#18 Wer erzählt dein Leben, wenn du es selbst nicht mehr kannst?

Shownotes

Was bleibt von einem Menschen, wenn sein Leben plötzlich in wenigen Minuten erzählt werden soll?

In dieser Folge spricht Christine mit Trauerrednerin Sabine Jostmeier von Landherz-Reden über einen Beruf, der viel mehr verlangt als schöne Worte. Sabine erzählt, wie sie selbst zur Trauerrednerin geworden ist, welche Haltung sie dabei trägt und wie aus einem ersten Trauergespräch nach und nach die Geschichte eines Menschen entsteht.

Es geht darum, welche Fragen sie Angehörigen stellt, wie sie aus Erinnerungen, kleinen Details und besonderen Momenten eine persönliche Trauerrede formt – und was passiert, wenn bei einer Trauerfeier plötzlich Dinge geschehen, die niemand vorhersehen konnte.

Sabine berichtet außerdem von ungewöhnlichen, aber gleichzeitig schönen Orten, wo sie schon Abschiedsfeiern erleben durfte, besonderen Begegnungen und den kleinen und großen Dramen, die sie in ihrem Beruf bereits miterlebt hat.

Eine Folge über Abschied, Erinnerungen und die große Frage: Wie findet man die richtigen Worte für ein ganzes Leben?

Und wie immer hoffen wir, dass es euch gefällt und lasst gerne einen Kommentar da, damit wir unsere Folgen weiter verbessern können.

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00:00:01: Vom

00:00:02: Ende her gedacht der Podcast rund ums Sterben und Leben mit den BestatterInnen Christine und Markus, der Trauerbegleiterin Annette und Sarah die ihre Trauerfahrung teilt um Menschen Mut

00:00:13: zu machen.

00:00:26: So, wir haben wieder eine neue Folge von unserem Podcast.

00:00:30: Diesmal sind wir zu zweit also Christine von Uwe Berg und zu Gast Sabine Joostmeier von Landherz reden mit der wir sehr gerne und häufig zusammenarbeiten wenn eine weltliche Trauer Rednerin gebraucht wird und ich versuche immer Angehörigen zu erklären wer wie spricht.

00:00:52: Wir haben ja unterschiedliche auch andere sehr tolle.

00:00:56: Und Sabine schlage ich gerne vor, wenn es ein buntes bewegtes Leben war wo viel passiert ist oder viele Kinder und Enkelkinder, wo's trubelig war da schlagegern sabine vor und das hat bis jetzt immer sehr gut geklappt und alle waren sehr zufrieden.

00:01:17: aber vielleicht stellst du dich am besten mal einmal

00:01:20: vor.

00:01:21: Ja, schon mal Danke für die lieben Worte.

00:01:24: Ich freue mich sehr hier zu sein Christine und ja es ist schön für mich eine neue Erfahrung.

00:01:29: mein erster Podcast auftritt hier und bei den Reden bin ich tatsächlich ja schon etwas länger drin.

00:01:38: eigentlich seit fast zehn Jahren.

00:01:40: Ich habe mich aber erst vor vier Jahren tatsächlich auch selbstständig gemacht, vorher war ich so eine Brot-Zuchini-Marmeladen-Retnerin sage ich immer.

00:01:48: Okay!

00:01:50: Ich bin über eine damalige Kollegin darauf gekommen, Reden zu halten und hab dann als Dankeschön von den Angehörigen immer Selbstgemachtes bekommen.

00:01:59: Selbstgemachte Marmelade oder ein Zuchini Korb und Kühlhülse aus dem Garten.

00:02:03: Und ja das war irgendwie auch ne schöne Zeit, hier als selbstständige freie Rednerin und freue mich sehr, dass ich so viel mit euch zusammenarbeiten darf.

00:02:13: Ja also mein Chef kenne ich ja auch schon länger und ich halt eben seitdem ich bei Markus bin und wie gesagt das klappt ja immer hervorragend bis er auch mal sehr gut vorbereitet.

00:02:24: und also ich habe von allen immer hinterher nur Positives gehört.

00:02:30: Ich habe hier mal so ein paar Fragen, weil ich bin ja jetzt das erste Mal Moderatorin und mein wieder gar nicht vorbereitet.

00:02:37: Ein paar Sachen aufgeschrieben also wie lange du das machst und drauf gekommen bist.

00:02:42: hat dir denn jemand mal gesagt Du kannst so schön alles in Worte fassen willst du nicht mal irgendwo eine Rede halten?

00:02:51: Es gibt es auch wirklich beruflich in anderen Bereichen Speaker oder wie.

00:02:55: das heißt Also dass man wirklich irgendwie Leute abholen kann mit dem, was man sagt?

00:03:03: Ja bei mir war das tatsächlich so ein bisschen aus den beruflichen Kontext heraus.

00:03:06: Also ich habe zu der damaligen Zeit als Pressesprecherin für eine große Bundesbehörde gearbeitet und hab da immer viel zum Beispiel zum örtlichen Arbeitsmarkt erzählt zur Entwicklung der Arbeitsmarktzahlen und war so natürlich auch schon stückweit schon gewohnt vor großen Menschengruppen zu sprechen oder auch vor der Presse zu sprechen.

00:03:25: Und zu den freien Reden bin ich eigentlich darüber gekommen, dass meine Kollegin mit der ich mir das Büro geteilt habe.

00:03:32: Mir vom Tod ihrer Oma erzählt hat und dass sie halt eine ganz schwierige Beisetzung hatten die nicht besonders persönlich war.

00:03:40: Dann hatte sie mich gefragt ob ich mir irgendwie vorstellen könnte wie man das nochmal... kitten könnte oder retten könnte.

00:03:46: Und da habe ich gesagt, ihr seid ja katholisch hier macht ihr an sechs Wochen Abend meistens und kommt nochmal mit der Familie zum Kaffee trinken zusammen.

00:03:52: Ich sagte dann schreibt doch noch mal schöne Erinnerungen zusammen.

00:03:56: und dann sagt sie Ja so was kann ich nicht das weiß ich nicht.

00:03:58: und dann hab ich gesagt ja dann helfe ich dir du sagst mir deine Erinnerung und ich schreibe dir da etwas raus.

00:04:03: Und das kam dann so gut an.

00:04:05: und dass ein Nachbar mich angefragt hatte, weil seine Frau verstorben war leider.

00:04:10: Dass er mich gefragt hat ob ich für die Beerdigung auferschreiben könnte damals aber noch für den Pastor was vorschreiben könnte.

00:04:16: Ja, und so kam das dann nach und nach.

00:04:18: Und dann haben tatsächlich viele gesagt, warum ich das denn nicht beruflich mache?

00:04:21: Das war dann ganz schön!

00:04:22: Ah

00:04:22: okay... Dann ging es ja schnell los weil schon die ersten Sachen, die du zu Papier gebracht hast, dann ja eher sehr gut ankam was mich natürlich jetzt nicht wundern hat.

00:04:37: Es ist ja jetzt so, dass wir noch viele Erdbestattung haben und auch noch sehr katholisch unterwegs sind da auf dem Land.

00:04:44: Vielen ist das noch sehr wichtig.

00:04:48: Eine katholische Abschiedsfeier unterliegt einen ritualisierten Vortrag

00:04:55: usw.,

00:04:57: es ist ja auch so, überall Kirchen stehen und Kapellen.

00:05:02: Da wo wir sind, sind die Kapeellen ja kathologisch.

00:05:06: wo aber ja sonst keine Ausweichmöglichkeit ist, muss die Kirche dann ja zulassen.

00:05:12: Dass auch zum Beispiel eine weltliche Rede dort stattfindet und unsere lieben Menschen, die da ja nun kirchlich arbeiten haben da auch kein Problem mit.

00:05:22: Und deswegen treffen wir uns trotzdem in einem kirchlichen Raum.

00:05:29: Und wie gesagt das ist bei uns noch ein Thema.

00:05:31: jetzt ist aber die Frage wird doch wahrscheinlich mehr Bei euch in eurem weltlichen Sektor, weil viele Leute eher aus der Kirche austreten oder ausgetreten sind und das eben so nicht mehr wollen.

00:05:46: Merkst du da einen Anstieg?

00:05:48: Das ist interessant, dass du das ansprichst.

00:05:51: Das ist eine Frage die mir relativ häufig gestellt wird.

00:05:54: Ich erfasse ja immer so ein bisschen die Daten.

00:05:57: für meine eigene Statistik sage ich mal, dass ich so gucke aus welchen Hintergründen und woher kommen überhaupt die Verstorbenen natürlich auch die Angehörigen zu mir?

00:06:06: Und ich frage dann auch immer ist zum Beispiel gewünscht, dass wir noch beten weil gebet darf jeder sprechen.

00:06:12: Ich darf halt nicht segnen aber einen Vater unser kann ich zb auch in einer weltlichen Abschiedsfeier Das macht jeder Redner unterschiedlich, aber ich bin selber katholisch und kann da gut mitgehen zu sagen man spricht ein Vater unser.

00:06:24: Das Interessante ist aber das tatsächlich von meinen Angehörigenfamilien noch über seventy fünf Prozent der verstorbene Tatsächlich-Kirchenmitglied war also nicht ausgetreten ist.

00:06:34: Man denkt immer dass die weltlichen Reden oft nur ja sage ich mal von entweder Atheisten oder von Menschen in Auftrag gegeben werden Die sag ich mal keinen Bezug mehr haben zum Glauben.

00:06:45: Da stelle ich tatsächlich gar nicht so fest.

00:06:47: Bei mir ist das Konstant über all die Jahre so, dass es immer ein Anteil von siebzig-fünftig Prozent geblieben

00:06:52: ist.".

00:06:53: was ich merke, dass immer mehr Menschen sich einen persönlichen Abschied wünschen.

00:06:58: Weil es ist ja in dem Moment nicht nur die Rede sondern da gehört auch die Abschiedskultur als solche mit dazu.

00:07:05: In einer kirchlichen Bestattung ist das häufig so, dass man eine bestimmte Liturgie folgt sind immer ähnliche Lieder oder ein Gebet oder eine Predigti noch gehalten wird und bei uns Freien Rednern ist das so ,dass wir zum Beispiel schauen können Ist der verstorbene Mensch jemand war oder ist es jemand, der zum Beispiel früher immer Plattdütsch gekürt hat.

00:07:27: Dann kann ich das natürlich gut mit einbinden.

00:07:30: und da sind natürlich den Pasteuren die wir haben so ein bisschen sage ich mein Anführungszeichen die Hände gebunden weil sie weniger Zeit haben aber weil sie eine vorgegebene Liturgie haben.

00:07:39: und so wollen halt denke ich viele die mich beauftragen oder auch die beim Bestatter nach einer weltlichen Beisetzung fragen ja dass es noch persönlicher ist und dass man halt wirklich mehr, mehr Input aus dem Leben des Verstorbenen hören kann.

00:07:54: Weil das ja bei unseren Abschiedsfeind wirklich achtzig, fünfundachtzig Prozent nur um den Verstorbenden und seine Familie und seine Erinnerung geht Und wir halt dann vielleicht ein Vater unser beten aber jetzt halt nicht eine komplette Liturgie

00:08:06: abhalten.

00:08:07: Aber wo mag das herkommen?

00:08:10: Dass das so ist sind die Leute jetzt besser informiert weil letzten Endes der Podcast ja so entstanden dass Wir sagen wir müssen das Thema mehr öffnen Und was es eben alles gibt, da haben wir schon diverse Folgen zugemacht.

00:08:22: Was eben alles möglich ist.

00:08:24: Wir ja aber auch feststellen dass manche das immer noch nicht machen, was schade ist, alles anbieten.

00:08:31: Manchmal wenn wir bei den Gesprächen sind und unsere Gespräche sind ja eigentlich immer bevor du kommst in die Familie weil wir dich ja empfehlen und es dann dazu kommt, dass du dahin gehst Dann ist ja das Gespräch bestenfalls ja schon so, dass die Leute dann drauf kommen.

00:08:53: Dass sie sich eigentlich was anderes wünschen Das hatten wir letztens auch gemeinsam.

00:08:58: Die waren erst bei Ja So macht man das immer und dann kam aber ganz viele fragen.

00:09:03: ja wird denn dann was von unserer Mutter erzählt Können eine eigene Musik abspielen Und nicht so in der Messe?

00:09:08: also in der Kirche ist dann Messe Wie man das kennt das gehört halt dazu das bucht man halt bis man dann Irgendwann im Gespräch drauf kam, dass eigentlich was anderes wichtig ist und dann sind sie ja komplett umgeschwenkt auf.

00:09:24: Okay?

00:09:24: Dann nicht Kirche, dann eben Reden- und Eigenmusik usw.

00:09:29: Und die Abschiedsfeier... Ich glaube du weißt welche ich

00:09:32: meine

00:09:33: Namen habe.

00:09:33: Ja auch zusammen gemacht!

00:09:36: Das falle nicht Pasta aber auch zu denen.

00:09:38: Ich hatte dann ja auch noch später mehr als ein Gespräch mit denen Und die waren total glücklich über den Abschied.

00:09:46: Also, sie waren dann auch durch irgendwann mit dem Abschied weil der voll umfänglich abgeschlossen war.

00:09:52: Ja Das ist wie du das ansprichst dass erlebe ich häufiger tatsächlich und meine Erfahrung ist man braucht nur einen der mutig ist und es mal anders macht.

00:10:04: Also einen in einer Großfamilie oder einen in der Nachbarschaft, oder einen vom Schützenverein, der mit einem freien Sprecher oder einer freien Rednerin beigesetzt worden ist.

00:10:13: Und dann ist das häufig auch so eine ... Ach ja!

00:10:16: So geht das auch?

00:10:16: Das finde ich gut.

00:10:18: Um zum Beispiel zu nennen... Ich war jetzt letzte Woche auf einer Abschiedsfeier im anglöhrigen Gespräch, sagten die Anglöhren mir direkt Ja, das ist ganz schwierig für uns weil mein Mann hatte sechs Geschwister und sie sind ganz katholisch groß geworden.

00:10:32: Und die Geschwister können das überhaupt nicht akzeptieren, dass der nicht kirchlich beerdigt wird?

00:10:35: Das ist ganz schwer für uns!

00:10:37: Wie gehen wir damit um?

00:10:38: und natürlich muss ich solche Sorgen auch ernst nehmen und aufgreifen und habe dann auch gesagt Wir können Vater Unser beten.

00:10:45: Wir haben zum Beispiel einen Kerzenritual vorher gemacht.

00:10:47: Das kennen ja viele aus der evangelischen oder auch aus der katholischen Kirche, dass man zum Gedenken an verstorbene Kerzen anzündet.

00:10:54: Das haben wir vor der Beisetzung gemacht Und das war ganz nett, weil sie dann nachher sagte, dass selbst die Geschwister gesagt haben, dass es doch ein schöner Runderabschied war.

00:11:05: Weil es ist ja nicht so nur, wenn man einen weltlichen Redner hat, dass man sich komplett abwenden muss von Gott.

00:11:12: Das ist tatsächlich nichts so.

00:11:14: Es gibt genug Redner, die auch ein Gebet sprechen und die Beisetzung ist trotzdem ... Du sagst, das ist eben schon in einer Kapelle.

00:11:21: Die Kapella als Raum ist ja schon gesegnet und beweit in der Bauphase.

00:11:26: Und wenn jemand zum Beispiel auf einem kirchlichen Friedhof beerdigt wird oder auf einem kommunalen Friedhof, also in einem ganz normalen Erdgrab.

00:11:33: Dann sind diese Flächen ja auch geweiht.

00:11:35: Also es ist ja nicht so das jetzt jemand dann der vorher im Glauben, also evangelisch-katholisch wie auch immer in welchem Glaubenglauben verbunden war, dann auf einmal irgendwo beigesetzt werden?

00:11:45: Ja, da kann man die Sorge dann auch immer ein bisschen nehmen dass man sagt, dass er trotzdem die Rahmenbedingungen halt schon kirchlich geweihe und gesegnet sind und man dann den Abschied halt etwas freier gestalten kann.

00:11:55: Ja, das geht ja auch, würde ich sagen ganz gut Hand in Hand.

00:11:58: Also da muss sich vielleicht auch bei der Kirche noch ein bisschen was ändern.

00:12:03: Ich finde dass Tuts aber auch entteilen und so weiter.

00:12:06: die sind ja auch wie gesagt die sehen ja auch Entwicklungen und das ist ja auch gut so, dass was passiert irgendwie.

00:12:16: Ich mache einen kleinen Ausflug, weil mich das persönlich noch interessiert.

00:12:20: ich kann mir dich ja nur bei uns vorstellen aber du arbeitest natürlich auch noch für andere Bestattungsunternehmen ist klar und an anderen Orten wenn ich mich nicht täusche, hältst du ja auch Trauerreden.

00:12:33: Also das

00:12:34: Gegenteil

00:12:36: von Trauer reden da sind wir jetzt überhaupt nicht im Thema und auch nie mit dabei und ja auch bei den Gesprächen die du nach uns führst.

00:12:46: eigentlich müsste ich da gerne mal zuhören wie du das da angehst weil dann ist ja schon soweit alles klauen es gibt ja nicht mehr so viel organisatorisches zu besprechen.

00:12:59: Deswegen kann ich mir vorstellen, dass so ein Gespräch mit dir fast noch intensiver ist, weil wir ja ganz viele Sachen besprechen müssen.

00:13:06: Aber vielleicht magst du kurz einmal was zu deiner anderen Passion erzählen und etwas über Trauräden sagen?

00:13:14: Sehr gerne!

00:13:16: Das gehört auf jeden Fall zu meinem beruflichen Leben dazu wirklich tatsächlich schön, weil es sind schöne Momente.

00:13:24: Das ist natürlich wenn ich eine Trauung habe oder zum Beispiel eine freie Taufe.

00:13:28: also ich biete auch Kinder Willkommensfeste an.

00:13:31: Wenn jetzt zum Beispiel ein Kind in der Familie bekommen geheißen werden soll was jetzt nicht kirchlich getauft werden soll das ein Kinder Willkommen fest und das biete ich tatsächlich auch beides an und Es sind natürlich ganz andere Vorbereitungsgespräche Wobei man tatsächlich an sehr vielen Stellen dann auch wieder Parallelen feststellt.

00:13:51: Also ich mach das mal am Beispiel konkret.

00:13:53: Ich frage in einem angehörigen Gespräch... eigentlich immer, sowohl bei Trauergesprächen als auch bei den Traugesprächen.

00:14:02: Was sind die wichtigsten Momente in eurem Leben gewesen?

00:14:05: Und da merkt man ganz oft dass ja die Hochzeit eigentlich immer als einer der wichtigsten Moment genannt wird und das ist für mich das Schöne, dass ich denke okay selbst wenn ich jetzt eine tolle Trauung mache dann ist das hoffentlich etwas wo in vierzig fünfzig Jahren, wenn einer der Ehepartner vielleicht nicht mehr ist dass als schönster Moment oder schönste Erinnerung erhalten bleiben.

00:14:26: Ich finde, das sind so schöne Parallelen und man fragt doch auch einige Sachen ähnlich.

00:14:32: also was war einem im Leben?

00:14:34: Oder was ist ein in einem Leben wichtig?

00:14:36: Mir geht es in den Traureden und auch in den trauerreden immer darum den Menschen darzustellen.

00:14:42: Also was macht ihn persönlich aus?

00:14:44: weil einen Lebenslauf vorlesen oder eine eine bloße Geschichte vorlese Das ist nicht die hohe Kunst sondern mir geht's immer darum so ein bisschen heraus zu kitzeln rauszuarbeiten.

00:14:53: Was sind das für Menschen?

00:14:54: Was haben die für Charakterzüge, was haben sie für ein Wesen und was ist denn eigentlich im Leben wirklich wichtig?

00:14:59: Und dass es in beiden Bereichen sowohl bei Trauung als auch bei Trauer etwas ganz Wichtiges und da schätzen auch die Angehörigen und die Zuhörer weil's ehrlich ist authentisch.

00:15:08: Ja aber das kann ich bestätigen, weil ich kennen die Verstorbenen ja auch nie.

00:15:13: Ich lerne die An gehörigen kennen Und dann kriegt man ja auch immer eine Ahnung von den Familienstrukturen und Aufstellungen, wer wie eng ist.

00:15:24: Manchmal eben Probleme aber da bist du dann viel mehr im Thema.

00:15:31: Ich bin ja immer mit dabei und höre das dann auch und habe dann immer eine klare Vorstellung von den verstorbenen Menschen wie sie denn waren weil das sind alles Informationen die eben die Angehörigen an dich weitergegeben haben, die dann das Leben und den Menschen ganz gut widerspiegeln.

00:15:49: Ich finde, dass kommt sehr gut zum Tragen bei

00:15:53: dir.".

00:15:54: Das freut mich, wenn das so rüberkommt.

00:15:56: Weil das sind ja auch oft diese kleinen Dinge die in Erinnerung bleiben.

00:16:00: letzte Woche zum Beispiel in einer Rebe da hatten wir einen ganz sympathischen tollen Familienvater und Opa der leider verstorben ist und er hatte zum Beispiel immer ein Blaumann an und einen weißen Schlapphut und hat sehr gerne vor dem Haus auf seiner Bank gesessen.

00:16:12: Und nachher sprach mich eine Frau ansachte ich war die Nachbarin und als sie das gesagt haben Ich habe ihn richtig da sitzen sehen und auf mich zuwinken, wenn ich mit dem Fahrrad vorbeifahre.

00:16:26: Und noch ein netten Spruch hinterher.

00:16:29: Das war richtig schön für mich.

00:16:30: Ich hab ihn wirklich nochmal vor Augen gehabt.

00:16:33: Das ist das was ich mir wünsche dass das auch in den Reden rüber kommt Dass die Enkelkinder zum Beispiel später die jetzt erst zwei oder vier sind, dass sie wirklich später die Rede lesen kann und sagen können ja so's Opa gewesen, dass man da so'n bisschen Erinnerungskultur hat.

00:16:50: Jetzt haben wir ja davon gesprochen, dass eben oft auch deine alternativen Veranstaltung oder unsere Alternativenveranstaltungen trotzdem in einem kirchlichen Raum stattfinden.

00:17:05: Ich weiß nicht wie ich es formulieren soll.

00:17:07: jetzt sind wir ja quasi da ein bisschen der Startpunkt.

00:17:10: Wir haben ja vielleicht schon hoffentlich einiges geleistet in unserem Gespräch.

00:17:14: Dann wirst du gerufen das ist dann noch mal was anderes.

00:17:18: Hast du denn das Gefühl, dass bei diesem Ablauf oder ich sage mal was fehlt?

00:17:24: Oder dass man noch etwas verändern müsste.

00:17:28: Ich meine sowas wie fehlen dir zum Beispiel alternative Abschiedsräume oder siehst du da irgendwo noch Potenzial oder ist dann noch eine Lücke?

00:17:41: Weißt du wie ich das meine?

00:17:43: Ja, man hat an vielen Stellen so ein gewisses Wunsch denken.

00:17:47: Das ist tatsächlich so... Das merke ich halt auch immer wieder gerade wenn man viel auch zum Beispiel im Ausland sich mal die Bestattungskultur anguckt da wird es ja ganz anders zelebriert.

00:17:56: Da wird's

00:17:57: fancy manchmal.

00:17:59: Genau!

00:17:59: Wir hatten das tatsächlich mal als ich in Afrika im Urlaub war und dass da auch gesehen habe, da wird ja richtig getanzt bei einer Beerdigung auf der anderen Seite gibt es natürlich Bestattungskultur, das kenne ich aus meiner Familie sehr gut mit den Klagefrauen.

00:18:14: Zum Beispiel im Nahen Osten gibt es ja die Frauen, die sich weinend über den Sarg werfen.

00:18:20: Die Kultur ist halt überall anders und ich glaube – und ich wünsche mir total dass in Deutschland die Bestattungskultur etwas bunter wird!

00:18:27: Ich stehe immer so dahinter dieses Traueres-Bund-Motto ein bisschen voranzubringen Gerade was Bestattungsräume angeht, Räumlichkeiten sind extrem wichtig finde ich persönlich.

00:18:37: Wenn ich in eine dunkle Kapelle reinkomme und alles ist düster und riecht am besten noch, mufe ich dabei dann habe ich natürlich gleich schon so einen Lebensendzeitstimmung, Gefühl.

00:18:48: Ich kann immer nur als gutes Beispiel ein lieben Gruß geht raus an Reine.

00:18:51: ich kann immer noch einen ganz tolles Kompliment aussprechen für die neuen Kapellen Strukturen, die in Reine geschaffen worden sind.

00:18:57: Die haben ganz viel neu gemacht und es gibt ganz helle Kapellen mit ganz viel Glas mit hellen Möbeln mit Sitzbänken, mit Sitzeizungen.

00:19:04: da kommt man natürlich ganz anders rein und die Atmosphäre ist gleich eine ganz andere.

00:19:08: das merkt man auch bei den Trauergästen.

00:19:11: Ich würde mir einfach sehr wünschen dass Deutschland flexibler wird was zum Beispiel Abschiedsorte angeht, dass man zum Beispiel einfach mal eine schöne Gartenparty macht.

00:19:19: Weil es gibt so viele Menschen gerade hier bei uns in den ländlichen Strukturen die riesen Gärten haben und wenn ich im Angehörigen-Gespräch bin, die mir sagen wir haben jedes Jahr im Sommer mit fünf, fünftig, sechzig Leuten Familienfest hier im Garten gemacht.

00:19:32: warum kann man nicht so einen schönen Abschied auch so gestalten?

00:19:34: Ich meine ihr dekoriert immer so hervorragend so schön!

00:19:37: Ihr könntet auch... Ihr könntet auch wunderbar einen Garten dekorieren und das tollfertig machen.

00:19:45: Ja,

00:19:45: ich bin gerne noch in Hallo!

00:19:47: Ich strecke ja mit dem Profi oder ich habe ja an Schleswig-Holstein eine Beisetzungsfeier gehabt, ein Abschiedsfeier in einer Reiteile als eine junge Dame verstorben ist, eine junge Frau... Und das macht so viel wenn man einfach an Orten ist ... die man auch verbindet mit den Menschen.

00:20:05: Und das würde ich mir mehr wünschen, dass auch Angehörige da mehr bereit sind, da reinzugehen und sich dann nicht abschrecken lassen so nach dem Motto... Das macht man hier nicht so oder das hat man immer schon so gemacht, dass man in die Kapelle geht.

00:20:18: Das

00:20:18: finde ich

00:20:18: oft schade!

00:20:19: Nun muss ich zugeben, dass schlage ich natürlich auch nicht immer alles vor und auch das nicht.

00:20:25: Aber es wäre auf jeden Fall ja eine gute Überlegung wenn ich sehe weil man ist ja eigentlich fast immer bei den Angehörigen Zuhause wieder die struktur ist Dass man vielleicht auch mal dann sowas explizit mehr vorschlägt oder wenn dann eben nicht Das offizielle ding Dann vielleicht noch das denke ich immer irgendwie noch so kleine andere Abschiedsgeschichten macht.

00:20:48: Also wenn man halt wirklich auf dieses kirchliche nicht verzichten kann, hat es ja gerade erzählt das manchen das noch schwer fällt dass man vielleicht noch ja nicht eine zweite große Veranstaltung macht aber dass man eben auch alternative vielleicht noch Rituale zu Hause oder eben Gartenparty oder oder oder dass man ja vielleicht nochmal so für sich ein Abschied hat oder wie auch immer.

00:21:15: Das ist auf jeden Fall noch mal ein guter Tipp, dass man vielleicht wenn die Möglichkeit besteht oder so da auch nochmal darauf hinweist das es auch geht Weil es muss ja nicht in einer Kapelle sein.

00:21:26: Genau, es muss nicht in eine Kapeelle sein.

00:21:28: und was ich auch immer wieder feststelle wenn junge Enkelkinder oder Urenkel Kinder dabei sind und die mitwirken oder beteiligt sind wirkt das auch noch mal ein bisschen dynamischer.

00:21:39: also Ich habe zum Beispiel eine Trauerfeier gehabt.

00:21:41: Das fand ich ganz toll.

00:21:43: Da haben die Enkelen selber Musik gemacht Und haben dann selber einen Lied eingesungen für den Opa.

00:21:50: Dann haben wir das abgespielt als Datei gesagt haben live, dass dann vor den hundertzwanzig Gästen dann dazu performen.

00:21:57: Das konnten die nicht.

00:21:58: Aber

00:21:59: das war halt wunderschön und da war das zum Beispiel auch so.

00:22:03: Da gab es noch sehr kleine Uhrenkekinder und die haben dann zB nachher mit den Kindern ein Luftballon steigen lassen also ökologisch abbaubar.

00:22:10: Und ja, das

00:22:12: habe ich auch schon mal drauf geachtet.

00:22:15: Einige wissen das ja nicht aber wenn man mal über den Friedhof geht wie viel Ballons in den Bäumen hängen ist immer schade.

00:22:20: deswegen finde ich mal ökologie abbauba wichtig ist ja ohnehin auch nicht gestattet.

00:22:25: Aber das ist halt so eine Sache, ich finde einfach Räumlichkeiten gut und ich find es auch total gut individuelle Musik zu hören.

00:22:31: oder.

00:22:32: wir hatten auch schon mal einmal die Verstorbene selber.

00:22:36: also die war sehr krank und hat im Hospiz gelegen und hat dann selber ein Gedicht vorgelesen.

00:22:41: Die wollte nicht selber Worte sprechen aber einen Gedicht vorgelesen und das haben wir auch in einer Abschiedsfeier gehört dass natürlich sehr, sehr hart.

00:22:49: Also da musst du sogar ich auch noch meinen Tränchen verdrücken und mich kurz sammeln danach.

00:22:53: aber es ist halt wunderschön wenn man sowas machen kann.

00:22:56: das erfordert natürlich alles ein bisschen mutig was ich auch ganz schön finde.

00:23:01: wenn jemand von den Angehörigen aber viele schaffen dass nicht ist ja auch okay.

00:23:05: trotzdem ob trotz obwohl du zum beispiel sprichst noch eine kleine sequenz auch noch selber weil das ist auch nochmal ein anderer schnack ... sogar ein bisschen weinend da noch was vortragen.

00:23:19: Und wenn es nur kurz ist, das kannst du ja aber auch sehr gut mit einbinden.

00:23:23: Da war ich ja auch schon dabei.

00:23:25: Jetzt kommen wir mal zu...

00:23:27: Nee also das finde ich auch und ich ermunter die da auch immer zu und sage dass es ja auch gar nicht schlimm, wenn man weinen muss weil das ist ja nunmal einfach auch einen Moment der tiefsten Trauer.

00:23:36: und wenn man da nicht traurig sein darf oder weinen darf wo dann?

00:23:40: Ich stelle immer wieder fest, dass in solchen Momenten Menschen wirklich über sich hinauswachsen.

00:23:46: Ich hab da schon so tolle Redebeiträge gehört von besten Freundinnen, von Enkelkindern.

00:23:51: Ja.

00:23:52: Von einer Kollegin auch einmal wo ich wirklich zutiefst berührt war die das so toll gemacht haben und wenn man mal ehrlich ist es brauchte gar nicht die große Rede die dann zwanzig Minuten dauert.

00:24:01: Nein!

00:24:02: Wenn man einfach nur zwei drei Minuten sagt an was für Erinnerungen man so denkt was man vielleicht auf ner Kegelfahrt zusammen erlebt hat oder... Dass man auf der Arbeit dem Chef immer in welche Streiche gespielt hat und dass sich da alle kaputt gelacht haben, das bringt einfach den Menschen nah wie wichtig derjenige für diesen Personenkreis gewesen ist.

00:24:20: Und das kann nie jemand so schön rüberbringen wie jemand, der selber aus dem Freundeskreis oder aus der Verwandtschaften kommt.

00:24:27: Das kann ja auch noch einhergehen, dass Kinder und Enkelkinder mit eingebunden werden.

00:24:33: In welcher Form auch immer.

00:24:35: viele haben dann vielleicht noch was fürs Grab?

00:24:37: Ein Brief oder so, das finde ich dann auch immer schön wenn die halt noch so aktiv dabei sind und da etwas machen können.

00:24:46: Jetzt habe ich hier kritzelig Sachen aufgeschrieben, worüber ich mir gestern eben Gedanken gemacht hab.

00:24:54: Jetzt kommen wir mal zu deinem Trauergespräch, das ja immer nach unserem kommt.

00:24:59: Wenn wir dich empfohlen haben und die sich dann dafür entscheiden... Kannst du mir mal erzählen, weil ich war ja wirklich nicht dabei.

00:25:08: Vielleicht darf ich mal ein Praktikum machen.

00:25:11: Sind die Kinder?

00:25:11: Du bist herzlich willkommen!

00:25:12: Ja

00:25:12: das haben letztens Angehörige gesagt wie da warst du noch nie dabei dann musst du da mal mit.

00:25:16: Das ist auch krass.

00:25:19: Ist klar dass es krass ist, weil dann ist unser Orgerteil schon erledigt.

00:25:23: Die wissen sich bestenfalls bis dahin in guten Händen.

00:25:27: Wissen das läuft so durch und jetzt kommt so der Teil wo's vielleicht auch ein bisschen mehr ans Eingemachte geht nämlich ans Persönliche.

00:25:35: Und da kann ich mir vorstellen, dass diese ja auch Trauergespräche höchstunterschiedlich sind.

00:25:42: Weil Menschen...

00:25:43: Das ist tatsächlich so?

00:25:43: Ja!

00:25:43: ...hauch höchts unterschiedlich sind!

00:25:46: Magst du das mal kurz erzählen und eben wie sehr sich das unterscheidet?

00:25:53: Und so weiter und so weiter.

00:25:56: Ja, also auch da ist die Welt wund- und farbenfroh nicht nur in der Trauer sondern allgemein jeder Mensch ist anders und das kann tatsächlich schon sein dass man im angörigen Gespräch hat dass jedes einzelne Mitglied der Familie anders ist.

00:26:08: Dass einige zum Beispiel die Trauer komplett negieren und total professionell sind, und sagen ja Punkt eins, Punkt zwei, Punkt drei ich habe hier mal was vorbereitet und man kriegt direkt die fünfseitige Mappe ausgehändigt wo fünf Seiten, die nach vier beschrieben sind, was alles erwähnt werden soll.

00:26:24: Man kann es auch so ablesen?

00:26:26: Ja tatsächlich da sind aber dann oft das interessant wenn Angehörige das zusammenstellen.

00:26:30: Da sind dann oft Sachen drin wie vom ersten, ersten, achten, achtzig bis zum einen.

00:26:35: Das war das ist den zwölften, neunzehnten, achtzig bei dem und dem Arbeitgeber.

00:26:38: Also so man merkt wenn Angehörige das vorbereiten dass die sehr auf technokratische, technokratisch auch formale Sachen gehen.

00:26:46: Das ist immer ganz interessant.

00:26:47: und wenn ich dann frage so ja hatte der die Küche eigentlich immer aufgeräumt und sauber oder weil die Kühe total chaotiert?

00:26:53: Dann werde ich immer irritiert angeguckt und mich interessiert einfach was war das für Mensch, was war es für ein Wesen?

00:27:02: haben wir ja wirklich eine Stunde nett und positiv gesprochen.

00:27:06: Jetzt sagen Sie doch mal ehrlich, was war denn richtig nervig an dem?

00:27:10: Wo sind sie selber mal in die Decke gegangen und haben gesagt, oh ich nagel den an die Wand!

00:27:14: Oh

00:27:15: das schreiben die wahrscheinlich nicht unbedingt.

00:27:17: Das schreiben

00:27:17: die der Regel nicht auf und das wollen die auch ganz oft nicht sagen.

00:27:20: Ich glaube wenn ich für jeden Satz in meinen Angehörigen Gesprächen wo gesagt wird, dass kommt aber nicht in die Rede.

00:27:26: Wenn ich dafür ein Euro bekommen würde dann wäre ich glaube schon sehr wohlhabend.

00:27:31: Das ist natürlich, das ist mir immer wichtig.

00:27:33: Ich will ja keine Abrechnung machen in einer Rede und ich formuliere das auch nicht dispektierlich.

00:27:38: aber mal ganz ehrlich jeder von uns... Auch du und ich wie wir hier sitzen, jeder hat so seine Schrullen und seine Macken.

00:27:44: Und eigentlich ist er das die Kunst dass die Menschen einen mögen weil man eben diese Schrullen-Macken hat.

00:27:50: Wenn da halt zum Beispiel jemand ist wo das ganz wichtig war dass die Teller immer auf grün auf weiß im Schrank gestapelt sind und dass diese Reihenfolge nicht durchbrochen werden darf dann ist es eine liebevolle Schrulle.

00:28:00: oder wenn wenn jemand Schrauben sammelt, dann ist das auch so.

00:28:02: oder wenn jemand Frösche sammeln.

00:28:04: Das sind einfach Sachen... Ich kann mir schon vorstellen, wenn jemand ein Tausend Fünfhundert Fröschen zu Hause hat, dass einen das durchaus als Angehörigen mal nerven kann gerade beim Putzen aber es gehört ja irgendwie zu den Menschen dazu.

00:28:15: Ja, das macht es dann ja aus!

00:28:17: Aber da kommen die natürlich wahrscheinlich nicht so drauf, dass eben genau diese Details sehr wichtig sind weil alle, die bei der Abschiedsfeier dabei sind das dann auch kennen, weil ich denke dass eine tausendfünfhundert Frosch-Sammlung den meist nicht verborgen bleiben kann.

00:28:34: Die stehen ja irgendwo rum!

00:28:36: Sie waren übrigens kleiner Zeit weg, sie waren ganz irritiert.

00:28:39: Also ich dann sagte ja was sind denn die fünf Lieblingsfrösche?

00:28:41: Nenja, die gibt es gar nicht.

00:28:43: Ich sag ja, dann suchen sie doch mal fünf Frösche aus, die wird dann in die Dekoration vom Bestattter mit einbauen.

00:28:47: Ja, Mignon!

00:28:48: Weil das gehört ja wohl dazu und... Dann guckte die Frau mich nur an und ist brach so richtig aus ihr heraus.

00:28:54: Nein jetzt isst er schon tot und da muss sich mir das auch noch der Deko angucken.

00:29:00: Und da musste ich etwas schmunzeln.

00:29:03: aber es war tatsächlich so, ich kam nachher in die Kapelle keine fünf Frösche da, aber es waren zwei sehr große Fröschen da.

00:29:08: Zwei sehr, sehr großen Frösches die vor der Urne auf dem Boden saßen.

00:29:11: und das fand ich irgendwie charmant weil man merkt halt doch in den Angehörigen Gesprächen dass die Leute genau wie du ja eben auch schon gefragt hast sehr unterschiedlich sind.

00:29:20: Manche sind halt sehr ehrlich aus denen bricht es dann förmlich heraus und andere.

00:29:24: da merken wir dann schon da muss man ein bisschen mehr nachfragen.

00:29:26: Wie sind da etwas Verhalten?

00:29:28: Ja jetzt gibt's ja aber auch vielleicht mal eine Familienstruktur die das einfach mal einfach nur sauber über die bühne kriegen und ich erfahr dann halt okay unsere mutter ist gestorben.

00:29:40: wir hatten zwanzig jahre kein kontakt.

00:29:43: die möchten dann auch einfach vernünftig und würde voll beerdigen aber haben nicht so einen emotionalen bezug zu dem verstorbenen menschen.

00:29:52: das ist ja nun mal nicht immer so innig und liebevoll und man möchte nochmal alles von den menschen hören absolut weil vielleicht auch viele oder längere Teile nicht erzählbar sind, weil sie nicht dabei waren.

00:30:07: Oder es eben Problematiken gab die dann eben dazu geführt haben dass man mit der Mutter zwanzig Jahre keinen Kontakt hat.

00:30:16: Ich weiß das aber, dass dann auch schon mal ein Trauersprecher oder Sprecherin gebucht wird und dann wundere ich mich manchmal so was gar nicht vorkommt in einer Rede weil es die vielleicht wirklich nicht wollten.

00:30:30: Vielleicht gibt's aber auch nicht so viel zu erzählen, wie machst du das denn?

00:30:34: Wenn sie sagen ja eigentlich gibts nichts habe ich auch schon gehört nichts Gutes über meine Mutter zu erzähln.

00:30:40: Sie war ein schlechter Mensch wir wurden schlecht behandelt von ihr oder so.

00:30:45: oder ist ja egal der Vater irgendwer und Jetzt geht es einfach nur noch ums Prinzip, die trotzdem mit Würde unter die Erde zu bringen.

00:30:56: Wie kommst du an die Leute ran?

00:30:58: Ja, das ist tatsächlich häufiger als man denkt zumindest dass irgendein Part der Familie keinen Kontakt hat zu den Angehörigen.

00:31:05: Also auch gerade Geschwister zum Beispiel ist es so oft so, dass die unterschiedlich Kontakt haben mit den Eltern Wenn es wirklich so gar nichts Positives zu erzählen gibt.

00:31:13: Das hatte ich jetzt tatsächlich erst zweimal.

00:31:16: Da habe ich dann ganz gezielt gefragt naja wenn sie nie Zeit für Sie hatte ja Für was hatte sie denn Zeit oder wo hat sich ihre zeit verbracht?

00:31:23: Ja für sie zählte immer nur ihr lokal also eine Gaststätte Und da habe ich die Rede dann halt über diese Lokalität und die Gaststätte aufgebaut, weil sie da zum Beispiel sehr angesehen war.

00:31:34: Weil sie eine sehr gute Wirtin war.

00:31:36: Dann kann man natürlich da irgendwas Positives herausfinden.

00:31:39: Da war sie ja durchaus angesehen.

00:31:41: Bei einem anderen Fall war das tatsächlich so, dass auch eine Suchterkrankung im Hintergrund stand und es auch sehr schwierig war.

00:31:48: Man einfach merkte, dass in Binnenverhältnissen noch ganz viel unbearbeitet und umgeklärt war.

00:31:54: Da hab ich dann halt so gefragt, was waren denn so Interessen?

00:31:57: oder an was können Sie sich erinnern?

00:31:58: Was Ihre Mutter gemacht hat.

00:32:00: Ja außer dass sie uns Essen gekocht hat und gelesen hat kann ich eigentlich gar nicht zu ihr sagen ja da kann man natürlich versuchen über das lesen noch etwas aufzubauen und dass die zumindest das kochen Die Versorgung der Kinder irgendwie noch versucht hat sicherzustellen obwohl sie selber schwer krank war Das muss man dann natürlich ein bisschen gucken.

00:32:15: wie ist den Angehörigen das recht?

00:32:17: Und ansonsten findet man ja immer auch noch Worte Ja, sag ich mal.

00:32:23: Ich will nicht sagen so global aber die so etwas übergreifender sind und hoffentlich dann einen würdigen Abschied ermöglichen ohne dass man zu persönlich wäre.

00:32:35: Ich habe aufgeschrieben, hattest du schon mal Drama wegen völliger Missverständnisse.

00:32:40: Anschließend die Frage musstest du einen Auftrag ablegen wegen schlechtem Gefühl nicht passend und so weiter.

00:32:47: das Thema hatten wir auch schon einmal.

00:32:52: Wo du nicht das Gefühl hast dass du die Arbeit verhauen hast was du gibst ja immer Mühe aber dass man irgendwie das Gefühl hat okay es hat jetzt alles überhaupt ... gepasst, die Leute hatten sich das völlig anders vorgestellt.

00:33:07: Das ist nicht dann ja auch mal an denen.

00:33:10: Niemandes Schuld, so meine ich das nicht aber

00:33:12: ...

00:33:12: ... weiß wie ich das meine?

00:33:14: Gab es schonmal so richtig was... Ich sag's jetzt mal verkackte Situationen!

00:33:20: Das erwartest du, dass ich das jetzt offen hier teile?

00:33:22: Nein.

00:33:22: Also klar natürlich hat man immer mal wieder so kleinere Baustellen also ein Riesendrama.

00:33:28: Ich kann mich eigentlich wirklich in der ganzen Zeit Rückblick nur an zwei Situationen erinnern wo ich wirklich gesagt habe wo ich nachher im Auto saß meinen Bläser ausgezogen hab die Musik sehr laut gedreht habe und erstmal auf der Autobahn durchschnaufen musste Wo ich wirklich nur gedacht habe Parias ist.

00:33:44: das war jetzt.

00:33:46: Das war Drama.

00:33:47: Einmal bin ich direkt nach der Trauerfeier im Zug mit der Urne vorweg, ich laufe ja dann meistens neben euch bestattern oder hinterher.

00:33:56: Bin ich von einer Frau sehr, sehr, erboost angesprochen worden.

00:34:02: Ich hätte sie überhaupt nicht erwähnt, ich hatte ihr die Trauer verwehrt und sie wäre ein elementarer Bestandteil des Lebens gewesen.

00:34:10: und zwar stellte sich danach heraus dass das die dritte Tochter war.

00:34:14: Ich hatte das angehörigen Gespräch mit zwei Töchtern geführt.

00:34:16: Es war im ganzen Angehörigen-Gespräch nur von zwei Töktern, von zwei Schwiegersöhnen und von den Enkelkindern dieser Zwei-Töchter in die Rede.

00:34:23: Das ist krass!

00:34:24: Und es ist nicht mit einem Wort irgendwo erwähnt worden, dass es eine dritte Tochter gibt.

00:34:28: Und das Fatale war... Die Dritte Tocher stand auch nicht auf der Traueranzeige mit drauf.

00:34:32: Also ich hatte keinen Anhaltspunkt, dass noch eine Dritte tochter gab.

00:34:35: Diese gab es aber, es waren nämlich die Jüngste der drei Töchter.

00:34:38: Die hatte aber schon seit mehreren Jahren ein sehr schwieriges Verhältnis zu der Mutter hatte.

00:34:43: der Mutter.

00:34:44: letzten Zusammenkommen, quasi bevor die Mutter verstorben ist gesagt du bist für mich gestorben und das haben halt die beiden Schwester mitgekriegt.

00:34:51: Und da war die Schwester halt für sie im Familienverbund auch verstorbt.

00:34:54: nur war das natürlich für mich extrem unangenehm weil ich dann in dieser Situation stand.

00:34:59: Ich konnte dann wirklich nur sagen es tut mir unfassbar leid Das war nicht meine Absicht aber ich wusste es tatsächlich nicht besser.

00:35:05: Ja

00:35:06: dass kann halt tatsächlich wirklich einfach mal passieren oder das halt auch

00:35:11: ja Da kannst Du ja aber nichts für wenn ein quasi überhaupt nicht auftaucht.

00:35:16: Ja, aber man fühlt sich trotzdem

00:35:17: in dem Moment

00:35:18: blöd weil man ja die Rede gehalten hat auch wenn man da vielleicht so nichts höher kann.

00:35:21: und es kann halt auch immer mal passieren das sage ich den Angehörigen auch wenn wir zwei drei Stunden zusammensitzen dann kann es auch immer einmal passieren dass ich zum Beispiel die Nachbarn Egon vergesse mit denen man immer gerne abends zusammen am Gartenshau noch ein Bierchen getrunken hat.

00:35:34: sowas kann passieren.

00:35:35: das ist nicht böse gemeint Es passiert selten, aber ich würde mich davon nie frei machen.

00:35:40: Und die andere Situation, die ich mal hatte, die für mich persönlich sehr schwer war zu händeln, das war halt eine Situation wo bekannt war bei vielen Menschen dass der Verstorbene seit zehn Jahren oder zwölf Jahren war.

00:35:53: es glaube ich ne Affäre hat mit einer anderen Dame Und in der Kirche saßen wir in der ersten Reihe, wie es ja meistens so üblich ist.

00:36:00: Die Witwe, die Kinder und die Schwiegerkinder... ...und dann kam eben diese Affäre dazu und setzte sich wie selbstverständlich in die erste Reihe dazu.

00:36:08: Und das in einem sehr ungewöhnlichen, sehr offensiven Outfit.

00:36:13: Das war für mich auch schwierig damit umzugehen weil ich das nicht wusste und ich nur sah bei den Kindern die waren so mein Alter wo ich dann merkte oh da ist irgendwas im Agen und die machten mir die ganze Zeit zu Blickzeichen.

00:36:26: Dann sprach ich sie an.

00:36:29: Tut mir leid, ich möchte ihn nicht so nahe treten.

00:36:30: Aber die erste Reihe einer Kapelle ist immer für die Ängsten Angehörigen gedacht und vielleicht möchten sie sich weiter hinten platzieren und dann ... Nein!

00:36:38: Ich bin die ängste Angehöhrige.

00:36:39: Ich war die Liebe seines Lebens.

00:36:41: Das in einer Lautstärke wo die ganze Kapella es mitgekriegt hat.

00:36:45: Oh,

00:36:45: das war sehr unangenehm und danach auch am Grab ist sie dann auch noch vorgetreten direkt nach den Söhnen also nach der Familie und hat sich dann teeltralisch verabschiedet gesagt, du warst die Liebe meines Lebens auch wenn das keiner aber haben will.

00:37:01: Ich werde dich immer lieben und es war halt sehr dramatisch der episch.

00:37:07: Aber es war für mich halt in dem Moment einfach nur unangenehm weil ja man merkte halt einfach dass das für die Familie schwer war.

00:37:14: aber ich kann ja in dem moment auch nicht sagen ich verwere so jemanden den Abschied wenn die halt wirklich nun mal einfach zwölf Jahre zusammen waren und ja das allseits bekannt war ne?

00:37:24: Ja Aber das sind ja alles Dramen, die für die du quasi nix kannst sozusagen.

00:37:30: Wenn da die Familienstruktur so ist und du das nicht weißt oder den Sohn nicht gesagt wird.

00:37:35: Es kommt am Nachts trotzdem auf's Bett?

00:37:37: Ja,

00:37:37: das verstehe ich total!

00:37:38: Das hat mich verfolgt.

00:37:40: Ja

00:37:40: aber das ist ja letzten Endes dann auch so deine... das wäre hier die nächste Frage was dein Anspruch ist oder eben deiner Haltung zu dem Thema.

00:37:50: vielleicht gibt es ja auch Sachen, die du definitiv ablehnen würdest.

00:37:55: Was, wo du eben keine überzeugende Rede halten kannst.

00:37:59: Das Thema hat mir im Podcast auch schon mal was so die Haltung von Uwe Berg zum Beispiel ist und was für mich persönlich als Christine nicht geht, wem ich nicht helfen kann oder auch nicht helfen will und auch nicht muss

00:38:13: usw.,

00:38:14: weil ich kann mir vorstellen also der Markt an Trauer RednerInnen ist ja schon, also es gibt viele die sich tummeln mit mehr oder weniger.

00:38:27: Ich sag mal Ahnung oder Talent oder wie auch immer.

00:38:32: Es gibt aber eben auch unterschiedliche Ansätze was so der Fokus ist in einer Rede.

00:38:38: Aber Ja Sagst du da mal etwas zu bitte

00:38:43: sehr gerne.

00:38:45: Also es gibt natürlich immer mal Momente wo man halt feststellt, dass es tatsächlich schwierig ist mit dem eigenen Ethos da übereinzukommen.

00:38:53: Was dabei die Herausforderung einfach für uns als Redner ist, das wir das ja vorher nicht wissen.

00:38:58: Das heißt ich müsste den Auftrag ablehnen in dem Moment, wo ich schon im Gespräch bin und das finde ich immer in dem Zusammensein mit den Angehörigen etwas schwierig.

00:39:07: Ich habe tatsächlich zwei Aufträge nicht übernommen.

00:39:11: Einmal ist direkt im Kennenlerngespräch schon erzählt worden, dass das jemand war der ein absoluter passionierter Großwild und dass die gerne möchten, dass sie schon mit dem Bestatter abgesprochen hatten.

00:39:21: Dass der jetzt fragt mich ich habe keine Ahnung also auf jeden Fall irgendein Kopf von irgendeim Tier was in Afrika geschossen worden ist ein GNU oder sowas war das glaube ich dann in einer Kapelle stehen wird.

00:39:31: Jetzt muss man dazu sagen Ich bin natürlich überzeugte Tierschützerinnen und Naturschützern.

00:39:36: Da habe ich gesagt, es tut mir wirklich furchtbar leid.

00:39:38: Aber das kann nicht einfach nicht!

00:39:40: Da stehe ich moralisch etisch nicht hinter.

00:39:43: Das können andere besser machen und es tut mich leid die haben mir das sehr übel genommen.

00:39:46: Die haben sich auch beim Bestatter über mich beschwert.

00:39:48: der bestatter kennt mich zum glück lange und arbeitet lange mit mir zusammen und sagte dann ja dass ist uns auch durchgegangen.

00:39:54: hätten wir daran denken können das passt dann halt nicht weil ich heißt ja auch nicht umsonst Landherz Ich bin halt ein landeich liebe die Natur und ja liebe Tiere und also da tue ich mich sehr schwer mit.

00:40:04: Ich hatte aber mal eine Situation im Angehörigengespräch, kamen wir so darauf zu sprechen und dann merkte ich schon dass die Familie ein bisschen eierte.

00:40:13: Es war jetzt auch jemand der älter also lebenselter schon war und wo danach herauskam das es jemand war der im zweiten Weltkrieg eine entscheidende Funktion hatte, sagen wir mal so.

00:40:25: Und die Familie dann auch noch das Eiser einen Ehrenkreuz rausholte und der zum Beispiel ein Café-Service hatte wo eine bestimmte Insignie unten drunter war.

00:40:32: Alter!

00:40:34: Das ist natürlich etwas...das habe ich halt erst in dem Gespräch erfahren und ich merkte halt dass die Familie, dass denen das auch unangenehm war, dass sie also nicht dieser Gesinnung sind Die aber ganz klar sagten, wir wissen nicht.

00:40:46: Wie gehen wir jetzt damit um?

00:40:47: Weil es weiß jeder wie Opa gestrickt war.

00:40:51: Es weiß jeder was er nach Vergangenheit gemacht hat.

00:40:53: Er hat da nie einen Held rausgemacht und hab ich nur gesagt, dafür können das erwähnen.

00:40:56: Aber das wird Einsatz in der Rede sein!

00:40:59: Und dann fokussieren wir uns bitte auf das, was danach war weil... Das ist einfach für mich eine Grenze die ich halt nicht überschreite.

00:41:06: also wenn ich jetzt gemerkt hätte dass die ganze Familie da irgendwie noch diesen Gedankengut anhängt, dann hätt ich auch direkt gesagt Nee, danke machen wir nicht.

00:41:15: Das ist eben auch wahrscheinlich doch der Grund warum du so authentisch bist und warum da eben jemand mit Haltung steht vorne Wiener eins.

00:41:26: Sonst ist es, glaube ich beliebig und dann kann man auch einfach gegen Geld irgendwas labern.

00:41:32: Und das ist ja nicht der Anspruch.

00:41:34: Kann ein Anspruch nicht sein?

00:41:35: Dann ist es nicht gut.

00:41:37: Es wird ja auch heutzutage – das muss man sagen, du sagst das eben auch so die, dass der Markt der Redner halt immer mehr wird.

00:41:43: Das liegt unter anderem natürlich auch daran, dass es heutzudage einfacher wird.

00:41:47: Ich sage nur Stichwort ChatGPT oder was es sonst noch an OpenAI künstliche Intelligenzlösung gibt, die eine fantastische Rede.

00:41:55: Ich finde die wirklich gut.

00:41:56: Also ich habe mal zwei, drei gelesen und hab so gesagt neuer, die fand ich wirklich gar nicht schlecht aber was halt ganz viele vergessen dabei ist dass wir Redner eben nicht nur die zwanzig Minuten vorne in der Kapelle stehen und da einen schlauen Eindruck machen und am besten eben etwas nettes reden sondern eigentlich die Arbeit als Redner ist viel mehr die Arbeit als Zuhörer und das vergessen ganz viele.

00:42:20: Ich bin zum Beispiel Mensch, ich bin eigentlich introvertiert also ich bin gar nicht der Mensch der eigentlich jetzt hier so ein Podcast macht oder der vorne gerne steht oder was erzählt.

00:42:27: Ich mache die Arbeit so gern und das ist halt mein Werteverständnis weil ich den Menschen halt in der Trauer einen Ohr schenken möchte.

00:42:33: Ich möchte denen zuhören was sie mir über das Leben erzählen und möchte die halt durch die Trauer gut begleiten.

00:42:40: Das ist halt unheimlich wichtig, finde ich persönlich das ein Redner oder auch ein Geistlicher.

00:42:44: Ich will gar nicht immer nur von den Rednern sprechen sondern auch die Geistlichen sich Zeit nehmen dass man eben nicht da sitzt und sagt so ich klopfe jetzt aufs die Uhr neunzig Minuten sind oben.

00:42:52: das ist mein Kostensatz und ich gehe jetzt Sondern wenn man bei einer Witwe sitzt die keine Angehörigen mehr hat die ganz alleine ist Dass man da nochmal drei Stunden sitzt Und das Rosinenbrot mit ihr ist und sich Zeit nimmt.

00:43:02: Das gehört halt mit dazu.

00:43:03: und die Rede über ChatGPT ist immer nur so gut wie die Fragen, die ich vorher den Angehörigen stelle.

00:43:08: Und rauskitzelt was ich für meine Rede brauche.

00:43:11: Wie lange dauern denn so Trauergespräche in Schnitt?

00:43:14: Wahrscheinlich auch unterschiedlich.

00:43:17: Ganz unterschiedlich kann man nicht sagen, die allermeisten dauern wirklich anderthalb Stunden also eine Stunde dreißig eine Stunde fünfvierzig.

00:43:24: wenn man aber sehr große Gruppen hat mit denen man spricht kann man sagen wird es eigentlich immer exponentiell mehr.

00:43:30: das ist ganz interessant.

00:43:31: also wenn man mit zwei Menschen spricht kommt man mit anderthalb Stunden eigentlich immer hin.

00:43:35: Wenn man mit vier spricht, braucht man zwei Stunden und wenn sechs oder achter sitzen dann ist man auch mal bei drei Stunden.

00:43:41: Das

00:43:41: gilt geht uns auch so.

00:43:43: Dann gibt es ja aber auch sechs Meinungen zu einer Idee.

00:43:47: Ja, genau.

00:43:47: Und dann hat auch natürlich jeder eine andere Erinnerung was auch schön ist.

00:43:51: aber ich muss dann halt auch immer wieder einordnen das geht euch bestattern ja leider auch so genau wie mir auch dass wir halt sagen müssen wir sind halt zeitlich gebunden auf dem land hier ist es sehr entspannt.

00:44:01: da kann man wirklich auch sagen okay wenn jetzt die abschiedsfeier mal eine halbe stunde dauert oder fünf dreißig minuten dann ist in ordnung.

00:44:06: Ich arbeite aber ja auch viel im stadtbereich und das ist ganz klar nach drei sicht Minuten muss die kapelle leer sein weil dann die nästen kommen.

00:44:13: und Da muss ich natürlich wenn nicht drei stunden im angörigen gespräch sitze den auch schon sehr deutlich machen, seid nicht enttäuscht.

00:44:19: Wenn ich nicht alles erzählen kann von diesen wertvollen schönen Erinnerungen sondern dass er mich wirklich auf dreißig Minuten beschränken muss oder halt wenn noch Musik gespielt wird sogar nur auf zwanzig.

00:44:28: und da höre ich ganz oft das.

00:44:29: die Angehörigen mir sagen das ist vollkommen okay so.

00:44:32: es einfach schön jetzt hier nochmal zusammen zu sitzen und sich an solche Kleinigkeiten zu erinnern.

00:44:38: Gibt's ein Netzwerk, in dem du irgendwie aktiv bist und Austausch mit Kolleginnen oder ist das also?

00:44:45: ich weiß nur dass da eine Facebook Gruppe ist aber eigentlich stellen sich da immer nur Leute weiter vor.

00:44:50: Und machen Werbung.

00:44:52: also da kommen selten Fragen oder die die gefragt werden geben selten Infos raus.

00:44:57: Ich weiß nicht ist es so ein bisschen auch so?

00:45:00: jeder kämpft so ein bißchen für sich wie beim Bestattungsunternehmen vielleicht letzten Endes auch manchmal der Fall ist.

00:45:08: Ich muss mich jetzt mal outen, ich habe gar keinen Facebook!

00:45:10: Ich hab nur Instagram!

00:45:13: Man kann auch gar nichts davon haben...

00:45:16: Nein aber ich bin im Austausch.

00:45:19: Ich habe ja tatsächlich damals meine Ausbildung oder meine Kurzausbildung gemacht bei einem Anbieter hier und mit meinen Mitkommilitonen.

00:45:28: damals bin ich auch zum Teil noch in Kontakt.

00:45:30: Das ist immer ganz interessant wenn man sich dann ganz deutschlandweit austauscht wie es z.B.

00:45:34: in Hessen ist oder wie es in Bayern ist, wie in München die Preise sind oder in Düsseldorf.

00:45:39: Das ist für mich natürlich immer sehr interessant.

00:45:41: Aber was ich auch finde, was ganz wichtig ist... Ich habe halt vier Kolleginnen hier, die Rednerinnen sind.

00:45:47: Es sind durch Zufall alles Frauen.

00:45:49: Keine böse Absicht!

00:45:51: Ich hab zu vielen Kolleginnen einen sehr engen Austausch.

00:45:54: Dass man einfach weiß wenn etwas passiert dass meine angehörigen Familien nicht alleine dastehen und das ist mir mal ganz wichtig.

00:46:02: Natürlich hat man manchmal Bestatter wo jemand spontan mit einem springen könnte und die Rede vorlesen kann.

00:46:07: Man darf aber auch nicht vergessen, dass ihr Bestatter ja auch genug zu tun habt bei so einer Trauerfeier und dann ja auch nicht spontan mal alles übernehmen könnt.

00:46:14: Ich finde das auch nicht gut wenn man das gleichzeitig anbietet, aber das ist meine Meinung.

00:46:18: Das machen viele Bestattungsunternehmen.

00:46:21: Ja es wird immer mehr.

00:46:22: tatsächlich da sind wir auch wieder bei dem Thema können immer mehr durch ChatGPT schneller dann ja auch.

00:46:29: Ich finde es kommt immer darauf an, das kann Vorteile haben und es ist ja auch manchmal die kostengünstigere Variante je nachdem was man halt auch möchte.

00:46:37: bei einer freien weltlichen Rede muss man ja schon gerne mal zwischen vier bis sechshundert Euro einplanen je nach dem wo man das nachfragt.

00:46:45: Das ist halt für viele Angehörige sehr viel Geld.

00:46:48: aber Ja, das ist tatsächlich für mich wichtig mit dem Netzwerk einfach.

00:46:52: Dass man weiß dass ich sicher weiß wenn mir was passiert stehen meine Angehörigen nicht alleine da sondern es springt einer der Redner ein.

00:47:00: Mein Mann und noch eine Freundin von mir die haben mein Notfallablaufplan wo dann quasi immer drin steht versteht jetzt an Die haben Zugänge zu meinem Server die haben zugänge zum Rechner Zu meinem Handy.

00:47:10: auch Das wenn irgendwas sein sollte Da muss man ja auch immer mit vorbereitet sein dass dann halt alles geregelt ist.

00:47:17: Ich finde es halt schwierig.

00:47:18: Also ich verstehe, ich weiß dass es Kolleginnen gibt die das machen als Bestatter dann auch nach vorne zu gehen?

00:47:26: Ich finde den Job als Bestattter auf zum Beispiel einer Abschiedsfeier man muss präsent sein aber im Hintergrund eigentlich fast unsichtbar und der Laden muss laufen.

00:47:36: Das ist der Job bei der Veranstaltung.

00:47:39: Und das Gegenteil davon ist ja vorne zu stehen und explizit souverän was zu sagen.

00:47:46: Und ich denke immer, ich tue ein Teufel und mach das.

00:47:49: Weil dann hab' ich zum Beispiel ganze Arbeit geleistet die Dekos toll, die Musik läuft perfekt so... ...und bei dir passiert das natürlich nicht aber du hast eine richtig beschissene Trauerrede gehalten.

00:48:02: also ich zb weil ich's nicht kann.

00:48:06: So und dann ist ja für die nicht nur Die Reden nicht gut gewesen, sondern quasi alles.

00:48:13: Obwohl das ja gut war und das bin ich doch.

00:48:17: Das teile ich lieber in zwei Teile.

00:48:19: Ich mache das im Hintergrund und sorg für reibungslosen Ablauf und jemand anders muss vorne... stehen und das souverän vortragen, ich stehe auch nicht gerade.

00:48:30: Das wäre mir alles nix.

00:48:32: Ich musste grad zu lachen, weil ich gedacht habe wenn ich da vorne vorherstehen müsste und dekorieren müsste mit meinem überhaupt nicht vorhandenen Dekotalent.

00:48:40: Ich glaube mir würde bis zum Schluss nicht auffallen dass das alles nicht symmetrisch ist und hätte die Urne wahrscheinlich nicht auf dem richtigen Socke gestellt.

00:48:46: und das ist immer so ein bisschen... Ich glaube wenn man gut is in seiner Passion oder indem was man macht dann ist man gut in dem was man.

00:48:54: Das ist natürlich auch für uns Redner.

00:48:56: Da muss ich euch jetzt vom Team, also Markus, Sarah und Dichen natürlich auch echt loben.

00:49:00: bei euch läuft das halt weil wir so viel zusammenarbeiten auf wirklich reibungslos.

00:49:04: Und es kann natürlich auch sein dass es mir auch schon passiert Dass du als Redner beauftragt wirst zum Beispiel im Friedwald und das gar kein Bestatter eingebunden ist.

00:49:12: Es ist dieses Thema Bestattungpauschalen aus dem Internet.

00:49:16: und dann ist die Försterin da die nachher ohne besetzt und da bist du natürlich dann halt schon als redner auch ganz anders noch mit eingeboten am Parkplatz abzuholen, den ganzen Ablauf sicherzustellen.

00:49:27: Idealerweise noch zu gucken dass zumindest ein bisschen Dekodal ist weil ich das immer schade finde wenn die Ohne da ganz nackt irgendwo steht.

00:49:33: aber da fühle ich mich auch nicht wohl mit.

00:49:34: deswegen kann ich das total verstehen was du sagst.

00:49:37: so ich fühl mich dann wohl wenn ich weiß meine Rede ist gut vorbereitet.

00:49:41: Ich bin vorne da ich weiß aber ich kann mich im Ablauf immer auf euch verlassen und muss mich darum nichts kümmern.

00:49:46: Das ist schön.

00:49:47: Ist es manchmal gewünscht von Angehörigen oder melden die sich später noch mal nicht jetzt kurz um sich zu bedanken, sondern dass irgendwer nochmal mit dir sprechen möchte.

00:50:00: Also nicht jetzt... Weiß ich das meine, so als wirklich Trauergespräch oder Trauerbegleitendes Gespräch?

00:50:07: Gibt es das?

00:50:09: Ich hatte zweimal die Anfrage ob man sowas machen kann und da habe dann direkt auf die Netzwerkpartner verwiesen muss ich ehrlich sagen.

00:50:17: Nicht weil ich mich mit denen noch mal treffen wollte sondern einfach weil ich der Meinung bin... Da sind wir wieder bei dem Thema.

00:50:22: Man ist in seiner Profession.

00:50:24: Der ist jemand voll in dieser Trauerbegleitung drin ist.

00:50:28: Das ist ja oft dann auch nicht mit einem weiteren Gespräch getan, sondern das zieht sich ja oft über einen längeren Zeitraum und das kann ich einfach nicht sicherstellen weil ich dafür zu stark beruflich eingebunden bin Und ich habe da sehr gute Netzwerkpartner, dass man wirklich auch weiter empfehlen kann.

00:50:43: Ja und wo ich auch immer gerne Werbung für mache was ich gerne empfehle, was viele nicht kennen Man hat ja wenn man normaler Arbeitnehmer ist und zum Beispiel wieder zurück muss in den Beruf auch die Möglichkeit eine Reha zu machen also eine Rehra für Trauerende.

00:50:57: Das hilft auch vielen Angehörigen.

00:50:58: das haben schon etliche von meinen anhörigen Familien gemacht.

00:51:01: das sind dann zb drei Wochen an der Nordsee oder drei Wochen irgendwo in Bayern Wo halt auch wirklich Gesprächstherapien angeboten werden können gerade wenn z.B.

00:51:08: jemand sehr plötzlich verstorben ist oder ein Angehöriger Suizid begangen hat, da sind die wirklich besser vor Ort?

00:51:14: Weil das kann ich einfach nicht auffangen und nicht sicherstellen.

00:51:17: Deswegen versuche ich das immer dann direkt an solche Bahnen zu legen.

00:51:19: Das finde ich aber auch richtig.

00:51:20: wieder mal dieses Schuster bleibt bei deinen Leisten man kann nicht alles abdecken und muss vielleicht auch mal ein paar Sachen klar voneinander trennen weil sonst schläft man nicht mehr.

00:51:34: Bekommen

00:51:34: Angehöhrige die Reden zur Verfügung gestellt.

00:51:37: Ich mache das auf jeden Fall so, weil ich immer finde, dass ist so dieses was ich eben auch schon angesprochen habe.

00:51:42: Dass die Enkelkinder oder auch später die Urenkel Kinder.

00:51:45: also mir ging es zumindest so, ich würde sowas gerne dann später noch mal lesen, so mehr wachsenden Alter, weil da jetzt zum Beispiel dann auch drin steht wie sehr sich der Opa gefreut hat, dass er gehört hat, ... was er mit den Enkelkindern gemacht hat, dass zum Beispiel der Oper im Krankenhaus beim Enkel Kind das erste Mal geweint hat und ich so etwas dann halt... ...mit in die Rede aufnehme.

00:52:03: Und ich finde es dann schön wenn man da später nochmal lesen kann.

00:52:06: Ich find' das auch ganz toll.

00:52:08: Einige Familien nehmen z.B.

00:52:10: Auszüge aus der Rede nachher für die Anzeige in der Zeitung als Dankesformulierung quasi,... ...dass man da einfach noch mal einen Absatz rausnimmt oder halt.

00:52:19: oft bekommen die ja von den Bestattern die Fotos zur Verfügung gestellt von der Deko, dass man das zusammenauf bewahrt.

00:52:25: Manchmal, das kommt aber in wenigen Fällen vor sind Angehörige dabei.

00:52:30: Die sagen mir ist es ganz wichtig dass ich die Rede vorablesen kann.

00:52:33: Ich kann sonst nicht ruhig schlafen was da erzählt wird.

00:52:36: Dann stelle ich denen auch mein Rednerskript zur Verfügung Den ersten Entwurf und bespreche dann mit denen auch Änderungswünsche.

00:52:42: Aber das Erstaunliche ist sich schickt ihnen das Und fast immer kommt er nur zurück so Ah ja ne ich bin jetzt total erleichtert.

00:52:48: Kann alles so bleiben?

00:52:50: Du hast mir gesagt ich soll die Frage stellt Gibt es seit Corona mehr digitale Übertragungen von Reden?

00:52:58: Wäre ich jetzt gar nicht darauf gekommen, Lucie.

00:53:01: Offenbaden wir jetzt das was ein geskripteter Podcast ist!

00:53:04: Nein also... Ich

00:53:05: habe die Fragen geschickt, die ich mir gestern im Zug überlegt hab und habe gesagt fehlt noch etwas, raffig was nicht.

00:53:14: Brauchen wir noch was?

00:53:15: Und als du die Frage gestellt, auf die wäre ich ja schlichtweg nicht gekommen.

00:53:19: Ja es

00:53:19: ist total interessant.

00:53:21: also ich will jetzt hier nicht wieder das Corona-Thema aufmachen aber wie viele Leute jetzt so in der Nachcoronazeit... Ja, das schon wieder quasi verdrängt haben und vergessen haben.

00:53:30: Ich versuche ja immer... ich bin so ein positiv denkender Mensch!

00:53:33: Ich versuch hier immer aus allem was ganz furchtbar war noch irgendwo ein Fitzelchen etwas Positives rauszufinden.

00:53:37: und wenn man bei dieser ganzen Dramatik um die Abschiednahme in der Corona-Zeit etwas P positives sehen will dass ja immer mehr jetzt auch dazu übergegangen wird entweder Die Abschiedsfeiern aufzuzeichnen digital mit dem Handy oder dass man es zum Beispiel streamt Und ich habe immer mehr angehörigen Familien wo das zum Beispiel so ist eine Tochter angenommen, gerade in Auslandssemester in den USA macht.

00:53:59: Oder dass man zum Beispiel ... Ich hatte eine Familie da ist die Schwiegerfamilie sind alles Portugiesen und wir hatten aber einen ganz engen Kontakt und die wollten halt auch gerne dann da sein konnten aber nicht alle angereist bekommen oder das die Mutter zB in der Türkei lebt und nicht mehr flugfähig ist.

00:54:14: zum Beispiel, dass man das dann streamt Und das Interessante isst die Leute denken immer oh Gott und es ist alles so kompliziert und so.

00:54:23: Das ist so easy.

00:54:24: also heutzutage man braucht wirklich das Handy nur noch hinstellen, dann hat man so wie jetzt ein Mikro angesteckt und dann streamt man das über FaceTime oder über WhatsApp.

00:54:32: Und das klappt eigentlich in der Regel einwandfrei.

00:54:35: also... Das ist halt einfach finde ich immer wertvoll dass man da zumindest in der Kapelle oder im Abschiedsraum die Familie dabei haben kann, dass sie halt nicht das Gefühl haben Ich war nicht da.

00:54:47: Ich hatte es auch schon mal, dass wirklich dann die Schwester dann das Handy mit zum Grab genommen hat für die Schwesta, die halt in den USA das Studiensemester gerade macht dann Blümchen mit ins Grab geworfen hat und das mit gefilmt hat, übertragen hat.

00:54:58: Das finde ich auch eine sehr schöne Art.

00:55:00: also man muss nicht immer das verteufeln dass man jetzt denkt so Gott da steht ein Handy oder so sondern oft ist es wirklich dann auch schön für Angehörige die einfach aus welchen Gründen auch immer nicht da sein können

00:55:09: Ja super!

00:55:10: So.

00:55:10: und jetzt komme ich zur letzten Frage interessiert mich natürlich auch was war der ungewöhnlichste Ort einer Abschiedsfeier?

00:55:19: Also

00:55:20: die Reithalle von der ich eben sprach in Schleswig-Holstein Besonders.

00:55:24: Jetzt muss man dazu sagen, so Tierlieb wie ich bin, verferden habe ich echt Respekt die sind sehr groß und das war halt fand Ich unglaublich schön gemacht, weil die halt ein ganz aktives Mitglied der Dressur-Reiter war.

00:55:37: Also dann die Pferde bei der Abschiedsfeier auch dabei?

00:55:39: Der war noch pferd bei der abscheider

00:55:41: dabei

00:55:42: und das war für mich erst mal so eine kleine Überwindung, weil sie dann sagt man, dass Spalier stehen heißt.

00:55:48: das glaube ich.

00:55:49: Und das ist ja so, dass natürlich in einer Reithalle jetzt nicht beigesetzt wird.

00:55:52: Das ist ganz klar und ich weiß auch gar nicht ob das jetzt offiziell alles so... rechtlich so sauber war, weiß man nicht.

00:55:59: Aber ist ja auch schon jetzt länger her gewesen und

00:56:02: ganz

00:56:03: woanders und ganz weit weg also nicht hier.

00:56:05: das war aber fand ich einfach unglaublich schön weil Das haben die Eltern auch so schön im angehörigen Gespräch gesagt.

00:56:13: Die Tochter war immer glücklich, wenn sie den Sand von der Reithalle unter den Reitstiefeln hatte und wenn sie irgendwo Pferdehaare hängen hatte und irgendwas gewährt hat – dann war sie glücklich!

00:56:22: Und das fand ich so schön.

00:56:23: Die war wirklich ein Jahr krankewesen und konnte also ganz schwer nur noch zur Reithale.

00:56:28: Ihr letzter Wunsch war auch nochmal ihr Pferd zu sehen.

00:56:30: Das hat man mit dem Wünschewagen erfüllt Und da dann jetzt den Abschied zu machen, das war so toll.

00:56:36: Das war gar nicht groß dekoriert die Urne stand einfach nur auf dem Boden in der Halle und alle Standen oder saßen auf den Pferden und dann lief da noch ein Pony rum.

00:56:46: also das Pony wurde dann nicht festgehalten.

00:56:47: das lief so rum dass er einfach eine ganz besondere Atmosphäre

00:56:50: schön.

00:56:51: ich hatte letztens Auf einem Friedhof Da sind Hunde ja nicht erlaubt aber Die Verstorbene hat nun mal einen Hund und der musste den mitnehmen.

00:57:01: es ging nicht anders Und zum Glück hat die evangelische Pastoring gesagt, dass mir doch egal wenn der lieb ist.

00:57:09: Ich hatte schon Hunde auch in meiner Kirche also wir einfach da durchmarschiert, Kappele und dann Beisetzung und der Hund war der letzte Gast.

00:57:20: Er hat dazu reingeguckt und das ist sehr gegagelt und ich so, oh Gott!

00:57:25: Ja also wenn Tiere wichtig sind im Leben dürfen die auch ruhig mitmachen.

00:57:33: Und Tiere merken das ja auch?

00:57:35: Tieren merken dass auch auf jeden Fall und es ist ja auch immer so, der Abschiednahme.

00:57:41: man denkt immer so viel an den Verstorbenen, man denkt vielleicht auch noch so an die Familie selber aber man vergisst oft auch den Freundeskreis.

00:57:48: und gerade bei der war das halt so... Die war halt gefühlt Tag und Nacht im Reitsteil und da waren natürlich auch für die Freundinnen und sowas einfach so verbunden mit dem Reitstein einem Klamotten auch cremiert worden, zum Beispiel.

00:58:03: Und ich glaube einfach, dass das für die Angehörigen dann auch gut war, dass auch die Freunde

00:58:06: z.B.,

00:58:07: auch da in so einem Umfeld waren was denen auch gut getan hat.

00:58:10: Die waren ja auch alle mal zwischen sechzehn und achtzehn die Mädels dann da.

00:58:14: Das fand ich schon schön!

00:58:17: Was anderes, was ich auch mal richtig cool fand, das war kein außergewöhnlicher Ort.

00:58:20: Das war aber ein ganz außergewönlicher Umstand!

00:58:24: Wir hatten meine Bikerbeerdigung – das fand ich auch richtig cool.

00:58:28: Ich bin ja früher auch Motorrad gefahren und der war halt in so einer Harley-Davidson-Truppe.

00:58:34: Ganz nette, also ältere Herren... Also wirklich total nett.

00:58:38: alle und die haben halt gesagt, er hätte sich gewünscht dass sie alle mit dem Motorrad kommen.

00:58:43: Und jetzt ist es natürlich dann oft so naja wie machst du das?

00:58:45: Dann haben die wirklich die Motorräder alle direkt vor der Kapelle also nicht auf die Parkplätze gestellt sondern direkt vor die Kapeller sodass man quasi dann als Gast wenn man reinkam dann durch die Motorräder quasi geleitet wurde.

00:58:57: Das war irgendwie so eine tolle Atmosphäre und dann haben wir das halt auch so gemacht hat ich mit der Bestatterin abgesprochen, dass dann beim rausgehen also die Urne dann rausgegangen ist, aber das erste ganzen Biker rausgegangen sind und dass der dann quasi durch den Motorenlärm noch mal geführt worden ist.

00:59:12: Das fand ich auch eine ganz tolle Atmosphäre.

00:59:14: Ja,

00:59:14: das hatten wir auch einmal im großen Stil.

00:59:16: Das wird dann also wahnsinnig große Beirrigen mit sehr vielen Bikern.

00:59:21: Aber die waren wirklich mucksmäuschenstill in Friedwald und hinterher auf dem Parkplatz ging es dann rund.

00:59:28: Also da war nochmal Alarm.

00:59:32: Ich bin jetzt durch, ich finde man hat einen sehr guten Eindruck von dir bekommen und wie du deinen tollen Beruf verstehst.

00:59:40: Und ja, ich bedanke mich dass du hier warst.

00:59:43: Möchtest oder hast du noch was?

00:59:45: Was du sagen möchtest, was wichtig ist?

00:59:48: Ja auf jeden Fall erstmal vielen.

00:59:49: vielen Dank das ihr überhaupt die Möglichkeit bekommen habe.

00:59:53: Ich möchte einfach nun dann schließen wir quasi den Kreis nochmal aufgreifen, was du am Anfang gesagt hast.

00:59:57: Es gibt halt ganz, ganz viele tolle Redner.

01:00:00: es gibt auch ganz viele Tolle Pasteure und Geistliche die das mit viel Liebe machen.

01:00:05: ich glaube dass was entscheidend ist und das ist so der Quintessenz Dass man einfach das finden muss was passt Und das ist ja auch das was ihr so hervorragend macht ihr drei Das man Einfach einen Bestatter hat deren Gespür dafür hat Was habe ich da gerade für Angehörige bei mir sitzen?

01:00:20: Und was hab ich aber auch für Redner in meinem und dann einfach auch die bestmögliche Passung dann findet.

01:00:26: Und das ist halt viel wert, um eine große Kunst als Bestatter da das Richtige herauszufinden.

01:00:34: Ich wünsche mir einfach viel mehr Offenheit, dass man die Sachen so entscheidet als Angehöriger oder Hinterbliebener wie man das selber möchte und nicht wie es immer gemacht worden

01:00:45: ist.".

01:00:46: Das wünsche ich mir

01:00:46: auch.

01:00:47: Ja, da arbeiten wir beide sehr dran.

01:00:50: also das ist wichtig weil dann bekommt man der Abschied bleibt traurig und die Trauer können wir denen nicht nehmen.

01:00:56: aber einen guten Abschied macht schon viel mit den Leuten.

01:01:01: Ich danke herzlich, dass du dir die Zeit genommen hast.

01:01:05: Ja vielleicht sehen wir uns bald mal wieder schätzig fast.

01:01:09: Sehr sehr gerne und vielen Dank auch euch für die ganze Geleitung.

01:01:12: Mach's

01:01:13: gut!

01:01:13: Danke liebe Sabine.

01:01:14: Tschüss.

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