#20 Zu Gast am Quadenort

Shownotes

Was bedeutet der Tod für mich? Wie stelle ich mir meine eigene Beerdigung vor? Und was hilft, wenn ein Mensch Abschied nehmen muss?

Für diese Folge sind wir zu Gast am Quadenort in Bersenbrück. Dort sprechen wir mit Edeltraud, die dort lebt, und mit Mia, die als Mitarbeiterin am Quadenort tätig ist.

Edeltraud erzählt offen von ihren Gedanken über den Tod, von ihren Wünschen für die eigene Beerdigung und von den Gefühlen, die mit diesen Themen verbunden sind. Mia berichtet davon, wie am Quadenort mit Tod, Trauer und Abschied umgegangen wird und welche Erfahrungen sie in der Begleitung von Bewohnerinnen und Bewohnern gemacht hat.

Dabei sprechen wir auch darüber, welche Rolle Tod, Abschied und Beerdigung im Leben von Menschen mit Beeinträchtigung spielen können, wie persönliche Wünsche berücksichtigt werden und warum ein offener Umgang mit diesen Themen wichtig ist.

Eine persönliche Folge über Vorstellungen vom eigenen Abschied, über Gefühle, Begleitung und darüber, wie unterschiedlich Menschen über Tod und Beerdigung denken.

Und wie immer hoffen wir, dass es euch gefällt und lasst gerne einen Kommentar da, damit wir unsere Folgen weiter verbessern können.

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00:00:01: Vom

00:00:02: Ende her gedacht.

00:00:03: der Podcast rund ums Sterben und Leben mit den BestatterInnen Christine und Markus, der Trauerbegleiterin Annette und Sarah die ihre Trauerfahrung teilt um Menschen Mut zu machen.

00:00:26: Ja guten Morgen da draußen an unsere Hörer.

00:00:32: Wir sind heute mal wieder unterwegs mit unserem Podcast.

00:00:37: Christine und ich sind heute unterwegs, wir haben eine Einladung bekommen und zwar sind wir heute in einem Wohnheim im Wohnheim-Quadenort.

00:00:45: der gehört zur heilpädagogischen Hilfe in Bersenbrück Und unsere Gesprächspartner sind heute Edeltraut Hallo Edeltraut Hallo!

00:00:56: Und Mia ist dabei.

00:00:58: Hallo

00:00:58: Mir ist eine Fachkraft, die im Quadenhort arbeitet.

00:01:02: Edeltraudt ist eine Bewohnerin und vielleicht stellt ihr euch einfach selber mal kurz vor?

00:01:08: Ja gerne!

00:01:09: Ich heiße Edeltrad von morgen und wohne hier in Quakenhort.

00:01:16: Edeltaudt, magst du vielleicht nochmal ganz kurz erzählen wie alt du bist und wie lange du eigentlich schon hier in diesem Wohnheim bist?

00:01:24: Ich weiß es nicht, ich bin da in der Achtzig.

00:01:26: Du

00:01:26: bist schon dreieinachtzig Jahre.

00:01:28: Ja, schön!

00:01:30: Und der älteste von hier?

00:01:32: Du bist die Älteste hier im Wohnheim.

00:01:34: Ah okay.

00:01:35: Als wir nämlich eben gekommen sind, durfte ich dich schon ein paar von deinen Mitbewohnern kurz kennenlernen...

00:01:41: Der eine ist mein Freund, der warm.

00:01:45: Okay.

00:01:46: Erzähl

00:01:47: mal, wie lang du mit deinem Freund schon zusammen bist?

00:01:49: Der wird

00:01:49: vierzig

00:01:50: Jahre in September.

00:01:52: Wahnsinn!

00:01:53: Dann habt ihr die Silberhochzeit den Anführungstrichen schon lange hinter euch.

00:02:00: Ja vielleicht magst du ein bisschen erzählen wo wir hier tatsächlich bei euch sind.

00:02:06: Genau, wir dürfen euch hier heute beim Quadenort begrüßen.

00:02:09: Ich komme aus der Senioren-Tagesstätte.

00:02:12: eigentlich ist der Quaden Ort ein Wohnheim.

00:02:14: Wir haben hier drei große Häuser und intern haben eine Seniorentagesstette bei uns.

00:02:20: dort betreuen wir alle Senioren die schon in Rente sind.

00:02:23: Wir sind aufgeteilt in zwei Gruppen!

00:02:24: Wir sind ein Team mit fünf Köpfen derzeit und derzeit bin ich da tätig als Fachkraft

00:02:31: Und vielleicht noch mal für unsere Hörer.

00:02:33: Wir sind ja hier nicht, du hast gesagt ältere Menschen die hier sind.

00:02:36: das ist aber kein Pflegeheim wie man sich das vielleicht vorstellen könnte sondern mag es vielleicht nochmal kurz den Unterschied von einem Wohnheim wo wir jetzt sind?

00:02:45: Vielleicht zu einem Pflegeheim erzählen oder was das besondere hier an bei euch

00:02:49: ist.

00:02:50: also hier beim Wohnheim haben wir von bis dass Alter begrenztes auf jeden Fall.

00:02:55: ich glaube die Jüngste haben wir derzeit die isst glaube ich, siebenzwanzig.

00:02:59: Die älteste ist die Edeltraut mit dreieinachtzig.

00:03:02: Genau und hier haben wir tagsüber gehen, die betreuten alle noch in die Werkstatt arbeiten oder in anderen Bereichen und alle, die so schon in Rente sind oder nicht mehr arbeiten können aus verschiedenen Gründen, die kommen dann tagsüber zu uns in die Senioren-Tagesstätte oder eine andere Tagesstätte, die auch noch über die HPH betreut wird Genau.

00:03:23: Und vielleicht nochmal kurz zu eurem Träger, heilpädagogische Hilfe?

00:03:29: Du hast von Werkstatt gesprochen, dass diejenigen, die noch jünger sind durchaus zum Arbeiten gehen.

00:03:34: aber das ist ja auch eine Werkstart für Menschen mit Einschränkungen.

00:03:37: Magst du uns da vielleicht nochmal ein bisschen mitnehmen und dann bezogen auch auf eure Bewohner hier?

00:03:45: Also ich muss tatsächlich jetzt sagen so was... im Alltag in der Werkstatt so abgeht, das kann ich gar nicht so genau wiedergeben.

00:03:54: Ich habe hier in der HPH direkt in der Senior- und Tagestätte angefangen, hab mir auch vorher keine anderen Bereiche angeguckt, dass was man so mitbekommt, genau alle die tagsüber arbeiten, die werden hier mit dem Bus abgeholt gehen in die Werkstatte.

00:04:07: und in einer Werkstadt haben wir ganz viele Bereiche von Arbeit mit Holz, mit Metall.

00:04:14: Dann haben wir eine Küchenabteilung.

00:04:16: Ich glaube, wir haben sogar auch ne Abteilung die Pferdedecken reinigt in verschiedenen Standorten hier im Bersinbrück.

00:04:22: also es ist wirklich ganz breit gefächert genau.

00:04:25: Was hat Edeltraut denn gearbeitet bis sie in Rente ging?

00:04:29: Lampe brüfen!

00:04:32: Du hast ja einen Accent.

00:04:35: Wo kommst du eigentlich her?

00:04:36: Von Aikoi

00:04:37: Siehst du so klingt das nämlich

00:04:40: Ja Edeltraut, als wir hier eben im Auto angekommen sind.

00:04:47: Man fährt ja so ein bisschen ländlich bis man hier bei euch ist und es liegt ja traumhaft schön das muss ich einmal sagen.

00:04:55: Und ihr habt viele schöne Plätze hier außerhalb eurer Eurer Häuser.

00:05:02: Hast du einen Lieblingsplatz?

00:05:04: Ja

00:05:05: Wo ist dein Lieblungsplatz?

00:05:07: Da unter Kirschbäume

00:05:09: Unter den Kirsch Bäumen Und da sitzt du wahrscheinlich bei dem schönen Wetter gerade besonders gerne.

00:05:16: Ja, aber jetzt mit der Stuhlstuhl kann ich nicht.

00:05:22: Okay!

00:05:23: Ich habe es gerade nicht ganz verstanden.

00:05:25: Mia und Max mir helfen?

00:05:26: Genau Edeltraut sitzt eigentlich nicht immer im Rollstuhltool.

00:05:29: Das ist jetzt bedingt durch einen kranken Aufenthalt gekommen Und deshalb fällt es ihr natürlich schwer, selbstständig da mal das Haus zu verlassen und sich irgendwo hinzusetzen.

00:05:39: Wo sie gerne jetzt gerade mal sitzen möchte?

00:05:41: Und das meint Sie wahrscheinlich damit, dass es jetzt seitdem sie im Rollstuhl sitzt dann ein bisschen schwieriger ist direkt dahin zu gehen wo sie jetzt gerade gerne hingehen möchte.

00:05:50: Dann brauchst du immer die Hilfe der Personen, die hier arbeiten.

00:05:56: Sobald ich wieder laufe kann.

00:06:01: Jedes Mal war das.

00:06:03: Ja, ich weiß.

00:06:03: Fokussier

00:06:04: auf!

00:06:05: Ja.

00:06:07: Edelthraut und gibt's was?

00:06:08: Du sagst Kirschbaum ist das, was dir gefällt da sitzt du gerne.

00:06:12: Hast du sonst ein Hobby?

00:06:14: Gibt es etwas, was du gerne tust?

00:06:16: Ja, Playstation-Fünf spielen.

00:06:20: Okay, na das ja was.

00:06:22: Playstation fünf.

00:06:24: Ja schön Und hast du hier mehrere Mitbewohner die das mitspielen oder spielst du eher mit den Betreuern

00:06:31: Und dann lasche ich niemand dran.

00:06:34: Das finde ich gut!

00:06:37: Was für ein Spiel?

00:06:40: Was kommt denn?

00:06:41: Für eine Schießerei.

00:06:43: Ach, gerne was mit Schießerei.

00:06:47: Sehr spannend.

00:06:48: Gut.

00:06:50: War das noch nie gespielt?

00:06:51: Kann ich gar nichts

00:06:52: zu sagen?

00:06:54: Wenn man den mal kann...

00:06:59: Ich bin da gar nicht so firm drin, ich kann das nicht gut.

00:07:03: Aber ich kriege es viel mit von anderen.

00:07:05: also wenn man da einmal drinnen ist im Thema dann ist es super ja sehr cool.

00:07:12: wir haben ja im Vorfeld.

00:07:13: mir haben wir kurz telefoniert.

00:07:16: ihr wisst ein bisschen drum worum es ganz grob in unserem Podcast geht, da geht's tatsächlich auch um ein Thema was ja nicht immer ganz so leicht ist.

00:07:25: Es geht um Sterbentod und Abschied.

00:07:29: Und du hattest in unserem Vorgespräch erzählt dass ihr hier ja natürlich im Rahmen eurer Wohnheimgruppe natürlich auch mit dem Thema Tod und Abschied zu tun habt.

00:07:40: Vielleicht auch Edeltraut, magst du mal erzählen?

00:07:43: Du bist ja schon eine Zeit lang hier.

00:07:46: Was für Erfahrungen hast du gemacht?

00:07:48: Wie ist es wenn jemand mit dem ihr zusammenlebt, verstirbt?

00:07:52: Das

00:07:53: war schwer.

00:07:56: Das waren gerade meine Freundin.

00:07:58: Auch wenn man oft streitet, waren wir Freundinnen.

00:08:06: Ja, du beschreibst das gut!

00:08:07: Es gibt natürlich Streit, wenn man zusammen lebt Und wenn dann aber eine enge Person verstiebt, ist das schwer.

00:08:14: Edeltraut, kannst du das noch mal beschreiben?

00:08:17: Was ist schwer?

00:08:18: Ist es das, dass sie nicht mehr da ist?

00:08:20: Schon bei Abschied nehme ich das schwer!

00:08:25: Ja

00:08:26: und kannst du dich noch ein bisschen daran erinnern?

00:08:30: wie habt ihr das hier gestaltet in eurer Wohngruppe?

00:08:33: Habt ihr irgendwas Besonderes gemacht?

00:08:35: Gab's vielleicht einen Ritual?

00:08:39: Wie habt ihr das hier gestaltet?

00:08:40: Wir sind da mit Betreuer in ihr Zimmer rein und habe ich mich verabschiedet.

00:08:53: Du hast also auch entschieden, du gehst noch mal zu ihr und möchtest sie nochmal sehen und hast dann Abschied genommen.

00:09:01: Das

00:09:03: war mir schwer gefallen!

00:09:05: Das hat dich traurig gemacht ne?

00:09:06: Ja, das glaube.

00:09:09: Und wie ging es denn weiter?

00:09:11: Dann gab's ja wahrscheinlich auch eine Beerdigung, eine Bestattung.

00:09:15: Seid ihr da gewesen?

00:09:16: Bist du da

00:09:17: gewesen?!

00:09:18: Ja!

00:09:19: Wir haben hier auf dem Hof eine Gedenkstelle.

00:09:23: Da kommen dann kleine Schilder von den Bewohnern dran und... Das versuchen wir zwischendurch auch immer ein bisschen mit im Alltag zu integrieren, dass wir mit ein paar Leuten uns da einfach mal hinsetzen und uns einfach mal ein bisschen was von der Seele reden.

00:09:37: Was so vielleicht im Alltag immer ein bißchen untergeht und das ist hier für ganz viele Leute am Quarnort auch einen Rückzugsort um auch einfach nochmal ein bisschen in Erinnerung zu schwelgen.

00:09:46: Okay

00:09:47: also das ist so wie ein Ritual auch für euch geworden?

00:09:50: Ja auf jeden Fall!

00:09:52: Und da ist gerade auch Kirsbaum.

00:09:55: Ja, das stimmt!

00:09:56: Ach, der ist auch

00:09:57: ein Kirsbaum?

00:09:58: Schön!

00:10:00: Mir vielleicht magst du aus deiner Sicht noch mal kurz sagen... Als Betreuerin ist es ja auch nochmal eine andere Perspektive.

00:10:09: Wie hast Du das erlebt oder wie erlebst Du das wenn hier jemand verstirbt?

00:10:14: Edeltraut hat erzählt sie ist noch einmal hingegangen und hat Abschied genommen.

00:10:19: Also um euch einmal aufzuklären, wir hatten hier letztes Jahr zwei Todesfälle bei uns intern.

00:10:28: Das war für mich persönlich das erste Mal hier in meiner Arbeit.

00:10:32: Und ich dachte immer, ich gehe da sehr souverän mit um und sehr sicher weil ich eigentlich kein Problem habe über das Thema zu sprechen.

00:10:39: Ich bin auch jemand dem Sprechen sehr gut tut.

00:10:42: Ich rede gerne darüber.

00:10:43: Mir geht es auch besser danach wenn ich mit Menschen darüber spreche.

00:10:47: aber als das dann soweit waren wir die Möglichkeit hatten uns zu verabschieden hab ich gemerkt dass das schon sehr nah an mich rankommt.

00:10:56: Also, es war schon schwierig... Das hat mich privat auch wirklich noch ein bisschen mit eingenommen.

00:11:01: Wir hatten das Glück intern der HPH ist eine Dame zu uns gekommen wo wir auch nochmal als Mitarbeiter die Möglichkeiten hatten uns ein bisschen was von der Seele zu reden und haben dann im Team noch mal ein bisschen darüber gesprochen.

00:11:14: aber das ist auf jeden Fall ein Erlebnis was man so schnell nicht vergessen wird.

00:11:19: Ja,

00:11:19: das glaube ich

00:11:21: Edeltraut, ja mach sofort.

00:11:24: Ich habe noch dazu eine Frage.

00:11:25: Kannst du dich noch erinnern?

00:11:29: Was hat dir geholfen?

00:11:30: also Du hast gesagt es war deine Freundin die ist verstorben.

00:11:34: Haben die eher die anderen Bewohner geholpen?

00:11:37: haben sie eher die Mitarbeiter oder

00:11:40: Mitarbeiter?

00:11:42: Und kannst du sagen wie die dir gehoffen haben?

00:11:44: was habt ihr gemacht?

00:11:45: und

00:11:45: da haben wir darüber geredet

00:11:48: genau.

00:11:50: Wir haben uns an den Tisch gesetzt, gefragt.

00:11:53: Es ist ja auch nicht so dass jeder zu uns kommt und sagt ich möchte jetzt mal reden ganz viele Leute ziehen sich zurück Wenn wir als Mitarbeiter merken, da ist vielleicht irgendwas.

00:12:06: Vielleicht besteht dann nochmal ein bisschen Redebedarf?

00:12:08: Dann haben wir uns mit den Leuten zusammengesetzt und auch eher mal in einer eins zu eins Betreuung weil es vielen Menschen natürlich leichter fällt mir persönlich auch dann eher im Vier-Augengespräch darüber zu reden als innergroßen Gruppe.

00:12:20: Und so haben wir einfach mal ein paar Gespräche geführt miteinander und haben auch über den Tag noch einmal gesprochen wie das für alle war sowohl für die Bewohner als auch für uns als Mitarbeiter.

00:12:32: Ich hätte jetzt noch mal eine Frage zu der Beerdigung.

00:12:34: Warst du da auch?

00:12:35: Ich war dann nicht, nein!

00:12:38: Weil ich halt feststelle es ist ja immer noch ein Thema als Bestatterin.

00:12:43: Manchmal wären ja Kinder nicht mitgenommen sie könnten ja stören.

00:12:47: Menschen mit Behinderung habe ich bislang so auch noch nicht gesehen.

00:12:53: manchmal scheint das auch nicht zur Händel zu sein.

00:12:55: Jetzt würde mich von Edeltraut interessieren wie die Beerdigungen waren.

00:13:01: Der ist verbrannt worden und dann war die Ohne so auf dem Ding.

00:13:11: Und ein Bild, was der gemalt hat... ...und eine Puppe war neben Ohne gesessen.

00:13:22: Okay!

00:13:23: Weil ich kann mir vorstellen dass nicht alle Bestattungsunternehmen da irgendwie

00:13:29: Da über in die Kirche.

00:13:31: Das war eine Kirche, ja okay weil ich weiß nur ich hatte das mal dass ein Sohn der Verstorbenen eben auch eine Behinderung hat aber eben auch sehr pflegeintensiv Der brauchte irgendwelche Apparaturen und das haben sie halt nicht hinbekommen den Menschen damit hinzunehmen zur Beerdigung.

00:13:56: Ich glaube, das ist halt schwierig zu händeln und da würde ich mir natürlich auch wünschen oder ich ermuntere Leute dann ja auch immer dazu zu sagen alle sollen mitkommen.

00:14:07: Dann finden sich Lösungen und da hätte ich halt gern mal gewusst ob der Bestatter irgendwie da was gemacht hat oder ob man eben dass vielleicht auch Ich sag mal, ein bisschen richtungbehindernengerecht ausgestalten kann.

00:14:24: Das würde mich auch interessieren Edeltaut wie du eine Abschiedsfeier gern hättest damit wir das besser machen können.

00:14:32: Das weiß ich nur nicht.

00:14:34: Kannst ja nochmal darüber denken

00:14:36: Aber

00:14:37: Du hast ja von Deiner Freundin erzählt Du warst bei... Du hast von der Urne erzählt ne?

00:14:44: Von dem was ihr drum herum gemacht

00:14:46: habt.

00:14:46: Hast du im Das Gefühl, für dich war das eine gute Bestattung oder hat dir was gefehlt?

00:14:54: Ich ging.

00:14:56: Ja?

00:14:57: Das war für dich in Ordnung so und du hattest das Gefühl, du konntest gut Abschied nehmen?

00:15:02: Edeltraud, ich kann mich noch daran erinnern als du da warst.

00:15:04: Da bin ich ja hier geblieben und als die Edeltraud wiedergekommen ist sie zu mir gekommen hat gesagt sie ist richtig froh dass sie damit hingegangen ist weil das für Sie jetzt nochmal eine Möglichkeit war sich zu verabschieden und dass Du es schön fandest.

00:15:19: Ja schön genau das ist ja so ein bisschen das die Möglichkeit dann vor Ort zu haben nochmal tschüss zu sagen und ja gut ist du das so So sehen kannst.

00:15:31: Weil ich schon so viele Freunde von meinen Freunden gestorben sind.

00:15:40: Ja,

00:15:41: ja.

00:15:42: Hier viel Beerdigung mitgemacht.

00:15:44: Hast du auch mehrere Beerdigungen mitgemucht?

00:15:47: Okay.

00:15:50: Und Kristine hat gerade schon mal kurz gefragt.

00:15:55: Du hast beschrieben deine Freundin die wurde verbrannt.

00:16:01: Du hast gerade gesagt, so genau weiß ich eigentlich noch gar nicht wie ich es gerne hätte.

00:16:05: Aber

00:16:07: du weißt doch schon eher im Sack oder auch eher in der Urne?

00:16:11: Urnen verbrennen!

00:16:13: Auch verbrennt.

00:16:14: und warum weißt du das so genau?

00:16:18: Weil ich mit die Frau aufgeschrieben habe in einem Buch

00:16:26: Ach okay, also du hast dich richtig schon damit beschäftigt tatsächlich.

00:16:31: Und hattest du ein gutes Gefühl als du das alles mit jemandem besprochen hast?

00:16:40: Jetzt fühlt es sich besser an!

00:16:43: Genau wir haben hier nämlich intern die Möglichkeit dann kommt eine Mitarbeiterin Und die pickt sich hier und da immer mal jemanden raus.

00:16:51: Und dann haben wir wirklich ein Buch, wo es genau darum geht.

00:16:53: was möchte ich eigentlich?

00:16:55: Wie möchte ich das eigentlich?

00:16:56: Was ist mir wichtig dabei?

00:16:59: Was is wichtig?

00:17:01: wie soll alles passieren?

00:17:03: Das hast du mit der Dame auch zusammen gemacht und deshalb hast du glaube schon so eine klare Vorstellung davon, wie du dir das gerne wünschen würdest.

00:17:13: Ohne Walten!

00:17:15: Genau

00:17:16: Ja

00:17:18: Ich kann

00:17:18: mir gut vorstellen,

00:17:19: wenn man sich da vielleicht also so wie du dich ein bisschen damit auseinandergesetzt hast dass es sich ein bisschen leichter anfühlt.

00:17:29: Aber hast Du auch das Gefühl, dass ihr hier im Wohnheim über dieses Thema zwischendurch mal reden könnt ohne dass es einfach einen Anlass gibt?

00:17:38: Also spielt es im Alltag auch mal eine Rolle Mia!

00:17:41: Vielleicht hast Du da auch ein Gefühl für...

00:17:44: Es spielt schon auf jeden Fall eine Rolle.

00:17:47: Wir haben so ein kleines Ritual manchmal morgens, wenn wir am Tisch sitzen lesen wir auch bewusst die Todesanzeigen mit den Leuten durch und unsere Bewohner kennen jeden meistens Wer da drin ist, steht.

00:18:01: Das ist auf jeden Fall irgendwer kennt irgendwelchen.

00:18:03: auf jeden fall und dadurch wird das Thema natürlich auch thematisiert Und wir versuchen da auch immer unseren Bewohnern viel Raum zu geben darüber sprechen zu können weil für ganz viele Ist das Thema ein ganz schwieriges Thema Obwohl uns ja eigentlich der Tod Eine ziemlich große Sicherheit gibt weil irgendwann werden wir alle mal sterben und deshalb versuchen wir das zu einem eher lockeren Thema zum machen.

00:18:30: Wir versuchen den Leuten mitzugeben, dass wir jeden Tag darüber sprechen können und egal was man sagt nichts ist richtig nicht es falsch aber einfach die Möglichkeit allen zu geben dass wir darüber reden können.

00:18:43: Und wo sagst du an welcher Stelle könnt ihr's leicht machen?

00:18:48: Du hast es gerade betont ihr versucht ist ein bisschen der Leichtigkeit reinzubringen.

00:18:52: Wo gelingt euch das?

00:18:54: Wir haben tatsächlich ein, zwei Bewohner die von sich aus auch wirklich sagen sie würden heute gerne auch mal auf den Friedhof gehen.

00:19:02: Okay wir versuchen in dem Sinne einfach hier und da in den Alltag das so ein bisschen mit reinzubringen.

00:19:07: dann fahren wir mal auf dem Friedhof mit einigen Leuten um Bewohnern die bei uns mal gelebt haben zu besuchen.

00:19:14: wir machen Ausflüge in die Kirche zünden mal Kerzen an und je nachdem was die Leute gerade gerne machen würden, ob wir an die Gedenkstelle gehen bei uns intern oder dann eben mal einen Ausflug woanders hinmachen versuchen wir das so eigentlich schon mit in den Alltag mit reinzukriegen.

00:19:35: Edeltaut sag mal wie sind denn die Ausflüge für dich?

00:19:37: Nimmst du daran gerne teil?

00:19:39: Ja aber jetzt geht's leider nicht!

00:19:42: Okay jetzt wo du mit dem Rollstuhl ist es ein bisschen schwieriger geworden.

00:19:46: ja aber sonst hast du's gerne gemacht dass du mit dabei bist Edeltaut, wir haben ja auch unsere.

00:19:55: oder Christine ist ja dabei als Bestatterin und Du hast gesagt du hast dir da schon ein bisschen Gedanken drüber gemacht.

00:20:04: Hast du denn Wünsche auch vielleicht an Bestatter wo du sagst darauf müssen die unbedingt achten?

00:20:10: Das ist dir wichtig!

00:20:13: Dass mein Freund mit verbrennt wird das Bild

00:20:18: Ein Bild von deinem Freund das soll mit verbrent werden

00:20:22: Das ist ja kein Problem.

00:20:25: Aber wenn das auch jemand weiß, dann müssen wir das ja nur wissen und dann können wir es ja machen.

00:20:31: Der ist auch aufgeschrieben?

00:20:35: Ja!

00:20:35: Dann ist ja alles im Butter.

00:20:36: Super!

00:20:37: Also hast du tatsächlich auch schon so kleine Details dran gedacht.

00:20:41: was dir wichtig ist... Was passieren

00:20:45: soll?!

00:20:46: Und Musik?

00:20:47: Hast Du einen Musikwunsch?

00:20:49: Von Deutschlandglied

00:20:53: Ein Deutschlandlied?

00:20:56: Okay.

00:20:56: Oder ist es irgendwie die Hymne?

00:20:59: oder was meinst du mit...

00:21:02: ...oder ein Lied auf wo Deutsch gesungen wird, also in deutscher Sprache was gesungen würde?

00:21:09: Nein,

00:21:09: Deutschlandlied!

00:21:15: Die Hymn und bei Fußball auch singen.

00:21:20: Die Nationalhymne.

00:21:21: Genau.

00:21:26: Und ist dir auch irgendwie wichtig, dass jemand ein bisschen was über dich erzählt?

00:21:33: Ein Trauerredner oder ein Pastor.

00:21:36: Ein Pfarrer!

00:21:37: Ein Pfahrer ist dir wichtig und darf der auch ein bisschen etwas über dich als Person erzählen über dein Leben?

00:21:46: ja okay und spielen Kerzen eine Rolle für dich.

00:21:54: Was sind noch Dinge die dir wichtig sind?

00:21:58: Gärtchen nicht so, dass da auch mal jemand hinfährt und mich besucht.

00:22:06: Und ich glaube du hast mir mal erzählt, dass du auch ganz bestimmte Blumen dabei haben willst?

00:22:11: Kannst du dich dann noch daran erinnern?

00:22:14: Ich weiß nicht mehr welche...

00:22:15: Eltraut sagte mal zu mir jetzt wir darüber gesprochen haben das sie gerne Hortensien nehmen der Urne liegen haben möchte.

00:22:23: Das geht ja alles, wenn man das so konkret weiß.

00:22:27: Weißt dein Freund denn auch

00:22:28: Bescheid?

00:22:29: Da hab ich noch nicht gesagt.

00:22:31: Mit dem sprichst du da nicht so gerne drüber nach?

00:22:33: Nein, weil bei den Eltern verlangen zwei Brüdern.

00:22:41: Also sein Thema ist es weniger als bei dir...

00:22:45: Ich hab halt ihm gesagt die Eltern und die zwei Bröder sind in den Himmel Vorerst reicht es ihm.

00:22:57: Genau, die Edeltraut hat ihrem Freund erklärt was bedeutet das eigentlich wenn jemand stirbt?

00:23:02: und sie hat zu ihm gesagt das bedeutet dass jetzt jemand im Himmel ist.

00:23:06: und seitdem wenn das Thema bei ihm mal aufkommt sagt er uns so auch zu uns zeigt in Himmel und sagt das Mama und Papa schon im Himmels sind.

00:23:14: und das hat die Edeltraut ihm erklärt.

00:23:15: ne?

00:23:16: Ja

00:23:16: ja bei der Mutterbeerdigung.

00:23:22: Ja und ich habe jetzt gerade gedacht, dass doch schön ist ihr doch irgendwie eine Ebene habt.

00:23:28: Du hast deine Vorstellung von dem Himmel ihm erklärt.

00:23:32: für ihn scheint es auch ganz stimmig zu sein Und ist das was?

00:23:37: Ich weiß gar nicht.

00:23:38: vielleicht ist das auch eine komplizierte Frage aber die Vorstellung Wo is man nach dem Tod?

00:23:45: Hast du dir darüber auch schon mal Gedanken gemacht?

00:23:47: Da bin ich noch nicht!

00:23:49: Das ist auch eine komplizierte komplizierte Frage und Vorstellung oder?

00:23:53: Ja.

00:23:56: Spielt es eine Rolle bei euch, ist das mal Thema dass ihr solche Fragen bekommt?

00:24:02: Die Frage muss ich tatsächlich sagen eher weniger.

00:24:05: Es geht eigentlich immer eher darum was bedeutet es zu sterben wie möchte ich sterben Wie soll die Beerdigung stattfinden?

00:24:15: Und von den Leuten selber kommt eher wirklich weniger.

00:24:19: die frage Passiert denn eigentlich nach dem Tod, wo bin ich denn eigentlich?

00:24:23: Wie geht es weiter?

00:24:25: ja und Ich weiß wir hatten damals drüber gesprochen Und edeltraut ist sehr offen was das Thema angeht und hat ganz klare Vorstellungen davor.

00:24:34: Aber da hat Edeltraud auch zu mir gesagt Das weiß ich gar nicht.

00:24:37: und ich weiß noch einmal hast du zu mir gesagt Das ist mir auch erst mal egal ich weiß dass ich im Frieden bin und das fand ich total schön und danach haben Wir das thema auch gar nicht weiter thematisiert Weil das erstmal für dich gereicht hat, die Vorstellung davon?

00:24:53: Ja.

00:24:54: Ich glaube Annette du hast doch auch mal gesagt bei euch in den Gruppen dass es eben von den Kindern ganz unterschiedliche Vorstellungen gibt wie das ist und dass man das ja aber auch so stehen lassen kann, dass sie alle kein Problem damit haben wenn jeder sich das so selber denkt.

00:25:11: wir können sowieso allen nicht wissen und dass das voll okay ist wenn der eine das denkt und der andere das Man vielleicht seine eigene Idee auch nochmal anders findet irgendwann.

00:25:25: Also das ist ja vielleicht das Gute, dass man da sich überlegen kann was man möchte oder was einem gut tut was dann kommt.

00:25:36: Ja und wir machen auch durchaus die Erfahrung ich habe ja sonst in meiner Arbeit eher mit Kindern zu tun.

00:25:41: Das ist wie du sagst jeder hat eine unterschiedliche Vorstellung.

00:25:45: Die erzählen sich alle ihre Vorstellungen und keiner sagt, nee du hast aber Unrecht.

00:25:50: Das ist so und so weil wir es ja alle nicht wissen.

00:25:53: Keiner von uns weiß was wirklich nach dem Tod passiert.

00:25:55: ist noch keiner wiedergekommen?

00:25:57: zumindest ist mir niemand begegnet der es erzählen konnte Und ich finde man darf es hier auch nochmal wieder verändern.

00:26:04: also wenn Ich mit dreißig mir gedacht habe das fühlt sich gut an dann ist Es mit fünfzig siebzig oder achtzig nochmal anders.

00:26:11: Ja,

00:26:13: für meine Nichte mit Behinderung.

00:26:15: Ich habe mit meiner Schwester nochmal gesprochen ist die Sachlage auch recht klar.

00:26:22: Wie wohnt woanders?

00:26:23: und bei ihr in der Gruppe ist auch letztens jemand gestorben.

00:26:26: Und dann ist sie zu meiner schwester meinte Mama Der ich weiß gar nicht wie er hieß x y es geht jetzt zelten und meine Schwester so hey warum ja der wohnt jetzt im Himmelszelt.

00:26:39: also das finde ich auch eigentlich eine logische Erklärung, dass das ja auch ein wie ein Zelt sein kann.

00:26:48: Also einen... fand ich irgendwie schlau!

00:26:52: Also ich glaube da gibt es kein Problem, dass man dann eben sagt so Ja die sind jetzt halt wo anders oder wie anders aber man kann halt nicht hin.

00:27:02: Das ist der auch schon klar.

00:27:04: also ich glaub da kann man sich selber was Schönes zu überlegen.

00:27:10: Mia Ich würde gerne nochmal Du hast es ganz zu Anfang gesagt, ne?

00:27:18: Ihr seid eine Wohngruppe für ältere Personen.

00:27:22: Das Thema Tod und Abschied spielt eine Rolle.

00:27:27: Du bist relativ neu hier, du bist jung!

00:27:32: Ich könnte mir vorstellen dass man sich damit nicht immer unbedingt im Alltag damit beschäftigt aber hier wirst du konfrontiert was macht das?

00:27:45: Ja, das hat damals schon was für mich ausgrößt.

00:27:48: Also hier am Quadenort arbeite ich jetzt seit circa vier Jahren und letztes Jahr bin ich dann das erste Mal wirklich in Berührung damit gekommen.

00:27:57: Das waren zwei Bewohner die bei uns verstorben sind.

00:28:01: Die eine habe ich die vier Jahre lang betreut, die andere war tatsächlich noch gar nicht so lange da Und irgendwie bin ich erst mal von dem Gedanken ausgegangen Bei der Einbewohnerin wird es mir leichter fallen und bei der anderen wird es mich schwerer fallen, aber im Endeffekt war's... Genau andersrum.

00:28:21: Wir hatten auch die Möglichkeit uns als Mitarbeiter zu verabschieden und ich habe gesagt, das mache ich auf jeden Fall Ich möchte die Chance nutzen Und ich bin in das Zimmer reingegangen den ersten Schritt und bin direkt wieder umgedreht.

00:28:32: Ich hab für mich gemerkt dass hat irgendwas in mir ausgelöst.

00:28:36: Das nimmt mich dann doch mehr mit als ich es gedacht hätte und das war so ein Gemisch Aus Trauer Erleichterung und Dankbarkeit weil Es ist ja total das Geschenk, dass wir hier die Möglichkeit haben, die Leute auf ihrem letzten Weg zu begleiten.

00:28:51: Und daraus resultiert natürlich eine Riesen-Dankbarkeit und in dem Fall war es auch einfach eine Leichterung weil es ein langer Leidensweg war da vor.

00:28:59: und trotzdem spielt Trauer natürlich auch ne große Rolle.

00:29:03: Ich glaube da muss man sich als Mitarbeiter in diesem Arbeitsfeld dann vielleicht Grenzen setzen um zu sagen bis hierhin und nicht weiter, weil irgendwann wird es einen privat dann vielleicht auch zu sehr einnehmen.

00:29:17: Und das habe ich daraus auf jeden Fall gelernt aus dieser Erfahrung.

00:29:21: Ja!

00:29:22: Und gibt's an der Stelle was wo du sagst da ist noch Luft nach oben im Sinne von Begleitung?

00:29:29: Im Sinne von dem was du dir vielleicht auch im Rahmen deines Arbeitsumfeldes wünschen würdest.

00:29:36: oder sagst du ach so wie wir hier gerade aufgestellt sind ist es auch gut.

00:29:41: Also ich persönlich muss sagen, alles was wir damals für Möglichkeit bekommen haben auch vom Arbeitgeber sowohl als intern in meinem Team war das für mich perfekt.

00:29:51: Wir hatten die Möglichkeit mit jemandem zu sprechen darüber im Team und unter vier Augen.

00:29:59: In meinem Team von der Senioren-Tagesstätte gehen wir alle auch sehr offen damit um.

00:30:04: Wir reden auch ganz viel darüber und das hat mir total wie Sicherheit gegeben, weil in den Momenten war es einfach mal schön zu hören anderen geht's auch so und ich bin nicht die einzige, die sowas mit nach Hause nimmt.

00:30:16: Und im ersten Moment denkt man erst einmal muss jetzt hier einen Cut vorsetzen und man darf gar nicht trauern, weil man die Person vielleicht gar nicht lange kannte.

00:30:25: aber das war der falsche Weg damals gebracht, einfach mit ganz vielen Leuten zu reden da drüber.

00:30:31: Genau!

00:30:33: Mir fällt gerade noch ein es ist ja jetzt wunderbar dass Edeltraut hier bei uns sitzen kann und selber erzählen kann wie sie wie du das erlebst.

00:30:44: aber ihr habt ja durchaus auch Bewohner wo das vielleicht nicht so einfach ist, wo das Sprechen vielleicht nichtso einfach ist oder vielleicht auch ein paar Grenzen sind im Verstehen... Wie geht dir denn damit um?

00:30:58: Weil das Bedürfnis kann ich mir vorstellen, oder der Wunsch nach Aufklärung und die mitzunehmen emotional.

00:31:04: Mitzunehm ist ja da.

00:31:07: Ja, das ist tatsächlich schwierig.

00:31:09: wir gehen folgendermaßen damit um wenn Die Bewohner bei uns, die nicht so gut kommunizieren können wie eine Edeltraut.

00:31:20: Das Thema versuchen zu thematisieren dann versuchen wir das erstmal verbinden zu verbinden mit Besuchen zum Friedhof.

00:31:27: Wir versuchen erst mal für klar zu machen, was das bedeutet wenn ich nicht mit den Leuten sprechen kann und erklären kann.

00:31:35: Was das bedeutet?

00:31:36: Was danach passiert wie das für dich ist.

00:31:39: dann versuchen wir erstmal die Räumlichkeiten zu schaffen und zu zeigen was vielleicht dazu passt.

00:31:45: Dann haben wir ja auch was ich eben schon erzählt hatte in einem Mitarbeiterin-Intendie mit uns Die hierhin kommt und dieses Buch mit den Leute macht Und die geht da auch noch mal ganz anders drauf ein.

00:31:55: Das ist natürlich für die Bewohner dann auch nochmal eine andere Möglichkeit Augengespräch zu reden oder eben nicht zu reden.

00:32:04: Und ich denke, da versuchen wir so ein bisschen allen irgendwie einen Raum zu geben dieses Thema zu thematisieren ob man darüber spricht oder eben Ausflüge macht

00:32:15: okay ja Und in dem Zusammenhang gibt es ja so diesen großen Bereich Edeltraut.

00:32:22: Das ist ein bisschen mein Lieblingsthema, aber ich habe auch erzählt im Rahmen meiner Arbeit hab' ich viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun das Thema Emotionen und Gefühle.

00:32:31: und ich erlebe in meiner Arbeit besonders bei Jugendlichen auch Es ist nicht immer nur die Trauer wenn jemand verstirbt, es gibt auch andere Gefühlen man kann auch wütend werden.

00:32:45: Vielleicht auch die Frage an euch beiden.

00:32:46: Wie ist es mit dem Thema Emotionen und Gefühle Edeltraut?

00:32:52: Hast du das Gefühl, dass darfst du hier zeigen wenn du traurig bist?

00:32:56: Darfst du das zeigen, wenn du wütend bist oder wie ist das?

00:33:02: Die merke schon, wenn ich trauriger bin.

00:33:05: Da verschiechst mich!

00:33:07: Ah, okay.

00:33:08: Wenn du merkst, du wirst traurig dann gehst du eher zu... In

00:33:12: meinem Schimmer

00:33:13: rein.

00:33:13: Brauchst du Zeit für dich ein bisschen?

00:33:16: Ich glaube das ist bei uns Mitarbeitern gar nicht so anders.

00:33:20: wenn wir hier im Alltag mal schlechte Laune haben oder traurisch sind oder wütend sind egal ob was privat passiert oder auf der Arbeit dann reagieren wir eigentlich ziemlich gleich und suchen auch erst mal ein Rückzugsort, gehen mal eine Runde spazieren.

00:33:37: Wir haben es so schön hier bei uns wir haben hier die Möglichkeit auch einfach mal dann kurz Luft zu schnappen ums an ein paar schöne Orte zu setzen und im Team achten wir sehr da drauf.

00:33:49: wie geht's den anderen eigentlich?

00:33:51: Und je nachdem ob die Bewohner dann auch Redebedarf haben oder nicht versuchen wir da irgendwie darauf einzugehen und ich habe auch als Mitarbeiter hier auf jeden Fall das Gefühl dass den Leuten das auffällt.

00:34:02: Die sind alle sehr aufmerksam, ja total!

00:34:06: Ich bohr nochmal ein ganz bisschen

00:34:07: nach.

00:34:08: also gerade das Thema Tod und Abschied ist oft ein Thema wo wir gerne unsere Gefühle und Emotionen ein bisschen wegdrücken.

00:34:19: Da müssen jetzt durch der Tod gehört zum Leben dazu.

00:34:21: Das sind hier alles so diese klassischen Sprüche.

00:34:24: und trotzdem berührt uns das ja zutiefst.

00:34:29: Und da würde ich doch noch mal fragen.

00:34:30: Du hast gesagt, du gehst dann gerne in dein Zimmer.

00:34:33: aber dürfen dann Leute mal ein bisschen nachbohren und sagen Mensch edeltraut erzähl mal Kannste gar nicht gut haben.

00:34:42: Nein

00:34:43: Du brauchst die Zeit

00:34:45: für dich.

00:34:46: Ja.

00:34:47: Und kennst du auch wütend sein über so was wenn jemand verstirbt?

00:34:53: Ich kann mich nicht.

00:34:54: Das kennst Du bist eher traurig.

00:34:56: Ja Mir wie ist das?

00:35:00: Tod und Abschied bieten ein bisschen die Möglichkeit zu verdrängen.

00:35:05: Wie geht ihr damit um?

00:35:09: Ich glaube es ist natürlich immer von Mensch zu Mensch unterschiedlich, der eine verarbeitet das mit Trauer, der andere versucht es zu verarbeiten mit.

00:35:19: ich schiebe das mal zur Seite und mache das Thema gar nicht offen wenn es so welche Situation gab wie bei Edeltraut, dass es Momente gibt.

00:35:28: Wenn sie sich zurückzieht und wir versuchen auch nochmal nachzubohren uns hinzusetzen um zu fragen wollen wir noch mal ein bisschen reden da drüber?

00:35:35: hast du noch Dinge die unklar für dich sind?

00:35:38: Und eine Edeltraut sagt zu mir ich möchte gerade nicht darüber reden dann akzeptieren wir das total weil wir dürfen hier natürlich auch nicht vergessen die Menschen leben hier Wir fahren natürlich zur Arbeit aber wir arbeiten hier im dem Zuhause der Leute müssen wir als Mitarbeiter diese Grenzen natürlich auch akzeptieren.

00:35:56: Und wenn jemand sagt, dass es mir jetzt gerade zu viel und ich möchte jetzt grade nicht dann ist das absolut okay?

00:36:03: Das ist bei mir persönlich auch so.

00:36:04: Wenn ich Dinge habe im Team, wenn ich gefragt werde Mensch was ist denn los bist du heute traurig oder denkst Du noch da unter drüber nach?

00:36:12: Dann sage Ich Auch Da Möchte Ich Jetzt Gerade Nicht Drüber Reden und Ich Glaube Dass Es Einfach Ganz Wichtig Das Hier auch Als Mitarbeiter Zu Akzeptieren Dass Auch Die Bewohner Grenzen Haben In Diesem Thema.

00:36:22: Ja

00:36:23: Habt ihr beide denn... Wir haben gerade kurz drüber gesprochen, ne?

00:36:27: Du hast beschrieben mir dass du dich hier ganz gut aufgehoben fühlst im Rahmen dessen was begleitend zum Thema Tod und Abschied gemacht wird.

00:36:36: Und vielleicht gibt es ja trotzdem Wunsch, vielleicht auch bei dir Edeltraut das ihr sagt ah Mensch wir würden vielleicht gerne mal mit der und der Fachperson reden oder vielleicht kann man mit einem Bestatter im Vorfeld schon mal ins Gespräch kommen und der kann Fragen beantworten, die er vielleicht auch Angst macht.

00:36:54: Ist es so irgendwas wo ihr merkt das wäre was?

00:36:58: oder heute gibt's für euch sowieso die Möglichkeit hier im Rahmen unseres Gespräches zu klären?

00:37:05: Also mir geht es ein bisschen um das Thema Angst also spielt ist eine Rolle.

00:37:11: Ich muss tatsächlich sagen, wir haben hier als Mitarbeiter wirklich viele Möglichkeiten über dieses Thema zu reden.

00:37:19: Ich weiß gar nicht genau.

00:37:20: ich glaube Wir haben intern auch eine Beratungsstelle an die wir uns wenden könnten um darüber zu sprechen.

00:37:28: wenn wir uns unwohl auf der Arbeit fühlen Wenn es einige Themen gibt Die uns dann privat doch ein bisschen mehr mitnehmen So als Mitarbeiter würde ich das erst mal sagen, ihr traut hast du denn irgendwas wo du sagst?

00:37:42: Das würdest du dir vielleicht wünschen dass sich jemand auch noch ein bisschen mehr aufhängt oder dass Du mit anderen Menschen darüber sprechen möchtest.

00:37:50: Ich habe mein neuer Betreuerin und mit Förderinner aber da sage ich auch nein

00:38:03: Sagste auch Nein will sie dann nicht?

00:38:07: Wir haben also die Bewohner bei uns, die haben natürlich alle auch eine gesetzliche Betreuung.

00:38:13: Es ist nicht möglich für die gesetzliche Betreuer jeden Tag hier hinzukommen.

00:38:17: Und das habe ich tatsächlich schon ein paar Mal gehört von den Bewohnern, dass sie auch gerne mit den Betreuern darüber sprechen möchten.

00:38:26: Es ist natürlich nicht möglich... Die haben dann nicht einen Bewohner, der die betreuen.

00:38:29: Das sind mehrere und es ist natürlich unmöglich, jeden Tag sechs Bewohner zu besuchen.

00:38:34: Aber ich könnte mir vorstellen, dass du sowas meinst, dass Du mit Deiner neuen Betreurerin Edel Trott hat jetzt eine neue Betreurin?

00:38:41: Ist natürlich auch immer ein großes Thema dass du mit ihr darüber auch gerne mal sprechen würdest.

00:38:47: Ja, das kann ich mir gut vorstellen!

00:38:48: Die spielt ja auch eine Rolle in deinem Leben.

00:38:51: Hast du so das Gefühl?

00:38:52: Du wirst ihr gerne mal von deinen Vorstellungen erzählen... ...dass sie darüber Bescheid weiß?

00:38:57: Ja, aber dann kommen alle acht hoch.

00:39:02: Genau.

00:39:04: Dann ist es ein kleines Zeitfenster die Sie hat der das kann nicht verstehen.

00:39:09: Aber

00:39:11: das hört sich doch bestimmt Auch gerne an.

00:39:14: Auf jeden Fall natürlich,

00:39:17: klar!

00:39:18: Das gehört dazu und...

00:39:20: Vielleicht kommt er ja auch doppelfest zu uns hierher.

00:39:27: Bestimmt

00:39:28: da muss ihr mal eine Einladung schicken dann kommt sie bestimmt gerne und man muss dazu auch sagen wenn die Betreuer hinkommen Bring sie natürlich Zeit mit.

00:39:35: Es ist kein Abklatschen, hallo tschüss!

00:39:37: Jetzt war ich einmal hier jetzt habe ich meine Aufgabe erledigt und meine Verpflichtungen sind getan.

00:39:42: die nehmen sich Zeit die schnappen auch die Leute wenn es möglich ist mit der Mobilität mal mit ins Auto fahren mal ein Eis trinken gehen mal ein bisschen shoppen kaufen Klamotten.

00:39:51: also die Möglichkeit und der Raum darüber zu reden ist auf jeden Fall gegeben.

00:39:55: aber das sind dann halt zeitlich natürlich große Abstände weil's gar nicht möglich ist jeden Tag dann zu kommen.

00:40:01: Und dafür sind wir ja dann da und versuchen, das Loch auf jeden Fall in vielen Dingen irgendwie zu stopfen.

00:40:08: Und dann für die Bewohner dazu sein.

00:40:11: Ja.

00:40:13: Mir fällt gerade noch ein Christine du hast es grade so'n bisschen angerissen ihr habt ja durchaus die Herausforderung mit den unterschiedlichen Wünschen wenn jemand verstorben ist ne?

00:40:26: Es sind manchmal Familien, es sind manchmal Einzelpersonen Und der Bereich Menschen mit Beeinträchtigung, das kann ja durchaus nochmal eine besondere Herausforderung sein.

00:40:38: Was ist da was wo du sagst vielleicht auch bei Menschen die hier in so einer Wohngruppe wohnen?

00:40:45: Wo sagst du auch dass würdest euch vielleicht erleichtern?

00:40:48: Du hast von Betreuer gesprochen mir, dass da jemand begleitend ist.

00:40:51: wie viel Raum bekommen die Bewohner selber?

00:40:55: Wie ist vielleicht auch schon deine Erfahrung?

00:40:56: oder was sind auch deine?

00:40:58: Ja, das ist ja eben dass man hat kaum Erfahrung und wenn man jetzt versucht sich vorzubilden.

00:41:04: Ich lese auch gerne mein Buch über was man noch so machen kann.

00:41:10: es gibt auch kaum Literatur zum Thema Trauer von Menschen mit Behinderung.

00:41:17: nicht ganz einfach.

00:41:18: also eins gibts von einer recht bekannten Trauerbegleiterin aber das ist ragesät und ich habe halt wirklich ja noch mehr, deswegen machen wir das hier alles.

00:41:29: Das Gefühl dass das in der Gesellschaft fast nicht existentes Thema ist so als wären die nicht da und eben manchmal es anscheinend auch nicht möglich ist dass Menschen aus Wohngruppen oder wie auch immer dann bei Abschiedsfeiern dabei sind.

00:41:47: ich hatte das jetzt persönlich noch nicht aber ich weiß dass mein Chef irgendwie Also es gibt ja auch Schlichthorst, ich weiß nicht ob ihr das kennt.

00:42:01: Das sind der psychisch Erkrankte zum großen Teil und das ist ja auch unser Einzugsbereich dass dann wirklich niemand aus der Gruppe dabei ist und das habe ich auch schon mal nachgefragt warum ist das denn nicht so?

00:42:17: Weil die haben da ja auch Anbindungen irgendwie vielleicht ist es anders aber sie allein oder haben dann nur eine Familie oder so.

00:42:29: Und das ist echt ein schwieriges Thema und ich bin da eben auch nicht fit drin, und ich finde es eben auch so wichtig.

00:42:35: Es wird ja jetzt alles gerade erst ein bisschen aufgebrochen dass Menschen mit Behinderung auch sichtbarer gemacht werden was weiß ich auch im Fernsehen oder wie auch immer.

00:42:46: Jetzt ist ja gerade eh richtig Stress mit nicht am Menschen sparen Demonstrieren sie, die eben nicht so mobil sind und ja das überhaupt dass auch mal stattfindet.

00:43:01: Andere Themen ja auch Sexualität und was

00:43:04: also

00:43:05: diese ganzen Sachen dass das überhaupt nicht vorkommt in der Öffentlichkeit.

00:43:10: Nein deswegen war mir jetzt diese Folge auch so wichtig Dass das mal besprochen wird Was Edel traut so findet und meint und was fehlt Und was sie sich wünscht.

00:43:22: Ich muss tatsächlich sagen, seitdem ich hier arbeite das war die erste Arbeitsstelle auch nach meiner Ausbildung und ich kenne es nicht anders und es ist bei uns ganz normal wenn jemand verstirbt und wir wissen es ist eine Beerdigung dass dann rumgefragt wird wer möchte mitkommen und egal wie viele mitkommen egal wer mitkommen möchtes wird allen möglich gemacht.

00:43:41: deshalb finde ich total erschreckend das eigentlich so zu hören dass es das woanders gar nicht gibt weil...

00:43:46: Das will ich jetzt so nie sagen aber Keine Ahnung.

00:43:51: Es ist nicht überall so wie bei uns.

00:43:52: zum Beispiel, weil uns wird oder den Bewohnern wird hier über all die Möglichkeit gegeben das mitzukommen um auch diesen letzten Schritt mitzumachen was ja total

00:44:02: wichtig ist und da kann man ja eben dann auch als Bestattungsinstitut oder eben in Absprache mit euch ja auch überlegen fehlt vielleicht noch ein Ritual also es gibt ja oft hier Kerzenrituale da noch was machen, dass eben gerade die ja mit den Menschen gelebt haben und lange ja auch befreundet waren.

00:44:28: Ja das die in ihrem Rahmen da eben nochmal gut Abschied nehmen können weil das ist ja nun mal das was zum Schluss noch da ist die Beerdigung und dann das Grab

00:44:38: auf jeden Fall.

00:44:41: Aber da wird ja so ein bisschen deutlich aus und na klar können wir nicht für alle Einrichtungen sprechen, weil wir

00:44:47: sie

00:44:48: vor allen Dingen auch gar nicht kennen.

00:44:49: Ja aber es ist immer ein bisschen so.

00:44:51: Es hängt viel von der Kommunikation zwischen Bewohnern und Mitarbeiter ab.

00:44:56: also hat man eine Chemie zusammen kann man über gewisse Themen sprechen.

00:45:02: Es darf ja auch der Raum für Mitarbeitende sein zu sagen, wow das ist echt ein Thema was mir total nahe geht aus welchen Gründen auch immer.

00:45:12: Ich bin da nicht die richtige Für und dann die Offenheit im Team aber vielleicht auch in der gesamten Einrichtung zu haben.

00:45:19: lasst uns den Raum aufmachen.

00:45:21: wer kann es gut?

00:45:22: Wer ist offen?

00:45:23: Wer kann sowas begleiten?

00:45:25: Wer hat den Draht zu dem Thema?

00:45:27: Zu den Bewohnerinnen und Bewohnern sodass auch da ja eine Offenheit entsteht und vielleicht auch die Möglichkeit zu sagen, es gibt ja Fachleute.

00:45:37: Also warum hole ich mir vielleicht ein Bestattungsunternehmen?

00:45:40: Und sag Mensch was für Möglichkeiten haben wir denn alle?

00:45:42: Was bietet ihr an?

00:45:43: oder Trauerbegleiter so wie wir das machen zu sagen hey er hat dann stückweiten Fachwissen.

00:45:50: Lass uns mal zusammensetzen.

00:45:52: darum kann's ja vielleicht auch gehen dass da auch ein Tabuthema mehr Raum bekommt

00:45:58: Absolut.

00:45:59: Es ist ja auch so, dass es zum Beispiel immer ein Thema ist ich besuche einen Bestattungsinstitut zb für Konfirmanden und Firmenlingen und so warum nicht mal eine Gruppe von Menschen die hier wohnen oder wie auch?

00:46:16: also fühlt euch eingeladen.

00:46:17: aber das ist natürlich

00:46:20: Ja, auf jeden Fall.

00:46:21: Das werde ich auf jeden fall in meinem Team noch mal ansprechen.

00:46:24: also finde ich total gut.

00:46:26: Ich kann mir auch vorstellen dass bei uns viele aus der tagesstätte da auch mal Lust hätten sich so was mal anzugucken weil das natürlich ... kein Alltag bei uns ist, darüber nachzudenken dass man diese Möglichkeit dann doch hat geht vielleicht auch einfach oft unter.

00:46:42: Eben weil es halt in unserem Bereich dann doch so ein Tabuthema ist und das finde ich die Möglichkeit total gut... Und da habe ich vorher so noch gar nicht drüber nachgedacht, dass man sowas ja auch einfach mal machen könnte.

00:46:55: Genau machen andere ja auch!

00:46:57: Also ist die Frage edeltraut ob du dir sowas vorstellen könntest mal zu gucken wie wir arbeiten und was es so alles gibt.

00:47:07: Ja, dich kann ich mir vorstellen.

00:47:11: Ja!

00:47:11: Ihr seid eingeladen?

00:47:13: Ja, ja.

00:47:14: Schön.

00:47:15: Danke.

00:47:17: Ich durfte in meiner Arbeit ein ganz bisschen Erfahrung machen.

00:47:20: Und zwar bei Jugendlichen... Wir hatten zwei Jugendliche die bei uns die Gruppen mit besucht haben Zusammenarbeit im Rahmen der Gruppe, sowohl für unsere Mitarbeitenden als aber auch für die Gruppenteilnehmer wirklich eine Mischung zu haben.

00:47:38: Das war wunderbar und die Erfahrung auf der Ebene zum Thema Tod- und Abschied ins Gespräch zu kommen und da auch zu merken wie die Unterschiedlichkeit der Menschen voneinander profitieren können.

00:47:50: Die Erfahrung war für uns super und das ist wirklich was wo ich Lust habe, so was einfach auch weiterzugeben und zu sagen hey wir haben Erfahrungen gesammelt.

00:48:01: Wir durften Erfahrungen sammeln und sowas kann gut funktionieren muss nicht isoliert nebeneinander herlaufen.

00:48:06: ja und darum soll es ja gehen.

00:48:08: auch

00:48:08: Ja das ist der Austausch dann ja auch einfach der an vielen Dingen vielleicht dann hier auch einfach fehlt und die man dadurch auch einfach aufgreifen könnte.

00:48:17: ja es würde wahrscheinlich auch noch mal für Sowohlbewohnheit als auch Mitarbeiter viel mehr Klarheit über das Thema geben

00:48:24: inklusive Trauergruppe.

00:48:27: So haben wir es damals genannt, tatsächlich?

00:48:29: Genau!

00:48:30: Und es geht ja darum dass sich auch diejenigen eingeladen fühlen auch gar nicht für sich zu bleiben und zu sagen.

00:48:37: Es gibt das für die und die sondern sich auch zu trauen und zu zeigen hey wir wollen dabei sein und wie können wir das gestalten und da offen zu sein Und ja, auch Dinge vielleicht neu zu entwickeln die es vielleicht noch nicht gibt.

00:48:55: Ja, sind wir Fan von?

00:48:57: Absolut

00:48:58: verstehen!

00:48:59: Genau Edeltraut du hast uns ja schon ein bisschen was erzählt.

00:49:06: Du hast zum Teil ganz klare Vorstellungen Zum Thema Tod Wünsche, die hast du auf Papier gebracht.

00:49:16: Das hat mich übrigens sehr beeindruckt dass du das schon so vorbereitet hast oder vorbereitet hasst.

00:49:24: Was gibts denn von deiner Seite noch wo du sagst aber da traue ich mich nur nicht ganz dran?

00:49:30: Oder ist es noch offen geblieben für mich?

00:49:32: Da will ich vielleicht nochmal!

00:49:34: Das fehlt mir

00:49:37: Ich weiß sie jetzt gerade nicht

00:49:41: In dem Buch, mit dem wir arbeiten.

00:49:43: Das ist wirklich sehr breit gefächert.

00:49:45: das geht von Wann?

00:49:50: Was glaube ich?

00:49:51: wie werde Ich sterben bis hin zu?

00:49:54: Wie wird die Beerdigung Möchtig vergraben werden?

00:49:57: möchte ich verbrannt werden?

00:49:58: was soll da nachlaufen?

00:50:00: was glaube ich?

00:50:01: Wie ist es für mich?

00:50:02: danach bin ich im himmel kann ich noch über Meine menschen schauen die ich kenne?

00:50:08: ich glaube dass wird schon wirklich sehr breit gefächert und da gibt es schon viele Möglichkeiten.

00:50:14: Und deshalb glaube ich, dass du auch gerade denkst, dass es da gar nicht mehr so viel gibt wo du dir vorstellen könntest, wo man noch darüber reden könnte.

00:50:23: Ich habe

00:50:24: gedacht... Du hast das grad beschrieben?

00:50:25: Also dieses Buch finde ich eine wunderbare Idee.

00:50:27: Das würde ich

00:50:29: gerne mal sehen!

00:50:29: Das ist

00:50:30: wie ein roter Faden oder wie ein Leibfaden.

00:50:34: So kommt es rüber.

00:50:36: Da scheint er ja wirklich auch schon gut aufgestellt zu sein, wo man eine Orientierung eben hat und vielleicht ja auch in kleinen Schritten gucken kann.

00:50:46: Das können wir heute uns angucken.

00:50:49: zu dem Thema das geht es.

00:50:50: andere braucht vielleicht auch noch ein bisschen Zeit

00:50:53: absolut

00:50:54: da nehmen wir uns auch Zeit dafür.

00:50:56: dass ist ja ein total schöner schöner Ansatz.

00:51:00: Das ist auch nichts, das dann an einem Nachmittag erledigt wird.

00:51:04: Es ist nichts, dass wir uns am Tisch setzen und sagen, wenn wir zwei Stunden Zeit und Blättern alle Seiten durch.

00:51:09: Es gibt ganz viele Seiten die dann mal überschlagen werden weil man sagt da kann ich jetzt noch gar nicht drüber sprechen, das weiß ich noch gar nich'.

00:51:16: Und dann läuft es über ganz viele verteilte Termine und dann guckt man einfach immer was passt heute zu dem Tag?

00:51:22: Worüber können wir heute sprechen?

00:51:25: thematisieren wir lieber beim nächsten Termin.

00:51:27: Und bei ganz vielen Leuten habe ich das auf jeden Fall erfahren, gibt es jetzt viel mehr Offenheit über das Thema zu sprechen weil dieses Buch wirklich total unterstützend ist.

00:51:37: für unsere Leute und für uns als Mitarbeiter natürlich auch eine super Möglichkeit mal in das Buch reinzugucken wie sie das eigentlich aus?

00:51:45: Wir können natürlich nicht jeden Tag mit allen Bewohnern was unternehmen.

00:51:49: Und mit dem einen hat man eine stärkere Bindung und mit dem anderen eine eher wenigere, stärkeren Bindung um da eine Möglichkeit zu haben sich das mal durchzulesen.

00:51:58: dass es wirklich auf Papier steht ist natürlich eine super gute Sache für uns als Mitarbeiter.

00:52:03: Ja und ich habe gerade gedacht wenn ihr natürlich euch hinsetzt und dieses Buch mit euren Bewohnerinnen und Bewohnerin durchgeht Das tickt ja auch eure Themen an, ne?

00:52:13: Also da stehen ja auch Fragen drin wo man denkt oh wow.

00:52:15: Ja wie will ich es denn eigentlich gerne?

00:52:17: Absolut!

00:52:18: Traue ich mich selber dahin zu gucken oder schiebe ich's doch nochmal ein bisschen weiter weg?

00:52:22: Ja das ist tatsächlich einige Fragen die mich privat beschäftigt haben.

00:52:28: dann setze mich ins Auto und stelle mir die Frage Wie möchte ich das eigentlich haben?

00:52:32: Und ich kann das gar nicht beantworten Ich weiß dass gar nicht und das schwankt mal zwischen.

00:52:37: ach soja ich möchte auf jeden Fall unter die Erde, dann schwankt es zwischen.

00:52:42: vielleicht möchte ich doch verbrennt werden.

00:52:44: Verbrannt werden?

00:52:45: Dann was für Musik soll eigentlich laufen?

00:52:48: wie soll das eigentlich ablaufen?

00:52:49: wen möchte ich eigentlich dabei haben?

00:52:51: Das sind alles Fragen die Ich zum Beispiel noch gar nicht beantworten kann und womit ich mich persönlich Vielleicht auch einfach noch gar Nicht auseinandersetzen möchte.

00:53:00: Ja ja

00:53:01: und Es spielt im Hintergrund immer eine kleine Rolle Absolut.

00:53:05: Es

00:53:05: wird immer mal wieder angetickt,

00:53:07: es wird auch bei uns im Team dann angesprochen wenn wir Tage hatten oder jemand gekommen ist um mit dem Bewohner in diesem Buch zu arbeiten sitzen wir in der Mittagspause zusammen und sagen Wie ist das bei dir eigentlich?

00:53:20: Kannst du dir vorstellen, wirklich wie es wird und was laufst so eigentlich.

00:53:23: Was passiert denn?

00:53:24: danach sind wir im Himmel haben wir noch eine tragende Hand über die Menschen, die wir lieben und dadurch wird das bei uns natürlich auch total thematisiert.

00:53:33: ja

00:53:35: Und hast

00:53:35: du ein bisschen das Gefühl, wenn ihr daran arbeitet kannst du ein bißchen was lernen auch von euren Bewohnern und Bewohnerinnen gerade zu diesem Thema wo du sagst wow da nehme ich so viel von mit.

00:53:49: Absolut.

00:53:50: also ich finde es bemerkend wert dass Edelthraut hier sitzen kann und schon sagen kann wie sie sich das vorstellt.

00:53:56: Das habe ich dir auch schon mal gesagt das finde ich wahnsinn und dass du da auch so offen darüber sprechen kannst.

00:54:01: und das find' ich natürlich total schön dass ich als Mitarbeiterin mit Edeltraut da so drüber sprechen kann, Themen die ja eigentlich sehr privat sind und sehr emotional sind.

00:54:15: Ich persönlich, seitdem wir das so thematisiert haben kann auch im privaten Umfeld dann vielleicht schon ein bisschen besser darüber sprechen.

00:54:23: oder erinnere mich an das Buch zurück und sag zum Beispiel in Gesprächen Mensch auf der Arbeit.

00:54:30: Da hat mal jemand so und sowas gesagt.

00:54:32: also da nimmt man auf jeden Fall schon mehr mit und einfach die Offenheit über das Thema zu sprechen

00:54:38: Kann ich mir sehr gut vorstellen und du sprichst mir gerade so ein bisschen aus der Seele.

00:54:43: Ich finde euch beide zu dem Thema hier sehr, sehr offen.

00:54:47: Sehr, sehr mutig und man merkt auch zwischen euch beiden da gibt es eine tolle Ebene mehr.

00:54:55: du kannst offenen Dinge ansprengen edeltraut du traust dich Fragen zum thema toton Abschied zu beantworten.

00:55:05: Ihr beeindruckt mich sehr Und ich freue mich dass wir heute hier sein durften.

00:55:10: Christine ich weiß nicht ob Dir noch irgendwas ein bisschen im Kopf rumschwieht oder Edeltrad und Mia vielleicht habt ihr noch was, wo ihr sagt das möchten wir gerne noch loswerden.

00:55:22: Das ist wichtig.

00:55:24: Fällt dir noch etwas ein?

00:55:25: Hast du noch was worüber du gerne sprechen möchtest oder thematisieren möchtes?

00:55:31: Nein!

00:55:31: Ich habe tatsächlich auch nichts.

00:55:32: ich fand das super angenehm mit euch zu spreche.

00:55:35: es war total locker und es hat mir persönlich total viel Spaß gemacht.

00:55:41: Sehr gut.

00:55:42: Und ich weiß schon, wir werden gleich in unsere Gruppe gehen und jeder wird uns fragen wie war es, worüber habt ihr gesprochen?

00:55:47: Der Austausch wird gleich auf jeden Fall stattfinden und da freue ich mich jetzt schon drauf!

00:55:52: Ich fand eine super schöne Möglichkeit damals mit euch darüber zu sprechen und dass die Edetraut auch dabei war.

00:55:58: Ja und vielen Dank an euch, dass ihr uns eingeladen habt das ihr euch getraut habt, dass sie so offen wart und auch grundsätzlich seid.

00:56:10: Christine will jetzt noch was fragen und gleich habe ich noch eine Abschlussfrage.

00:56:13: Nee, ich möchte gar nicht mehr fragen!

00:56:15: Ich möchte mich auch ganz herzlich bedanken dass ihr das gemacht habt und euch die Zeit genommen habt und ich finde Edeltraut ist schon sehr gut aufgestellt weil sie sich Gedanken gemacht hat und auch eben etwas zu Papier gebracht hat und ich glaube ihr macht das hier richtig gut.

00:56:32: also ich bedanke mich ihr seid ganz toll danke schön.

00:56:35: Danke

00:56:35: auch.

00:56:38: Genau, ich habe noch eine Abschlussfrage.

00:56:39: Ich hab mitbekommen als wir hier angekommen sind dass ihr kurz vor den Ferien steht.

00:56:44: Genau!

00:56:46: Edelthraut steht bei dir was an.

00:56:48: Machst du irgendwas?

00:56:49: Hast Du etwas geplant?

00:56:51: Ja, ich kann ja nicht im Bulli einsteigen wie gemeint.

00:56:56: Die Gefühle...

00:56:58: Ja, ist gerade schwierig dann natürlich wegen dem Transfer dann in den Bus einzusteigen.

00:57:03: Da stimmt!

00:57:04: Genau dadurch dass die Tagesstätte also beziehungsweise ich jetzt auch erst mal zwei Wochen Urlaub habe bekommt man mit, was die Wohnheime hier so planen und es sind ganz viele Tagesausflüge geplant.

00:57:17: Ich fahr zum Beispiel Montag dann doch habe ich einen Urlaubstag verschoben fahren wir ein Tag nach Schillig mit sechs sieben Leuten und verbring da einen schönen Tag.

00:57:25: das haben wir letztes Jahr schon einmal gemacht gehen ein bisschen am Wasser lang spazieren und intern wenn die Mitarbeiter hier auf dem Hof bestimmt auch einige Dinge planen.

00:57:34: Wir haben hier die Möglichkeit Kegel zu spielen uns in Garten zu setzen mal ein Pool aufzustellen.

00:57:40: Hier gibt's ganz viele Aktionen.

00:57:42: Dass man zusammen gekocht wird mit den Leuten, dann wird mal ein Kuchen gemacht.

00:57:46: es gibt Tage an denen gespielt wird.

00:57:48: wir haben ganz ganz tolle Fahrräder vor einiger Zeit bekommen.

00:57:52: e-Bikes sind das mit zwei Sitzen und einem Anhänger hinten drauf.

00:57:55: die nutzen wir auch tagtäglich und ich denke dass wird jetzt in der Urlaubzeit auf jeden Fall auch noch mal

00:58:01: sehr genutzt.

00:58:03: Edel Trauk das Wetter bleibt aber gut auch wenn du nicht in den Bulli unkompliziert reinkommst.

00:58:09: dein Kirschbaum ist da.

00:58:11: Ganz, ganz schöne Zeit unterm Kirschbaum.

00:58:14: Schön, dass wir hier sein durften und...

00:58:18: Danke schön!

00:58:19: Für heute erst noch mal einen tollen Tag für euch.

00:58:21: Danke schön,

00:58:22: gleichfalls!

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