#15 Assistierter Suizid: Wenn Menschen darum bitten, sterben zu dürfen

Shownotes

Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um Suizid, Trauer und psychische Belastungen. Bitte achte beim Hören auf dich selbst. Entsprechende Hilfestellen findest du hier:

Notruf Telefon: 112

Medizinischer Notdienst Telefon: 116117

TelefonSeelsorge Telefon: 0800 - 1110111 E-Mail (TelefonSeelsorge) Webseite (TelefonSeelsorge)

Agus Angehörige um Suizid e.V. Webseite (Agus)

DGS Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention Webseite (DGS)

Wann ist ein Leben noch lebenswert? Wer sollte über das eigene Lebensende entscheiden dürfen? Und welche Rolle spielen Leid, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Verantwortung beim assistierten Suizid?

In dieser Folge sprechen wir offen über das Thema assistierter Suizid. Wir beleuchten die rechtliche Situation in Deutschland sowie anderen Ländern, diskutieren ethische und persönliche Perspektiven und teilen eigene Erfahrungen zu diesem sensiblen Thema, welche deutlich machen, wie sich die Haltung dazu mit der Zeit verändern kann.

Und wie immer hoffen wir, dass es euch gefällt und lasst gerne einen Kommentar da, damit wir unsere Folgen weiter verbessern können.

Filmempfehlungen:

  • Ein ganzes halbes Jahr (2016)
  • Das Meer in mir (2004)
  • Hin und weg (2014)
  • Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster (2022)
  • Gott von Ferdinand von Schirach (2020)
  • Ziemlich beste Freunde (2011)
  • Liebe (2012)

Eine gute Aufarbeitung des Falls von Noelia Castillo findet ihr im Podcast "Mordlust":

(https://open.spotify.com/episode/6OobjeVQzuvRMHaW364UuG?si=ow6oV-CoTg6FGZhRaCq-Yw))

Instagram (Vom Ende her gedacht)

Email: vomendehergedacht@gmail.com

Instagram (Traumfänger e.V.)

Instagram (Overberg Bestattungen)

Instagram (Sara)

Transkript anzeigen

00:00:00: In dieser Folge sprechen wir über das Thema Suizid und uns ist bewusst, dass das Thema sensibel ist und bei manchen Menschen belastende oder triggende Gefühle auslösen kann.

00:00:11: Bitte hört diese Episode nur wenn ihr euch dazu in der Lage fühlt und gut auf euch achten könnt!

00:00:18: Falls euch die Inhalte berühren oder ihr selber betroffen seid dann gibt es Menschen- und Anlaufstellen, die zuhören und die euch unterstützen.

00:00:28: Entsprechende Hilfsangebote haben wir in den Show-Noten zusammengestellt.

00:00:58: Ja, herzlich willkommen und guten Morgen auch ihr da draußen.

00:01:02: Und ich habe heute Sarah hier die ja schon im Podcast mal mitgemacht hat allerdings aus einer ganz anderen Rolle und ich freue mich weil.

00:01:11: Sarah du bist jetzt auch Podcasterin und gehörst zu unserem Team!

00:01:16: Ich freu mich auch

00:01:17: schön dass du dabei bist und somit haben wir unsere erste Folge heute gemeinsam Zu unserer Reihe rund um das Thema Suizid.

00:01:27: und um das ganze Rund zu machen, wollen wir uns heute noch ein bisschen mit all dem Thema Assistierter-Suizid aktive Sterbehilfe usw.

00:01:38: unterhalten.

00:01:39: Und weißt du was?

00:01:40: Als ich mich vor ein paar Tagen damit ein bisschen beschäftigt habe und nochmal ein bisschen gelesen habe wie es eigentlich war erklärt man das, ist mir nochmal wieder eingefallen.

00:01:52: und da sind wir bei einem Aspekt.

00:01:54: Und zwar bei der indirekten Sterbehilfe im Rahmen der Palliativmedizin.

00:02:01: Ich weiß gar nicht ob ich die schon mal davon erzählt habe.

00:02:04: als mein Vater verstorben ist ging es zum Ende auch um so eine palliativ medizinische Begleitung.

00:02:11: Dann kam dieser Begriff natürlich... wie selbstverständlich mit einbezieht und zwar die Morphiumgabe, die natürlich von einem Arzt bestätigt werden muss und genehmigt werden.

00:02:25: Und ich erinnere mich noch gut dass wir darüber aufgeklärt wurden mein Vater natürlich auch und dem zugestimmt haben weil es ja auch darum gehen sollte Schmerzen zu nehmen die innere Unruhe zu nehmen und das ganze dann eben in der Endphase zu erleichtern.

00:02:44: Erst mal theoretisch alles sehr safe und sehr abgesprochen, und ich erinnere aber als dann die erste Morphiumgabe gegeben wurde.

00:02:51: Und tatsächlich mein Vater relativ schnell nach der ersten Morphiomgabe verstorben ist dass es den Moment bei mir gab und auch noch ein bisschen nachhaltiger Ui.

00:03:01: was wäre denn eigentlich gewesen wenn wir das nicht entschieden hätte oder mein Vater nicht entschieden hatte?

00:03:08: Dass der gestorben wäre ist mir klar!

00:03:10: Aber sicherlich oder Fragezeichen, vielleicht nicht so und später und länger.

00:03:19: Und das sind Dinge die noch ein bisschen nachgehalten haben.

00:03:22: ich weiß nicht ob du das kennst, ob du es verstehst wie ich das meine

00:03:27: total weil dass bei mir auch immer noch sehr präsent ist.

00:03:31: Das war ja genau das gleiche in dem Krankheitsfall meines Mannes der Nach Komplikationen während der Krebstherapie.

00:03:40: Lange im Krankenhaus gewesen zum Schluss und dann haben wir uns entschieden, dass er nach Hause kommt zum Sterben.

00:03:46: Und dann war er noch dreieinhalb Wochen zuhause.

00:03:48: in den Dreienhalb Wochen habe ich mich um die Medikamentengabe gekümmert.

00:03:52: also wir hatten eine ambulante Palliativmedizinerin an der Hand, die mich eben eingewiesen hat.

00:03:58: Wir hatten ganz viele verschiedene Menschen da.

00:04:00: Ich hatte eine Dame da Die Expertin war für die Ernährung über den Port, weil er eben nicht mehr genug gegessen und getrunken hat.

00:04:10: Und die hat auch zum Beispiel klar zu mir gesagt ich gucke mir das jetzt an ob sie das können, ob Sie dazu in der Lage sind... ...und wenn ich meine dass das geht dann lasse ich Sie das machen.

00:04:20: und wenn nicht?

00:04:21: Dann kommt hier ein Pflegedienst!

00:04:23: Also wir haben viel gesprochen und diskutiert und auch so die ersten Tage geguckt was geht und was geht nicht.

00:04:28: Und ich für mich habe dann entschieden, dass zu viel Pflegedienst uns sehr einengt in der Struktur des Tages.

00:04:35: Also das ist super wertvoll wenn die da sind aber man hat natürlich so einen Stundenplan.

00:04:41: Die kommen dann um acht und abends um siebzehn Uhr und wenn die um sieben Uhr kommen heißt es dann muss man aber im Bett sein beziehungsweise die zu pflegende Person weil dann eben diese Ernährung angestöpselt ist und man nicht mehr ganz so mobil ist.

00:04:56: Das waren so Faktoren, dass ich gesagt habe, ich möchte möglichst viel selber übernehmen.

00:05:02: Was im Nachhinein betrachtet auf der einen Seite gut und auf die anderen Seite hab' ich schon oft gedacht, boah was hast du da eigentlich alles so gemacht?

00:05:09: Und geleistet und ausgehalten... Ja dann habe ich eben immer diese Ernährung verabreicht aber eben auch so Medikamente wie Morpheum und nicht nur als Tabletten sondern auch eben als Spritzen.

00:05:24: Das sind schon krasse Entscheidungen.

00:05:26: und irgendwann hat die Palliativmedizinerin mir auch gesagt, das geht jetzt gerade steil bergab.

00:05:32: Und wenn sie merken dass er mehr Schmerzen hat, dass er unruhiger ist dann dürfen Sie in eigenem Ermessen die Abstände verkürzen.

00:05:42: Und auf der einen Seite ist es brügend zu wissen ich muss nicht ein zwei Stunden auf jemanden warten der da kommt und was verabreicht Und auf der anderen Seite denkt man so und ich stelle ihn jetzt hier gerade ruhig.

00:05:54: Ja,

00:05:54: genau!

00:05:56: Das ist der Teil wo ich grade denke wie du das auch erzählst vielleicht einfach noch mal klar zu benennen da sind alle auf der sicheren seite dass es total safe das so zu tun.

00:06:08: also die frage stellen stellt sich gar nicht aber es macht ja emotional mit einem selber was

00:06:13: sehr

00:06:13: über solche entscheidungen oder in deinem falle ja sogar tatsächlich das auch selber ausgeführt zu haben.

00:06:20: Ich habe gerade gedacht, hast du eine Begleitung bekommen?

00:06:23: Also gab es irgendwen der dann nochmal gesagt hat Mensch wie gibts dir damit?

00:06:27: oder was löst das mit dir aus?

00:06:29: Wenig.

00:06:31: Wir hatten auch noch einen ambulanten Pfleger da.

00:06:35: Der hat nicht so viel an meinem Mann quasi pflegere Tätigkeiten ausgeübt sondern er war von diesem Palliativdienst.

00:06:43: Der hat auch immer so gecheckt, passt das alles von den Medikamenten?

00:06:47: Also im Zusammenspiel mit der Palliativmedizinerin.

00:06:50: Der war schon ein Stück für mich da und manchmal hat auch die Palliativerztin mit mir gesprochen und mich bestärkt.

00:06:56: in allem aber dass das jetzt so sehr engmarschig war kann ich nicht sagen.

00:07:00: also das war ja schon.

00:07:03: wie gesagt im Nachhinein bin ich sehr überrascht was sich da alles so konnte fast noch überfahren von der Situation.

00:07:13: Aber die Alternative wäre gewesen, dass er im Krankenhaus stirbt und hat alles sein für und wieder.

00:07:19: aber so konnten wir uns eben am Ende auch nach seinem Tod in Ruhe verabschieden.

00:07:25: Meine Mama ist ja damals im Krankenhaus gestorben.

00:07:27: das fand ich alles sehr schnell den Abschied.

00:07:30: man durfte zwar noch bei ihr sein aber dann ist man irgendwie gefahren und hat sie ja nicht mehr gesehen aktiv dafür entschieden, dass mein Mann zu Hause stirbt.

00:07:42: Aber es ist schon auch eine Herausforderung das alles zu leisten und ich muss sagen in den letzten Tagen war das auch so... Ich bin körperlich auch an meine Grenzen gegangen, muss ich ganz ehrlich sagen Mein Mann war ein großer starker Mann der zwar zum Schluss sehr abgebaut hat aber Den umzubetten wenn man nicht auf den Pflegedienst warten möchte Das ist schon eine krasse Herausforderung.

00:08:03: Ja und da kommen ja dann viele Themen zusammen.

00:08:05: Auf der einen Seite den Teil wie ist der Rhythmus der Medikamentenvergabe, was wir gerade gesagt haben.

00:08:11: Gerade wenn es dann in welchen Stellenwert hat das gegebenenfalls dass es lebensverkürzend sein könnte auch wenn das rechtlich alles safe ist?

00:08:20: aber das löst ja eben etwas aus plus der Körperlichkeit die du beschreibst was ihr an Pflege trotzdem noch dazu kam.

00:08:27: auf jeden Fall also ich habe ja indirekt seinen Todeszeitpunkt bestimmt.

00:08:31: natürlich wäre er auch so gestorben aufgrund der Schwere der Krankheit den Rhythmus der Medikamenten gab, habe ich das mitbestimmt sozusagen.

00:08:43: Das ist schon schwer auszuhalten muss ich sagen.

00:08:46: Irgendwann hat auch meine Schwiegermutter gesagt so soll ich mal eine Nachtschicht übernehmen und dann hab' ich gesagt dass es total lieb gemeint aber das geht faktisch quasi kaum.

00:08:55: also ich habe ja nachts auch neben ihm gelegen und habe einfach geguckt welche Reaktionen er jetzt gerade noch braucht.

00:09:01: Medikamente dann jemand anderes, das plötzlich übernimmt und das gar nicht alles so deuten kann.

00:09:08: Und mich dann doch weg und ich dann in dem Moment entscheiden muss was und wie viel bekommt er denn jetzt?

00:09:13: Es ist natürlich super schwierig!

00:09:15: Er hatte unter der Bauchhaut Subkotan einen kleinen Schlauch, sag' ich mal wo ich die Morphiumgabe ansetzen konnte.

00:09:24: Das war ein bisschen einfacher als ihm immer direkt in den Haut zu spritzen.

00:09:28: Eines Nachts ist aber dieser Schlaucht geplatzt also das ganze Medikament ist mir quasi ins Gesicht gespritzt So, und dann muss man ja auch entweder in der Lage sein eine neue Nadel zu setzen oder halt mit der Spritze direkt zu spritzen.

00:09:41: Also das sind so Sachen... Man muss sich sowas dann zutrauen in dem Moment.

00:09:46: Man kann ja nicht nachts um drei sagen wo Mist?

00:09:49: jetzt muss ich hier irgendwie einen anrufen der sofort kommen muss weil er braucht jetzt ne Morphiumgabe.

00:09:54: Und deswegen Ja muss man gut überlegen ob man das Kann und möchte und eben auch mit seinem Gewissen vereinbaren kann ... dass man da gerade in den Tod begleitet.

00:10:04: Ja,

00:10:04: genau und gleichzeitig glaube ich... ...dass man da vielleicht auch so reintrudelt mit dem was du ja auch eben gesagt hast.

00:10:11: irgendwie war klar der Wunschklinik nein.

00:10:14: Ja bitte dann ist es die Alternative.

00:10:16: gut Pflegedienst wäre eine Option.

00:10:18: dort ist gute Gründe auch dich dagegen zu entscheiden und das klingt auch ein bisschen so.

00:10:23: dann trudelt man da auch so rein und übernimmt dann doch an Stellen ne Verantwortung weil man eh schon in diesem ganzen Thema drin ist, wo man im Nachgang denkt okay was war das eigentlich?

00:10:37: Genau also in dem Moment habe ich das gar nicht hinterfragt.

00:10:41: Ich hatte letztens noch mal so ein Flashback weil ich so in meinem Handy einen Wecker einstellen wollte und dachte was ist denn das für eine abartige Uhrzeit drei Uhr nachts wann hast du dich da denn mal wecken lassen?

00:10:51: Und das waren aber diese Medikamenten-Rhythmen quasi, ne?

00:10:55: Also ich hab mir Nachtswecker gestellt.

00:10:56: Wenn dann irgendwie so fünf, sechs Stunden vorbei waren um zu gucken wie geht's ihm?

00:11:00: Braucht er die nächste Gabe?

00:11:03: und da sind wir ja irgendwie Um.

00:11:05: wenn wir gleich nochmal auf die anderen Bereiche kommen mittendrin also selbst auch bei diesem bei dieser Palliativmedizin Steckt ja trotzdem auch was drin von Wie lange kann, wie lange soll?

00:11:22: Wie lange darf Leben dauern und was bewirkt auch das.

00:11:27: Und ich finde klar so lange der Patient da selber auch noch mit dabei ist und sagt ne Das ist jetzt mein Weg Ich habe mich für palliativ Medizin entschieden dann bedeutet dass auch wenn ich A sage sag ich B und C und gleichzeitig gibt es ja uns Angehörige oder die Angehöhrigen und Da auch zu gucken Was halte ich aus?

00:11:49: Wie viel geht für mich?

00:11:51: Gehe ich den Weg mit, muss ich mich davon stückweit distanzieren.

00:11:54: Die Fragen stellen sich ja auch an der Stelle zumindest für mich

00:11:59: Ja auf jeden Fall also Wobei ich ja.

00:12:03: wie gesagt vorher habe Ich gesagt ich kann das und ich mache das und im nachhinein denke ich Boah vielleicht war es auch eine Schippe zuviel.

00:12:10: Das ist natürlich ein krasses Thema einfach.

00:12:14: aber mein Mann hat Als er noch klarer war, immer gesagt, er möchte zu Hause sterben.

00:12:19: Und dann wollte ich ihm und uns das eben auch ermöglichen und habe meine Sorgen vielleicht hinten angestellt.

00:12:27: Da ging es um meinen Mann wobei er in den letzten Tagen gar nicht mehr so wirklich seiner Sinne war.

00:12:33: Dann war aber die Aussage der Palliativärztin ich das jetzt so routiniert schon drin habe, dass sich das weitermachen soll wie vorher.

00:12:42: Weil er eben keine Aussagen mehr tätigen konnte.

00:12:47: Ja und dann verändert es sich ja schon in dem Moment

00:12:48: wieder was?

00:12:49: Ich hatte keine Zustimmung, keine Aktiven von meinem Mann.

00:12:51: Genau wenn

00:12:51: du sonst die Reaktion oder die Zustimmung von deinem Mann hattest ist dann die Situation eine andere.

00:12:57: Und vielleicht auch zu merken oh jetzt liegt die Verantwortung zu Hundert Prozent auf meinen Schultern und auch an meinen Empfindlich-und Befindlichkeiten.

00:13:07: Und dann meinte die Ärztin eben auch, ich soll Aussagen von ihm auch ganz neutral betrachten wie gewichtig die jetzt sind und wie klar sie sind oder ob er gerade in solchen Medikamenten waren ist.

00:13:19: Also ich musste ja zum Schluss auch noch abwägen.

00:13:23: Es gab eine verrückte Situation irgendwie... Da legte er sich auf den Bauch ins Bett und dann habe ich gesagt du musst dich umdrehen sonst komme ich nicht an deinen Port für diese Ernährung.

00:13:36: Nein, ich will den Beutel jetzt nicht.

00:13:38: Weil er dann ja immer so ungefähr zehn Stunden da dran gekettet war in Anführungsstrichen.

00:13:43: Wenn du dich jetzt nicht umdrehst, kann ich dir die Ernährung nicht geben?

00:13:45: Nein, Ich will das nicht!

00:13:47: Ja was soll ich tun?

00:13:48: Er lag auf dem Bauch und dann habe ich diesen Beutelt vorbereitet.

00:13:50: der durfte irgendwie ein paar Stunden... Also da kamen so Zusätze rein und er durfte ein Paar Stunden durfte da liegen bevor der angehängt wird.

00:13:57: Das wusste ich dass der nicht sofort schlecht wird an Anführungen strichen Und dann hab' ich ihn vorbereitet um ihn quasi direkt anzuhängen wenn er sich umdreht Dann hat er sich nachts irgendwann umgedreht, dann habe ich ihn quasi auch geweckt.

00:14:09: Ich hab gesagt soll ich dir jetzt den Beutel anhängen?

00:14:10: Nein!

00:14:13: Gut, dann musste ich halt erstmal schlucken weil man ja weiß was das bedeutet wenn er dann gar nichts mehr ist und trinkt.

00:14:20: Und nächsten Morgen fragte er dann warum habe ich keinen Beuteln dran?

00:14:24: Ja, ich gesagt weil du das nicht wolltest.

00:14:27: Okay, so möchtest du denn jetzt haben?

00:14:29: Nein

00:14:31: Aber da sind ja schon Dinge wo man kurz denken kann Auch ich als außenstehende Person.

00:14:39: Sind denn diese Überlegungen tatsächlich gut, das Innerfamilie zu lösen?

00:14:44: In dem Falle Mann und Frau.

00:14:46: Oder braucht es da vielleicht doch um den Abstand zu gewähren weißt du?

00:14:52: Und die Emotionalität rauszulassen Fachpersonen?

00:14:56: Ja, da habe ich mich dann auch rückversichert sozusagen bei der Ärztin und hab gefragt darf Ich das jetzt so machen?

00:15:03: und sie hat gesagt wenn er das so klar geäußert hat Dann ist das Jetzt Die Entscheidung.

00:15:08: Und sie hat gesagt, mit dieser Ernährung wird er ja nicht gerettet.

00:15:12: Das sind ein paar mehr quälende Tage ... Aber es ist ja nicht lebensrettend.

00:15:18: Trotzdem löst das was aus?

00:15:20: Genau!

00:15:21: Dieser Tag war ungefähr eine Woche bevor mein Mann gestorben ist und ab diesem Tag hat er keine Ernährungen über den Port mehr bekommen.

00:15:30: Dann hatte er im Prinzip auch nichts mehr gegessen und nur noch schluckweise getrunken.

00:15:35: Ja... Ich merk schon beim Zuhören auch, da ploppen bei mir das Thema nochmal wieder auf.

00:15:43: Dadurch dass du selber diejenige gewesen bist, die es umgesetzt hat noch mal in er deutlich höheren Intensität und all der Berechtigung, ich finde es wunderbar, dass es diese Optionen der Palliativmedizin in diesen Form gibt.

00:15:57: Und gleichzeitig ist der emotionale Teil da und wirkt einfach nach.

00:16:04: Es ist eine Bürde!

00:16:06: Kann man nicht immer sagen.

00:16:07: Genau, genau.

00:16:09: Vielleicht kommen wir zu den anderen Bereichen was es gibt... Wir haben uns vorhin schon mal kurz drüber unterhalten dass es ja dem Begriff des Assistierten Suizid gibt es die Beihilfe zum Suizide wo es innerlich um identische Dinge geht und ich gelesen habe das eben der Assistierte Suizit eher so im alltäglichen Gebrauch und Begriff genutzt wird.

00:16:40: Und die Beihilfe zum Suizid ist dann eher der Fachbegriff oder der juristische Begriff, und beides beinhaltet Identisches.

00:16:48: Dann gibt es noch den Begriff der aktiven Sterbehilfe und zwischen den beiden Dingen gibt's einen Unterschied?

00:16:56: Ja genau also Beihhilfe zum suizid is glaube ich einfach schon länger geläufig und das deswegen so in juristischen Kreisen immer ja Benutzt.

00:17:06: sozusagen, ich glaube die aktive Sterbehilfe ist gerade ja in aller Munde.

00:17:13: Zumindest in Europa weil es eben diesen Fall gab der in der Presse aufgetreten ist.

00:17:17: auch vielleicht ist er deswegen bei vielen schon präsenter.

00:17:21: Ja und vielleicht nochmal zur Erklärung aktive Stärbehilfen gilt.

00:17:24: juristisch gilt es als Tötung

00:17:27: Tötungen auch verlangen

00:17:28: was halt eben nicht erlaubt ist

00:17:31: ... in Deutschland nicht erlaubt ist, genau.

00:17:33: Genau!

00:17:33: In Deutschland du

00:17:33: kommst gleich noch mal zu, das stimmt... Ja, genau!

00:17:35: ...in Deutschland nicht es erlaubtest.

00:17:36: und vielleicht nochmal zu den anderen beiden Begriffen da geht's ja darum dass der Patient denn das Mittel der Wahl was es denn dann sein soll sich selber nimmt, zufügt, schluckt wie auch immer

00:17:50: bei den Patienten.

00:17:51: Genau also ein Arzt darf ja glaube ich sogar einen Zugang legen und alles vorbereiten

00:17:55: und nur

00:17:56: noch der letzte Schritt muss vom Patienten selbst

00:17:58: also das Rettchen

00:18:00: aufdrehen.

00:18:00: oder manchmal geht es, glaube ich auch mit Tabletten.

00:18:02: Oder eine Spritze.

00:18:03: also ein Arzt darf alles bis zum letzten Detail vorbereiten aber der Patient selbst muss eben in der Lage sein sich das selber zu verabreichen.

00:18:11: und aktive Sterbehilfe ist eben dass dann ein Arz das Medikament auch verabreicht und der patient nichts tun muss.

00:18:18: in dem Sinne Ja genau, das ist eben der große Unterschied und deswegen rechtlich in vielen Ländern sehr unterschiedlich.

00:18:26: Und gleichzeitig du hast es gerade angesprochen durchaus ja der Wunsch bei Menschen in bestimmten Lebenssituationen Der Wunsche nach aktiver Sterbehilfe sehr laut ist.

00:18:38: Du kannst ja vielleicht den Fall nochmal kurz...

00:18:41: Es geht um den Fall von Noéa Castillo einer jung-spanischen Frau.

00:18:46: Der Fall ist superkomplex.

00:18:48: Es gibt auch teilweise irreführende Berichterstattungen und das soll gar nicht respektlos erscheinen, wenn wir jetzt hier das nur ganz kurz anreißen aber das würde sicherlich sonst den Rahmen sprengen.

00:18:58: Diese Frau hatte in ihrer Kindheit und Jugend schon sehr viel mit psychischen Problem zu tun hat mehrfach versucht sich zu suizidieren.

00:19:06: also ihre Leidensgeschichte geht sehr sehr lang auf jeden Fall.

00:19:11: Und schlussendlich hat sie nach Sexuellen Übergriffen nochmal versucht sich zu suizidieren, was nicht geglückt ist.

00:19:18: Sie hatte danach sehr starke körperliche Schmerzen, konnte nicht mehr gut gehen und war sowohl psychisch als auch körperlich wirklich am Ende und hat dann eben spanische Ärzte gebeten Sterbehilfe wahrnehmen zu können.

00:19:35: Genau das wollte dann wiederum ja ihr Vater nicht gerichtlich dagegen angegangen, also es war ein sehr großer Kampf für sie.

00:19:44: Es wurde dann bewilligt weil eben ihre psychischen und körperlichen Schmerzen gesehen wurden.

00:19:49: trotzdem ist der Vater dann dagegen angegangen und das war ein Sehr sehr großes hin und her.

00:19:56: ich verstehe beide seiten nicht verstehe den vater Ich verstehe die sichtweise von noelia und Ja im endeffekt wurde dann

00:20:04: nach

00:20:05: viel hin und Her ihrem Wunschstand stattgegeben und ja ärzte haben sie unterstützt bei ihrem Weg und sie durfte dann die aktive Sterbehilfe in Anspruch nehmen, was ja eben wie gesagt bedeutet dass Sie nicht die Medikamente aktiv nehmen musste sondern das die Ärzte eben ein tödliches Medikament verabreicht haben.

00:20:26: Was in Spanien eben so auch legal ist aber genau ein sehr komplexer Fall, ein sehr vielschichtiger Fall und hat mich auf jeden Fall sehr berührt und zeigt eben in Europa So was aber möglich ist.

00:20:43: Aber das braucht ja Behörden, die prüfen Ist es eine Situation oder gibt es drum herum und der Wunsch dieser Frau, dass her, dass auch tatsächlich umgesetzt werden kann?

00:20:59: Ganz so einfach zu sagen, ne?

00:21:01: Auch wenn es in Spanien eine Erlaubnis gibt.

00:21:03: So einfach ist das ja nicht!

00:21:04: Ne, es müssen auch mehrere Ärzte unabhängig von der Gutachten... Genau, es gibt die Gremien

00:21:07: dafür und Gutachten.

00:21:08: Ja, Frankreich hat da gerade einen ähnlichen Gesetzesentwurf.

00:21:12: Ich glaube sie sind noch nicht soweit aber genau, auch die haben da grade politisch was im Gange sozusagen.

00:21:22: Also es ist eine Diskussion, die spaltet.

00:21:26: Ja und du deutlich wie jetzt Wenn Angehörige natürlich sagen, auf gar keinen Fall was du davor hast

00:21:33: und

00:21:33: da sind wir bei dem Teil.

00:21:35: Was ist denn dann selbstbestimmtes Sterben?

00:21:39: Selbstbestimmte Leben wollen wir also?

00:21:41: ne wie weit geht selbstbestimmtes sterben und der Wunsch danach wenn Familienangehörige wieder der Vater sagt auf gar kein fall der sicherlich aus seiner Position und aus seinem Blick eine Berechtigung hat zu sagen, ich kann auf gar keinen Fall in dieser Form meine Tochter gehen lassen.

00:21:59: Ja genau!

00:22:00: Also oft ist das ja auch so Trauer-und Verlust, also egoistische Motive hat, hört sich jetzt hart an.

00:22:06: aber er wollte eben seine Tochter als Mensch nicht verlieren und hat vielleicht... Das kann ich natürlich schwer beurteilen, aber in dem Sinne eher seinen Verluste gesehen als den Schmerz der Tochter würde ich mal beurteilten.

00:22:20: Sonst hätte er sicherlich kein Veto eingelegt und vor allem in dem Maße.

00:22:24: Das ist ja richtig gerichtlich entschieden worden, ob sie jetzt diese Sterbehilfe empfangen darf oder eben nicht?

00:22:30: Ja!

00:22:31: Aber das sind die Dinge, die wir uns auch schon ein Stück angeguckt haben wenn es allgemein um Suizid geht.

00:22:37: Sich jemand entscheidet jetzt mal ganz unabhängig von Sterbehhilfe, Beihilfe wie auch immer... Die Diskussion Die Person, die es betrifft und Angehörige drumherum.

00:22:51: Das sind ja immer ... Da sind ja Welten dazwischen.

00:22:55: Und was du grade auch gesagt hast, die Personen, die's nicht wollen, die angehörigen, sie sehen das aus ihrer Befindlichkeit und Empfindlichkeit oder aus ihrer Position.

00:23:06: Und dass es schwer ist da jemanden loszulassen sich dann aber in die Situation rein zu versetzen zu gucken, wie geht's denn der Person unabhängig von dem was sie erlebt hat oder welche Krankheit sie gerade hat?

00:23:19: Das bedarf ja viel.

00:23:21: Diesen Wandel hatte ich ja auch.

00:23:25: also vor zehn Jahren war meine Mama ja schwer erkrankt und ich weiß noch es war irgendwie im März ein schöner Sommertag und wir saßen draußen und sie hat so geweint Fahre mich in die Schweiz oder fahre ich nach Holland.

00:23:41: Ich halte das nicht mehr aus und ich habe geweint und hab gesagt, ich kann das

00:23:46: nicht.".

00:23:47: Und in dem Moment habe ich ja auch egoistisch gehandelt.

00:23:51: Ich habe gesagt,"Ich kann dich nicht wegfahren weil ich dich als meine Mama nicht verlieren kann.

00:23:56: Ich kann keine Beihilfe zum Suizid dir ermöglichen".

00:24:01: Ich konnte das emotional nicht und zehn Jahre später oder neun Jahre später, als mein Mann eben erkrankt war, habe ich völlig anders über diese Thematiken nachgedacht.

00:24:10: Ja.

00:24:10: Hat sich natürlich in der Zeit auch rechtlich viel, viel getan, ne?

00:24:12: Als meine Mama, zwei Tausend sechzehn krank war, war das eben ja noch gar nicht straffrei in Deutschland.

00:24:19: deswegen hat sie ja auch um Schweiz- oder Holland gebeten.

00:24:23: Und ... Genau, seit zwei Tausendzwanzig ist es ja eben generell erst mal straffrei in Deutschland.

00:24:29: So dass das bei meinem Mann eine ganz andere Thematik dann auch war und dann kam aber eben andere Schwierigkeiten beim Mann dazu.

00:24:37: Also während seiner Erkrankung die er sehr lange gedauert hat, hatte er immer wieder geäußert, dass er nicht so sterben will wie meine Mama, die eben zum Schluss ja auch sehr krank war und palliativ Medizin bekommen hat.

00:24:49: Und dann habe ich mich zwischendurch immer mal informiert eben zum Schluss, als es so Richtung Tod dann ging.

00:24:57: Und dann war's eben gar nicht mehr so einfach.

00:25:00: also erstens war er nicht immer klar her seiner Sinne und das ist schon ein großes Problem.

00:25:06: du musst ja Als Betroffener klar äußern ich möchte jetzt gehen und dass auch dauerhaft und nicht sprunghaft.

00:25:13: Dann ist es schwierig Mediziner zu finden der das auch unterstützt.

00:25:18: also generell dürfen Ärzte zwar sagen, dass das zu ihrem Portfolio dazugehört.

00:25:23: Aber das macht ja keiner.

00:25:24: oder hast du schon mal auf einer Homepage gesehen so?

00:25:26: Ja und zu unserem Katalog gehört Beihilfe zum Suizid.

00:25:30: Nein nein!

00:25:30: Auf gar keinen Fall.

00:25:31: Also ich auch nicht.

00:25:33: dann so informiert man sich hört man rum und findet aber niemanden der das macht.

00:25:37: und sogar die Palliativmedizinerin hat zu mir gesagt aus ethischen Gründen unterstützt sie das nicht.

00:25:44: So wie gesagt also rein rechtlich war es bei uns dann eh nicht mehr möglich Weil mein Mann eben ja so schwammig und sprunghaft war, was überhaupt so sein Dasein anging.

00:25:56: Und er hat aber mal einmal in so einem klaren Moment ... Da war eine Freundin von mir da die Krankenschwester ist, hat er sie gefragt Wie viel Morpheum muss ich in eine Spritze ziehen?

00:26:06: Und in meinen Port drücken damit es vorbei ist.

00:26:09: Und sie hat ehrlich geantwortet gesagt weiß ich gar nicht.

00:26:12: Dann hatte meine Schwiegermutter total Angst und hat gesagt, was ist denn wenn der jetzt hier gleich liegt?

00:26:18: Weil er sich das selber verabreicht hat.

00:26:19: Und dann konnte ich sie aber beruhigen hab gesagt Das bekommt er motorisch gar nicht hin Denn all diese Apparaturen sind ja mit Absicht auch so gestaltet Dass man sowas eben nicht so einfach machen kann.

00:26:30: also Morphium wird in ganz kleinen Dosen ja nur rausgegeben sozusagen.

00:26:35: Also muss einzelne Ampullen aufbrechen.

00:26:37: Man hätte das mit einer Spritze aufziehen und in eine andere Spritzen geben müssen, die überhaupt auf den Port passt.

00:26:42: Der mit Schraubmechanismus funktioniert also... Das sind so Umstände.

00:26:48: sich in so einer Situation selbst zu suizidieren ist halt sehr schwierig was vielleicht ja auch

00:26:52: gut ist.

00:26:53: Aber deutlich wird hier dass er sich damit auseinander gesetzt hat?

00:26:55: Auf

00:26:55: jeden Fall aber eben nicht dauerhaft genug sozusagen.

00:26:58: Ja genau und gleichzeitig habe ich mir die Frage gestellt Also wenn wir mal grundsätzlich zu dem Thema nochmal gucken Patientenverfügung, Vorsorgevollmachten.

00:27:08: Das sind ja Dinge wo sich bestmöglichst alle Menschen so früh wie möglich Gedanken drüber machen sollten und eigentlich nicht erst...

00:27:17: Wie

00:27:18: man glaubt ab einem gewissen Alter ich sag jetzt mal siebzig plus dann kann ich mal anfangen.

00:27:24: das ist ja im alltäglichen Leben oder beziehungsweise sowas dass leben alles bringen kann nicht unbedingt sinnführend.

00:27:33: aber Die Frage ist ja, ob man soweit geht tatsächlich auch über die Beihilfe zum Suizid zu sprechen im Rahmen der Diskussion von Vorsorgevollmachtenpflege.

00:27:50: Wie heißt das?

00:27:51: Patientenverfügung!

00:27:54: Ich glaube ehrlicherweise wenn ich da jetzt richtig informiert bin dass das alles aber gar nichts bringt.

00:27:58: für Beihhilfe zum suizid Glaube du musst, auch wenn du eine Patientenverfügung hast.

00:28:05: Musst du zum Schluss dauerhaft her deiner Sinne sein, sonst wird dir das nicht gegeben...

00:28:11: Das glaube ich auch!

00:28:12: Aber trotzdem könnte man ja in eurem Fall als Paar oder ne?

00:28:16: Wenn es um Eltern und Kinder geht.

00:28:20: Ja drüber sprechen aber das passiert ja glaub ich so weitgehend selten.

00:28:27: Du meinst das generell über dieses Thema gesprochen wird?

00:28:30: Also

00:28:30: wenn ich mich damit auseinandersetze und meine Degen sage okay, ich will jetzt eine Vorsorgeformerpatientenverfügung.

00:28:36: Und gleichzeitig das stimmt was du sagst aber trotzdem ja zu meinem Partner sagen könnte aber bezogen auf die Situation wenn ich weiß ich nicht war es wünsche ich mir von dir Das ist ja die Frage, wie viele sich dieser Diskussion innerhalb einer Familie, innerhalb einer Ehe auseinandersetzen.

00:28:58: Ja das weiß ich gar nicht aber das würde vielleicht das ein oder andere Vereinfachen wenn sich getraut wird sogar tatsächlich soweit zu denken?

00:29:10: Ja das macht vieles einfacher.

00:29:14: Kurz hatten wir dieses Gespräch aber eben auch viel zu spät.

00:29:17: Was du schon sagst, ich glaube es macht das einfacher wenn man solche Gespräche im gesunden Zustand führt.

00:29:22: wie sehe ich das Leben?

00:29:23: Wie sehe ich den Tod?

00:29:25: Wie seh' ich Unfälle oder unheilbare Krankheiten... Und

00:29:28: dass ist ja eine Haltung!

00:29:29: Ich kann dir ne Haltung haben und sagen sowas kommt für mich never niemals in Frage völlig egal in was für nem gesundheitlichen Ausnahmezustand ich bin.

00:29:38: Aber meine Haltung lässt es nicht zu.

00:29:40: Das meine ich.

00:29:41: Ja, meine Haltung hat sich ja zum Beispiel auch verändert.

00:29:43: Von der Krankheit meiner Mama bis zu der Krankkeit meines Mannes.

00:29:48: und ich glaube wenn man nie Berührungspunkte damit hatte, hat man wahrscheinlich immer sehr ähnliche Haltungen dass man das vielleicht gar nicht befürwortet.

00:29:56: Absolut!

00:29:57: Und ich habe eben mein egoistische Aussage von ... gegenüber meiner Mama zu, meine Haltung gegenüber der Krankheit meines Mannes ja komplett verändert.

00:30:06: Weil ich versucht habe meinen Egoismus wegzuschieben und versucht habe das Leid zum Minimieren.

00:30:12: Ja genau.

00:30:13: Also ich hab da meine Befindlichkeiten versucht hinten anzustellen.

00:30:16: So ne?

00:30:17: Dass man mehr auf die kranke Person einfach achtet in dem Moment.

00:30:22: Irgendwann hat mein Mann auch mal gesagt mach mehr Morphium rein dass es zu Ende geht... Und da habe ich dann gesagt Kann ich nicht, ich würde dich erlösen.

00:30:33: Aber das kann ich nicht weil wir zwei Kinder haben.

00:30:36: Ich hab gesagt nachher passiert irgendwas die forschen nach warum das jetzt so plötzlich zu Ende geht und ich komme hier dran weil ich dir zu viel Morphium gegeben habe.

00:30:46: Er hat gesagt dass das kann ja nicht tun.

00:30:48: nachher lande ich im Knast und du bist tot und unsere kinder sind alleine.

00:30:51: Ja

00:30:52: deswegen ja wie gesagt es kamen nicht oft vor weil er ja einen sehr starken Überlebenswillen hatte Aber manchmal kamen so Funkenweise solche Gespräche auf den Tisch.

00:31:06: Mhm, aber Haltung spielt eine Rolle und in Kombination bestimmt auch mit Erfahrung wo du sagst das kann sich im Laufe des Lebens verändern sicherlich abhängig davon mit wie viel Todes- und Sterbesituation von Nahen oder auch von mir ist auch entfernt darin Angehörigen ich zu tun bekomme

00:31:24: ja

00:31:25: aber Trotzdem auch zu respektieren, wenn die Haltung eines anderen in dem Falle ... Wenn ich mich entscheiden sollte.

00:31:33: Ich will meinem Leben aus denen und den Gründen ein Ende setzen weil ich es nicht mehr aushalte Und wünsche mir von irgendwem meiner nahen Angehörigen.

00:31:43: aber die Haltung meiner Angehörung ist eine ganz andere Auch in der Situation wie sie mich jetzt erleben vielleicht.

00:31:50: Das stelle ich mir unfassbar schwer vor.

00:31:52: vom beiden Seiten ja vom absolut beiden Seiten

00:31:55: Ja, man hat ja auch erst mal so einen intrinsischen Überlebensinstinkt.

00:32:00: Wenn man erstmal gesund ist und ich stelle mir das auch unfassbar schwer vor.

00:32:04: ... Und ich jetzt die Perspektive meines Mannes oder meiner Mama einnehme.

00:32:08: Man hat diesen Überlebungsinstinkт.

00:32:10: eigentlich willst du ja auch leben aber dein Körper ist jetzt voll von dieser Krankheit... ...und dann schaltest du um von diesem Überlebnis-Instinkt und sagst selber Ich will gehen!

00:32:22: Das schon.

00:32:23: also ich glaube dann ist das Leid auch wirklich Superpräsent und supergroß.

00:32:27: Ja, bestimmt!

00:32:28: Wann das so umswitscht?

00:32:31: Ich glaube in allen Situationen selbst wenn ich selber mich noch suicidieren kann... ...und dafür keine Hilfe in Anspruch nehme geht es ja immer mit einem massiven Leid ein.

00:32:43: Sonst wird kein Mensch das machen.

00:32:45: Genau.

00:32:46: Und gleichzeitig die Hürde aber zu haben jemandem zu brauchen du selber nicht tun kannst.

00:32:56: Genau, oder auch wenn man einfach vielleicht sagt ich möchte hier ganz in Frieden sterben oder wie soll ich sagen?

00:33:04: Also ich glaube Beihilfe zum Suizid ist ja auch dass man vielleicht mit sich selber dann Frieden findet und sage Ich kann im Kreise meiner Lieben in Ruhe im Bett gehen und muss kein Leid mehr ertragen stelle ich mir auch irgendwie als eine gewisse friedliche Situation vor.

00:33:21: Ja, das ist glaube ich das Ziel ja grundsätzlich aller derjenigen die in irgendeiner Form erkrankt sind oder in einer besonderen Lebenssituation sind.

00:33:30: Dass es ja um Minimierung von irgendwas geht, von Leid, von Schmerz und Grundsätzlich würde ich mal behaupten dass alle eng Angehörigen sagen würden bin ich voll dafür will auch nicht dass du das ertragen musst.

00:33:45: aber es steckt ja was anderes dahinter steckt eine Endgültigkeit dahinter Und das ist ja der Drahtseilakt, des Ganzen zu sagen ich will auch nicht mehr dass du leidest.

00:33:58: Ich will auch mir das nicht weiter mit angucken.

00:34:00: Das ist nicht ertragbar.

00:34:03: aber was ich eigentlich auch nicht will ist dass du gehst

00:34:06: Ja Ich glaube auch, die Haltung hat auch ein bisschen was damit zu tun.

00:34:10: Wie sehr ist das ein Tabuthema?

00:34:12: Wir sind natürlich ein Land, was da spät darüber gesprochen diskutiert hat – es rechtlich immer noch nicht wirklich fix.

00:34:18: Also große Grauzone.

00:34:20: und wenn ich dann im Gegensatz dazu die Geschichte von einer lieben Freundin von mir im Ohr habe, die war mal mit einem Niederländer leiert….

00:34:29: Und die Oma sagte dann, so mein Körper will nicht mehr.

00:34:32: Mein Geist aber ich habe hier gar keine Lust hier so rum zu liegen und nichts mehr zu können.

00:34:36: Ich bin neunzig Jahre alt Leben war gut.

00:34:39: Dann ist das Datum ihr seid alle eingeladen Ja.

00:34:42: Und dann hat die sich ein Datum gesetzt, wo sie aktive Sterbehilfe empfängt um in Würde zu gehen und hat alle ihre Lieben eingeladen?

00:34:50: Und da steckt ja schon viel, viel eher die Entscheidung dahinter gar nicht zu warten bis ich in so einer Situation bin, dass

00:34:59: es mir

00:35:00: so schlecht geht das ist nicht mehr aushalten kann und deswegen dazu komme sondern eher zu sagen Ich will gar nicht soweit kommen Dass es mir mal passieren könnte weil ich habe ein gutes Leben gehabt vielleicht.

00:35:13: Ich bin in einem gewissen Alter, ich hab alles erlebt und erreicht was ich wollte.

00:35:18: dem setze ich mich gar nicht

00:35:19: aus.".

00:35:19: Ja also diese niederländische Oma hat einfach gesagt so jetzt mit neunzig meinen Körper will nicht mehr das halte ich nicht aus.

00:35:27: Und die hat das gar nicht so als trauriges Ereignis propagiert sondern für sie war dass dann ich darf nach einem schönen leben würde voll gehen.

00:35:37: Und da sind wir bei dem Punkt, was es würdevolles sterben und an welcher Stelle – und das sind wahrscheinlich ja eben alle sehr unterschiedlich – ist der Gedanke zulässig.

00:35:51: Die meisten können es nachvollziehen.

00:35:54: also ich sag mal dass von dieser Oma die jetzt vielleicht noch nicht sterbenskrank war aber trotzdem in einem Körper der eben gewissen Alterungsprozessen ausgesetzt Da wird es ja viele geben, die sagen naja Moment mal.

00:36:08: Aber irgendwie läuft's ja noch rund?

00:36:10: Wie kann man solche Gedanken haben?

00:36:12: Genau das was auch eben die Palliativmedizinerin zu mir gesagt hat sie könnte dass ethisch nicht vertreten und der Körper würde schon selber gehen.

00:36:19: so ungefähr lässt sich lange darüber diskutieren finde ich.

00:36:25: also.

00:36:26: auf der einen Seite verstehe ich das und auf der anderen Seite eben gar nicht.

00:36:29: Und deswegen, ich find's auch superproblematisch dass wir immer noch rechtlich so schwammig sind.

00:36:34: ja es steht da jetzt erst mal schwarz auf weiß.

00:36:36: seit zwei tausend zwanzig ist das straffrei in deutschland und dann gibt's aber wieder

00:36:40: mit tausenden dingen die dazu gehören damit des straf bei genau

00:36:44: tausende.

00:36:45: und ich glaube dass auch zwei aktuelle fälle in deutscher land sehr abschreckend für einige ärzte waren.

00:36:51: ich meine da ging es um psychische erkrankungen und lange gerichtsverhandlungen wo eben Ärzte psychisch erkranken zum Suizid assistiert haben.

00:37:02: Und da kam dann eben die große Diskussion auf, ja inwieweit wären denn diese psychischen Erkrankungen noch heilbar gewesen?

00:37:09: Ja genau und dieser einen Arzt zumindest weiß ich ist verurteilt worden.

00:37:14: So

00:37:15: ja und da werden dann Unterschiede gemacht zwischen einer körperlichen Erkrankung zu einer psychischenerkrankung.

00:37:22: Genau wie viel Chance hätte darin gelegen dass das besser geworden wäre und die Person gegebenenfalls dann sagt, ach gut, dass ich es nicht gemacht habe.

00:37:33: Ja.

00:37:33: Und dann ist ja die Frage wie weit darf ich körperliches Leiden über seelische Leiden stellen?

00:37:40: Ist das dann wieder selbstbestimmt?

00:37:42: Ist dies fair?

00:37:43: Darf man das gegeneinander aufwiegen?

00:37:45: Ja, da wird das Wort selbst bestimmt kriegt er sowieso ein bisschen Geschmäckle.

00:37:49: allgemein finde

00:37:50: ich

00:37:51: wenn es so viele Hüden gibt Dann ist ja die Frage, wie viel Selbstbestimmterd ist da drin?

00:37:57: Wenn ich erst weiß nicht, wieviel Hürden gehen muss.

00:37:59: Ja und meine Sorge ist ein bisschen durch diese Gerichtsverfahren eben das so alles wieder ins Stockengerät oder rückschrittig wird.

00:38:08: Und vielleicht auch die eigene Angst.

00:38:10: okay Das hat jetzt doch so viele Rattenschwanz nach sich gezogen.

00:38:14: Lassen wir mal lieber weil dann könnte das und dass und das passieren ist ja der Gedanke vielleicht bei manchen schon gar nicht mehr zulässig, weil vielmehr im Fokus doch der rechtliche und strafbare Teil gerückt wird.

00:38:30: Auch wenn es irgendwie alles hat einfacher werden soll.

00:38:34: Und ich wünsche mir einfach gerade bei so Erkrankungen die wirklich schwerwiegen dass man würdevoller sterben darf das sowohl für den Erkranken als auch für die Angehörigen mitzubekommen, wie das alles von starten geht so diese letzten wochen und tage.

00:38:53: ja

00:38:57: Ja genau aus der sicht Der patienten die des haben Und gleichzeitig die sich derjenigen und da bin ich wieder bei dem vater der Spanierin der es nicht ausgehalten hat.

00:39:13: Und auch darstellt sich ja die frage Wie viel wie viel gegenwind Kanns geben.

00:39:22: Sollte es geben vielleicht auch oder eben auch nicht?

00:39:26: Ja, also ich habe halt verschiedene Gesetzesentwürfe auch gelesen und hab gedacht so ja klingt alles plausibel wurde aber abgelehnt im Bundestag.

00:39:34: Und da ist eben dann auch die Frage wer entscheidet das.

00:39:37: Also wichtig wäre ja auch dass Leute gehört werden, die Erfahrungen mit dieser Thematik haben, dass nicht Leute darüber entscheiden die überhaupt nicht wissen, was das bedeutet.

00:39:49: Aber was sind Leute, die Erfahrungen

00:39:51: haben?

00:39:51: Ja genau, ne?

00:39:53: Ein Politiker hat ja vielleicht... Ach so!

00:39:56: Also wenn die Politik darüber entscheidet ob wir sowas straffrei tun dürfen oder nicht und in welchem Maße haben diese politiker Erfahrungen damit kann ja sein muss aber ja nicht.

00:40:08: Aber das ist ja bei so vielen Themen so.

00:40:10: Ja aber ich glaube dass könnte ja selbst auch wenn du guckst wie viel Gremien es durchmuss.

00:40:15: Vielleicht gibt es auch auf der medizinischen Ebene Ärzte, die das in welcher Form auch immer begründen.

00:40:21: Aber auch noch nie in der Situation waren und auf einmal die Emotionalität übergeordnet und die eigene Haltung eine Rolle spielt.

00:40:29: Ich weiß gar nicht wie viel getrennt das sein kann.

00:40:34: Ich glaube, da kommt so viel in diesen Topf zu diesen Entscheidungen.

00:40:40: Wo es schwer ist das ganz isoliert nur als aus einer eigenen Professur zu betrachten und sich als Mensch und als Person vollkommen rauszunehmen?

00:40:51: Ja wir brauchen wahrscheinlich Neutralität, wir brauchen ethische Gesichtspunkte und dass alles auf ein Nenner zu bringen ist sicherlich sehr schwierig.

00:41:02: Was wir noch gar nicht hatten, wobei ich auch dazu sagen muss dass ich da jetzt mich wahnsinnig gut mit auskenne.

00:41:10: Aber es gibt ja immer noch und gerade hier im ländlichen Bereich spielt Religiosität, spielt Kirchen eine Rolle Und das war lange so, dass es eben das Wort der Todsünde gab Dass das auf gar keinen Fall akzeptiert werden kann und darf, dass Menschen sich entweder selber das Leben nehmen oder eben auch da begleitet werden.

00:41:36: Und ich es halt auch so mitbekommen habe, dass ja dann die Bestattungsform nicht möglich war auf dem besagten Friedhof bestattet zu werden.

00:41:47: Da hat sich Gott sei Dank ein Stück weit was verändert in der Haltung.

00:41:57: Ich glaube auch, so wie ich das wahrnehme.

00:42:00: Auch in der Haltung der Seelsorger weil das ist ja der Teil den ich mir sehr gut vorstellen kann also Menschen die ja auch sehr geprägt sind diesbezüglich Und vielleicht ja auch den Wunsch und das Bedürfnis haben, da nochmal in einen Austausch zu gehen.

00:42:20: Und dann eben abhängig davon was mit dann da begegnet auf der seelsorgerischen Seite.

00:42:26: Mit welcher Haltung?

00:42:27: Also wenn dann sehr vertreten wir den Moment mal... Das geht alles überhaupt gar nicht!

00:42:30: Weil Todssünde und und und oder ob es doch vielleicht auch ein gewisses Verständnis mittlerweile zu diesem Thema ist.

00:42:42: Ja, also ich persönlich habe auch den Pastor der Bones gekommen.

00:42:48: Ich mein jetzt war es ja kein Suizidfall aber sehr positiv wahrgenommen.

00:42:54: Ich persönlich hab auch meine Haltung gegenüber Kirche, Religiosität und Glauben sehr verändert durch diese ganzen Krankheitsgeschichten.

00:43:04: Ich bin ja sehr ländlich aufgewachsen wo der christliche Glaubens sehr präsent ist habe mittlerweile viel hinterfragt und meine Haltung ein bisschen verändert.

00:43:14: Und ich hab aber den Pastor als gar nicht so sehr, jetzt ist hier der christliche Vertreter da und drückt mir da irgendwas aufs Auge sondern das war einfach einen Mensch, der zugehört hat und warme Worte dargelassen hat.

00:43:27: Okay.

00:43:28: Der ja sicherlich auch geschult ist in solchen Situationen.

00:43:33: Ja.

00:43:33: Ich würde mir wünschen dass eben auch die breite Masse der christlichen Vertreter auch was suizidale Themen angeht, da er ja ein warmer Ansprechpartner sein können.

00:43:46: Weil man eben jemanden braucht, der einen auffängt in solchen Situationen und vielleicht kann das eine neutrale Person sein?

00:43:52: Und warum dann nicht auch aus Kirche?

00:43:55: Ja, und gerade wenn das für die Person eine große Rolle spielt der Glaube.

00:43:59: Aber wenn mir dann natürlich von Kirchenseite mehr oder weniger vermittelt wird ... Das wird strikt abgelehnt.

00:44:07: Dann kann das natürlich noch mal wieder was auslösen.

00:44:10: Und dann komme ich ja in so einen Konflikt vielleicht auch an den gedanklichen ... Konflikt auf der einen Seite, mich mit meiner eigenen Erkrankung und dem Wunsch nach Beendigung.

00:44:21: Und gleichzeitig aber in den religiösen Gedanken verankert zu sein und zu merken okay das ist aber was abgelehnt wird ne?

00:44:30: Das stelle ich mir absolut schwer vor.

00:44:32: Ja

00:44:33: und dann was du sagst Dann vielleicht eher auch wenn es ein Kirchenvertreter ist Aber auch auf die menschliche Ebene Vielleicht.

00:44:42: oder dass man sich menschlich begegnen kann und das es nicht diese Bewertungen kriegt.

00:44:47: Genau, also sowieso die Themen Tod- und Sterben scheint so ein bisschen noch als Tabuthema und Scham behaftet habe ich immer den Eindruck.

00:44:56: Und wenn's dann eben zu Themen wie Suizid zum Suizide- oder Sterbehilfe geht, hab' ich mal den Eindrück, dass ist so ein richtig rotes Tuch, ne?

00:45:06: Dass er sehr schambehaftet ist, dass man da nicht drüber reden möchte... Ja, und ich persönlich eben durch diese vielen Berührungspunkte sehe das eben nicht als Thema was man nicht ansprechen darf.

00:45:18: Vielleicht stoße ich da manchmal auch Leuten vor den Kopf wenn ich da so relativ offen bin was solche Themen angeht aber ist ja auch klar wenn mein Gegenüber sich noch nie mit dieser Thematik auseinander gesetzt hat.

00:45:28: Ich hatte zehn Jahre Zeit über meine Haltung nachzudenken und über diese Themen und andere haben vielleicht glücklicherweise noch gar nicht über solche Themen nachgedacht

00:45:37: Ganz ganz sicher.

00:45:38: Und ja, es ist auch glaube ich gar nicht unbedingt so ein Generationsthema.

00:45:43: Es ist oft der Gedanke, naja die älteren Menschen sind anders aufgewachsen und haben eine andere Haltung.

00:45:50: Ich glaube gar nicht dass das nur ist zumindest begegnet mir das nicht so sondern was du gerade sagst auch bei jüngeren Menschen wenn ich keine Berührungspunkte mit total gemein hatte Und dann noch mal weitergehen zum Thema Suizid und Beihilfe.

00:46:10: Dann kann ich vielleicht auch schwer irgendwie eine Haltung dazu entwickeln oder übernehme dann vielleicht auch irgendwas, was mir mal begegnet ist wie es sein könnte.

00:46:21: Das braucht

00:46:22: tatsächlich ein bisschen Erfahrung.

00:46:24: und gleichzeitig denke ich weil deswegen sitzen wir hier ja auch ein Stück weit um... diesen Themen Raum zu geben und ein bisschen der Auseinandersetzung anzustoßen.

00:46:36: Und vielleicht ein paar Gedanken anzustosen rund um all das, du trägst natürlich sowieso aus Zweierlei Sicht dazu bei weil du einmal intensiv die Erfahrung noch vor kurzem machen musstest und da dich ja auch traust dem ganzen einen anderen Blickwinkel zu geben.

00:46:58: Und

00:46:59: das merke ich so für mich auch, seitdem ich mich da mehr miteinander setze man kriegt einen breiteren Blick.

00:47:09: also der Winkel hat sich verändert und eine Offenheit damit ist da und vielleicht nicht so schnell gewisse Abwertungen, Menschen gegenüber die eben unterschiedliche Haltung aber auch Vorgehensweisen

00:47:21: haben.

00:47:22: Genau!

00:47:22: Und man weiß ja auch nie die Vorgeschichte ne?

00:47:24: Man kann nicht nur den Sterbeprozess an sich betrachten, man weiß nicht was war da vorgeschaltet für eine Krankheit, für einen psychischer Druck?

00:47:33: welche Gegebenheiten sind da.

00:47:34: Ist immer schwierig aus der Situation raus zu urteilen.

00:47:37: Ich glaube es ist schon sinnvoll mit dem Thema empathisch auseinanderzusetzen auf jeden Fall Vielleicht so für junge Menschen ist denen das schon in manchen Filmen begegnet, ohne dass sie das überhaupt wahrgenommen haben.

00:47:51: Aber es gibt sicherlich welche die... Das sowohl emotional als auch sachlich recht gut.

00:47:57: Genau, können

00:47:58: wir ja gleich nochmal ein paar Tipps vielleicht auch geben.

00:48:01: wenn da jemand jetzt gedacht hat okay ich will mal ein bisschen genauer hingucken das war die vielleicht noch einmal auch benennen.

00:48:08: du hast sicherlich Beispiele.

00:48:10: Ich habe mir so ein Paar Die mir in den Kopf gekommen sind.

00:48:15: Ja, was mir sofort eingefallen ist es ein ganzes halbes Jahr.

00:48:20: Ich habe sehr geweint.

00:48:21: bei dem Film muss ich sagen da geht's ja darum dass eben ein junger Mann der nach einem Sportunfall glaube ich Querschnitts gelähmt ist ab der Halbswirbelsäule und er bekommt dann eine junge Dame an die Hand die sich pflegirisch um ihn kümmert, die so sehr unbedarf das in ihrem Sein und ein bisschen frische in sein Leben bringt.

00:48:43: Dennoch entscheidet er sich eben dafür in die Schweiz zu fliegen, um dort aktive Sterbehilfe zu erhalten.

00:48:51: Und sie ist dann erst total entrüstet weil sie sagt so ich habe doch jetzt dein Leben wieder bunter und heller gemacht warum machst du das trotzdem?

00:49:01: Ja aber am Ende liest sie auch noch mal einen Abschiedsbrief von ihm und es hat so ein Rundenabschluss irgendwie dass ihr sagt Dass er das für sich so entschieden hat und dass sie aber trotzdem glücklich weiter ihr buntes Leben führen soll.

00:49:16: Und ja, das hat mich sehr eben auch an meine und unsere Geschichten irgendwie erinnert... ...und war für mich ein bisschen heilsam.

00:49:30: Ja, und ich glaube dadurch dass es in so Film dann eine Geschichte drumherum ist macht's dann vielleicht auch noch ein bisschen zugänglicher.

00:49:36: Natürlich gibt's darüber Zichtdokos die man sich angucken kann, die da natürlich n bisschen nüchterner mit Fakten und Zahlen und sowas um die Ecke kommen.

00:49:45: aber in dieser Filmform mir geht das ähnlich... Die berühren und klären gleichzeitig auf oder stoßen was an.

00:49:54: Vielleicht kann man es auch so sagen, um sich da weiter ein bisschen mit auseinanderzusetzen und das mal wirken zu lassen?

00:50:00: Ja weil das ist ein hoch emotionales Thema.

00:50:02: Da kannst du nicht einfach mit Daten und Fakten um die Ecke kommen und dann ist das alles abgeklärt.

00:50:08: also das ist ja auch für mich.

00:50:11: Ich habe Rückmeldungen bekommen zu diesem Podcast.

00:50:13: ich würde das so sachlich erzählen.

00:50:15: Das kann sein und ist für den Podcast vielleicht ja auch gut aber das heißt ja nicht dass Ja.

00:50:21: Bei mir im Inneren so aussieht, natürlich ist das ein hochemotionales Thema und anfänglich habe ich gedacht dass die Zeit ein bisschen mehr regelt was sie aber nicht tut.

00:50:31: Nein, das ist absolut so.

00:50:33: Das kann ich nur bestätigen und das begleitet mich schon ganz viele Jahre und selbst auch nach fünfzig Jahren hat sich das definitiv nicht verändert.

00:50:44: also da kann man auch immer noch sagen die Zeit heilt ein Scheiß.

00:50:46: Ja genau.

00:50:48: Das ist definitiv so aber es verändert trotzdem was.

00:50:50: Heilen ist ein großes Wort aber Veränderung steckt darin und ich glaube dass es war's wo es gilt sich vielleicht zu öffnen und zu sagen okay für die Veränderungen bin ich bereit Und das Wort heilen, lass ich mal weg.

00:51:02: Genau!

00:51:03: Es wird nichts geheilt sondern man muss leben oder lernen mit der Trauer zu leben wie man damit umgeht, wie man sie mitnimmt die Trauer und das hat halt ganz viel mit Emotionalität und trotzdem kann ich da an manchen Tagen neutral drüber reden.

00:51:20: Ja

00:51:21: genau und es ist ja auch gut dass es die zwei Seiten gibt weil das bewegt vielleicht auch den Umgang damit Weil es die beiden Seiten gibt.

00:51:31: Ich würde gerne, weil du mit einem Film angefangen hast... ...ich habe mir noch ein paar aufgeschrieben, die können wir vielleicht als Empfehlung nochmal mitgeben,... ...das was Du gerade gesagt hast.

00:51:40: so etwas Ähnliches habe ich hier auch und das

00:51:44: zwar

00:51:45: heißt der Film Das Meer in Mir und da geht's auch um eine oder das ist ne wahre Geschichte von einem Menschen, der ne Tätrapligi hat über Jahre schon und dann darum kämpft, ein selbstbestimmtes Sterben zu haben.

00:52:04: Dann gibt es was wo es eher darum geht.

00:52:09: der Film heißt hin und weg das ist eine Fahrradreise unter Freunden die nicht geplant war dass es um dieses Thema gehen soll aber während dieser Fahrrad Reise auf einmal das Thema geplant Assoziator Suizid eine Rolle spielt.

00:52:30: Ein Film, den ich zufällig im Fernsehen vor nicht allzu langer Zeit tatsächlich gesehen habe wie ich finde einer wunderbaren Schauspielerin mit Iris Berben.

00:52:41: Ich liebe die Frau.

00:52:43: und der heißt Und dann steht eine auf und öffnet das Fenster Und da spielt sie eine Frau, die eine Erkrankung bekommt und sich dann eben damit auseinandersetzt.

00:52:57: Weil sie sagt ich will mein Zeitpunkt zum Sterben selber bestimmen und auf was für Hürden und Begegnungen sie da trifft.

00:53:04: Ich finde es ist wunderbar gelungen!

00:53:09: Dann gibt's noch ein Film... ...ich weiß das nicht ganz, ich glaube der heißt tatsächlich Gott.

00:53:16: Der ist von Ferdinand von Skirach Und da wird dieses Thema nochmal ganz spannend durchleuchtet und begleitet.

00:53:27: Im Gegensatz vielleicht zu dem Film, den ich eben genannt habe ist ja noch ziemlich beste Freunde.

00:53:32: Den kennen ja bestimmt auch die meisten.

00:53:34: Auf jeden Fall!

00:53:35: Da gibt es eine Szene wo eben der etwas ältere Herr ab der Halswirbelsäule nach unten hin Querschnitts gelähmt geschoben wird von seinem Pfleger und er sagt so, in deiner Situation ich würde mir die Kugel geben.

00:53:51: Und er sagt ja du bist witzig weil er eben seine Arme gar nicht bewegen kann.

00:53:57: Da wiederum endet der Film aber ohne aktive Sterbehilfe sondern das ist auch eine wahre Begebenheit dass eben das Leben auch in so einer Situation wieder schön werden kann.

00:54:10: Das steht so in einem Kontrast zu dem anderen Film vielleicht, wo eben die Sterbehilfe vollzogen wird und bei dem nicht.

00:54:17: also ich glaube das ist ein Spaltenes unser individuelles Thema.

00:54:21: aber solche Filme zeigen halt gut auf wie unterschiedlich dass ... auch in welche Richtung das gehen kann, ne?

00:54:28: Ja und es kann die Orientierung einfach geben oder eine Auseinandersetzung.

00:54:32: Ich habe noch einen Film, das ist allerdings eher nicht so ein klassischer Film sondern ja ich glaube man kann durchaus sagen dass es eher um so eine schonungslose Darstellung geht was das alles mit sich bringen kann Krankheit pflege.

00:54:46: Und der film heißt Liebe lohnt sich durchaus mal rein zu gucken Sarah, jetzt haben wir ganz viel beleuchtet angeguckt.

00:55:01: Wir haben unsere privaten Auseinandersetzung ein Stück weit uns damit auseinandergesetzt und ausgetauscht.

00:55:09: Haben wir was vergessen?

00:55:11: oder ist noch irgendwas wo du sagst, das es mir noch begegnet vielleicht auch bei der Vorbereitung.

00:55:16: Ich habe hier auch gerade nochmal also wir haben mit Sicherheit irgendeinen Teil wo man sagen kann.

00:55:22: Das habt ihr euch nicht angeguckt.

00:55:23: und vielleicht auch nochmal im Hinblick auf unsere vorherigen Folgen mit der Fachperson, mit Natalie und ja auch der Podcast mit Daria die persönlich betroffen sind.

00:55:37: Sind wir da mit Sicherheit?

00:55:38: Nicht wie sagt man so schön

00:55:41: Nicht am Ende.

00:55:41: Ja, mir fällt gerade nur das ein tatsächlich was vielleicht auch so ein Schlusswort hier ist bei der einen Verurteilung des Arztes, der eben der psychisch kranken Assistierten Suizid geleistet hat.

00:55:54: Hat er als Schlusswort gesagt dass er um Revision bittet.

00:55:59: Das heißt er hat diesen Arzt verurteilt nach deutschem Recht nach bestem Gewissen und fand es aber selber nicht treffend Und hat gesagt, er bittet darum, dass die Parteien in Revision gehen.

00:56:12: Weil er es selber so nicht akzeptieren wollte.

00:56:14: eigentlich sein Urteil.

00:56:16: Ja aber das ist ja auch spannend schon wieder.

00:56:18: Das zeigt ja wie viel Redebedarf eigentlich noch da ist?

00:56:21: Wie viele Klärungsbedarf noch da sind.

00:56:23: und gleichzeitig damit auszudrücken ich muss das jetzt tun

00:56:26: genau Aber

00:56:27: ich stehe irgendwie nicht dahinter und Ich mache die türen doch wieder ein bisschen auf für das was ihr hoffentlich daraus macht.

00:56:33: Genau und ich finde das zeigt so wie viel Klärungsbedarf da noch ist, wie viele Rede bedarf und was für ein großes ungeklärtes Thema das eigentlich ist.

00:56:41: Total!

00:56:42: Denke ich auch.

00:56:45: Wir haben vielleicht mit diesen drei Folgen ein bisschen Türöffner sein dürfen und können und laden vielleicht auch ein bisschen ein uns einen Kommentar oder Kommentare dazu lassen so dass wir uns da natürlich auch noch ein bisschen miteinander setzen können und auch gerne wollen.

00:57:05: Und es durch unseren oder ich durch meinen Job zumindest, auch regelmäßig weiter Tour.

00:57:12: Sarah wir sehen uns demnächst wieder zu einem ganz anderen Thema.

00:57:18: erst mal bis hierhin ganz liebendank!

00:57:23: Ich wünsche einen schönen Tag und bis bald!

00:57:25: Bis zum nächsten Mal.

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