wo ich auch echt glücklich bin und die haben mich auch ganz gut abgelenkt von dem Thema.

00:49:20: ne?

00:49:21: Ja

00:49:21: okay das heißt also einen Team zu haben wo man sich aufgehoben fühlt.

00:49:26: Magst du kurz erzählen, was du machst?

00:49:28: Ich bin Fitness-Trainer und brauche eine für mich.

00:49:30: Also das heißt

00:49:30: Bewegung

00:49:31: hast du dir

00:49:32: auch im Job gesucht dass das irgendwie nur Ressource ist die gut funktioniert.

00:49:37: wenn dann der Kopf zu viel am Kreisen ist so viele Gedanken.

00:49:41: Ja ne präsentisch ich habe ja zu dem Zeitpunkt als es mit meinem Papa passiert das hab ich auch gesagt okay es darf nicht back runter gehen es muss jetzt nur noch back aufgehen.

00:49:50: Und dann habe ich auch gesagt, warum mache ich dann einfach nicht mein Hobby zum Beruf?

00:49:54: Weil ich mach hier selber schon Fitness seit sechs Jahren.

00:49:57: und dann dachte ich mir okay wenn ich das so wieso schon so leidenschaftlich immer gemacht habe.

00:50:01: Warum spezialisiere ich mich da nicht drauf?

00:50:03: Ja gut klingt als ne... eine gute Möglichkeit,

00:50:08: sich dazu

00:50:09: zu stabilisieren.

00:50:11: Du hast von Zeichnen gesprochen.

00:50:12: also das heißt wenn die Gedanken vielleicht mal zu laut werden dann ist es für dich eine Möglichkeit dass alles ein bisschen aufs Papier zu bringen?

00:50:22: Ja

00:50:22: genau so ein bisschen halt... du sagst auch im Mandala oder sowas in der Art und das ist jetzt ein bisschen dieses therapeutische schon wieder was ich so hält immer ganz Schön finde.

00:50:35: Es ist halt so ein Moment für mich, da mache ich nur so ein bisschen ruhige Musik an dem Hintergrund und mit so einer Chance.

00:50:42: Das war wirklich ein Heilmittel gewesen.

00:50:47: Da hast du gut aber auch in dich rein gefühlt.

00:50:50: was sind Dinge die mir da große Unterstützung geben können?

00:50:54: Stabilität?

00:50:55: Also das Wichtigste sind so Aktivitäten finden, die dich davon ablegnen also dass es wirklich eine Sache... Kann ich jedem ans Herz legen, der damit zu kämpfen hat?

00:51:08: Gut.

00:51:09: Ich habe gerade noch mal gedacht... ...im Bezug auf Umfeld deine Erfahrungen die du da gemacht hast.

00:51:17: Wir hatten gerade nochmal kurz drüber gesprochen ob das in unserer Gesellschaft im Vergleich zu anderen Todessituationen noch so ein bisschen mehr Tabuthema ist.

00:51:27: Gibt es irgendwas wo du sagst bezogen auf Umfeld und Gesellschaft.

00:51:35: Was dir wichtig ist, was du gerne dazu sagen wollen würde es mit deiner Erfahrung zum Thema Suizid?

00:51:44: Ja man sollte auf jeden Fall ein offenes Ohr für solche Themen haben und auch erst recht die Zeit mit der Familie einfach schätzen bevor es wirklich zu spät ist.

00:51:55: weil ich meine man sagt ja immer ja ... schätzt die Zeit, bevor es zu spät ist bis dann wirklich einmal passiert.

00:52:00: Und da kannst du's nicht mehr rückgängig machen und dann sitzt so in diesem Loch... ...und dann musst du halt wieder mit dir selbst kämpfen.

00:52:07: Du kannst ja auch nie wissen wie dein Umfeld bezüglich das noch reagiert.

00:52:11: also.

00:52:13: Besten Aktivitäten suchen die ein davon ablenken... ...einen professionellen Hilfesuchen wenn es innerhalb... der eines Kreises zum Beispiel keine Person gibt, die nur vertauen kann.

00:52:26: Also dieses Thema anvertauen kannst.

00:52:28: Na also wirklich sprechen einfach reden und reden bis sich dein Kopf endlich Lehrer anfühlt oder wieder am Frieden ist mit dir selbst.

00:52:39: auch einfach.

00:52:40: Ja Daria du hast mich total berührt heute Und ich möchte dir Danke sagen dass Du über das doch eher schwierige Thema, dich getraut hast so offen zu reden.

00:52:56: Und ich bin mir ziemlich sicher dass auch die Hörer und Hörerin an der ein oder anderen Stelle auch da für sich vielleicht eine Menge mitnehmen können oder eine Orientierung und eine Idee bekommen was hilfreich sein könnte.

00:53:17: und dafür möchte ich dir Danke sagen.

00:53:20: Und schön, dass du heute hier warst.

00:53:22: Dankeschön, dass ich hier sein durfte!

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